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Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten

Welche Ziele und Prioritäten werden mit Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten verfolgt?

Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten sollen dafür sorgen, dass Kompetenzdefizite in Hinblick auf Berufsprofile beseitigt werden, indem branchenspezifischer Bedarf am Arbeitsmarkt und der Bedarf an neuen Fertigkeiten identifiziert werden (Nachfrageseite) oder die Reaktionsfähigkeit der beruflichen Aus- und Weiterbildungssysteme auf die branchenspezifische Nachfrage am Arbeitsmarkt auf allen Ebenen verbessert wird (Angebotsseite).

Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten unterstützen die Gestaltung und Vermittlung von länderübergreifenden Inhalten für die Berufsausbildung sowie von Lehr- und Ausbildungsmethoden; hierbei stützen sie sich auf Erkenntnisse über den Qualifikationsbedarf.

Dies soll durch Aktivitäten erreicht werden, die folgende Ziele haben:

  • Entwicklung strategischer Konzepte für die Entwicklung branchenspezifischer Kompetenzen durch Partnerschaften für eine nachhaltige Zusammenarbeit zwischen den wichtigsten Akteuren des Sektors und den Behörden;
  • Ermittlung des bestehenden und sich abzeichnenden Qualifikationsbedarfs für Berufe in bestimmten Sektoren, wobei diese Erkenntnisse auch in das europäische Kompetenzpanorama einfließen;
  • Stärkung des Austausches von Theorie und Praxis zwischen Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen sowie dem Arbeitsmarkt;
  • Förderung einschlägiger branchenspezifischer Qualifikationen und Unterstützungsvereinbarungen für deren Anerkennung;
  • Aufbau gegenseitigen Vertrauens, Vereinfachung von grenzüberschreitender Anerkennung, um so Arbeitnehmer-mobilität innerhalb eines Wirtschaftszweigs zu erleichtern, sowie Verbesserung der Anerkennung von Qualifikationen auf europäischer Ebene in einer Branche;
  • Anpassung des Berufsbildungsangebots an den Qualifikationsbedarf, wobei der Schwerpunkt sowohl auf berufsspezifischen Fähigkeiten als auch auf Schlüsselkompetenzen liegt;
  • Integration von arbeitsgestütztem Lernen in das Berufsbildungsangebot, wo immer möglich in Verbindung mit einer internationalen Erfahrung, und Nutzung von dessen Potenzial zur Förderung wirtschaftlicher Entwicklung und Innovation sowie Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der betreffenden Branchen;
  • Planung der schrittweisen Einführung von Projektergebnissen, die zu systemischen Auswirkungen in Form einer ständigen Anpassung des Berufsbildungsangebots an den Qualifikationsbedarf führen, basierend auf nachhaltigen Partnerschaften zwischen Anbietern und wichtigen Akteuren des Arbeitsmarktes auf der geeigneten Ebene („Feedbackschleifen“). Diese Planung sollte die wichtigsten nationalen und/oder regionalen Akteure ermitteln und einbeziehen und gleichzeitig die weite Verbreitung der Ergebnisse gewährleisten.

Was sind Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten?

Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten sind transnationale Projekte, in denen bestehender und aufkommender Qualifikationsbedarf in einem Wirtschaftszweig bestimmt oder formuliert und/oder dieser Bedarf in Lehrpläne umgesetzt wird.

Sektorale Qualifikationsallianzen sind für Projekte in der beruflichen Aus- und Weiterbildung (VET) vorgesehen. Der Anwendungsbereich von VET geht jedoch über die obere Sekundarstufe hinaus und deckt die postsekundäre nicht tertiäre Stufe wie auch die tertiäre Stufe ab (z. B. Fachhochschulen, polytechnische Institute usw.). Vorschläge, die auch VET-Anbieter im Tertiärbereich beinhalten, können ebenfalls eingereicht werden, vorausgesetzt die Lehrpläne und/oder Qualifikationen, die entwickelt werden, decken sowohl den Tertiärbereich (EQR-Stufen 6 bis 8) als auch obere Sekundarstufe der VET-Ebenen ab ( EQR-Stufen 3 bis 5), d. h. nicht ausschließlich die tertiäre Stufe.

Branchenspezifische Qualifikationsallianzen müssen EU-weite Instrumente und Tools wie EQR, ECVET, EQAVET sowie die Empfehlung des Rates zu einem Europäischen Rahmen für eine hochwertige und nachhaltige Lehrlingsausbildung1 anwenden, wann immer dies relevant ist.

Ein besonderer Schwerpunkt wird auf digitale Kompetenzen gelegt, da diese für alle Berufsprofile auf dem gesamten Arbeitsmarkt zunehmend wichtiger werden.

Auch der Übergang zu einer stärker ökologisch ausgerichteten, auf dem Kreislaufsystem basierenden Wirtschaft muss durch Änderungen der Qualifikationen und der nationalen Bildungs- und Ausbildungslehrpläne unterstützt werden, um den neu aufkommenden Bedarf an „grünen“ Kompetenzen zu decken.

Projekte können diese Ziele erreichen, indem sie sich für eines der folgenden Lose bewerben (eine Organisation kann an mehreren Vorschlägen und Losen als Antragstellerin beteiligt sein, solange sich die Vorschläge mit unterschiedlichen Branchen befassen):

Gruppe 1: Branchenspezifische Allianzen für die Gestaltung und Bereitstellung von Inhalten der beruflichen Bildung: Diese Gruppe hat das Ziel, bekannte Kompetenzdefizite zu beheben und auf Kompetenzanforderungen einzugehen, indem gemeinsame, transnationale Schulungsinhalte für europäische Kernberufsprofile sowie Unterrichts- und Ausbildungsmethoden entwickelt werden. Besonderes Augenmerk gilt dem Lernen am Arbeitsplatz.

Die Projekte können eine Prognose in Bezug auf die Identifikation von Kompetenzanforderungen, Kompetenzdefiziten und Bildungsmaßnahmen in einer bestimmten wirtschaftlichen Branche umfassen, oder aber nachweisen, dass die vorgeschlagene Gestaltung und Bereitstellung von Inhalten der beruflichen Bildung auf bereits erkannten Kompetenzanforderungen basiert.

Gruppe 2: Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten zum Zweck der Umsetzung eines neuen strategischen Ansatzes („Blaupause“) in der branchenspezifischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Qualifikationen: Die Blaupause für die branchenspezifische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Qualifikationen2. ist eine der zehn Aktionen der Europäischen Agenda für neue Kompetenzen3. In der aktuellen Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen wird die Blaupause in sechs besonders stark von Qualifikationsdefiziten betroffenen Branchen umgesetzt (Näheres dazu in den Förderkriterien). Im Rahmen von Gruppe 2 werden Allianzen die Umsetzung der Blaupause mittels Entwicklung einer branchenspezifischen Qualifikationsstrategie unterstützen. Diese Strategie zeigt hinsichtlich der Verringerung von Defiziten, Lücken und Diskrepanzen bei den Qualifikationen system- und strukturrelevante Auswirkungen; darüber hinaus stellt sie eine angemessene Qualität und Ebene der Kompetenzen sicher, damit Wachstum, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit im jeweiligen Sektor gefördert werden können. Die branchenspezifische Qualifikationsstrategie muss einen klar festgelegten Satz an Aktivitäten, Meilensteinen und eindeutig definierten Ergebnissen beinhalten, damit die Nachfrage nach und das Angebot an Qualifikationen so aufeinander abgestimmt werden können, dass die umfassende branchenspezifische Wachstumsstrategie vorangebracht wird. Die Zielsetzungen der Gruppe 1 (Reaktion auf ermittelten Qualifikationsbedarf durch die Entwicklung und Erstellung eines beruflichen Aus- und Weiterbildungsangebots) müssen in die branchenspezifische Wachstumsstrategie einfließen. Die Gruppe 2-Allianz muss auch Gruppe 1-Aktivitäten durchführen. Für Gruppe 2 kann nur 1 Vorschlag pro Branche gefördert werden.

Welche Aktivitäten werden im Rahmen dieser Aktion unterstützt?

Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten sollen kohärente, umfassende und variable Maßnahmen durchführen, die miteinander in Zusammenhang stehen, flexibel sind und an unterschiedliche aktuelle und künftige Anforderungen des Arbeitsmarkts angepasst werden können.

Gruppe 1: Allianz für branchenspezifische Fertigkeiten für die Entwicklung und Erstellung von Berufsbildungsangeboten

Gestaltung länderübergreifender, branchenweiter Lehrpläne für die Berufsbildung:

  • bei Bedarf soll die Erfassung und Interpretation des Qualifikationsbedarfs auf dem Arbeitsmarkt in einem bestimmten Wirtschaftssektor unter Nutzung des EU-Kompetenzpanoramas und gegebenenfalls der Arbeit der bestehenden Allianzen für branchenspezifische erfolgen;

  • Ermittlung des Bedarfs an Ausbildungsangeboten auf der Grundlage der Berufsprofile der europäischen Klassifizierung für Fähigkeiten, Kompetenzen, Qualifikationen und Berufe (ESCO) – sofern vorhanden;

  • unter Zugrundelegung des ermittelten Qualifikationsbedarfs für besondere Berufsprofile in einer bestimmten Branche werden zur Erfüllung dieses Bedarfs Lehrpläne für die Berufsbildung und ggf. Qualifikationsstandards ermittelt und gestaltet (im Einklang mit dem EQR und unter Einbeziehung von ESCO-Informationen);

  • Umsetzung der Qualifikationsbedarfe in innovative, lernergebnisorientierte, modulare Berufsbildungsprogramme bzw. Qualifikationen (unter Anwendung von ECVET für die Gestaltung von Qualifikationen, die sich aus Lernergebniseinheiten zusammensetzen), um Transparenz und Vergleichbarkeit zu ermöglichen und darüber hinaus die Erfordernisse der Validierung bereits erworbener Kenntnisse (z. B. nichtformale oder informelle Bildung) zu berücksichtigen;

