Panorama 74: Unterstützung von KMU im grünen und digitalen Wandel nach COVID-19

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18/11/2020

Wir leben in stürmischen Zeiten angesichts einer gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Krise historischen Ausmaßes. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind hart getroffen worden. Gemeinsam mit den Mitgliedstaaten hat die Europäische Kommission sehr flexibel auf die neuen Anforderungen reagiert und das EU-Recht angepasst, um Finanzhilfen zur Sicherung des Überlebens von Unternehmen in Europa auf den Weg zu bringen.  

Fest steht: Für eine wirtschaftliche Erholung und eine starke, integrative Wirtschaft muss das Wirtschaftswachstum jetzt schnell wieder in Gang kommen. Klar ist auch, dass unsere Gesellschaft stärker, widerstandsfähiger und integrativer werden muss. Die Herausforderung besteht darin, auf der Grundlage des zweifachen grünen und digitalen Wandels maßgeschneiderte finanzielle und praktische Unterstützung für wirtschaftliches Wachstum zu bieten, um EU-weit wieder zu Konvergenz zu gelangen.

Ziel ist, in Unternehmen zu investieren, damit sie wachsen und Mehrwert schaffen können. Mithilfe der EU-Fonds soll Unternehmen dabei geholfen werden, innovative Lösungen für gesellschaftliche Probleme zu entwickeln und so die Wohlstands- und wirtschaftlichen Ziele zu unterstützen.

Einige Unternehmen haben sich bereits an das Spannungsfeld von gutem Zweck und Profit herangewagt, indem sie Gutes tun und dies mit einem Geschäftsszenario in Verbindung bringen. Sowohl öffentliche als auch private Unternehmen können dem Gemeinwohl dienen und zugleich ihren Gewinn maximieren. Unternehmerische Entscheidungen haben Auswirkungen auf Mitarbeitende, Kundschaft, Lieferanten, die Gemeinschaft und die Umwelt. Unternehmen müssen eine aktive Rolle im grünen und digitalen Wandel übernehmen.

Zielsetzung und Innovation

In der aktuellen Krise brauchen Unternehmen mehr denn je Sicherheit sowie finanzielle und praktische Unterstützung. Die gegenwärtige Situation bietet uns aber auch die Chance, die Weise, in der Unternehmen arbeiten, zu überdenken. Ziel der EU-Finanzierung ist, Unternehmen zu motivieren und dabei zu unterstützen, ehrgeizigere Veränderungen und innovative Geschäftsmodelle umzusetzen, mit denen sich ihr Profit steigern und gleichzeitig Mehrwert schaffen lässt. Welches Instrument dient diesem Ziel nun am besten – Darlehen oder Zuschüsse? 

Einerseits sind Finanzierungsinstrumente wie Darlehen, Bürgschaften und Eigenkapital eine Möglichkeit der Zusammenarbeit zwischen öffentlicher und privater Hand, aus der heraus dann privates Kapital wirkungsvoll investiert wird. Die Bekämpfung der COVID-19-Krise hat den Bedarf für Finanzhilfen ansteigen lassen und die staatliche Verschuldung auf ein Rekordhoch getrieben. Öffentliche Mittel reichen möglicherweise nicht aus. Die Finanzierungsinstrumente der EU-Fonds können private Investitionen anregen, indem ein Teil des Investitionsrisikos übernommen wird und Unternehmen finanziell stärker unterstützt werden. 

Andererseits hat es KMU besonders hart getroffen. Zuschüsse der EU könnten in diesen unsicheren Zeiten die notwendige Unterstützung für den Wiederaufbau und die Einführung neuer Geschäftsmodelle bieten. 

Durch eine Verknüpfung von beidem können neue Chancen entstehen. Wenn Finanzierungsinstrumente und Zuschüsse kombiniert würden, könnten die Vorteile beider Maßnahmen zu einem sehr wirksamen Finanzierungsmechanismus zugunsten des grünen und digitalen Wandels zusammenfließen.

Wirtschaftswachstum schaffen

Unternehmen brauchen womöglich auch praktische Unterstützung bei der Anpassung ihrer Geschäftsmodelle zugunsten des Allgemeinwohls. Beratung, Begleitung und Kapazitätsaufbau sind wesentliche Bestandteile erfolgreicher Finanzierungsinstrumente und erhöhen Effizienz und Wirksamkeit von Finanzmitteln.    

In Verbindung mit Zuschüssen können diese Finanzierungsinstrumente vor dem Hintergrund des zweifachen grünen und digitalen Wandels individuelle finanzielle und praktische Unterstützung zugunsten von Erholung und Wachstum bieten. Von einem Zweck angetriebene Unternehmen werden entscheidend zu einer Wirtschaft beitragen, die im Dienste der Menschen steht und Arbeitsplätze, Wachstum und Investitionen hervorbringt.

Wenn wir die Weise, in der Unternehmen arbeiten, überdenken, können wir einen Beitrag zur Lösung der drängenden Probleme unserer Zeit leisten. Wir verfügen über die Fähigkeit, die Technologie und die Ressourcen zum Aufbau einer starken, widerstandsfähigen Gesellschaft – und können damit zugleich Wirtschaftswachstum schaffen.

Katerina Fortun, Politische Analystin der GD REGIO

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