Städte im Alpenraum stimmen sich bei Förderung grüner Infrastruktur ab

München und andere Ballungsräume im Alpenraum sind im Wandel begriffen; viele von ihnen wachsen stark. Folgen davon sind Zersiedelung und die Gefährdung der Grün- und Freiräume in den Städten und um sie herum. Dagegen vorzugehen, ist das Ziel einer gemeinsamen Initiative mehrerer Städteregionen.

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Two LOS_DAMA! officers visited the City of Grenoble in June 2018 for Job Shadowing ©Linda Mertelmeyer, City of Munich Two LOS_DAMA! officers visited the City of Grenoble in June 2018 for Job Shadowing ©Linda Mertelmeyer, City of Munich

" LOS_DAMA! bietet die einmalige und großartige Gelegenheit, regionale Zusammenarbeit auf höchster politischer Ebene zu verankern. Für eine wachsende Stadt wie München ist die Zusammenarbeit mit der Region bei der Entwicklung von Grün- und Freiräumen unerlässlich. "

Susanne Hutter-von-Knorring, Abteilungsleiterin Grünplanung der Stadt München

Mit fortschreitendem Wandel und Wachstum von Städten wie München wird Zersiedelung und die damit einhergehende Gefährdung von Grün- und Freiräumen zum immer größeren Problem. Flächen für Naherholungsgebiete und Landwirtschaft gehen verloren, für die Tierwelt wichtige Lebensräume werden zerstört, und Sumpfgebiete trocknen aus, was wiederum den Klimawandel verstärkt. Diesen Verlust grüner Flächen und deren besonderer Merkmale zu verhindern, erfordert ein hohes Maß an Abstimmung zwischen Städten, Kommunen und Regionen. Ohne gemeinsame Zielsetzungen und koordinierte Strategien ist es nahezu unmöglich, die Grün- und Freiräume zu sichern und zu entwickeln.

Dieser Herausforderung widmet sich das EU-geförderte Projekt LOS_DAMA!, das mit dem Ziel, lebenswichtige Freiräume zu schützen und Menschen und Grünflächen in der gesamten Region zu vernetzen, Interessengruppen aus Städten und umliegenden Regionen zusammenbringt. Auf diese Weise soll das öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung des Schutzes und der Verwaltung von Stadtrandgebieten und oftmals landwirtschaftlich genutzter Flächen in alpinen Ballungsräumen und um sie herum geschärft werden.

Ausbau der regionalen Zusammenarbeit

Das Projekt LOS_DAMA! bietet die einmalige Gelegenheit, die städteregionale Zusammenarbeit zu verstärken, und eignet sich hervorragend als Grundlage für neue gemeinsame Projekte. So werden etwa im Rahmen des Projekts Methoden zur Vereinfachung der gemeinsamen Umsetzung von nachhaltigen Kooperationsstrategien zum Schutz und zur Verwaltung von Stadtrandgebieten erarbeitet. Darüber hinaus werden im Zuge des Projekts verschiedene umfassende Ansätze für Grün- und Freiräume entwickelt. Diese Ansätze sollen als Leitlinien für die Gestaltung von Verfahren dienen, während die Methoden praktische Anwendungshilfe bieten.

Aus dem Projekt hervorgegangen ist zudem das „Metropolitan Alpine City Network“, ein Netzwerk von Behörden in Kommunen und Großstädten zugunsten der Zusammenarbeit mit Interessengruppen zur Entwicklung von Grünräumen und grüner Infrastruktur. Das Netzwerk vertritt die lokale Eben im Rahmen der mehrere politische Ebenen zusammenführenden EU-Strategie für den Alpenraum EUSALP. Zudem bietet das Netzwerk den für die Umsetzung von LOS_DAMA! Zuständigen und den regionalen Interessengruppen eine Plattform zum Austausch von bewährten Verfahren und Wissen sowie zum Aufbau von Kapazitäten. Demnächst wird das Netzwerk politische Empfehlungen für die Weiterentwicklung grüner Infrastrukturen herausgeben. Dem Netzwerk, das im Oktober 2017 mit fünf kommunalen und städtischen Behörden startete, hatten sich bis September 2018 zwölf Behörden angeschlossen, und es wird voraussichtlich weiter wachsen, sodass es nachhaltige Akzente wird setzen können.   

Von der Pilotphase zur praktischen Umsetzung

Um die Anwendbarkeit der Projektinstrumente zu testen, wurden in allen sieben teilnehmenden Städteregionen (München, Salzburg, Wien, Trient, Ljubljana, Turin und Grenoble) Pilotmaßnahmen durchgeführt. Anhand von Online-Befragungen, GIS-Kartierung, Bildungskongressen und Seminaren wurden die im Rahmen von LOS_DAMA! entwickelten Instrumente und Ansätze erprobt und auf die lokalen und länderübergreifenden Ebenen übertragen. Inspiriert vom Erfolg dieser Aktionen schlossen sich zahlreiche Bürgermeister und politische Vertreter dem Städtenetzwerk in der Alpenregion an und sagten ihre Unterstützung für die Umsetzung des Ansatzes von LOS_DAMA! zu. Somit hat LOS_DAMA! erfolgreich zur Schärfung des Bewusstseins für den Wert des Schutzes von Standrandgebieten beigetragen.

Begünstigte

„Ich denke, dass es sich um eine großartige Initiative handelt, da sie dafür sorgt, dass die Stadt Außenplätzen mehr Aufmerksamkeit schenkt. Ich hoffe, dies wird Projekte für Grünanlagen in München auf den Weg bringen, die einen größeren Fokus auf den Freizeitwert legen, die Infrastruktur verbessern und Orte in den Mittelpunkt rücken, die mehr Unterstützung erfordern.“

 

Stefan Wallerius, Teilnehmer einer Veranstaltung des Regionalmanagements München Südwest auf einem Frühjahrsmarkt in der deutschen Stadt Gauting. Die Passanten wurden gebeten, an einer Umfrage zu ihren beliebtesten Naturgebieten im Großraum München teilzunehmen.

 

„Wir haben die Charaktere geschaffen, die im Bois des Vouillants präsent wären. Dann haben wir diese Charaktere im Park platziert und wer will, kann sie der Reihe nach besuchen. Es soll ein Familientag sein, bei dem alle Spaß haben. Wir hoffen, dass nicht nur Kinder, für die sich Hinweise an den Bäumen befinden, sondern auch Jugendliche, die schwierigere Rätsel lösen müssen, und Erwachsene gleichermaßen Spaß an dem Spiel haben werden.“

 

Pascal Servet, künstlerischer Leiter der „7 Schlangen“, einem Spiel, das im Oktober 2018 für die Einwohner von Grenoble in Frankreich im Wald von Vouillants eingerichtet wurde, um sie zur Erkundung der natürlichen Umgebung ihrer Stadt zu ermuntern.

Gesamtinvestition und EU-Mittel

Die Gesamtinvestition für das Projekt „Landscape and Open Space Development in Alpine Metropolitan Areas“ beläuft sich auf 2 598 520 EUR, an der sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 2 208 742 EUR im Rahmen des operationellen Programms „Alpenraum“ für den Programmplanungszeitraum 2014-2020 beteiligt. Die Investition fällt unter die Priorität „Energieunion und Klima“.

 

Datum des Entwurfs

22/02/2019