  • Einsatz des Qualitätsmanagements bei den neuen Ausbildungsinhalten, entweder mittels Anwendung der EQAVET-Grundsätze der Qualitätssicherung oder mittels Nutzung bereits bestehender Qualitätssicherungssysteme, die jedoch mit EQAVET im Einklang stehen sollten;

  • Einbeziehung von Phasen arbeitsplatzbezogenen Lernens in den neuen Ausbildungsinhalt, unter Einschluss von Möglichkeiten zur Anwendung theoretischer Kenntnisse in praktischen Projekten bzw. „realen“ Arbeitsplatzsituationen, wobei nach Möglichkeit transnationale Lernerfahrungen integriert werden;

  • Gestaltung des Berufsbildungsangebots mit Schwerpunkt sowohl auf arbeitsplatzbezogenen Kompetenzen als auch Schlüsselkompetenzen4, sozialen Kompetenzen und MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik), wobei gleichzeitig effektive Möglichkeiten zum Erwerb oder zur Weiterentwicklung dieser Kompetenzen insbesondere in arbeitsplatzbezogenen Ausbildungskontexten geboten werden;

  • Förderung relevanter, branchenspezifischer Qualifikationen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung (unter Einschluss länderübergreifender gemeinsamer Programme, die von mehreren Trägern beruflicher Aus- und Weiterbildung erbracht werden) und Einsatz für eine Vereinbarung über die Anerkennung dieser Qualifikationen mittels Umsetzung der ECVET- Grundsätze sowie Herstellung eines Bezugs zwischen diesen Qualifikationen und NQR und dem EQR sowie anderen maßgeblichen europäischen Instrumenten in der jeweiligen Branche;

  • Verbesserung der Anerkennung von Qualifikationen auf europäischer und nationaler Ebene innerhalb einer Branche, indem branchenspezifische Qualifikationen gefördert und vereinbart, transnationale Zertifizierungen erleichtert und gegenseitiges Vertrauen aufgebaut werden, was zu mehr Mobilität von Lernenden und Arbeitnehmern in der Branche beiträgt;

  • Ermittlung, Dokumentation und Förderung erfolgreicher Projekte und bewährter Praxis im Zusammenhang mit Kompetenzen oder Qualifikationen, Pflege von Partnerschaften zwischen mehreren Interessenträgern – auch Interessenträgern aus anderen Branchen oder außereuropäischen Ländern – sowie Unterbreitung detaillierter Vorschläge zu ihrer Nachbildung oder Übertragung auf größere Maßstäbe, sofern dies relevant ist;

  • Sicherstellung der Verfügbarkeit der Projektergebnisse in einem offenen Datenformat, sodass sie in die EU-Fertigkeiten-Panorama-Datenbank und ESCO eingespeist werden können, sofern dies relevant ist.

Erstellung von Lehrplänen in der Berufsbildung:

  • Ermittlung der am besten geeigneten Erstellungsmethoden für die Lehrpläne unter Nutzung innovativer Lehr- und Lernansätze sowie unter strategischer, ganzheitlicher Nutzung der IKT (z. B. gemischtes Lernen, Simulatoren, Augmented Reality usw.), virtueller/gemischter Mobilitätslösungen für Lernende und Ausbilder und freier Lehr- und Lernmaterialien (z. B. MOOC5);
  • Ermittlung von Wegen zur Implementierung innovativer Lehr- und Lernmethoden in der beruflichen Aus- und Weiterbildung, um damit auf die Bedürfnisse bestimmter Zielgruppen unter den Lernenden zu reagieren; eine weitere Möglichkeit ist das Angebot arbeitsplatzbezogenen Lernens;
  • Entwicklung von Aktionen zur Erleichterung des generationsübergreifenden Wissenstransfers in der beruflichen Aus- und Weiterbildung;
  • Beschreibung der Möglichkeiten für die Einbettung sämtlicher Formen des Lernens – unter Einschluss des arbeitsplatzbezogenen Lernens – in Bewertungsmethoden und -verfahren sowie Erleichterung der Validierung von vor der Ausbildung erworbenen Fertigkeiten und Kompetenzen;
  • Ermittlung adäquater Maßnahmen zur Verfolgung des weiteren Weges von Lernenden nach dem Abschluss ihrer Ausbildung zum Zweck der Übermittlung von „Rückmeldungsschleifen“6. Diese Nachverfolgungs- und Rückmeldungssysteme können auf Auskünften von Unternehmen, Lernenden bzw. Arbeitnehmern sowie öffentlichen Informationsquellen und Auskünften von Interessenträgern am Arbeitsmarkt aufbauen.
  • Vorschlagen angemessener Maßnahmen für die formelle Anerkennung neuer oder angepasster Lehrpläne und Qualifikationen für die Berufsbildung in den teilnehmenden Ländern und der/den erfassten Branche(n);
  • Planung einer fortschreitenden Einführung von Zielvorgaben für Projekte mit Auswirkungen auf die Systeme.

Gruppe 2: Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten zum Zweck der Umsetzung eines neuen strategischen Ansatzes („Blaupause“) in der branchenspezifischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Qualifikationen

Unter diese Gruppe fallende Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten gründen eine tragfähige Zusammenarbeit in der Entwicklung von Kompetenzen unter Beteiligung von Interessenvertretern aus Schlüsselindustrien der jeweiligen Branche, Trägern von Aus- und Weiterbildungseinrichtungen sowie Behörden.

Allianzen in dieser Gruppe decken sowohl Aktivitäten aus Gruppe 1. Darüber hinaus müssen sie Folgendes leisten:

  • Entwicklung einer Strategie für branchenspezifische Fertigkeiten zur Förderung der Zielsetzungen der für die jeweilige Branche festgelegten Wachstumsstrategie. Diese Strategie sollte die erste, wegweisende Zielvorgabe des Projekts sein und konkrete Aktionen nennen sowie einen klar festgelegten Satz an Aktivitäten, Meilensteinen und eindeutig definierten Ergebnissen beinhalten, sodass ersichtlich wird, wie die Nachfrage nach und das Angebot an Qualifikationen aufeinander abgestimmt werden können. Ferner sollte in der Strategie in einzelnen dargelegt werden, auf welche Weise sich wichtige Trends wie beispielsweise globale, gesellschaftliche und technologische Entwicklungen in der Branche auf die Arbeitsplätze und den Qualifikationsbedarf auswirken werden. Sie sollte die erwartete Zeitschiene beschreiben und dabei ihr besonderes Augenmerk auf die Auswirkungen digitaler und grundlegender Schlüsseltechnologien richten.
  • Ermittlung, Dokumentation und Förderung konkreter Beispiele für politische Maßnahmen und Initiativen auf nationaler und regionaler Ebene, die dem Zweck der Bewältigung von Qualifikationsdefiziten und -diskrepanzen sowie der Pflege von Partnerschaften zwischen mehreren Interessenträgern (z. B. zwischen der Industrie, den Sozialpartnern, der Aus- und Weiterbildung sowie Behörden) dienen, um so die Strategie zu untermauern und zu verdeutlichen. Diese Beispiele sollten in Form von Factsheets vorgelegt werden und eine deutliche Beschreibung der politischen Maßnahme bzw. des Projekts, der Funktionen und Verantwortlichkeiten der verschiedenen Interessenträger, der Laufzeit, der Finanzierung (sofern verfügbar) und der Ergebnisse enthalten;
  • Erarbeitung einer gemeinsamen Methodik zur Beurteilung der aktuellen Lage und Prognose künftigen Bedarfs sowie (jährliche) Überwachung der Fortschritte sowie der Entwicklung der Nachfrage nach und des Angebots an Qualifikationen, wobei dies auf der Grundlage glaubwürdiger vorausschauender Szenarien erfolgt;
  • Ermittlung von Berufsprofilen, die überarbeitet oder neu geschaffen werden müssen, sowie des entsprechenden Qualifikationsbedarfs und des erforderlichen Leistungsniveaus unter Zugrundelegung eventuell in ESCO vorhandener Berufsprofile sowie bestehender Kompetenzrahmen7; sofern relevant kann auch die Erarbeitung branchenspezifischer Kompetenzrahmen in Erwägung gezogen werden;
  • Ermittlung, Beschreibung und Nennung von Prioritäten für die Überprüfung bestehender oder Festlegung neuer Qualifikationen auf Basis der maßgeblichen Berufsprofile;
  • Förderung der Entwicklung konkreter Lösungen für berufliche Aus- und Weiterbildungsangebote (unter Einschluss der höheren Berufsbildung) sowie Partnerschaften zwischen Unternehmen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen;
  • Entwicklung konkreter Lösungen für die Förderung der Mobilität von Berufsschülern, Arbeitssuchenden und Auszubildenden der Branche in ganz Europa unter gewinnbringender Nutzung bestehender Instrumente in der EU (z. B. Erasmus+, EURES, Drop'Pin, Europäische Ausbildungsallianz);
  • Entwicklung von Aktionen zur Förderung der Attraktivität der Branche für die Berufswahl insbesondere bei jungen Menschen, wobei gleichzeitig ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter in der Branche angestrebt wird;
  • Entwurf eines langfristigen Aktionsplans für die schrittweise Einführung von Zielvorgaben im Anschluss an das Projekt. Dieser Plan ist auf der Grundlage tragfähiger Partnerschaften zwischen Trägern allgemein- und berufs-bildender Einrichtungen sowie Interessenvertretern aus Schlüsselindustrien auf der jeweils angemessenen Ebene zu erstellen. Auch die Ermittlung zweckdienlicher Leistungsstrukturen sowie Pläne für die Skalierbarkeit und finanzielle Nachhaltigkeit sollten Bestandteil des Plans sein. Er sollte ferner für eine angemessene Wahrnehmbarkeit und weite Verbreitung der Arbeit der Allianz auf politischer Ebene in der EU insgesamt sowie den einzelnen Ländern sorgen und Einzelheiten darüber enthalten, wie die Einführung auf nationaler bzw. regionaler Ebene bei den maßgeblichen staatlichen und branchenbezogenen Behörden durchgeführt werden soll; der Aktionsplan sollte auch Angaben darüber enthalten, wie Finanzierungsmöglichkeiten der EU (z. B. der Europäische Strukturfonds, der Europäische Fonds für strategische Investitionen, Erasmus+, COSME sowie branchenspezifische Programme) sowie nationale und regionale Finanzierungen Strategien zur Kompetenzförderung unterstützen können. Hierbei sind auch nationale und regionale Strategien zur intelligenten Spezialisierung zu berücksichtigen.
  • Übergabe aller maßgeblichen, auf EU- und/oder Länderebene bestehenden qualitativen Nachweise und quantitativen Daten im Format „Linked Open Data“ .8

Was sind die wichtigsten Merkmale einer Allianz für branchenspezifische Fertigkeiten?

Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten sind durch die folgenden wesentlichen Merkmale gekennzeichnet:

  • Innovationen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung für bestimmte Berufe, für Wirtschaftszweige ggf. Berücksichtigung vorhandener ESCO-Kategorien9:) und
  • Wirkungen über die Dauer eines Projekts und über die an der Allianz teilnehmenden Organisationen hinaus. Es wird erwartet, dass die Partnerschaften und die Aktivitäten fortgesetzt werden. Änderungen in der Berufsbildung hinsichtlich verschiedener Berufsprofile müssen messbar sein. Ergebnisse und Lösungen müssen übertragbar sein und einer breiteren Zielgruppe zugänglich gemacht werden können. Die Ergebnisse von Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten sollten zur Nutzung bereitgestellt und im EU-Kompetenzpanorama veröffentlicht werden. 

Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten müssen das Engagement und den Mehrwert aller Partner nachweisen. Die Partner sollen über system- und branchenspezifische Informationen und fundierte Kenntnisse über den Bedarf an Kompetenzen sowie über Lehr- und Ausbildungsverfahren in der von ihnen vertretenen Branche verfügen. Bei der Verteilung von Aufgaben und Verpflichtungen sollte eine gute Ausgewogenheit zwischen dem Fachwissen der Partner und ihren übernommenen Projektaktivitäten bestehen. Die Partner sollten für die jeweilige Branche mindestens auf nationaler Ebene repräsentativ sein, eine europäische Reichweite haben und über Erfahrungen oder Kompetenzen verfügen, hinsichtlich der Prognose oder der Nachfrage an berufsbezogenem Qualifizierungsbedarf, am Ausbildungsbedarf oder hinsichtlich der konzeptionellen Beschreibung von Qualifikationen.

In Gruppe 1- Branchenspezifische Kompetenzallianzen für die Entwicklung und Erstellung von Berufsbildungsangeboten: Hier ist es die Aufgabe der Partnereinrichtungen, Forschungsergebnisse zum Bedarf an besonderen berufsbezogenen Qualifikationen zu interpretieren im Hinblick auf deren Umsetzung in die berufliche Bildung und Ausbildung oder in Bezug auf die konzeptionelle Beschreibung von Qualifikationsstandards auf der Grundlage eines gemeinsamen europäischen Kernberufsprofils; dieses sollte – falls vorhanden – nach ESCO beschrieben werden.

Wo es angebracht ist, sollten Informationen genutzt werden, die in bereits vorhandenen, von der Kommission in Auftrag gegebenen Studien zu branchenbezogenen Fähigkeiten zur Verfügung stehen. Das Europäische Kompetenz-Panorama bietet eine Fülle wertvoller Informationen, Analysen und Studien zu Berufen (Beschäftigungen) und Wirtschaftszweigen.

Die Allianz sollte diese Ergebnisse dann in innovative, lernergebnisorientierte Lehrpläne für die Berufsbildung umsetzen (unter Anwendung des ECVET), welche Phasen arbeitsplatzbezogenen Lernens enthalten und durch Mechanismen zur Qualitätssicherung (entsprechend dem EQAVET) untermauert werden.

Die Partner einer Allianz sollten im Antrag deutlich machen, welche Maßnahmen sie in ihren Ländern ergreifen werden für die formale Anerkennung (bei beruflicher Erstausbildung) bzw. für das Zertifikat (bei beruflicher Weiterbildung) des/der neuen oder angepassten beruflichen Lehrplan/-plänen in dem betreffenden Sektor; dazu gehört ebenfalls aufzuzeigen, wie sie diesen Prozess nach Ende der EU-Förderung weiterführen werden. Berufsberatungsstellen sollen gemeinsam mit regionalen oder lokalen Behörden die Rolle von „Moderatoren“ übernehmen und den Prozess der Abstimmung von Qualifikationen mit der Erstellung von Lehrplänen für die Berufsbildung unterstützen, um Schulen für die berufliche Erstausbildung, junge Lernende oder deren Eltern für bestimmte Berufe mit größerer Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt zu interessieren.

Von Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten wird erwartet, dass sie die vorgeschlagenen Aktivitäten so durchführen, dass die größtmögliche Wirkung auf einen oder mehrere miteinander zusammenhängende(n) Beruf(e) in einer bestimmten Branche erzielt wird.

Gruppe 2 – Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten zum Zweck der Umsetzung eines neuen strategischen Ansatzes („Blaupause“) in der branchenspezifischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Qualifikationen: Zusätzlich zu den in Gruppe 1 umrissenen Aufgaben müssen die Partner einen umfassen den strategischen Ansatz entwickeln, der sämtliche Aktivitäten umfasst. Dieser strategische Ansatz sollte eindeutig mit der allgemeinen Wachstumsstrategie der Branche verknüpft sein, insbesondere im Hinblick darauf, der Branche bei der Bewältigung ihrer dringlichsten Herausforderungen und der Erreichung ihrer mittel- und langfristigen Ziele Unterstützung zu leisten, unter anderem unter den Aspekten Wachstum, Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung, soweit dies relevant ist. Des Weiteren müssen die Allianzen die wichtigsten politischen Entwicklungen und Veröffentlichungen auf EU-Ebene bezüglich ihrer Branche berücksichtigen und sichtbar in ihre Arbeit einbeziehen.

Welche Funktion haben die an Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten beteiligten Organisationen?

Antragsteller/Koordinator: eine teilnehmende Organisation, die den Projektvorschlag im Namen aller Partnerorganisationen einreicht. Der Koordinator ist dafür verantwortlich, dass das Projekt nach Maßgabe der getroffenen Vereinbarung durchgeführt wird. Der Koordinator hat folgende Verantwortlichkeiten:

  • vertritt die Allianz gegenüber der Europäischen Kommission und handelt im Namen der Allianz;
  • trägt die finanzielle und rechtliche Verantwortung für die ordnungsgemäße operative, administrative und finanzielle Durchführung des gesamten Projekts und
  • koordiniert die Allianz in Zusammenarbeit mit allen Projektpartnern.

Vollwertige Partner: teilnehmende Organisationen, die aktiv zur Durchführung der Allianz für branchenspezifische Fertigkeiten beitragen. Jeder vollwertige Partner muss ein Mandat unterzeichnen, in dem er zustimmt, dass der Koordinator die o.g. Pflichten während der Durchführung des Projekts im Namen der Partnerschaft ausführt.

Verbundene Einrichtungen (optional): Organisationen, die einen Beitrag zur Realisierung der Zielsetzungen und Aktivitäten des Projekts leisten. Verbundene Einrichtungen müssen im Finanzhilfeantrag genannt werden und die in Anhang III – Glossar wichtiger Begriffe – beschriebenen Anforderungen erfüllen.

Assoziierte Partner (optional): An Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten können assoziierte Partner beteiligt sein, die Beiträge zu den Aktivitäten der Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten leisten. Sie sind nicht an vertragliche Vorschriften gebunden, weil sie keine Finanzmittel erhalten. Die Beteiligung und die Funktionen assoziierter Partner im Zusammenhang mit den verschiedenen Tätigkeiten im Rahmen eines Projekts müssen jedoch klar beschrieben werden.

Nach welchen Kriterien werden Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten bewertet?

Im Folgenden werden die formalen Anforderungen erläutert, die Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten erfüllen müssen, damit sie für eine Förderung im Rahmen von Erasmus+ in Betracht kommen: 

Gruppe 1: Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten zur Gestaltung und Bereitstellung von beruflicher Aus- und Weiterbildung

Förderkriterien für Gruppe 1

Förderfähige teilnehmende Organisationen

Die folgenden Organisationen, deren verbundene Einrichtungen (sofern zutreffend) und alle weiteren assoziierten Partner (sofern vorhanden) kommen für die Beteiligung an einer Allianz der Gruppe 1 in Betracht. Es kann sich hierbei um öffentliche oder private Organisationen handeln, die ihren Sitz in einem Programmland haben (siehe Abschnitt „Förderfähige Länder“ in Teil A dieses Leitfadens).

  • öffentliche oder private Träger beruflicher Aus- und Weiterbildung, einschließlich Sozialunternehmen, vor allem solche, die eine eigene Ausbildungsabteilung haben und solche, die eine duale bzw. Verbundausbildung anbieten,
  • europäische oder nationale Organisationen, welche die Industrie, KMU und wichtige Branchenorganisationen vertreten,
  • Netzwerke von Trägern beruflicher Aus- und Weiterbildung und europäische oder nationale Organisationen, die diese vertreten,
  • Bildungs- und Schulungsbehörden auf regionaler oder nationaler Ebene sowie Ministerien,
  • Organisationen oder Netze auf EU-weiter oder nationaler Ebene, die die Sozialpartner, die Industrie, Branchenorganisationen, Interessenvertreter der Berufsgruppen sowie der Bildung und Ausbildung unter Einschluss von Jugendorganisationen vertreten,
  • Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern oder Arbeiterverbände und andere maßgeblich zwischengeschaltete Stellen,
  • Branchenkompetenzräte,
  • Agenturen für wirtschaftliche Entwicklung, Statistikämter und Forschungsein-richtungen,
  • Kulturelle und/oder kreative Einrichtungen,
  • Laufbahnberatungs-, Berufsberatungs- und Informationsstellen sowie Arbeits-vermittlungsagenturen bzw. Arbeitsverwaltungen,
  • Stellen, die für die Akkreditierung, Zertifizierung, Anerkennung oder für Qualifizierungen zuständig sind (mit ordnungspolitischer Funktion).

