INTERREG III A - Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg (DE) / Woiwodschaft Zachodniopomorskie (PL)

Deutschland

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Die Europäische Union wird sich durch die Mitfinanzierung des INTERREG III A-Programms für die Länder Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg und die Woiwodschaft Zachodniopomorskie in den Jahren 2000-2006 aktiv an der wirtschaftlichen Entwicklung der Förderregionen beiderseits der Grenze beteiligen. Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) wird 83,086 Mio. EUR beisteuern an dieses Programm, das insgesamt auf 110,781 Mio. EUR veranschlagt ist.

1. Aktionsschwerpunkte

Das Programm umfasst sieben Entwicklungsschwerpunkte. Übergreifendes Ziel dieses im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative INTERREG (und PHARE-CBC, deren Gegenstück seitens der Beitrittsländer) finanzierten Programms sind der Ausbau der Verkehrs-, Innovations- und Fremdenverkehrsinfrastrukturen, die Entwicklung der Wirtschaft und des ländlichen Raums und die bessere Erschließung des kulturellen Erbes.

Schwerpunkt 1 : Wirtschaftliche Entwicklung und Kooperation
Ziel dieses Schwerpunktes ist es, durch gemeinsame deutsch-polnische Aktivitäten die Kooperationsfähigkeit der KMU zu fördern und Hochschulunternehmen anzuregen, eine engere Nähe zu wirtschaftlichen Unternehmen zu suchen. Fördermittel sollen vor allem dort eingesetzt werden, wo bereits ein Sockelniveau erreicht ist: in innovative oder traditionelle Bereiche und Nischenprodukte; gefördert werden auch Bemühungen um ein gemeinsames touristisches Marketing.

Schwerpunkt 2 : Verbesserung der technischen und touristischen Infrastruktur
Innerhalb dieses Schwerpunktes sollen bisherige Barrieren abgebaut und die Erreichbarkeit und Erschließung der Wirtschaftsstandorte und touristischen Attraktionen der Grenzregion verbessert werden, unter anderem durch die Anbindung an die Transeuropäischen Netze (TEN). Maßnahmen sind vorgesehen zur Schaffung grenzüberschreitender Touristikangebote, insbesondere des maritimen Tourismus, und der Ausbau eines Netzes von Wander-, Reit-, Kutschfahrt-, Wasserwander- und Radwanderwegen.

Schwerpunkt 3 : Umwelt
Dieser Schwerpunkt umfasst Maßnahmen zum Natur- und Landschaftsschutz. Die Landschaftspflege soll den Attraktionswert der Kulturlandschaften der Region erhalten, die Ressourcen sichern und dem Aufbau eines grenzübergreifenden Katastrophen-, Havarie- und Hochwasserschutzes dienen. Weitere Ziele sind die Verbesserung des Umweltbewusstseins und die Verbesserung der Wasserqualität in den Binnen- und Küstengewässern.

Schwerpunkt 4 : Ländliche Entwicklung
Thema dieses Schwerpunktes ist die Sicherung traditioneller Produktion in Fischerei, Land- und Forstwirtschaft und die Schaffung von Erwerbsmöglichkeiten durch die Entwicklung alternativer Erwerbszweige, sei es im verarbeitenden Ernährungsgewerbe oder im Agrotourismus. Gefördert werden z.b. Projekte zur Verarbeitung von Fleisch, Fisch und Molkereiprodukten und deren Direktvermarktung sowie Projekte, die die touristische Entwicklung und den Informationsaustausch zum Inhalt haben.

Schwerpunkt 5 : Qualifizierung und beschäftigungswirksame Maßnahmen
Die Maßnahmen dieses Schwerpunkts zielen auf die Anhebung des Bildungsniveaus der Arbeitskräfte in der Grenzregion. Besonders gefördert werden Beschäftigungsbereiche mit Entwicklungsperspektiven: Tourismus, Dienstleistungen und innovative Technologien. Unterstützt werden gemeinsame Bildungseinrichtungen und der grenzübergreifende Schüler- und Lehrlingsaustausch.

Schwerpunkt 6 : Interregionale Zusammenarbeit, Investitionen für Kultur und Begegnung, Fonds für kleine Projekte
Ziel dieses Schwerpunktes ist es, die Attraktivität des Grenzraums vor allem für junge Menschen zu erhöhen, um deren Abwanderung zu stoppen. Es werden Maßnahmen zur verstärkten intraregionalen und interkommunalen Kooperation in kulturellen Belangen und beim Lösen sozialer Probleme gefördert. Unterstützung erhalten vor allem kleine grenzüberschreitende Kulturprojekte - der Austausch von Chören, Jugendbegegnungen, Jugendworkshops, die Einrichtung von Ortmuseen.

