Das Ökodesign im Ostseeraum fördern

Das EU-finanzierte Projekt EcoDesign Circle wurde ins Leben gerufen, um sicherzustellen, dass Verbrauchsgüter so gestaltet und hergestellt werden, dass deren Umweltauswirkungen begrenzt sind. Designzentren von sechs Ländern im Ostseeraum arbeiteten mit Umweltexperten zusammen, um KMU dabei zu helfen, die Umweltauswirkungen ihrer Produkte zu minimieren, während der Nutzen maximiert wird.

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The opening of the travelling exhibition “rECOconsider design” in Kaunas, Lithuania, as part of the Roadshow Ecodesign, held as part of  the EcoDesign Circle project. ©Lithuanian Design Forum The opening of the travelling exhibition “rECOconsider design” in Kaunas, Lithuania, as part of the Roadshow Ecodesign, held as part of the EcoDesign Circle project. ©Lithuanian Design Forum

" Wir sind davon überzeugt, dass es sich lohnt, die Ideen von Kreislaufwirtschaft und Ökodesign zu verbreiten. Der interessanteste Aspekt für uns, ist die Position von Entwicklern und deren Rolle für die Lebensdauer von Produkten. In der Entwurfsphase können grundlegende Entscheidungen in Bezug auf die Materialart oder den Energieeinsatz die generellen Umweltauswirkungen eines Produkts oder einer Dienstleistung minimieren. Wir teilen die von uns entdeckten Beispiele von Unternehmen, die von der Verwendung Ökodesign-bezogener Lösungen profitieren, gerne mit. "

Karolina Skrzypik, Pommerscher Wissenschafts- und Technologiepark | Designzentrum, Polen; Projektkoordinator und Partner vom Projekt EcoDesign Circle

Um diese KMU dabei zu unterstützen, einen Beitrag für die Kreislaufwirtschaft zu leisten, entwickelten die Projektpartner von EcoDesign Circle eine kooperative Struktur von Designzentren und Unternehmen.

In Richtung Kreislaufwirtschaft sprinten

Im Rahmen des Projekts wurden unter dem Namen EcoDesign Sprint konstruktive Audits durchgeführt und interaktive Workshops mit mehreren KMU in der Region organisiert, um die Möglichkeiten für eine der Kreislaufwirtschaft entsprechende Gestaltung in jedem Unternehmen auszuloten. Es wurden insgesamt sechs dreitägige Schulungsprogramme in der Region organisiert, die jeweils von einem Coach im Bereich Kreislaufwirtschaft und einem multidisziplinären Expertenteam geleitet wurden. 

Durch diese Programme wurden 13 umweltgerecht gestaltete Produktprototypen und Dienstleistungskonzepte erfolgreich entwickelt. Pro KMU wurde mindestens ein Konzept für die kurzfristige Realisierung entwickelt, während weitere Prototypen mit langfristigen Ambitionen eingerichtet wurden, die intensivere Arbeit erforderlich machen.

Die Auditsprint-Methodik wurde veröffentlicht und in Form von zwei Anleitungen sowie einer Begleitstudie zur Verfügung gestellt, um anderen Unternehmen dabei zu helfen, einen Beitrag für die Kreislaufwirtschaft zu leisten. Diese Methode ist ein Beispiel für die erfolgreiche Übertragung des Fachwissens von Umweltwissenschaftlern in die Praxis von Unternehmen und Designern.

Nochmalige Prüfung des Ökodesigns

Das Konsortium von EcoDesign Circle entwickelte Bildungs- und Informationsangebote für Betriebe, Designer und Designdozenten, um die Methoden und den Nutzen der Ökodesign-Anwendung im realen Leben zu veranschaulichen. Im Rahmen einer zweitägigen Schulung der „EcoDesign Lernfabrik“ wurde den Teilnehmern die Entwicklung eines Kreislaufwirtschaftssystems und Geschäftsmodells für ein Produkt beigebracht. Im Zuge des Projekts wurde ein Online-Leitfaden zum Thema Nachhaltigkeit entwickelt, der als Einstiegspunkt für ein der Kreislaufwirtschaft entsprechendes Design fungiert. Ferner wurden 21 Kurzvideos als Modul für die Designschulung und betreffende Klassen erstellt, die Ökodesign-Methoden und -Produkte in der Praxis zeigen. 

Über das Projekt wurde eine Wanderausstellung zu 30 innovativen und inspirierenden Ideen und Produkten namens „rECOnsider design“ organisiert, um das Bewusstsein für die Möglichkeiten der Kreislaufwirtschaft zu schärfen. Insgesamt wurden über 20 000 Veranstaltungsbesucher in Polen, Deutschland, Finnland, Litauen, Estland und Schweden dazu ermutigt, ihre Verhaltensweisen und Produktverwendung zu überdenken und unnötige Umweltauswirkungen zu verringern.

Ungeachtet Ihrer Bedeutsamkeit werden die Prinzipien von Ökodesign und Kreislaufwirtschaft europaweit nur spärlich angewandt und deren Potential für KMU bleibt größtenteils unerschlossen. KMU sind vorwiegend auf traditionelle lineare Geschäftsmodelle fokussiert und berücksichtigen die Umweltdimension der Produktgestaltung nur unzureichend. Etwa 80 % der Umweltauswirkungen eines Produkts werden in der Designphase entschieden. Ein Ökodesign fördert Produkte, die zirkulärer, beständiger, einfacher zu pflegen und recycelbar sind.

Gesamtinvestition und EU-Mittel

Die Gesamtinvestition für das Projekt „EcoDesign Circle – Ecodesign as Driver of Innovation in the Baltic Sea Region“ beläuft sich auf 2 010 000 EUR, an der sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 1 540 000 EUR im Rahmen des operationellen Interreg-Programms „Ostseeraum“ für den Programmplanungszeitraum 2014-2020 beteiligt. Die Investition fällt unter die Priorität „Arbeitsplätze, Wachstum und Investitionen“.

Datum des Entwurfs

03/07/2019