Wer ist antragsberechtigt?

Jede teilnehmende Organisation, die ihren Sitz in einem Programmland hat, kann Antragsteller sein. Die betreffende Organisation führt die Antragstellung im Namen aller an einem Projekt beteiligten Organisationen durch.

Anzahl und Profil der teilnehmenden Organisationen

Eine Allianz für branchenspezifische Fertigkeiten muss sich über mindestens vier Programmländer erstrecken und mindestens acht vollwertige Partner umfassen, von denen mindestens drei Unternehmen bzw. Vertreter der Industrie oder der Branche (z. B. Kammern oder Berufsverbände) und mindestens drei Träger von Aus- und Weiterbildungseinrichtungen sein müssen.

Förderfähige Branchen

Sämtliche Branchen10 außer den sechs Branchen, die im Rahmen der Gruppe 2 gefördert werden können.

PROJEKTDAUER

2 oder 3 Jahre. Die Dauer muss bei der Antragstellung je nach Projektziel und Art der im betreffenden Zeitraum geplanten Aktivitäten gewählt werden.
In Ausnahmefällen kann die Laufzeit von Allianzen für branchenbezogene Fertigkeiten auf Antrag des Begünstigten und mit Zustimmung der Exekutivagentur um bis zu sechs Monate verlängert werden. Die Verlängerung hat jedoch keine Auswirkungen auf die Gesamthöhe der Finanzmittel.

WO IST DER ANTRAG ZU STELLEN? Bei der Exekutivagentur „Bildung, Audiovisuelles und Kultur“ in Brüssel.

WANN IST DER ANTRAG ZU STELLEN?

Für Projekte, die am 1. November oder 1. Dezember des gleichen Jahres oder am1. Januar des folgenden Jahres beginnen, müssen Antragsteller ihren Finanzhilfeantrag bis zum 26. Februar um 17.00 Uhr (Brüsseler Zeit) des betreffenden Jahres einreichen.

WIE IST DER ANTRAG ZU STELLEN? Nähere Informationen zur Antragstellung finden Sie in Teil C dieses Leitfadens.

Antragstellende Einrichtungen werden anhand der relevanten Ausschluss- und Auswahlkriterien bewertet. Weitere Informationen sind Teil C dieses Leitfadens zu entnehmen.

Bewilligungskriterien für Gruppe 1

Die Anträge werden anhand folgender Kriterien bewertet:

Relevanz des Projekts
(maximal 25 Punkte)

  • Bezug zu politischen Strategien und Initiativen der EU: Der eingereichte Vorschlag trägt dazu bei, die europäischen Ziele auf dem Gebiet der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu erreichen; der Vorschlag trägt dazu bei, in der EU bestehende Instrumente und Initiativen für die Entwicklung von Kompetenzen besser wahrnehmbar zu machen und er nutzt gegebenenfalls die Arbeit eines Europäischen Branchenrats für Fähigkeiten;
  • Repräsentation der Berufsbildung: Die Allianz für branchenbezogene Fertigkeiten beteiligt Partner, die die Gestaltung und das Angebot der Berufsbildung angemessen vertreten;
  • Repräsentation des Wirtschaftszweigs: Die Allianz für branchenbezogene Fertigkeiten beteiligt Partner, die den betreffenden Zweig angemessen vertreten. 
  • Digitale Kompetenzen: Der Umfang, in dem der Vorschlag digitale Kompetenzen in die Ausbildungsinhalte für ein oder mehrere, miteinander verwandte Berufsprofile integriert. Vorschläge, die diesen Aspekt beinhalten, werden als hoch relevant betrachtet;
  • „Grüne“ Kompetenzen: Umfang, in dem der Vorschlag Kompetenzen, die mit dem Übergang zu einer stärker ökologisch ausgerichteten, auf dem Kreislaufsystem basierenden Wirtschaft zusammenhängen, in die Ausbildungsinhalte von einem oder mehreren, miteinander verwandten Berufsprofil(en) integriert. Vorschläge, die diesen Aspekt behandeln, haben eine hohe Relevanz.
  • Zweck: Der Vorschlag ist für die Ziele der Aktion von Bedeutung; (siehe Abschnitt „Welche Ziele werden mit Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten verfolgt?“).
  • Kohärenz: Die Ziele beruhen auf einer fundierten Bedarfsanalyse. Sie sind klar definiert, realistisch und betreffen Aspekte, die für die beteiligten Organisationen und die Aktion von Bedeutung sind.
  • Innovation: Der Vorschlag berücksichtigt den neuesten Stand der Erkenntnisse bei Methoden und Verfahren und führt zu innovativen Ergebnissen und Lösungen.
  • Europäischer Mehrwert: Aus dem Vorschlag ist eindeutig ein Mehrwert ersichtlich, der sich aus der länderübergreifenden Zusammenarbeit ergibt.

Qualität der Projektkonzeption und -durchführung
(maximal 30 Punkte)

  • Kohärenz: die Projektkonzeption gewährleistet insgesamt die erforderliche Übereinstimmung zwischen Projektzielen, Methoden, Aktivitäten und dem vorgeschlagenen Finanzrahmen. Der Vorschlag ist zusammenhängend und verständlich aufgebaut und beschreibt geeignete Aktivitäten, die den ermittelten Bedarfen entsprechen und zu den erwarteten Ergebnissen führen.
  • Struktur: das Arbeitsprogramm ist klar und verständlich und deckt sämtliche Phasen ab (Vorbereitung, Durchführung, Nutzung, Überwachung, Evaluierung und Verbreitung).
  • Methodik: der Vorschlag ist rechtskonform und nutzt in Bezug auf Qualifikationen und Berufe EU-Instrumente wie beispielsweise EQR11, ECVET12, EQAVET13, Europass14, EURES15, Drop 'Pin16, ESCO17, usw. Wann immer dies möglich ist, berücksichtigt der Vorschlag frühere einschlägige Aktivitäten und nutzt diese (z. B. Initiativen von Programmländern, Wissens- und Innovationsgemeinschaften (KIC) des EIT18 und früherer bzw. bestehender Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten)19. Der Vorschlag nutzt den lernergebnisorientierten Ansatz ECVET (Lernergebniseinheiten) und die Grundsätze der Qualitätssicherung im Einklang mit EQAVET;
  • Management: Es sind klare Regelungen für das Projektmanagement vorgesehen. Zeitvorgaben, Organisation, Aufgabenstellungen und Zuständigkeiten sind klar beschrieben und realistisch. Im Vorschlag sind für jede Aktivität geeignete Ressourcen vorgesehen;
  • Finanzrahmen: Der Finanzrahmen beinhaltet angemessene Mittel für eine erfolgreiche Durchführung des Projekts und wurde weder zu hoch noch zu niedrig angesetzt.
  • Die Qualität der Vereinbarungen zur Anerkennung und Validierung der Lernergebnisse der Teilnehmenden stimmen mit den Europäischen Transparenz- und Anerkennungsinstrumenten sowie deren Prinzipien überein.
  • Finanz- und Qualitätskontrolle: Kontrollmaßnahmen (laufende Qualitätsbewertung, Peer-Reviews, Benchmarking usw.) und Qualitätsindikatoren gewährleisten eine hochwertige und kostenwirksame Durchführung des Projekts. Die mit dem Projekt verbundenen Herausforderungen und Risiken sind klar definiert, und es sind angemessene Aktionen zur Abschwächung der Risiken und zur Begrenzung der Herausforderungen vorgesehen. Verfahren expertenbasierter Evaluierungen sind als wesentliche Bestandteile der Projekte vorgesehen. Das Arbeitsprogramm der Allianz beinhaltet eine unabhängige externe Qualitätsbewertung zur Halbzeit und am Ende der Laufzeit des Projekts.

Qualität des Projektteams und
der Kooperations-vereinbarungen
(maximal 25 punkte)

  • Konfiguration: Die Zusammensetzung der Partnerschaft steht im Einklang mit den Projektzielen; je nach Bedarf werden Erfahrungen und Kompetenzen zusammengeführt, die für die Ausgestaltung der Lehrpläne, die Gestaltung der Qualifikationsstandards, die Methodik des Ausbildungsangebots und die Ausbildungspolitik erforderlich sind. Die Repräsentativität und die Erfahrung der Partner in der betreffenden Branche und auf europäischer Ebene werden überzeugend dargestellt. Die Partner verfügen sowohl über system- und branchenspezifische Informationen als auch über fundierte Kenntnisse des Qualifikationsbedarfs und der Lehr- und Ausbildungsverfahren in dem von ihnen vertretenen Wirtschaftszweig. Sind Sozialpartner auf europäischer und nationaler Ebene in den Ländern beteiligt, die an der Allianz teilnehmen, und ist ihnen eine eindeutige Rolle bei der Erstellung von Lehrplänen sowie bei der Gewährleistung arbeitsplatzbezogenen Lernens zugewiesen worden, dann ist das hoch relevant. Das Spektrum der maßgeblichen Partner in den an der Allianz beteiligten Programmländern sollte so breit gefächert und so repräsentativ sein, dass die Allianz mit hoher Wahrscheinlichkeit Wirkungen in den in die Allianz einbezogenen Ländern zeigen wird (z. B. aufgrund der Beteiligung von Branchenverbänden oder Sozialpartnern auf europäischer Ebene). Sollten an dem Vorschlag Stellen mit ordnungspolitischer Funktion beteiligt sein, wird dies als hoch relevant betrachtet.
  • Engagement: Die Verteilung der Verantwortung und der Aufgaben ist klar und angemessen; sie zeigt das Engagement und die aktiven Beiträge aller teilnehmenden Organisationen im Verhältnis zu ihrer besonderen Expertise und Kapazität.
  • Aufgaben: Der Koordinator zeichnet sich durch eine hohe Qualität seines Managements, der Koordination transnationaler Netzwerke und durch Führungsfähigkeit in einer komplexen Umgebung aus. Individuelle Aufgaben werden auf der Grundlage des speziellen Know-hows jedes einzelnen Partners zugewiesen.
  • Zusammenarbeit/Teamgeist: Es wird ein wirksamer Mechanismus vorgeschlagen, um eine gute Abstimmung, gute Entscheidungsprozesse und eine gute Kommunikation der teilnehmenden Organisationen, der Teilnehmer und sonstiger maßgeblicher Interessenträger sicherzustellen.

