Gleichmäßigere Entwicklung der e-Mobilität im Alpenraum

Das Projekt e-MOTICON will öffentliche Verwaltungen in der Alpenregion dabei unterstützen, die Verbreitung von Stromtankstellen für Elektrofahrzeuge sowie die Interoperabilität beim öffentlichen Zugang zu diesen Tankstellen zu verbessern, um so eine gleichmäßigere Entwicklung der Elektromobilität zu gewährleisten. Mit diesem Ziel vor Augen erarbeiten die Projektpartner eine transnationale Strategie, die Raumplanung, innovative Technologien und Geschäftsmodelle, nachhaltige Mobilitätsmuster und energieeffiziente Instrumente und Maßnahmen miteinander verbindet.

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A road running through an Alpine landscape ©Marta Corsetti A road running through an Alpine landscape ©Marta Corsetti

" Wir glauben, dass uns e-MOTICON helfen wird, Umweltziele zu erreichen und die Verbreitung von Elektrofahrzeugen in Slowenien zu fördern, bis beispielsweise 70 % der öffentlichen Verkehrsmittel batteriebetrieben sind. "

Matjaž Vrčko, e-MOTICON-Beobachter, Slowenisches Ministerium für Infrastruktur

Die im Rahmen des Projekts erarbeitete Strategie wird öffentliche Verwaltungen im transnationalen Alpenraum bei der Einrichtung eines gleichmäßigen, intermodalen und leicht nutzbaren Netzwerks von Stromtankstellen im gesamten Alpengebiet sowie bei der Bereitstellung benutzerfreundlicher Informationen unterstützen.

Ferner wird diese Strategie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen den öffentlichen Verwaltungen bei der Planung der Stromtankstellen-Infrastruktur fördern und einen integrierten Ansatz zur Entwicklung der e-Mobilität begünstigen. Dies dürfte den öffentlichen Sektor verstärkt in die Lage versetzen, die erforderliche Infrastruktur gemeinsam mit dem privaten Sektor zu planen.

Begrenzter Einsatz von e-Mobilität

Zwar haben viele Alpengemeinden in e-Mobilität investiert, um den Verkehr nachhaltiger zu gestalten und CO2-Emissionen zu senken, doch ist ihre Nutzung in der Region nach wie vor begrenzt. Die Gründe hierfür sind nicht nur die hohen Kosten für Elektrofahrzeuge, sondern auch ein Mangel an fehlenden transnationalen Kartierungsinstrumenten und operationellen Strategien, was eine ungleichmäßige Verbreitung der Stromtankstellen zur Folge hat. Tatsächlich werden je nach Gebiet zwischen 15 und 235 Stromtankstellen pro 1 Million Einwohner verzeichnet, während die Zahl der Elektrofahrzeuge zwischen 70 und 470 pro 1 Million Einwohner rangiert.

Ein Schlüsselelement bei der Förderung der e-Mobilität besteht darin, die Planung der erforderlichen Infrastruktur in die Planung von Funktionalität, Räumlichkeit und Energieeffizienz zu integrieren. Vielen öffentlichen Verwaltungen ist jedoch weder klar, dass eine integrierte Planung erforderlich ist, noch sind sie über die jüngsten Technologien und Geschäftsmodelle in diesem Bereich informiert. Zudem verfolgen sie häufig einen rein lokalen Ansatz, was Interoperabilitätsprobleme – eines der wichtigsten Hindernisse bei der Verbreitung der e-Mobilität – zur Folge hat.

Förderung CO2-armer Verkehrsoptionen

e-MOTICON sammelt Daten und erstellt Szenarien, um das Wissen über Elektromobilität zu vertiefen und die Hindernisse, die bei einer langfristigen Planung auftreten, besser verstehen zu können. Zur weiteren Unterstützung der Strategie wird man im Rahmen des Projekts zudem Informationen auswerten, die über den Kenntnisstand und die Akzeptanz der Bürger in Bezug auf neue Technologien und über Endnutzer-Interaktionsprogramme gesammelt wurden.

Nach einer Analyse verschiedener Maßnahmen, Geschäftsmodelle und technischer Lösungen sind die Partner nun damit befasst, gemäß den Erfordernissen, die in den transnationalen und regionalen Aktionsplänen festgehalten sind, ein Weißbuch zur Planung von Stromtankstellen zu verfassen. Zur Ermittlung des Netzwerkbedarfs wird zudem ein Toolkit erstellt und in drei Pilotgebieten getestet.

Schließlich soll eine im Rahmen des Projekts gegründete transnationale Gemeinschaft, der Akteure der e-Mobilitätsbranche, Vertreter von Forschungszentren, regionale Einrichtungen und Verkehrsbehörden sowie Endnutzer angehören, die Planungs- und Kooperationskapazität öffentlicher Verwaltungen aufbauen und den Konsens stärken, so dass alle Verkehrsteilnehmer davon profitieren.

Die e-MOTICON-Strategie wird auf den besten Interoperabilitätspraktiken und einem europäischen Roaming-Rahmen basieren und zur Verabschiedung innovativer Planungsinstrumente führen, mit deren Hilfe eine kompatible Stromtankstellen-Infrastruktur in der gesamten Alpenregion realisiert werden kann. Diese Instrumente können überdies zur verstärkten Einführung CO2-armer Verkehrsoptionen in anderen EU-Ländern dienen.

Gesamtinvestition und EU-Mittel

Die Gesamtinvestition für das Projekt „e-MOTICON – Homogenisierung und Verbreitung von Elektro-Lade-Infrastrukturen im Alpenraum“ beläuft sich auf 2 085 556 EUR, an der sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 1 772 722 EUR im Rahmen des operationellen Programms „Alpenraum“ für den Programmplanungszeitraum 2014-2020 beteiligt.