L2P-2020PLUS: Beschäftigungsorientierte Schulung für Jugendliche an der österreichisch-slowenischen Grenze

Die Berufsaussichten junger Menschen in der österreichisch-slowenischen Grenzregion wurden durch ein Qualifizierungsprogramm auf Sekundarstufenniveau verbessert, das darauf ausgerichtet wurde, den Arbeitsanforderungen in dem Gebiet gerecht zu werden.

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The L2P-2020 project team. The photo was taken at the presentation of the survey ‘youth on the cross border market’. ©Stadtgemeinde Bad Radkersburg/WOCHE 2017 The L2P-2020 project team. The photo was taken at the presentation of the survey ‘youth on the cross border market’. ©Stadtgemeinde Bad Radkersburg/WOCHE 2017

" Eine zusätzliche Schulung, die in die formale Bildung auf Sekundarstufenniveau eingebettet und auf unsere regionalen Anforderungen angepasst ist, ist ein innovativer Ansatz zur Verbesserung der Chancen von Jugendlichen auf dem grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt. "

Daniela Leopold-Sommer, Projektmanagerin

Die Regionen Oststeiermark und Pomurje an der österreichisch-slowenischen Grenze haben eine alternde Bevölkerung, da junge Menschen in städtische Gebiete und ins Ausland abwandern. Diese Regionen sind hauptsächlich von Landwirtschaft bestimmt und weisen Wellness-Zentren und Thermalbäder auf. Die Tourismusindustrie ist eine wichtige regionale Einnahmequelle, die jedoch keine jungen Menschen, die in den Arbeitsmarkt einsteigen, anlockt und bindet.  

Das Projekt schuf durch eine zusätzliche Schulung auf Sekundarstufenniveau – hieran mangelte es in dem Gebiet – neue Berufsaussichten für Schulabgänger. Es wurde eine Studie durchgeführt, um die Bildungsherausforderungen in der Region zu ermitteln. Ausgehend von den Erkenntnissen wurden mithilfe lokaler Unternehmen Schulungsprogramme entwickelt. Daraufhin boten diese den Schülerinnen und Schülern Praktika an. Hoffnung besteht, dass das Programm Jugendliche dazu ermutigen wird, die Regionen als Wohn- und Lebensort anzusehen. 

Arbeitsmarktstudie

Da die Situation junger Menschen auf dem Arbeitsmarkt verstanden werden musste, entwickelte das Projekt eine Studie namens „Jugendliche auf dem grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt“. Hierdurch wurden Herausforderungen ermittelt, zu deren Bewältigung ein interregionales Bildungssystem auf beiden Seiten der Grenze beitragen könnte. 

Daten für die Studie wurden auf drei Wegen gesammelt. Eine Online-Umfrage auf Deutsch, Slowenisch und Englisch wurde an Unternehmen in den Gebieten verteilt. Es wurden Interviews mit Schülerinnen und Schülern an Schulen und mit Unternehmen geführt und es wurden Fokusgruppen gebildet.

Die Ergebnisse dieser Forschung führten zur Entwicklung zusätzlicher Schulungsklassen für Schüler am Bundes-Oberstufenrealgymnasium Bad Radkersburg in Österreich, einer höheren akademischen Schule. Der als Matura + bezeichnete Lehrplan ist auf Deutsch, Slowenisch und Englisch verfügbar und vermittelt Fähigkeiten in den Bereichen Unternehmertum, Wirtschaft, Soziales und Digitales.

Grenzüberschreitende Schulung

Es wurde eine europaweite Suche durchgeführt, um ein Unternehmen zu finden, das Lehrkräfte in der Unterrichtung des entwickeltes Lehrplans schulen könnte. Ein Team von acht Lehrkräften von der Schule Gimnazija Murska Sobota in Slowenien besuchte eine einjährige Schulung in Österreich, um Kenntnisse über die verschiedenen Fachgebiete zu sammeln. Ihnen wurden Online- und Offline-Hilfsmittel zur Verfügung gestellt, um zum Lernen zu motivieren. Den Lehrkräften wurden drei verschiedene Stufen angeboten, um ein Schulungsmodul abzuschließen. Es wurde ein angepasster Ansatz entwickelt, um die Schulung Schülerinnen und Schülern an der eigenen Schule in Slowenien anbieten zu können.

Für jede Schulstufe wurde den Schülern eine vier Stunden lange zusätzliche Schulung angeboten. Um die Schulung zu absolvieren, mussten sie ein Praktikum bei einem Unternehmen in ihrer Region absolvieren. Dies nützte den Unternehmen, da sie durch die Beteiligung der Schülerinnen und Schüler, aus der eine Beschäftigung der Schüler hervorgehen konnte, einem Mangel an Fachkräften entgegenwirken konnten. Bis April 2019 hatten 20 Schüler erfolgreich ihre Praktika bei verschiedenen lokalen Unternehmen absolviert. 

 

Gesamtinvestition und EU-Mittel

Die Gesamtinvestition für das Projekt „L2P-2020Plus. Learn to Perform in work life 2020+“ beläuft sich auf 786 281 EUR, an der sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 668 338 EUR im Rahmen des operationellen Programms „Interreg V-A Slowenien-Österreich“ für den Programmplanungszeitraum 2014-2020 beteiligt. Die Investition fällt unter die Priorität „Arbeitsplätze, Wachstum und Investitionen“.