Grenzüberschreitenden Gemeinschaften in Deutschland und den Niederlanden neues Leben einhauchen

Angesichts der alternden Bevölkerung und schwindenden Chancen für junge Leute sind die Dörfer entlang der niederländisch-deutschen Grenze besonders anfällig für die demographischen Trends, die weite Teile Europas beeinflussen. Das Projekt ist darauf ausgerichtet, wieder ein Gemeinschaftsgefühl zu entfachen, indem bewährte Verfahren auf beiden Seiten der Grenze geteilt werden.

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Germany’s Münster region in Nordrhein-Westfalen and the Gelderland region in the Netherlands, part of Oost-Nederland. ©European Commission Germany’s Münster region in Nordrhein-Westfalen and the Gelderland region in the Netherlands, part of Oost-Nederland. ©European Commission

" Dörfer in den Niederlanden und Deutschland stehen vor sehr ähnlichen Problemen, haben jedoch häufig verschiedene Ansätze, mit ihnen umzugehen oder sie zu lösen. Es ist die größte Herausforderung und zugleich Chance für KRAKE, von den gegenseitigen Erfahrungen zu lernen. "

Rolf Laakmann, Projektleiter, TAFH Münster GmbH

Die Dörfer auf beiden Seiten der niederländisch-deutschen Grenze stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Junge Menschen gehen weg, um neue Chancen zu suchen. Eine sinkende und alternde Bevölkerung, Geschäftsaufgaben und eingestellte Dienstleistungen sorgen dafür, dass immer weniger junge Familien, die diese Lücke schließen könnten, in die Dörfer ziehen. Dieser Abwärtstrend schadet der Identität und Vitalität einer Gemeinschaft und beeinträchtigt ihre Zukunftsaussichten. 

Das multidisziplinäre, EU-finanzierte Projekt „Krachtige Kernen“ (KRAKE), bzw. „Starke Dörfer“ geht dieses Problem an, indem es Dörfern hilft, eine gemeinsame Basis zu finden, Erfahrungen auszutauschen und Wege zu erarbeiten, das „größere“ Gut für Gemeinschaften auf beiden Seiten der Grenze voranzutreiben.

Bedarfsorientierte Initiative

Etwa 40 Dörfer beteiligen sich an Pilotprojekten in beiden Ländern. Eine Schlüsselrolle spielt nach den Worten des Projektteams unter Leitung der Fachhochschule „Hogeschool van Arnhem en Nijmegen“ (NL) die intensive Einbeziehung lokaler Freiwilligengruppen wie den Vereinen für lokales Erbe. In Zusammenarbeit mit Einwohnern und Unternehmen sowie mit Universitäten in nahe gelegenen Städten ordnen die Konzeptgruppen des Projekts „Community first“ die Aktivitäten nach einer Reihe von Themen, die entwickelt wurden, um die Dörfer wiederzubeleben und die Lebensqualität zu steigern. 

Workshops der Gemeinschaft wurden in vielen dieser Themenbereiche organisiert. Sie decken vielseitige Bereiche ab, darunter Möglichkeiten, einen gesunden Lebensstil und bessere Dienstleistungen zu fördern sowie die Wohnungssituation und das Leben für Kinder in kleinen Dörfern zu verbessern. Es gibt sogar einen Workshop, der sich mit der sozialen DNA erfolgreicher Gemeinschaften beschäftigt. Die Idee ist, die Bürger, jung wie alt, für gemeinsame Ziele zu mobilisieren, um zu zeigen, dass „eine kleine Gemeinschaft stark ist“, wenn sie zusammenhält. So formuliert es die teilnehmende Stadt Aalten (NL). 

Lernen und weitergeben

Die Workshops und weitere Aktivitäten bringen Hochschulexperten mit Freiwilligen vor Ort und Anwohnern zusammen, um bestehende und neue Fördermaßnahmen für die Gemeinschaft zu stärken. In einem Programm befragen Experten Kinder, welche Veränderungen sie gerne vornehmen würden, um das Leben im Dorf zu verbessern. Dann ermitteln die Experten in einem Treffen mit den Eltern, wie diese Wünsche umgesetzt werden können. Eine weitere Initiative, die Freiwillige im Ruhestand einbezieht, zielt darauf ab, Dienstleistungen zu ersetzen, die es im Dorf nicht mehr gibt, wie etwa nach Hause gelieferte Mahlzeiten für ältere Menschen und kleinere Arbeiten, die von Handwerkern erledigt wurden, die die Gegend verlassen haben. 

Die thematische Gestaltung dieses Projekts ist für seinen grenzübergreifenden Erfolg von entscheidender Bedeutung. So können etwa Erfahrungen, die man in Deutschland dadurch gewonnen hat, ältere Menschen zu unterstützen, fit und aktiv zu bleiben, in den gesunden Lebensstil einer Gemeinschaft oder ein Thema einfließen, das unter ähnlichen Bedingungen in den Niederlanden erprobt werden kann. Und in diesem Fall bieten die kulturellen und sozialen Unterschiede eine wertvolle Dimension des Lernens, die soziale Innovation auf beiden Seiten der Grenze fördert.

Gesamtinvestition und EU-Finanzierung

Die Gesamtinvestition für das Projekt „KRAKE – Powerful Villages“ beläuft sich auf 3 769 702 EUR, an der sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 1 884 851 EUR im Rahmen des operationellen Programms „INTERREG V A Germany-Netherlands“ für den Programmplanungszeitraum 2014-2020 beteiligt.

 

Datum des Entwurfs

28/08/2017