Grenzüberschreitende „Grande Région“ bringt koordinierte Reaktion auf Notfälle voran

Rettungsdienste und Katastrophenschutzteams aus der grenzüberschreitenden Region der Länder Belgien, Deutschland, Frankreich und Luxemburg haben sich zum Austausch von Ressourcen und Fachwissen zusammengeschlossen. Ziel des Projekts INTER'RED ist es, der lokalen Bevölkerung vereinheitlichte, koordinierte Rettungsdienste zur Verfügung zu stellen, die nicht an der Grenze eines Landes Halt machen.

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INTER’RED aims to ensure cooperation of fire and rescue services in the Greater Region. ©INTER'RED INTER’RED aims to ensure cooperation of fire and rescue services in the Greater Region. ©INTER'RED

" Risiken machen nicht plötzlich an den Grenzen der Großregion Halt, weshalb es für die Bürgerinnen und Bürger äußerst wichtig ist, dass die Rettungsdienste zusammenarbeiten können, um eine bessere Dienstleistung und höhere Qualität der Rettung zu gewährleisten. "

Emilie Schwartz, Projektkoordinatorin

INTER'RED vereint die wichtigsten Notfallorganisationen zu einer „Zivilschutztruppe“, die in der Lage ist, Dienstleistungen optimal angepasst an die Bedürfnisse der Grande Région bereitzustellen. Das Projekt soll den Rettungsdiensten helfen, ihre Ressourcen zu optimieren, indem sie diese auch für ihre Kolleginnen und Kollegen über die Landesgrenzen hinweg zugänglich machen.

Das Projekt befasst sich mit einer Reihe von planerischen und praktischen Fragen, die die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Bewältigung eines Notfalls wie einem Großbrand oder einer Überschwemmung behindern können. Zum Beispiel sind die Schläuche und Rohre der Feuerwehren nicht kompatibel miteinander, was die Durchführung gemeinsamer Einsätze erschweren kann. Gleichermaßen verhält es sich mit den Mobilfunknetzen entlang der Grenze, die von Land zu Land unterschiedlich sind, was zu Beeinträchtigungen der Kommunikation führen kann.

Im Rahmen des Projekts wurden Personalschulungspakete mit dem Ziel entwickelt, die Notrufzentralen der Region miteinander zu verbinden. Über die Bereitstellung vorhandener Ressourcen hinaus will das Projekt durch den Einsatz von Drohnen, Robotern und Computersimulationen die Bewertung von Notfällen und Reaktion auf Notfälle innovativer gestalten.

Austausch von Ressourcen

Obwohl das Projekt bis Ende 2021 läuft, wurden bereits einige wichtige Maßnahmen durchgeführt. So haben die Rettungsdienste bereits grenzüberschreitende Vereinbarungen zur gemeinsamen Nutzung von Transportressourcen unterzeichnet. Darüber hinaus werden Anstrengungen zur Überwindung von Herausforderungen unternommen, die die grenzüberschreitende Verbringung von Opfern behindern können, wie z. B. Verkehrsregelung, verwaltungstechnische Belange und Regelungen zur Erstattung von Behandlungskosten.

Die Projektpartner unterstützen die Aushandlung von Vereinbarungen über den Zugang zu einigen grenzüberschreitend genutzten Gesundheitsressourcen, die nicht in allen Ländern verfügbar sind. In der Region gibt es beispielsweise nur eine Dekompressionskammer, und zwar im Krankenhauszentrum Emile Mayrish in der Stadt Esch an der Alzette in Luxemburg.

Lösungen mit nachhaltiger Wirkung

INTER'RED setzt sich dafür ein, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit weit über die Laufzeit des Projekts hinaus Bestand hat. Zu diesem Zweck wurde ein gemeinschaftliches Wiki für Schulungen entwickelt und derzeit wird ein Plan zur Risikoermittlung für die Grande Région entworfen. Des Weiteren sollte durch die Unterzeichnung von Partnerschaftsvereinbarungen und Vereinbarungen über das Einsatzgebiet ein rechtlicher Rahmen für die Projektergebnisse geschaffen werden. Binationale Partnerschaften auf lokaler Ebene sollen außerdem die Organisation gemeinsamer Hilfseinsätze ermöglichen.

Gesamtinvestition und EU-Mittel

Die Gesamtinvestition für das Projekt „INTER’RED: Zusammenarbeit der Rettungsdienste in der Großregion“ beläuft sich auf 7 203 783 EUR, an der sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 3 851 348 EUR im Rahmen des operationellen Programms „Interreg V-A Belgien – Frankreich – Deutschland – Luxemburg“ für den Programmplanungszeitraum 2014-2020 beteiligt. Die Investition fällt unter die Priorität „Bessere öffentliche Verwaltung“.

 

Datum des Entwurfs

04/02/2020