Soziale Investition und Auftragsvergabe in Alpenregionen zugunsten junger und älterer Menschen

Das AlpSib-Projekt zielt darauf ab, den Bedürfnissen von Jugendlichen, die sich weder in Ausbildung noch in Beschäftigung befinden, und von Senioren im Alpenraum durch die Beschleunigung von wirkungsorientierten Investitionen (Social Impact Investments, SII) – hauptsächlich durch Einführung sozialer Wirkungskredite (Social Impact Bonds, SIB) – gerecht zu werden. Dabei handelt es sich um Verträge, bei denen private Investoren Kapital für öffentliche Sozialprojekte bereitstellen und der Investitionsrückfluss von der Erzielung einer festgesetzten Wirkung abhängig ist.

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" AlpSib unterstützt den Aufbau von Kapazitäten bei der Gestaltung innovativer sozialer Lösungen und Partnerschaften, eine transnationale öffentlich-private Vernetzung im Dienstleistungssektor und die Verknüpfung von Kapital und Projekten. Das Projekt fördert zudem einen harmonisierteren Ansatz zu einer wirkungsorientierten Investitionspolitik. "

Anna Ulian, AlpSib-Projektleiterin in der Gemeinde Pordenone

Bei Realisierung seiner Ziele wird AlpSib von einem internationalen Team mit gemeinsamer Vorgehensweise unterstützt, das sich grenzüberschreitend für das Teilen von Wissen und die Koordination und Gestaltung von Maßnahmen in der Alpenregion engagiert und auf diese Weise die Einrichtung von SII-Initiativen unterstützt und Investitionsmaßnahmen beschleunigt.

Zudem bietet eine eigens eingerichtete Plattform den beteiligten Gemeinden die Möglichkeit zu wachsen, Projektideen mit potenziellen Partnern abzustimmen und so die erforderlichen Mittel aufzutreiben. Darüber hinaus stellt die Plattform  elektronisches Lernmaterial, ein Toolkit sowie eine Datenbank mit wissenschaftlichen Publikationen, Musterverträgen und Einzelheiten zu Projektveranstaltungen zur Verfügung.

Innovative Lösungen

Die Wirtschaftskrise hat etablierte Muster im sozialen Sektor in Frage gestellt. Die begrenzten und schwindenden Mittel reichen nicht länger aus, um Probleme wie die alternde Bevölkerung, die zunehmende Beanspruchung der Gesundheitsdienste und die steigende Zahl von Jugendlichen ohne Ausbildung und Beschäftigung in den Griff zu bekommen. Diese Herausforderungen erfordern die Entwicklung einer neuen Sozialwirtschaft, die den öffentlichen, privaten und gemeinnützigen Sektor miteinander verknüpft.

AlpSib hat es sich zum Ziel gesetzt, die transnationale Vernetzung der Interessengruppen in diesen drei Bereichen zu unterstützen und zu fördern, um ein gemeinsames Verständnis von SII und SIB im Alpenraum zu entwickeln und Kapazitäten für die gemeinsame Gestaltung innovativer Lösungen für soziale Probleme aufzubauen.

Internationale Veranstaltungen

Da die AlpSib-Zielgruppen nur unzureichend über SIB informiert waren, wurden in allen fünf Partnerländern (Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien und Slowenien) acht Einführungsveranstaltungen organisiert. Sie steigerten das Interesse am Thema und hatten zur Folge, dass einige Teilnehmer ihre Meinung im Hinblick auf die Nutzung von privatem Kapital zur Unterstützung des Wohlfahrtsstaates änderten.

Ferner fanden vier internationale ko-kreative Lab-Treffen zu verschiedenen SIB-Themen statt: Einführung in die SIB-Struktur, Definition und Messung der Wirkung, Beschaffung und wirkungsorientierte Investition. Die Treffen waren in jeweils zwei Teile untergliedert: Im ersten Teil hielten Experten einen Vortrag und lieferten theoretische Einblicke. Im zweiten Teil diskutierten die Teilnehmer über Ideen für die Gestaltung realisierbarer Projekte.

Fünf Diskussionspapiere, je ein Papier pro Land, veranschaulichen politische Szenarien im Bereich der wirkungsorientierten Auftragsvergabe und Investition sowie Chancen und Hindernisse bei der weiteren Entwicklung von SIB. Auf Grundlage dieser Forschung tauschen die Mitglieder eines transnationalen Beratungsgremiums, das aus SIB-Akteuren, Investoren, politischen Entscheidungsträgern und Akademikern besteht, Ideen aus, beantworten Fragen und erörtern, wie eine gemeinsame Methodik zur Harmonisierung der Ansätze zu SII-Maßnahmen entwickelt werden kann. Eine solche Methodik würde es in Kombination mit anderen Projektergebnissen erleichtern, soziale Vorhaben in Auftrag zu geben und das finanzielle Risiko mit Privatinvestoren zu teilen, was ein besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis bei öffentlichen Diensten und messbar bessere Ergebnisse für arbeitslose Jugendliche ohne Ausbildung sowie für ältere Menschen zur Folge hätte.

Gesamtinvestition und EU-Mittel

Die Gesamtinvestition für das Projekt „AlpSib – Kapazitätsaufbau bei öffentlichen und privaten Organisationen für soziale Wirkungskredite“ beläuft sich auf 2 152 988 EUR, an der sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 1 830 039 EUR im Rahmen des operationellen Programms „Alpenraum“ für den Programmplanungszeitraum 2014-2020 beteiligt.

Datum des Entwurfs

02/11/2018