WIRKUNG UND VERBREITUNG

(MAXIMAL 20 PUNKTE)

  • Nutzung: Aus dem Vorschlag geht hervor, wie die Ergebnisse der Allianz von den Partnern und anderen Interessenträgern verwendet werden. Im Vorschlag wird erläutert, wie die Nutzung/der Nutzen während der Durchführung des Projekts und darüber hinaus gemessen wird.
  • Verbreitung: Der Vorschlag beinhaltet einen klaren Plan für die Verbreitung der Ergebnisse und sieht geeignete Aktivitäten mit entsprechenden Zeitvorgaben, Instrumenten und Kanälen vor, damit die Ergebnisse während der Durchführung des Projekts und darüber hinaus unter den Interessenträgern verbreitet werden; zu diesen zählen politische Entscheidungsträger, Berater, Unternehmen und junge Lernende in der Pflichtschulzeit zur Aufklärung über auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragte Beschäftigungen bzw. über Beschäftigungen, die zur Gründung neuer Unternehmen führen könnten; aus dem Vorschlag geht ferner hervor, welche Partner für die Verbreitung zuständig sind und es wird die einschlägige Erfahrung der Partner im Zusammenhang mit Verbreitungsmaßnahmen nachgewiesen.
  • Wirkung: Aus dem Vorschlag ist eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Relevanz und Wirkung ersichtlich. Es werden Partner beteiligt, die eine maßgebliche Rolle innerhalb der betreffenden Branche sowie in der Aus- und Weiterbildung bekleiden. Weitere Bestandteile sind Maßnahmen sowie Zielvorgaben und Indikatoren zur Überwachung der erzielten Fortschritte und zur Bewertung der erwarteten (kurz- und langfristigen) Wirkungen; falls Stellen mit ordnungspolitischer Funktion (insbesondere in Bezug auf Qualifikationen) überzeugend einbezogen werden, um so die Anerkennung oder Zertifizierung der Ausbildungsinhalte sicherzustellen, ist dies von hoher Relevanz. Ist eine Europäische Dachorganisation des betreffenden Wirtschaftszweigs, die entweder Sozialpartner oder die betreffende Branche vertritt, vollwertiger Partner, hat der Vorschlag hohe Relevanz.
  • Freier Zugang20: Gegebenenfalls wird im Vorschlag erläutert, wie die erstellten Materialien, Dokumente und Medien durch freie Lizenzen21 ohne unverhältnismäßige Einschränkungen kostenlos zugänglich gemacht und beworben werden. 
  • Nachhaltigkeit: In dem Vorschlag wird erläutert, wie der Aktionsplan für die Einführung auf nationaler und regionaler Ebene erstellt werden soll. Der Vorschlag nennt angemessene Maßnahmen und finanzielle Ressourcen (europäischen, nationalen und privaten Ursprungs), die gewährleisten, dass die durch die Allianz erzielten Ergebnisse und Vorteile auf lange Sicht eine nachhaltige Wirkung entfalten.

Projekte können nur dann gefördert werden, wenn sie mindestens 70 Punkte erzielen.

Zudem müssen sie mindestens 13 Punkte für die Kategorien „Relevanz des Projekts“ und „Qualität der Zusammensetzung des Projektteams und der Kooperationsvereinbarungen“, 16 Punkte für die Kategorie „Qualität der Konzeption und der Durchführung des Projekts“ und 11 Punkte für die Kategorie „Wirkung und Verbreitung“ erhalten.

Gruppe 2: Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten zum Zweck der Umsetzung eines neuen strategischen Ansatzes („Blaupause“) in der branchenspezifischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Qualifikationen

Förderkriterien für Gruppe 2

FÖRDERFÄHIGE TEILNEHMENDE ORGANISATIONEN

Die folgenden Organisationen sowie deren verbundene Einrichtungen (sofern zutreffend) und jegliche assoziierte Partner (sofern vorhanden) kommen für die Beteiligung an einer Allianz der Gruppe 2 in Betracht. Es kann sich hierbei um öffentliche oder private Organisationen handeln, die ihren Sitz in einem Programmland haben (siehe Abschnitt „Förderfähige Länder“ in Teil A dieses Leitfadens),

  • in den ausgewählten Branchen tätige, öffentliche oder private Unternehmen, vor allem solche, die eine eigene Ausbildungsabteilung haben, die über Ausbildungs-plätze verfügen und solche, die duale bzw. Verbundausbildung anbieten,
  • Organisationen auf EU- oder nationaler Ebene, die die Industrie, kleine und mittlere Unternehmen sowie relevante, branchenspezifische Organisationen vertreten,
  • öffentliche oder private Bildungs- und Ausbildungsträger unter Einschluss von Ausbildungszentren und Hochschuleinrichtungen,
  • Netze von Aus- und Weiterbildungsträgern sowie europäische oder nationale Organisationen, die diese vertreten,
  • für Bildung und Ausbildung oder Beschäftigung auf regionaler oder nationaler Ebene zuständige Behörden und die entsprechenden Ministerien,
  • Organisationen oder Netze auf EU-weiter oder nationaler Ebene, die die Sozialpartner, die Industrie, Branchenorganisationen, Interessenvertreter der Berufsgruppen sowie der Bildung und Ausbildung unter Einschluss von Jugendorganisationen vertreten,
  • Industrie- und Handelskammern, Arbeiterkammern und andere maßgebliche zwischengeschaltete Stellen der jeweiligen Branche,
  • Branchenräte für Qualifikationen (Sector Skills Councils),
  • Agenturen für wirtschaftliche Entwicklung, Statistikämter und Forschungsein-richtungen,
  • Laufbahnberatungs-, Berufsberatungs- und Informationsstellen sowie Arbeitsvermittlungsagenturen bzw. Arbeitsverwaltungen,
  • Stellen, die für die Akkreditierung, Zertifizierung, Anerkennung oder für Qualifizierungen zuständig sind (Stellen mit ordnungspolitischer Funktion),
  • Stellen, die maßgebliche Behörden auf regionaler und nationaler Ebene vertreten.

WER IST ANTRAGSBERECHTIGT?

Jede teilnehmende Organisation, die ihren Sitz in einem Programmland hat, kann Antragsteller sein. Die betreffende Organisation führt die Antragstellung im Namen aller an einem Projekt beteiligten Organisationen durch.

ANZAHL UND PROFIL DER TEILNEHMENDEN ORGANISATIONEN

Eine Allianz für branchenspezifische Fertigkeiten muss sich über mindestens acht Programmländer erstrecken und mindestens zwölf vollwertige Partner umfassen, von denen mindestens fünf Unternehmen bzw. Vertreter der Industrie oder der Branche (z. B. Kammern, Gewerkschaften oder Berufsverbände) und mindestens fünf Träger von Aus- und Weiterbildungseinrichtungen sein müssen.

FÖRDERFÄHIGE BRANCHEN

1.    Blockchain
2.    Kulturelles Erbe
3.    Cybersicherheit
4.    Bahnindustrie und Transportindustrie
5.    Sozialunternehmen zur Arbeitsintegration
6.    Software-Dienstleistungen

PROJEKTDAUER

4 Jahre.
In Ausnahmefällen kann die Laufzeit von Allianzen für branchenbezogene Fertigkeiten auf Antrag des Begünstigten und mit Zustimmung der Exekutivagentur um bis zu sechs Monate verlängert werden. Die Verlängerung hat jedoch keine Auswirkungen auf die Gesamthöhe der Finanzmittel.

WO IST DER ANTRAG ZU STELLEN? Bei der Exekutivagentur „Bildung, Audiovisuelles und Kultur“ in Brüssel.

WANN IST DER ANTRAG ZU STELLEN?

Für Projekte, die am 1. November oder 1. Dezember des gleichen Jahres oder am1. Januar des folgenden Jahres beginnen, müssen Antragsteller ihren Finanzhilfeantrag bis zum 26. Februar um 17.00 Uhr (Brüsseler Zeit) des betreffenden Jahres einreichen.

WIE IST DER ANTRAG ZU STELLEN?

Nähere Informationen zur Antragstellung finden Sie in Teil C dieses Leitfadens.

Weitere Informationen, die bei Projekten der Gruppe 2 in den einzelnen Branchen zu berücksichtigen sind

Bezüglich der Gruppe 2 – Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten zum Zweck der Umsetzung eines neuen strategischen Ansatzes („Blaupause“) in der branchenspezifischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Qualifikationen – sind bezüglich der einzelnen Branchen die folgenden Informationen zu beachten:

Blockchain

Die Allianz muss mindestens 2 der folgenden Bereiche umfassen:
  • Auf Blockchain/Distributed Ledger Technologies (DLT) bezogene „technische Kompetenzen“ wie Konsens-Algorithmen, intelligente Verträge sowie technische Kompetenzen, die wesentlich, aber nicht ausschließlich auf Blockchain/DLT-Technologien anwendbar sind, wie Kryptographie, Peer-to-Peer Netzwerke, Datenschutz (die in diesem Abschnitt angeführte Liste ist nicht erschöpfend).
  • „Nicht-technische Kompetenzen“, die für die Entwicklung und die Erhaltung von Blockchain/DLT-Lösungen notwendig sind, wie Spieltheorie/Betriebsvorgänge, spezifische Fachkenntnisse zur rechtlichen und gesetzgeberischen Situation sowie Kompetenzen zur Ausbildung potenzieller künftiger Anwender von Blockchain/DLT (die in diesem Abschnitt angeführte Liste ist nicht erschöpfend) und Blockchain für soziale Zwecke/dem Gemeinnutzen22.
  • Verwendung von Blockchain/DLT-Lösungen für eine verbesserte Entwicklung und Verwaltung von Fertigkeiten, Kompetenzen und Qualifikationen in unterschiedlichen Branchen.

