Projekt der Woche: „Ländliche Transportlösungen“ (Rural Transport Solutions) zur Verbesserung der sozialen Inklusion in abgelegenen Gebieten der nördlichen Peripherie

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14/06/2012

Gemeinden in Finnland, Schottland, Schweden und Island arbeiten zusammen an der Überwindung der begrenzten Verfügbarkeit öffentlichen Transports in Gebieten, die sich durch Abgelegenheit, geringe Bevölkerungsdichte und Bevölkerungsalterung mit Abwanderung des jüngeren Bevölkerungsanteils auszeichnen. Das Projekt „Ländliche Transportlösungen“ (Rural Transport Solutions, RTS) zielt auf die Entwicklung innovativer und nachhaltiger ländlicher und küstennaher Verkehrssysteme und Transportdienste ab ,um die soziale Exklusion von Menschen aus wenig bevölkerten Gebieten zu reduzieren und die Vitalität und Nachhaltigkeit dieser Gebiete der nördlichen Peripherie zu verbessern.

 

Das „RTS“-Projekt wird mit fast 1 Millionen Euro von der EU gefördert. Anhand von Pilotsystemen werden alternative ländliche Transportlösungen getestet, um ein allgemeines Aktionsmodell für ländlichen Transport zu entwickeln, das andere, von ähnlichen Problemen betroffene Regionen der nördlichen Peripherie Europas zur Einrichtung eigener Transportlösungen verwenden können.

 

Der Dorfbus von Kölsillre in Schweden stellt ein erfolgreiches Pilotmodell des „RTS“-Projekts dar (Video ansehen). Das Konzept des „Dorfbusses“ besteht darin, dass die Dorfbewohner anhand eines Kleinbusses ihr eigenes öffentliches Transportsystem organisieren. Es gibt keine festen Strecken oder Abfahrtszeiten. Der Bus wird im Dorf geparkt und fährt überwiegend die 45 km entfernte, größere Stadt Ånge an. Der Transport ist kostenlos und die Passagiere können den Bus für eine bestimmte Uhrzeit bestellen. Er hält auch unterwegs an, um an der Straße wartende Passagiere mitzunehmen. Es handelt sich demnach um ein öffentliches Transportsystem, das an die besonderen Bedürfnisse der Bevölkerung angepasst ist.

 

 

Im Jahr 2011 beförderte der Dorfbus von Kölsillre über 4.100 Passagiere – eine beachtliche Zahl für eine Ortschaft mit nur 100 Einwohnern. Menschen ohne Führerschein oder Auto können in den abgelegenen Gebieten wohnen bleiben. Selbst Personen mit Auto nutzen eher den Bus, da dies die umweltfreundlichere und kostengünstigere Lösung ist. Zudem bietet der Bus die Möglichkeit, während der Fahrt soziale Kontakte zu knüpfen. Im März dieses Jahres gewann der Dorfbus einen Wettbewerb vom Schwedischen Verband öffentlicher Verkehr für die beste Lösung des öffentlichen Transports Schwedens.

Karin Gunnarsdotter Eriksson, Nutzerin des Dorfbusses und Einwohnerin von Kölsillre sagt:

 „Das RTS-Projekt hat uns nicht nur einen kostenlosen öffentlichen Transportdienst beschert.Aus internationaler Sicht ist es für uns auch die Eintrittskarte zu einer direkten Mitwirkung in der EU, da wir nun in ein Projekt involviert sind, das für uns hier in Kölsillre von großer Bedeutung ist.Aus regionaler Sicht hat uns das Projekt der Stadtverwaltung und der Kreisbehörde angenähert.Wir waren und sind immer noch stark in die Entwicklung des Dienstes involviert und die Zusammenarbeit wird auch nach Beendigung des Projekts fortgeführt.“

 

Weitere Informationen:

 

- Rurale Transportlösungen (Englisch)

 

- Regionalrat von Nordkarelien, Finnland (Projektumsetzer) (Englisch)

 

- Der Dorfbus (Pilotprojekt) (Schwedisch)

 

- Northern Periphery Programme 2007-2013 (Programm zur europäischen territorialen Zusammenarbeit)

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