COME-IN! – Das kulturelle Erbe in sechs europäischen Ländern für alle zugänglich machen

Unter dem Motto „Nichts über uns ohne uns!“ haben Museen aus Deutschland, Italien, Kroatien, Österreich, Polen und Slowenien mit Behindertenverbänden, Wissenschaftlern, Bildungseinrichtungen und politischen Entscheidungsträgern zusammengearbeitet, um länderübergreifende Standards für eine Verbesserung der Barrierefreiheit von Museen festzulegen.

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The Come In! project is making Europe’s small and medium-sized museums more accessible for all. ©Luca Laureati, 2018 The Come In! project is making Europe’s small and medium-sized museums more accessible for all. ©Luca Laureati, 2018

" Kultur ist ein Grundrecht für alle und wir müssen die Hürden aus dem Weg räumen, die den Zugang zu Kultur in irgendeiner Weise versperren. Zugänglichkeit ist ein Prozess und das Projekt COME-IN! unterstützt diesen Prozess, das kulturelle Erbe auf neue, multi-sensorische Art erleben zu können. Es fördert inklusive Museen, in denen es keine besonderen Bedürfnisse, sondern einfach nur Kultur für alle gibt. "

Anna Marconato, COME-IN! Projektleiterin – Exekutivsekretariat der Mitteleuropäischen Initiative

Im Rahmen des Projekts COME-IN! haben sechs mitteleuropäische Länder gemeinsam daran gearbeitet, die Zahl der Besucherinnen und Besucher in kleinen und mittelgroßen Museen zu steigern, indem diese für Menschen mit Behinderungen barrierefrei gestaltet und das Bewusstsein für die Bedeutung von Integration und Barrierefreiheit erhöht wurden.

Das Projekt führte zur Erstellung der COME-IN!-Leitlinien, einer Liste qualitativer Standards, die Museen helfen sollen, ihre Barrierefreiheit zu verbessern und den Zugang zur Kultur anhand innovativer Ansätze zu fördern. Mithilfe dieser Leitlinien wurde ein besonderes COME-IN!-Label entwickelt, das das Niveau der Barrierefreiheit eines Museums bescheinigt und seine Einhaltung von Standards garantiert.

Bewertung, Planung und Schulung 

Im Projekt wurden sechs Pilotprojekte in Museen in ganz Mitteleuropa organisiert. Der Dialog zwischen verschiedenen Einrichtungen und Arbeitsgruppen führte zur Ermittlung bewährter Verfahren und zur Einführung eines ganzheitlichen Ansatzes für die Herausforderung, einen besseren Zugang zu Museen zu ermöglichen.

Jedes Museum bewertete sein Niveau der Barrierefreiheit anhand eines Servicekatalogs, der die wichtigsten Aspekte eines Besuchs, einschließlich der vor und nach dem Besuch bereitgestellten Informationen, enthält. Jeder Aspekt – beginnend mit der Ankunft, dem Eingangsbereich, dem Kassenschalter und der Garderobe bis hin zu den Ausstellungsflächen und dem Museumsshop – wurde anhand wesentlicher Anforderungen an die Barrierefreiheit nicht nur unter physischen Gesichtspunkten, sondern auch im Hinblick auf Information, Kommunikation, soziales Verhalten und Kosten überprüft. Damit sollten Einschränkungen ermittelt und geeignete Maßnahmen geplant werden.

Garantierte Barrierefreiheit

Das COME-IN!-Label wurde mit dem Ziel erschaffen, eine weltweite Akzeptanz für die Gewährleistung der Barrierefreiheit eines zertifizierten Museums zu erreichen. Das Label wird gegenwärtig genutzt, um die Arbeit des Projekts auf länderübergreifender, nationaler und lokaler Ebene bekannt zu machen und insbesondere die Übertragbarkeit der Leistungen des Projekts über seine bisherige Reichweite hinaus zu zeigen.

COME-IN! wird ab Januar 2020 einen jährlichen Aufruf an Museen starten, sich um das Label zu bewerben. Wenn ein Museum, das sich bewirbt, eine Reihe an Kriterien erfüllt, wird das Label für fünf Jahre bewilligt. Jedes Museum muss für seine Bewerbung zum Beispiel sein gesamtes Personal darin schulen, ein höheres Bewusstsein für die Bedeutung und den Mehrwert von Integration und Barrierefreiheit zu entwickeln. Bisher haben 150 Museumsbetreiber an Schulungen teilgenommen und nutzen ein spezielles COME IN!-Schulungshandbuch.

Nichts über uns ohne uns!

Fachleute für Barrierefreiheit und Vertreter von Behindertenverbänden waren von Beginn bis zum Ende des Projekts involviert. Sie haben nicht nur an der Ausarbeitung der Leitlinien und der Gestaltung multi-sensorischer Angebote mitgewirkt, sondern auch an der Präsentation neuer Ausstellungen mitgearbeitet. Das Meeresmuseum im slowenischen Piran hat zum Beispiel eine Person mit Zerebralparese eingestellt, die Besucher in die neuen, barrierefreien Ausstellungen begleitet. 

Zur Bewertung der Projektarbeit wurde ein Fragebogen für Besucher erstellt, in dem sie ihre Meinung über die an den Pilotprojekten beteiligten Museen abgeben können. Mehr als 1 100 Fragebögen wurden ausgewertet und zeigen, dass die Besucher die Errungenschaften des Projekts zu schätzen wissen.

Die Bedeutung von Barrierefreiheit und Integration in Museen wurde während einer speziellen COME IN!-Kapitalisierungskonferenz in Triest, Italien, vorgestellt, an der Vertreter und politische Entscheidungsträger aus 13 Kulturministerien aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa teilnahmen.

Gesamtinvestition und EU-Mittel

Die Gesamtinvestition für das Projekt „Come In! – Cooperating for open access to museums towards a wider inclusion“ beläuft sich auf 2 580 000 EUR, an der sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 2 090 000 EUR im Rahmen des operationellen Programms „Interreg Mitteleuropa“ für den Programmplanungszeitraum 2014-2020 beteiligt. Die Investition fällt unter die Priorität „Arbeitsplätze, Wachstum und Investitionen“.