Die Aktivitäten müssen mit bestehenden Dokumentationen der Branche vereinbar sein, damit diese sich gegenseitig ergänzen und bereichern und Synergien entstehen können; hierzu zählen auch folgende Aktionen und Orientierungshilfen:

  • EU Blockchain Observatory and Forum (auf Englisch)23
  • International Association for Trusted Blockchain Applications (INATBA) (auf Englisch)24
  • European Blockchain Partnership (auf Englisch)25
  • Koalition für digitale Kompetenzen und Arbeitsplätze26

Kulturelles Erbe

Die Allianz muss den Ausbau von Kompetenzen in mindestens zwei der den ersten drei folgenden BereicheBereichen umfassen:
   

  • Wahrung und Erhaltung: Schutz, Erhaltung und Restaurierung, Archivierung; Verwaltung, Pflege und Erweiterung von Sammlungen, Erforschung/Analyse von Materialien, Feldforschung, Erhaltung, Restaurierung (einschließlich mit digitalen Mitteln);
  • Handwerk und traditionelles Wissen, mit kulturellem Erbe verbundenes Handwerk, traditionelle Bauweisen, Materialbeschaffung (einschließlich mit digitalen Mitteln);
  • Verbreitung und Kommunikation: Entwicklung eines Zielpublikums, Einbeziehung der Gemeinschaft, Werbung, Betreuung und Information von Besuchern, Barrierefreiheit, Bildung, kulturelle Mediation, Interpretation, Präsentation (einschließlich mit digitalen Mitteln);#
  • Wissen: Identifikation von kulturellem Erbe, Forschung, Protokollführung (einschließlich mit digitalen Mitteln);
  • Planung/Verwaltung: strategische Planung, Verwaltung der Einrichtung und Projektmanagement, Mediation, Beschaffung, Regulierung, Beschaffung von Mitteln, Logistik, Sicherheitsdienste, legale Aspekte und geistiges Eigentum.

Die Aktivitäten müssen mit bestehenden Dokumentationen der Branche vereinbar sein, damit diese sich gegenseitig ergänzen und bereichern und Synergien entstehen können; hierzu zählen auch folgende Aktionen und Orientierungshilfen:

  • Mitteilung der Kommission „Für ein integriertes Konzept für das kulturelle Erbe Europas“27
  • Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen „European Framework for Action on Cultural Heritage“ (Europäischer Rahmen für Maßnahmen in Bezug auf das kulturelle Erbe)28
  • Gemeinsame Erklärung zur Digitalisierung des kulturellen Erbes29
  • „European quality principles for EU-funded interventions with potential impact upon cultural heritage“, (Europäische Qualitätsprinzipien für von der EU finanzierte Maßnahmen mit möglichen Auswirkungen auf das kulturelle Erbe), Handbuch, ICOMOS International30
  • „Towards an integrated approach to cultural heritage for Europe – prospects on skills, training and knowledge transfer for traditional and emerging professions“ (Für einen integrierten Ansatz für das kulturelle Erbe in Europa – Perspektiven auf Fähigkeiten, Ausbildung und Wissenstransfer in traditionellen und aufkommenden Berufen)31
  • „Fostering cooperation in the European Union on skills, training and knowledge transfer in cultural heritage professions“ (Förderung der Zusammenarbeit in der Europäischen Union in Bezug auf Fähigkeiten, Ausbildung und Wissenstransfer in Berufen im Zusammenhang mit dem kulturellen Erbe), Bericht der Arbeitsgruppe Open Method of Coordination aus Experten der Mitgliedstaaten32
  • „Competences for access to the Conservation-restoration profession“ (Kompetenzen für den Zugang zu Bewahrungs- und Restaurierungsberufen)33
Cybersicherheit

Die Allianz muss mindestens zwei der folgenden Bereiche umfassen:
•    Kompetenzen zur Entwicklung von Cyber Ranges, Übungen zur Cybersicherheit, Methoden für den Umgang mit Vorfällen und Open-Source-Tools, Methoden zur Schwachstellenanalyse und Open-Source-Tools, Open-Source-Tools für das Penetrationstesting.
•    Kompetenzen für den Aufbau physischer/virtueller Cybersicherheits-Labore, in denen Cyber Ranges erstellt werden können.
•    Kompetenzen zur Entwicklung und für den Aufbau von Cybersicherheitsszenarien, Testfällen, Cybersicherheitsanforderungen, Bedrohungen und Schwachstellen in unterschiedlichen wichtigen Bereichen, z. B. Transport, Energie und Industrie, unter Berücksichtigung der Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU).

Die Aktivitäten müssen mit bestehenden Dokumentationen der Branche vereinbar sein, damit diese sich gegenseitig ergänzen und bereichern und Synergien entstehen können; hierzu zählen auch folgende Aktionen und Orientierungshilfen:
•    Die EU Cyber Range Europe Realistic Global Cyber Environment34
•    ENISA CyberEurope Exercises35
•    Projekte im Rahmen von Horizont 2020: z. B. Cyberwiser36, die vier Pilotprojekte37 (ECHO, SPARTA, CyberSec4Europe, CONCORDIA)
•    Koalition für digitale Kompetenzen und Arbeitsplätze38
•    Rechtsakt zur EU-Cybersicherheit39, NIS-Richtlinie (auf Englisch)40, DGSVO41
•    Europäisches Komitee für Normung42
•    Fortgeschrittene Digitale Kompetenzen im Rahmen des Programms Digitales Europa (2021-2027)43

Bahnindustrie und Transportindustrie Die Allianz muss mindestens zwei der folgenden Bereiche umfassen:
  • Technische und ingenieurswissenschaftliche Kompetenzen zur Herstellung von Eisenbahnmaterialien.
  • Technische und ingenieurswissenschaftliche Kompetenzen für den Betrieb und die Wartung von Eisenbahnmaterialien.
  • IKT-Kompetenzen im Zusammenhang mit der Verwendung digitaler Technologien bei der Herstellung von Eisenbahnmaterialien und der Digitalisierung des Schienenverkehrs (z. B. Internet of Things, Analyse von (Big) Data und Cybersicherheit.

Die Aktivitäten müssen mit bestehenden Dokumentationen der Branche vereinbar sein, damit diese sich gegenseitig ergänzen und bereichern und Synergien entstehen können; hierzu zählen auch folgende Aktionen und Orientierungshilfen:

  • Mitteilung der Kommission „Europa in Bewegung - Agenda für einen sozial verträglichen Übergang zu sauberer, wettbewerbsfähiger und vernetzter Mobilität für alle”44
  • Endgültiger Bericht der Expertengruppe der Kommission über die Wettbewerbsfähigkeitsanalyse der Bahnindustrie
  • Entschließung des Europäischen Parlaments zur Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Bahnindustrie (2016)45
  • Studie CCA – Humankapital (Shift2Rail JU 2019)
Sozialunternehmen zur Arbeitsintegration

Die Allianz muss mindestens zwei der folgenden Bereiche umfassen:
  

  • Kompetenzen in Bezug auf die Verwaltung und Organisation der Sozialunternehmen für die Arbeitsintegration (Work Integration Social Enterprise, WISE): Personal, Herstellungsverfahren, Logistik, Marketing und Kommunikation.
  • Kompetenzen (der Mitarbeiter sowie benachteiligter Gruppen und Menschen mit Behinderung) zur verbesserten Beschäftigungsfähigkeit und Produktivität von Menschen aus benachteiligten Gruppen und von Menschen mit Behinderung, um deren kognitive, soziale oder anderweitige Hindernisse in Bezug auf den Arbeitsmarkt zu überwinden.
  • Fähigkeiten in Bezug auf die Nutzung und Entwicklung (angepasster) IKT und Technologie (wie Unterstützungstechnologien und Nutzer-Schnittstellen) im Zusammenhang mit den beiden vorgenannten Aspekten.

Die Aktivitäten müssen mit bestehenden Initiativen und Dokumentationen der Branche vereinbar sein, damit diese sich gegenseitig ergänzen und bereichern und Synergien entstehen können; hierzu zählen auch folgende Aktionen und Orientierungshilfen:

  • Europäische Strategie zugunsten von Menschen mit Behinderungen 2010-202046

  • UN-Konvention über die Rechte der Menschen mit Behinderungen47

  • Richtlinie 2000/78/EG des Rates vom 27. November 2000 zur Festlegung eines allgemeinen Rahmens für die Verwirklichung der Gleichbehandlung in Beschäftigung und Beruf48

  • Die Europäische Säule sozialer Rechte (2017)49

  • Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (4, 8, 10, 11 und 17)50

  • Die Strategie für den digitalen Binnenmarkt51

  • Digitale Inklusion zur Schaffung einer besseren Gesellschaft in der EU52

  • Bericht 2016 von GECES (Sachverständigengruppe der Kommission für soziales Unternehmertum): Die Zukunft der sozialen Unternehmen und der Sozialwirtschaft53

  • Kurzdossier der OECD zum Unternehmertum für Menschen mit Behinderung54

  • Veröffentlichung des Europäischen Parlaments: Unterstützungstechnologie für Menschen mit Behinderungen55

  • E-Projekte; Inno-Wise, Innovatives Management von Kompetenzen und Ausbildung in inklusiven Unternehmen und Zero-Projekt (auf Englisch)56

  • Europäische Normen für Barrierefreiheit nach den Mandaten 376, 473 und 420: EN 301 549, EN 17161, prEN 1721057

Software-Dienstleistungen

Die Allianz muss mindestens zwei der folgenden Bereiche umfassen:

  • Kompetenzen für die Programmierung von Software über den gesamten Lebenszyklus der Software hinweg (Design der Software, Entwicklung, Tests, Validierung und Verifizierung, Einführung und Wartung).
  • Kompetenzen zur Entwicklung von Verbindungen zwischen der Software-Programmierung und Open-Source-Communities.
  • Kompetenzen zur Stärkung der Disziplin in der Software-Entwicklung und Gewährleistung der Qualität der Software und der Sicherheit gegenüber Störungen und Cyberattacken.