Schwerpunkt 7 : Technische Hilfen
Maßnahmen sind vorgesehen für die Verwaltung, Information und Bewertung des Programms.

2. Beschreibung des Fördergebiets

Das Fördergebiet deckt sich mit der Euroregion Pomerania. Es erstreckt sich in West-Ost-Richtung über 270 km und umfasst die Landkreise Rügen, Nordvorpommern, Ostvorpommern und Uecker-Randow mit den Städten Stralsund und Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern, die Landkreise Uckermark und Barnim in Brandenburg sowie, auf polnischer Seite, die Landkreise Police, Gryfino, Kamien Pomorski, Gryfice, Goleniów, Stargard Szczecinski, Pyrzyce Myslibórz und Choszczno sowie die Städte Szczecin und Swinoujscie. In dem Gebiet mit einer Fläche von 27.000 km2 leben 2,2 Millionen Einwohner.

Die Region gehört zu den typisch ländlichen, schwach strukturierten und agrarisch dominierten Gebieten an der südlichen Ostsee. In diesem Raum ist die Stadt Szczecin (Stettin) mit ca. 420.000 Einwohnern das urbane Zentrum, verbunden mit Berlin durch Autobahn und Kanäle. Neben dem Hafenkomplex Szczecin-Swinoujscie gibt es eine Reihe kleiner Häfen entlang dem Küstenstreifen, die sowohl Handels- als auch Fischerei- und touristische Funktionen erfüllen in diesem attraktiven Fremdenverkehrsgebiet.

Die Fördergebiete auf deutscher Seite sind bedroht von einer stetigen Abwanderung der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter, mit Ausnahme des Landkreises Barnim, der starke Zugewinne aus der Berliner Agglomeration verbucht. Auf der polnischen Seite rechnet man hingegen eher mit einer Stabilisierung der Bevölkerung. Die Arbeitslosenquote liegt auf deutscher Seite bei 20,8%, auf polnischer Seite bei 15.5%.

Die Wirtschaft hat auf beiden Seiten der Grenze in den vergangenen zehn Jahren eine deutliche Um- und Neustrukturierung erfahren; der Prozess ist in den einzelnen nationalen Teilen der Region sehr unterschiedlich verlaufen und noch nicht abgeschlossen, alles deutet indes darauf hin, dass er in den kommenden Jahren dynamisch bleiben wird. Vor allem auf polnischer Seite bedarf die Wettbewerbsfähigkeit indessen weiterer Förderung.

3. Verwaltung und Ansprechpartner

Verwaltungsbehörde ist das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern; es arbeitet in enger Abstimmung mit den zuständigen Stellen der Landesregierung in Brandenburg.

Ein gemeinsamer, paritätisch besetzter Regionalausschuss Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg und Zachodniopomorskie fungiert als Lenkungs- und Begleitausschuss. In ihm sind die regionalen Behörden der drei Teilgebiete, die Wirtschafts- und Sozialpartner sowie NGOs vertreten.
Die Projektauswahl erfolgt durch den gemeinsamen Regionalausschuss.

Sach- und Finanzdaten

INTERREG III A - Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg (DE) / Woiwodschaft Zachodniopomorskie (PL)

Interventionsform

Gemeinschaftsinitiativprogramm

CCI

2000CB160PC006

Number of decision

C(2004)4773

Datum der endgültigen Annahme

03/12/2004

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
1 Wirtschaftliche Entwicklung und Kooperation 0 0 10 020 014
2 Verbesserung der technischen und touristischen Infrastruktur 0 0 84 897 115
3 Umwelt 0 0 10 110 504
4 Ländliche Entwicklung 0 0 9 930 698
5 Qualifizierung und beschäftigungswirksame Maßnahmen 0 0 7 633 470
6 Interregionale Zusammenarbeit, Investitionen für Kultur und Begegnung, Fonds für kleine Projekte 0 0 23 933 190
7 Besondere Unterstützung der an die Beitrittsländer 0 0 3 542 668
999 Technische Unterstützung 0 0 7 535 264
Gesamtausgaben 0 0 157 602 923

Aufschlüsselung der Finanzmittel nach Fonds

EU-Investitionen EFRE
Gesamtausgaben: 118 202 186 118 202 186
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