Kunst als Medium zum Austausch mit der Bevölkerung über den Klimawandel

Sieben europäische Städte nutzen die Macht der Kunst und Kultur, um ihre Bürger über den Klimawandel zu informieren und ihnen zu erklären, wie sie zu dessen Bekämpfung beitragen können.

 Weitere Extras

 
URBACT Secretariat/ Manchester (2019) ©The Roadmap to zero carbon 2038. URBACT Secretariat/ Manchester (2019) ©The Roadmap to zero carbon 2038.

" Kultur ist fest in Manchester verankert. Wir verstehen den Wert der Kunst für Wohlbefinden, Wohlstand und Lebensenergie unserer Stadt. Kunst und Kultur spielen eine anerkannte Rolle in allen Belangen der Stadt. "

Dave Moutrey, Kulturdirektor des Stadtrats von Manchester

Mit mehr als 70 % der weltweiten Treibhausgasemissionen sind Städte eine treibende Kraft der steigenden Temperaturen. Wenn Europa sein Klimaschutzziel von 40 % weniger Treibhausgasemissionen bis 2030 im Vergleich zu dem Niveau von 1990 erreichen will, müssen seine Städte nachhaltiger werden.

Im Rahmen des URBACT-Transfernetzwerks hilft das Projekt C-Change sechs Städten mit hohem Kohlendioxidausstoß dabei, die Kunst und Kultur für den Kampf gegen den Klimawandel zu mobilisieren. Das Ergebnis ist eine durchschnittliche CO2-Reduzierung von 7 % jährlich.

Aufbauend auf MAST

C-Change wurde vom Manchester Arts Sustainability Team (MAST, dt. Manchester-Team für nachhaltige Kunst) inspiriert – einem Netzwerk aus knapp 30 Kunst- und Kulturorganisationen, die aktiv zu den Klimaschutzstrategien und -zielen der Stadt beitragen. Das Netzwerk untersucht, wie Städte sich mithilfe der Künste besser mit der Bevölkerung über den Klimawandel austauschen können.

MAST ist zu einem der erfolgreichsten Beispiele für die Zusammenarbeit im Bereich Umweltschutz in Manchester geworden – wenn nicht sogar im gesamten Vereinigten Königreich. Manchester will spätestens 2038 eine emissionsfreie Stadt sein, 12 Jahre vor dem nationalen Ziel von 2050.

Das Projekt C-Change will diesen Erfolg in Gelsenkirchen (Deutschland), Šibenik (Kroatien), Mantua (Italien), Breslau (Polen) und Águeda (Portugal) wiederholen. Diese Städte erleben nicht nur alle die Auswirkungen des Klimawandels – gemeinsam produzieren sie etwa 9 Millionen Tonnen CO2 –, sondern haben auch eine Hingabe zur Kunst, Kultur und Kreativität gemeinsam.

Bewährte Verfahren teilen

Die sechs teilnehmenden Städte nehmen sich Manchesters Erfolg bei der kulturellen Zusammenarbeit im Bereich Umwelt zum Vorbild und bauen darauf auf. Sie teilen bewährte Verfahren, wie man die Macht der Kunst und Kultur nutzen kann, um Menschen über den Klimawandel zu informieren und ihnen zu erklären, wie sie zu dessen Bekämpfung beitragen können.

Das Projekt bietet zudem eine CO2-Schulung an. Diese baut auf dem Prinzip auf, dass Einwohnerinnen und Einwohner fundiert entscheiden können, welche der ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten am energie- und ressourceneffizientesten ist, wenn sie sich den CO2-Auswirkungen ihrer täglichen Handlungen bewusst sind. Dies betont die Notwendigkeit einer umfassenden Veränderung der Denk- und Verhaltensweisen.

Zusätzlich zu dieser Arbeit mit der Bevölkerung bindet das Projekt lokale Behörden in die Gestaltung der Klimapolitik ein. In Mantua haben Angestellte der Stadt beispielsweise ihre erste CO2-Schulung abgeschlossen. Die Teilnehmerschaft setzte sich aus fünf Beamtinnen und Beamten aus verschiedenen Abteilungen sowie 25 Personen aus anderen Bereichen der Gesellschaft zusammen.

Ein einzigartiger Ansatz

Der einzigartige Ansatz von C-Change zur Verlangsamung des Klimawandels hat sich als effektiv herausgestellt. In weniger als zwei Jahren konnte Manchester eine Reduzierung der CO2-Emissionen um 7 % verbuchen. Folglich weiten die Projektorganisatoren die Strategie auf andere Städte aus.

Das Projekt wurde als Teil von URBACT durchgeführt, einem Programm für die europäische territoriale Zusammenarbeit, mit dem eine nachhaltige integrative Stadtentwicklung in Städten in ganz Europa gefördert werden soll. Dieses Programm nutzt Ressourcen und Fachwissen, um die Kapazität der Städte zu stärken und Verbesserungen in vier Bereichen zu bewirken: Regierungsführung, Umwelt, Integration und Wirtschaft.

Gesamtinvestition und EU-Mittel

Die Gesamtinvestition für das Projekt „C-Change Network“ beläuft sich auf 600 000 EUR, an der sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung der EU mit 449 234 EUR im Rahmen des operationellen Programms „URBACT III“ für den Programmplanungszeitraum 2014-2020 beteiligt. Die Investition fällt unter die Priorität „Demokratische Veränderung“ sowie „Energieunion und Klima“.

Datum des Entwurfs

11/08/2020