Unterstützung von KMU des Nordseeraums bei der Erschließung ausländischer Märkte

Ausgehend von einem Netzwerk aus 19 Gründerzentren und als Geschäftsbeschleuniger agierenden Partnern in sechs Ländern des Nordseeraums – Dänemark, Deutschland, Niederlande, Norwegen, Schweden und Großbritannien – unterstützte das Projekt Lean Landing for Micro SMEs kleine Unternehmen dabei, schnell und effizient in neuen europäischen Märkten Fuß zu fassen. Im Rahmen des Konzepts wurden unter anderem Treffen organisiert, bei denen KMU mit potenziellen Kunden und Partnern aus verschiedenen Ländern zusammenkamen und so eine schnelle Rückmeldung dazu erhielten, ob ihre Produkte oder Dienstleistungen im Ausland verkauft werden könnten. Die KMU konnten bestimmten, in welchem Land die Treffen veranstaltet wurden, und 50 % ihrer Reisekosten wurden erstattet.

 Weitere Extras

 
The Lean Landing event in Amsterdam, during which representatives of 23 companies from Denmark, Germany, Norway and the UK visited potential partners ©Jimmy Faustin Andersen The Lean Landing event in Amsterdam, during which representatives of 23 companies from Denmark, Germany, Norway and the UK visited potential partners ©Jimmy Faustin Andersen

" Wir empfinden es als Privileg, bei einem Projekt mitzuarbeiten, bei dem herkömmliche Exportverfahren in Frage gestellt werden, um schnelle und schlanke Prozesse zu schaffen. Es war großartig, dies lokalen und regionalen KMU bieten zu können und schließlich ihre bisherigen Erfolge zu sehen. Das Projekt ist sehr innovativ und es ist toll zu sehen, dass es diese Anerkennung erhält. Es ist fantastisch, dass wir den Preis gewonnen haben. Das Projekt hat es uns ermöglicht, wirklich starke Beziehungen zu unseren Partnern im Nordseeraum zu entwickeln und unseren Ruf im Ausland hinsichtlich der gemeinschaftlichen Zusammenarbeit mit KMU weiter auszubauen. "

Janet Mulcrone, Leiterin Geschäftsentwicklung, Leeds Beckett University (Partner von Lean Landing)

Kleinstunternehmen und KMU konnten Lean Landing kostenfrei beitreten und erhielten so Zugang zum Netzwerk der Gründerzentren und Geschäftsbeschleuniger. Diese boten ihnen ein Unterstützungssystem und Einblicke in die Geschäftsetikette und -praktiken ihrer Zielregionen und ermöglichten es ihnen so, erste Eindrücke zu sammeln und Kontakte zu knüpfen. Es wurde eine Plattform eingerichtet, auf der Informationen über KMU zu finden sind, die sich in verschiedenen Ländern etablieren wollen; damit sollte Unternehmen mit gemeinsamen Interessen geholfen werden, sich zusammenzuschließen.

Die Bewerber des Projekts erwartete zunächst ein Vorauswahl-Meeting mit dem Leiter des lokalen Gründerzentrums, bei dem das Potenzial ihres Unternehmens beurteilt wurde. Die angenommenen Bewerber nahmen an weiteren Treffen teil, bei denen ihre Geschäftserfordernisse besprochen wurden, und sie hatten die Möglichkeit, das Netzwerk zu nutzen, um nach potenziellen Kunden und Partnern zu suchen und Kontakt mit ihnen aufzunehmen. Darauf folgten persönliche Treffen mit Kunden oder Partnern, Workshops zu gesetzlichen Bestimmungen für unternehmerische Tätigkeiten und zur Geschäftskultur in dem entsprechenden Land, die Entwicklung einer auf Internationalisierung ausgerichteten Strategie und, wenn alles gut abgelaufen ist, der Abschluss von Geschäftsvereinbarungen.

Unzureichende Förderung der Internationalisierung

Den politischen Entscheidungsträgern wird die Bedeutung der Internationalisierung von KMU für die Schaffung von Arbeitsplätzen in Europa zunehmend bewusst, doch nur wenige Programme, die zur Förderung dieses Prozesses ins Leben gerufen wurden, haben sich tatsächlich als effektiv erwiesen, was hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, dass nicht sichergestellt wurde, dass sich genügend geeignete Organisationen beteiligen.

Zudem basieren Programme dieser Art typischerweise auf einem schematischen und linearen Ansatz: KMU analysieren zunächst die Marktbedingungen und entwickeln dann eine Eintrittsstrategie, die anschließend Schritt für Schritt umgesetzt wird. Der unternehmerische Prozess verläuft jedoch selten linear. Demgegenüber setzen viele erfolgreiche Inhaber kleinerer Unternehmen auf Strategien nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum.

Eine originelle Lösung

Um diese Herausforderungen anzugehen, entwickelte Lean Landing ein in mehrfacher Hinsicht originelles Programm: Es handelte sich um ein gemeinsames europäisches Engagement, bei dem die Erfahrungen von Gründerzentren aus verschiedenen Ländern genutzt wurden; es basierte auf fundierten Kenntnissen über die Methoden, die am ehesten zu unternehmerischem Erfolg führen; es war nicht nur auf Exporte fokussiert, sondern war auf partnerbasierte Internationalisierung durch Austausch von Kenntnissen ausgerichtet; und es zielte schließlich stärker auf die frühzeitige Internationalisierung von Kleinstunternehmen ab als auf mittlere KMU.

Das Lean-Landing-Netzwerk wurde zeitweise von bis zu 273 Firmen genutzt, von denen 146 an Treffen im Ausland teilgenommen und viele auch neue Kunden oder Partner gefunden haben.

 Gesamtinvestition und EU-Mittel

Die Gesamtinvestition für das Projekt „Lean Landing for Micro SMEs“ beläuft sich auf 3 620 774 EUR, von denen 1 706 257 EUR aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des operationellen Programms „Nordseeregion“ für den Programmplanungszeitraum 2014-2020 finanziert werden. Die Investition fällt unter die Priorität „Wachstumsorientierung – Unterstützung des Wirtschaftswachstums in der Nordseeregion“.

Datum des Entwurfs

29/05/2019