Die Aktivitäten müssen mit bestehenden Dokumentationen der Branche vereinbar sein, damit diese sich gegenseitig ergänzen und bereichern und Synergien entstehen können; hierzu zählen folgende Aktionen und Orientierungshilfen:

  • Die Europäische Norm EN 16234:2016 “e-Kompetenz-Rahmen (e-CF) - Ein gemeinsamer europäischer Rahmen für IKT-Fach- und Führungskräfte in allen Branchen - Teil 1: Rahmenwerk”58
  • Technisches Gremium CEN/TC 428 - e-Kompetenzen und IKT-Berufe”59
  • Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (Digital Economy and Society Index, DESI)60
  • Europäische Kommission, „Freisetzung des Cloud-Computing-Potenzials in Europa”61
  • Mitteilung der Kommission über eine „Strategie für einen digitalen Binnenmarkt für Europa“62
  • Koalition für digitale Kompetenzen und Arbeitsplätze63

Antragstellende Einrichtungen werden anhand der relevanten Ausschluss- und Auswahlkriterien bewertet. Weitere Informationen sind Teil C dieses Leitfadens zu entnehmen.

Bewilligungskriterien für Gruppe 2

Die Vorschläge werden anhand folgender Kriterien bewertet:

Relevanz des projekts
(maximal 25 Punkte)

  • Bezug zu politischen Strategien und Initiativen der EU: Der eingereichte Vorschlag trägt dazu bei, die europäischen Ziele auf dem Gebiet der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu erreichen; der Vorschlag trägt dazu bei, in der EU bestehende Instrumente und Initiativen für die Entwicklung von Kompetenzen besser wahrnehmbar zu machen.
  • Vertretung des Bildungsbereichs: Der Allianz gehören Partner an, die in adäquater Weise Bildungsträger vertreten.
  • Vertretung der Branche: Der Allianz gehören Partner an, die die betroffene Branche in adäquater Weise vertreten.
  • Digitale Technologien und Schlüsseltechnologien (Digital and key-enabling technologies, KET), einschließlich Kompetenzen im Bereich künstliche Intelligenz (KI): Umfang, in dem der Vorschlag diese Fertigkeiten in die Ausbildungsinhalte eines oder mehrerer miteinander verwandter Berufsprofile integriert. Vorschläge, die diesen Aspekt behandeln, haben eine hohe Relevanz.
  • „Grüne“ und „Blaue“ Kompetenzen: Umfang, in dem der Vorschlag Kompetenzen, die mit dem Übergang zu einer auf dem Kreislaufsystem basierenden, stärker ökologisch ausgerichteten Wirtschaft zusammenhängen, in die Ausbildungsinhalte von einem oder mehreren, miteinander verwandten Berufsprofil(en) integriert. Vorschläge, die diesen Aspekt behandeln, haben eine hohe Relevanz.
  • Zweck: Der Vorschlag ist für die Ziele der Aktion und die in Abschnitt 2 beschriebenen Themen und Aktivitäten von Bedeutung. Der Vorschlag trägt zum Aufbau transnationaler Netzwerke und Instrumente der Zusammenarbeit zwischen maßgeblichen Interessenträgern bei, damit die Bildung an den aufkommenden Bedarf der Industrie angepasst werden kann.
  • Kohärenz: Die Ziele beruhen auf einer fundierten Bedarfsanalyse. Sie sind klar definiert, realistisch und betreffen Aspekte, die für die beteiligten Organisationen und die Aktion von Bedeutung sind.
  • Innovation: Der Vorschlag berücksichtigt den neuesten Stand der Erkenntnisse bei Methoden und Verfahren und führt zu innovativen Ergebnissen und Lösungen.
  • Europäischer Mehrwert: Aus dem Vorschlag ist eindeutig ein Mehrwert ersichtlich, der sich aus der länderübergreifenden Zusammenarbeit ergibt.

Qualität der Projektkonzeption und -durchführung
(maximal 30 Punkte)

  • Kohärenz: Die allgemeine Projektkonzeption gewährleistet insgesamt die erforderliche Übereinstimmung zwischen Projektzielen, Methoden, Aktivitäten und dem vorgeschlagenen Finanzrahmen. Der Vorschlag ist zusammenhängend und verständlich aufgebaut und beschreibt geeignete Aktivitäten, die den ermittelten Bedarfen entsprechen und zu den erwarteten Ergebnissen führen.
  • Struktur: Das Arbeitsprogramm ist klar und verständlich und deckt sämtliche Phasen ab (Vorbereitung, Durchführung, Nutzung, Überwachung, Evaluierung und Verbreitung).
  • Methodik: Der Vorschlag ist rechtskonform und nutzt in Bezug auf Qualifikationen und Berufe EU-Instrumente wie beispielsweise EQR64, ECVET65, EQAVET66, Europass67, EURES68, Drop 'Pin69, ESCO70 usw. Wann immer dies möglich ist, berücksichtigt der Vorschlag frühere einschlägige Aktivitäten und nutzt diese (z. B. Initiativen von Programmländern, Wissens- und Innovationsgemeinschaften (KIC) des EIT71 und früherer bzw. bestehender Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten72. Der Vorschlag nutzt den lernergebnisorientierten Ansatz ECVET (Lernergebniseinheiten) und die Grundsätze der Qualitätssicherung im Einklang mit EQAVET;
  • Management: Es sind klare Regelungen für das Projektmanagement vorgesehen. Zeitvorgaben, Organisation, Aufgabenstellungen und Zuständigkeiten sind klar beschrieben und realistisch. Im Vorschlag sind für jede Aktivität geeignete Ressourcen vorgesehen;
  • Finanzrahmen: Der Finanzrahmen beinhaltet angemessene Mittel für eine erfolgreiche Durchführung des Projekts und wurde weder zu hoch noch zu niedrig angesetzt.
  • Die Qualität der Vereinbarungen zur Anerkennung und Validierung der Lernergebnisse der teilnehmenden stimmen mit den Europäischen Transparenz- und Anerkennungsinstrumenten sowie deren Prinzipien überein.
  • Finanz- und Qualitätskontrolle: Kontrollmaßnahmen (laufende Qualitätsbewertung, Peer-Reviews, Benchmarking usw.) und Qualitätsindikatoren gewährleisten eine hochwertige und kostenwirksame Durchführung des Projekts. Die mit dem Projekt verbundenen Herausforderungen und Risiken sind klar definiert, und es sind angemessene Aktionen zur Abschwächung der Risiken und zur Begrenzung der Herausforderungen vorgesehen. Verfahren expertenbasierter Evaluierungen sind als wesentliche Bestandteile der Projekte vorgesehen. Das Arbeitsprogramm der Allianz beinhaltet eine unabhängige externe Qualitätsbewertung zur Halbzeit und am Ende der Laufzeit des Projekts.

Qualität des Projektteams und der Kooperationsvereinbarungen
(maximul 25 Punkte)

  • Art der Zusammensetzung: Die Zusammensetzung der Allianz steht in Übereinstimmung mit den Projektzielen; je nach Bedarf werden Erfahrungen und Kompetenzen zusammengebracht, die für die Ermittlung und Einschätzung der Qualifikationsbedarfe, des Qualifizierungsangebots und der Ausgestaltung des Lehrangebots, der Qualifikationsstandards, der Methodik des Ausbildungsangebots und der Ausbildungspolitik erforderlich sind. Die Partner verfügen sowohl über system- und branchenspezifische Informationen als auch über fundierte Kenntnisse des Qualifikationsbedarfs und der Lehr- und Ausbildungsverfahren in dem von ihnen vertretenen Wirtschaftszweig. Die Allianz stellt eine angemessene Repräsentativität der gesamten Branche sicher: die Repräsentativität und die Erfahrung der Partner in der betreffenden Branche und auf europäischer Ebene werden überzeugend dargestellt. Sind Sozialpartner auf europäischer und nationaler Ebene in den Ländern beteiligt, die an der Allianz teilnehmen, dann ist das hoch relevant. Die geografische Verteilung und Repräsentativität der maßgeblichen Partner in den an der Allianz beteiligten Programmländern sollte so beschaffen sein, das die Allianz in den einbezogenen Ländern über eine hohe Durchführungskapazität verfügen (z. B. durch die Beteiligung von Branchenverbänden oder Sozialpartnern auf europäischer Ebene). Sollten an dem Vorschlag Stellen mit ordnungspolitischer Funktion im Bereich der Aus- und Weiterbildung beteiligt sein, wird dies als hoch relevant betrachtet.
  • Engagement: Die Verteilung der Verantwortung und der Aufgaben ist klar und angemessen; sie zeigt das Engagement und die aktiven Beiträge aller teilnehmenden Organisationen im Verhältnis zu ihrer besonderen Expertise und Kapazität.
  • Aufgaben: Der Koordinator zeichnet sich durch eine hohe Qualität seines Managements, der Koordination transnationaler Netzwerke und Führungsfähigkeit in einer komplexen Umgebung aus. Individuelle Aufgaben werden auf der Grundlage des speziellen Know-hows jedes einzelnen Partners zugewiesen.
  • Zusammenarbeit/Teamgeist: Es wird ein wirksamer Mechanismus vorgeschlagen, um eine gute Abstimmung, gute Entscheidungsprozesse und eine gute Kommunikation der teilnehmenden Organisationen, der Teilnehmer und sonstiger maßgeblicher Interessenträger sicherzustellen.

