Unterstützung für von der Basis ausgehende Energiemaßnahmen in benachteiligten Stadtteilen in Nordwesteuropa

http://www.climatealliance.org/activities/tools-and-methods/practice-cube.html

Von der Basis ausgehende Maßnahmen zur Förderung von Energieeinsparung und erneuerbaren Energien in Stadtgebieten mit niedrigem Einkommen in Nordwesteuropa tragen zu den EU-Zielen bei, Treibhausgasemissionen und Energiearmut zu reduzieren. Das Projekt „Climate Active Neighbourhoods“ bestärkt Einwohnerinnen und Einwohner sowie Kommunen, im Sinne des Klimaschutzes zusammenzuarbeiten. Es wird in zehn Städten in der Wallonie in Belgien; Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz in Deutschland; der Bretagne und Île-de-France in Frankreich; Oost-Nederland in den Niederlanden sowie South-East England und South West im Vereinigten Königreich umgesetzt.

 Weitere Extras

 
The Climate Active Neighbourhoods project’s activities aims to advise people on efficient home heating and community networks to limit energy waste. ©Climate Active Neighbourhoods The Climate Active Neighbourhoods project’s activities aims to advise people on efficient home heating and community networks to limit energy waste. ©Climate Active Neighbourhoods

" Das Projekt erhöht die Kapazitäten der öffentlichen Behörden in Städten, ihre Niedrigemissionsstrategien wirksamer umzusetzen und stärkt Einwohner benachteiligter Stadtteile, in denen der größte Verbesserungsbedarf besteht. "

Jenny-Claire Keilmann, Projektleiterin, Klima-Bündnis

Das Projekt unterstützt von der Basis ausgehende Initiativen in benachteiligten Gebieten, die Energieeffizienz in Gebäuden zu erhöhen und Zugang zu erneuerbaren Energien zu erhalten. Zu den Aktivitäten gehörten Beratungsstellen und Besuche bei Einheimischen, bei denen diese Beratung zur wirksamen Beheizung des Wohnraums, Gemeinschaftsnetzwerken zur Begrenzung der Energieverschwendung sowie zur Einrichtung einer gemeinschaftlichen Energieerzeugung erhielten. Kommunen und Projektpartner informieren in einem frei zugänglichen Online-Dokument – dem „Practice Cube“ – über die erfolgreichsten Initiativen in ihren Netzwerken, damit in anderen Gebieten Ansässige ebenfalls die Umwelt schützen und gleichzeitig Kosten einsparen können.

Regionales Problem

Nordwesteuropa verbraucht über 60 % der Gesamtenergie für Wohngebäude in der EU. Mehr als 80 % der Wohngebäude in der Region wurden vor dem Jahr 1990 erbaut, verschwenden häufig Energie und sind teuer in der Heizung. Obwohl die EU anstrebt, die Gesamtenergieeffizienz in Europa bis 2020 um 20 % zu steigern, werden in jedem Jahr nur 1 % der Wohngebäude saniert.

Der Projektträger Klima-Bündnis hat sich auf benachteiligte Gebiete fokussiert, da die Menschen dort häufig in alten, schlecht isolierten Gebäuden leben, selten über genügend Einkommen verfügen, um ihre Häuser zu sanieren und wenig Zugang zu Informationen und sozialen Netzwerken haben, die sie unterstützen könnten. Zugleich verfügen die lokalen Behörden zunehmend über eingeschränkte Mittel, während es für private Immobilieneigentümer wenige finanzielle Anreize gibt, die Energieeffizienz zu steigern.

Das Projekt hat zur Überwindung dieser Hindernisse von der Basis ausgehende Ansätze für Kommunen entwickelt, damit die Einwohner eigene Lösungen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen und zur Senkung der Heizkosten ermitteln können. Es hat innovative Finanzierungen wie z. B. die Gruppenfinanzierung eines lokalen Solarkraftwerks im Vereinigten Königreich unterstützt.

Das Projekt konnte schließlich neue Wege für die Zusammenarbeit benachteiligter Stadtteile und lokaler Behörden finden, u. a. die Unterstützung von Bürgergruppen, Informationen über die Energieeinsparung zu verbreiten.

Modelle für alle Städte

Die zehn teilnehmenden Städte sind unterschiedlich groß und ihre Wirtschaftsleistung variiert. Lokale und regionale Behörden legen mithilfe der Projektpartner eigene Prioritäten und Strategien für Gebiete mit niedrigem Einkommen fest.

Die Kommunen geben über das Klima-Bündnis, regionale Partnerschaften und andere Netzwerke wie Energy Cities ihre erfolgreichsten Lösungen an andere lokale Behörden weiter. Im Allgemeinen werden Strategien und Leitlinien des Projekts über den „Practice Cube“ auf der Website des Klima-Bündnisses weitergegeben.

Nach drei Jahren hat das Projekt dazu beigetragen, dass über 1 300 Haushalte ihre Energieeffizienzklasse verbessert haben und 526 Tonnen Treibhausgasemissionen pro Jahr eingespart werden. Nach Einschätzung von Climate Active Neighbourhoods wird sich der Ansatz des Projekts innerhalb von fünf Jahren nach Projektende auf 50 Städte ausweiten, 18 500 Haushalten helfen, 2 400 Tonnen Treibhausgasemissionen pro Jahr einzusparen und sich die Anzahl der Begünstigten und Einsparungen innerhalb von zehn Jahren in etwa verdoppeln.

Begünstigte

„Dieses Projekt ermöglicht es den Menschen, anders in ihrem Zuhause zu leben, es besser kennenzulernen und zu nutzen. Dank der Beratung habe ich im Laufe der Jahre einen nicht unerheblichen Betrag eingespart und gleichzeitig etwas für den Planeten getan.

 

Anne Mevel, Einwohnerin des Stadtteils Bellevue in Brest, Frankreich

 

„Das Solarkraftwerk erfüllt wunderbar seinen Zweck. Dieses Land lag brach und konnte aufgrund von Auflagen nicht anderweitig genutzt werden. Wenn wir saubere Energie erzeugen und für unsere Kommune Geld verdienen können, ist das super für Ernesettle. Es ist auch eine tolle Botschaft an unsere Kinder.“

 

Alison Sargent, Einwohnerin des Vororts Ernesettle, Plymouth, Vereinigtes Königreich

Gesamtinvestition und EU-Mittel

Die Gesamtinvestition für das Projekt „Climate Active Neighbourhoods (CAN)“ beläuft sich auf 7 883 998 EUR, an der sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 4 730 401 EUR im Rahmen des operationellen Programms „Nordwesteuropa“ für den Programmplanungszeitraum 2014-2020 beteiligt. Die Investition fällt unter die Priorität „Beitrag zu nachhaltigem Wachstum“.

 

Datum des Entwurfs

26/09/2019