Wirkung und Verbreitung
(maximal 20 punkte)

  • Nutzung: Aus dem Vorschlag geht hervor, wie die Ergebnisse der Allianz in den Partnerländern eingeführt werden.
  • Verbreitung: Der Vorschlag beinhaltet einen klaren Plan für die Verbreitung der Ergebnisse und sieht geeignete Aktivitäten, Instrumente und Kanäle vor, damit die Ergebnisse während der Durchführung des Projekts und darüber hinaus unter Interessenträgern wie beispielsweise politischen Entscheidungsträgern, Beratern, Unternehmen und jungen Lernenden in der Pflichtschulzeit verbreitet werden, um diese über auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragte Beschäftigungen bzw. über Beschäftigungen, die zur Gründung neuer Unternehmen führen könnten, aufzuklären; aus dem Vorschlag geht ferner hervor, welche Partner für die Verbreitung zuständig sind und es wird die einschlägige Erfahrung der Partner im Zusammenhang mit Verbreitungsmaßnahmen nachgewiesen.
  • Wirkung: Aus dem Vorschlag ist eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Relevanz und Wirkung ersichtlich. Es werden Partner beteiligt, die eine maßgebliche Rolle innerhalb der betreffenden Branche sowie in der Aus- und Weiterbildung bekleiden. Der Vorschlag enthält Maßnahmen sowie Zielvorgaben und Indikatoren zur Überwachung der Fortschritte und Bewertung der erwarteten (kurz- und langfristigen) Wirkung. Des Weiteren werden Stellen mit ordnungspolitischer Funktion (insbesondere in Bezug auf Qualifikationen) überzeugend einbezogen, um die Anerkennung oder Zertifizierung der Ausbildungsinhalte sicherzustellen. Ist eine Europäische Dachorganisation des betreffenden Wirtschaftszweigs, die entweder Sozialpartner oder die betreffende Branche vertritt, vollwertiger Partner, hat der Vorschlag hohe Relevanz.
  • Freier Zugang: Sofern dies relevant ist, beschreibt der Vorschlag, wie die erstellten Materialien, Unterlagen und Medien durch freie Lizenzen ohne unverhältnismäßige Einschränkungen kostenlos als Linked Open Data (LOD) zugänglich gemacht werden;
  • Nachhaltigkeit: In dem Vorschlag wird erläutert, wie der Aktionsplan für die Einführung auf nationaler und regionaler Ebene erstellt werden soll. Der Vorschlag beinhaltet angemessene Maßnahmen und nennt finanzielle Ressourcen (europäischen, nationalen und privaten Ursprungs), die gewährleisten, dass die durch die Allianz erzielten Ergebnisse und Vorteile über die Laufzeit des Projekts hinaus auf lange Sicht eine nachhaltige Wirkung entfalten.

Für Gruppe 2 kann nur 1 Vorschlag pro Pilotbereich gefördert werden.

Projekte können nur dann gefördert werden, wenn sie mindestens 70 Punkte erzielen.

Zudem müssen sie mindestens 13 Punkte für die Kategorien „Relevanz des Projekts“ und „Qualität der Zusammensetzung des Projektteams und der Kooperationsvereinbarungen“, 16 Punkte für die Kategorie „Qualität der Konzeption und der Durchführung des Projekts“ und 11 Punkte für die Kategorie „Wirkung und Verbreitung“ erhalten.

Was Sie sonst noch über diese Aktion wissen sollten

Die Qualitätssicherung ist entscheidend dafür, dass die Allianzen die vorgesehenen Ergebnisse erzielen und mit einer nachhaltigen Wirkung verbunden sind, die weit über die beteiligten Partnerorganisationen hinausgeht. Allianzen sollen zu Ergebnissen führen, die in der jeweiligen Branche allgemein übertragbar sind. Daher muss den Allianzen ein solider Qualitätsmanagement-Plan zugrunde liegen. 

Außerdem sollen Allianzen expertenbasierte Evaluierungen als wesentliche Bestandteile der Projekte vorsehen. Das Arbeitsprogramm einer Allianz sollte daher unabhängige externe Qualitätsbewertungen zur Halbzeit und am Ende der Laufzeit des Projekts beinhalten, deren Ergebnisse zusammen mit dem Zwischenbericht bzw. dem Abschlussbericht vorgelegt werden. Im Zwischenbericht müssen die teilnehmenden Organisationen die Durchführung von Maßnahmen aufgrund der Empfehlung der Halbzeit-Qualitätsbewertung nachweisen.

Alle Allianzen müssen gezielte Verbreitungsmaßnahmen durchführen, insbesondere durch Organisationen und Stellen zur Laufbahn- und Berufsberatung. Dazu müssen sie einen umfassenden Verbreitungsplan vorlegen, der Folgendes vorsieht:

  • eine aktive Verbreitungsstrategie zur Erreichung von Interessenträgern, politischen Entscheidungsträgern, Beratern, Unternehmen und jungen Lernenden in der Pflichtschulzeit zur Aufklärung über auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragte Beschäftigungen bzw. über Beschäftigungen, die zur Gründung neuer Unternehmen führen könnten;
  • Berücksichtigung der Ergebnisse in der gesamten Branche;
  • Bereitstellung der Ergebnisse der Allianz durch freie Lizenzen.

Im Verbreitungsplan sollte klar erläutert werden, wie die vorgesehenen Projektergebnisse verbreitet werden; außerdem sollten die allgemeinen und spezifischen Ziele, die eingesetzten Instrumente und die Zeitplanung klar beschrieben werden. Aus den Anträgen sollte ferner hervorgehen, welche Partner für die Verbreitung zuständig sind. Außerdem sollte die einschlägige Erfahrung der Partner im Zusammenhang mit Verbreitungsmaßnahmen nachgewiesen werden. Ausgewählte Projekte müssen zum Abschluss eine kurze veröffentlichungsfähige Zusammenfassung der durchgeführten Aktivitäten erstellen, die in der Verbreitungsplattform des Programms erscheinen wird.

Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten sind eine neue und ambitionierte Aktion. Sie unterliegen einer besonderen Überwachung, die die aktive Mitwirkung aller Teilnehmer und Interessenträger voraussetzt. Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten müssen ihre Teilnahme an Tagungen und Veranstaltungen einplanen, die von der Exekutivagentur für Bildung, Audiovisuelles und Kultur und der Europäischen Kommission organisiert werden. Es sind Mittel für bis zu drei Tagungen pro Jahr vorzusehen.

Welche Regeln bestehen für die Finanzierung?

Der Finanzrahmen des Projekts (in EUR) ist unter Beachtung der folgenden Finanzierungsvorschriften zu erstellen:

Gruppe 1 – Allianzen für die Gestaltung und Bereitstellung von Inhalten der beruflichen Bildung
•    
Vorläufiges Gesamtbudget: 6 000 000 €
•    Maximaler EU-Beitrag für ein Projekt (2 Jahre):    700 000 €
•    Maximaler EU-Beitrag für ein Projekt (3 Jahre): 1 000 000 €

Gruppe 2 – Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten zur Umsetzung eines neuen strategischen Ansatzes („Blaupause“) in der branchenspezifischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Qualifikationen
•  
 Vorläufiges Gesamtbudget: 24 000 000 €
•    Maximaler EU-Beitrag für ein Projekt (4 Jahre): 4 000 000 €

Für Gruppe 2 kann nur 1 Vorschlag pro Pilotbereich ausgewählt werden.

Förderfähige Kosten

Finanzierungsmechanismus

Betrag

Zuweisungsregel

Unterstützung der Projektdurchführung

Zuschuss zu den Kosten für Aktivitäten, die mit der Durchführung des Projekts unmittelbar in Zusammenhang stehen; z. B.: Projektmanagement, Projekttreffen, geistige Leistungen (beispielsweise Lehrpläne, Lehrmaterialien, freie Lehr- und Lernmaterialien (OER), IT-Tools, Analysen, Studien usw.), Verbreitung von Ergebnissen, Teilnahme an Veranstaltungen und Konferenzen, Reisen usw.

Grundlage für die Berechnung des Beitrags der EU sind die Anzahl der Tage und das Profil des Personals aus den einzelnen Ländern.

Zuschuss je Einheit

B3.1 pro Manager und Arbeitstag für das Projekt

Voraussetzung: Antragsteller müssen Art und Umfang der Ressourcen, die für die Durchführung der vorgeschlagenen Aktivitäten bzw. für die Erzielung der vorgesehenen Ergebnisse nötig sind, begründen.

Nur Ergebnisse von erheblicher Qualität und von erheblichem Umfang können im Rahmen dieser Position gefördert werden.

B3.2 pro Forscher/Lehrkraft/Ausbilder und Arbeitstag für das Projekt

B3.3 pro Techniker und Arbeitstag für das Projekt

B3.4 pro Verwaltungskraft und Arbeitstag für das Projekt

Tabelle A - Unterstützung bei der Durchführung eines Projekts (EUR/Tag) nach Programmländern

Die Höhe der Beträge hängt a) vom Profil des am Projekt beteiligten Personals und b) vom Land der Organisation ab, dessen Personal an dem Projekt beteiligt sind.

Manager

Lehrkräfte/Ausbilder/ Forscher/

Fachkräfte der Jugendarbeit

Techniker

Verwaltungspersonal

B3.1

B3.2

B3.3

B3.4

Dänemark, Irland, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Schweden, Liechtenstein, Norwegen

353

289

228

189

Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Finnland, Vereinigtes Königreich, Island

336

257

194

157

Tschechische Republik, Griechenland, Spanien, Zypern, Malta, Portugal, Slowenien

197

164

122

93

Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Ungarn, Polen, Rumänien, Serbien, Slowakei, ehemalige jugoslawische Republik MazedonienNordmazedonien, Türkei, Ungarn

106

88

66

47