Inhaltsverzeichnis
Suche im Leitfaden

Wissensallianzen

Welche Ziele und Prioritäten werden mit Wissensallianzen verfolgt?

Wissensallianzen sollen die Innovationsfähigkeit Europas stärken und Innovation im Hochschulbereich und in der Wirtschaft sowie im weiteren sozioökonomischen Umfeld unterstützen. Mit Wissensallianzen sollen folgende Ziele erreicht werden:

  • Entwicklung neuer, innovativer und multidisziplinärer Unterrichts- und Lernkonzepte,
  • Förderung unternehmerischen Denkens und unternehmerischer Kompetenzen bei Lehrkräften im Hochschulbereich und bei Mitarbeitern von Unternehmen,
  • Vereinfachung des Austauschs, des Wissensflusses und des gemeinsamen Wissensaufbaus.

Das Hauptaugenmerk richtet sich auf Projekte, die zur Modernisierung der europäischen Hochschulsysteme beitragen, wie in der Mitteilung der EU aus dem Jahr 2017 über eine europäische Erneuerungsagenda für die Hochschulbildung1 dargelegt:

  • Maßnahmen zur Vermeidung künftiger Missverhältnisse zwischen Kompetenznachfrage und -angebot und Förderung herausragender Leistungen bei der Kompetenzentwicklung;
  • Schaffung inklusiver und vernetzter Hochschulsysteme;
  • Sorge dafür zu tragen, dass Hochschuleinrichtungen zur Innovation beitragen
  • Förderung effektiver und effizienter Hochschulsysteme.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Nutzung bestehender Initiativen und auf dem intelligenten Einsatz digitaler Hilfsmittel, wie in der EU-Veröffentlichung von 2013 „Die Bildung öffnen: Innovatives Lehren und Lernen für alle mithilfe neuer Technologien und frei zugänglicher Lehr- und Lernmaterialien“2 empfohlen.

Was sind Wissensallianzen?

Wissensallianzen sind länderübergreifende, strukturierte und ergebnisorientierte Projekte in Zusammenarbeit hauptsächlich zwischen Hochschuleinrichtungen und Unternehmen. Sie sind in allen Fächern und Sektoren möglich und können auch sektorübergreifend gebildet werden. Die Partner verfolgen gemeinsame Ziele und arbeiten zusammen, um Ergebnisse zum Nutzen aller Beteiligten zu erzielen. Die Resultate und erwarteten Ergebnisse sind klar definiert, realistisch und gehen auf die Aspekte ein, die in der Bedarfsanalyse identifiziert wurden.

Wissensallianzen sollen kurz- und längerfristige Auswirkungen auf individueller, organisatorischer und systemrelevanter Ebene auf zahlreiche beteiligte Akteure haben.

Grundsätzlich sollten Wissensallianzen die Zusammenarbeit zwischen Organisationen in Programmländern fördern. Allerdings kommen auch Organisationen aus Partnerländern als Partner (nicht jedoch als Antragsteller) einer Wissensallianz in Betracht, wenn ihre Beteiligung an einem Projekt mit einem wesentlichen Mehrwert verbunden ist.

Welche Aktivitäten werden im Rahmen dieser Aktion unterstützt?

In Wissensallianzen werden kohärente und umfassende miteinander zusammenhängende Aktivitäten durchgeführt, die flexibel gestaltet sind und an unterschiedliche aktuelle und künftige Bedingungen und Entwicklungen in ganz Europa angepasst werden können. Die folgende Liste enthält einige Beispiele für Aktivitäten im Rahmen von Wissensallianzen:

  • Förderung von Innovation im Hochschulbereich sowie in der Wirtschaft und im weiteren sozioökonomischen Umfeld:
    • gemeinsame Entwicklung und Umsetzung neuer Lern- und Unterrichtsmethoden (z. B. neue multidisziplinäre Curricula, lernerzentrierte und problemorientierte Unterrichts- und Lernkonzepte),
    • kontinuierliche Bildungsprogramme und -aktivitäten in Zusammenarbeit mit Unternehmen und in Unternehmen,
    • gemeinsame Entwicklung von Lösungen für Herausforderungen sowie von Produkt- und Prozessinnovationen (Studierende, Hochschullehrer und Praktiker).
  • Entwicklung unternehmerischen Denkens und unternehmerischer Kompetenzen:
    • Herstellung der erforderlichen Rahmenbedingungen für den Erwerb und die Anwendung von Querschnittskompetenzen in Hochschulprogrammen, die in Zusammenarbeit mit Unternehmen entwickelt wurden und darauf abzielen, Beschäftigungsfähigkeit und Kreativität zu fördern und neue Karrierewege zu erschließen,
    • Einführung von Bildungsmaßnahmen für unternehmerische Initiative in allen Fächern, um Studierenden, Wissenschaftlern, Personal und Ausbildern die erforderlichen Kenntnisse und Kompetenzen und die nötige Motivation zu vermitteln, sich unter unterschiedlichen Bedingungen unternehmerisch zu betätigen,
    • Erschließung neuer Lernmöglichkeiten durch die praktische Anwendung unternehmerischer Kompetenzen, die zur kommerziellen Verwertung neuer Dienstleistungen, Produkte oder Prototypen bis hin zu Start-up- und Spin-off-Unternehmen führen können.
  • Förderung der Weitergabe und des Austauschs von Wissen zwischen Hochschuleinrichtungen und Unternehmen:
    • fachbezogene Aktivitäten in Unternehmen, die vollständig in den Lehrplan integriert sind und uneingeschränkt anerkannt und angerechnet werden,
    • Verfahren zur Erprobung und Prüfung innovativer Maßnahmen,
    • befristeter Austausch von Studierenden, Forschern, Lehr- und Betriebspersonal,
    • Einbeziehung von Betriebspersonal in Ausbildungs- oder Forschungstätigkeiten.

Wissensallianzen können Lernmobilitätsaktivitäten von Studierenden, Wissenschaftlern und Personal organisieren, die die zentralen Aktivitäten der Allianz unterstützen bzw. ergänzen und im Hinblick auf die Erreichung der Projektziele mit einem Mehrwert verbunden sind. Die Eröffnungsveranstaltungen und Projektbesprechungen gelten nichts als Lernmobilitätsaktivitäten. Mobilitätstage, an denen die Reise- und Aufenthaltskosten dem Projekt zugerechnet werden, können nicht als Arbeitstage für die Unterstützung der Hauptprojektdurchführung verrechnet werden. Mobilitätsaktivitäten zählen nicht zu den wesentlichen Aktivitäten von Wissensallianzen. Eine Erweiterung und Ausweitung dieser Aktivitäten müsste daher im Rahmen der Leitaktion 1 dieses Programms oder anderer Finanzierungsinstrumente gefördert werden.

Was sind die wesentlichen Merkmale von Wissensallianzen?

Wissensallianzen sind durch die folgenden wesentlichen Merkmale gekennzeichnet:

  • Innovation im Hochschulbereich und von Hochschuleinrichtungen ausgehende Innovationen in Unternehmen und im jeweiligen sozioökonomischen Umfeld. Sie werden nach dem Stand der Technik bewertet, sind projektspezifisch und stehen mit der Partnerschaft und den festgestellten Erfordernissen in Zusammenhang.
  • Nachhaltigkeit der Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Unternehmen. Starke und engagierte Partnerschaften mit ausgewogener Beteiligung von Unternehmen und Hochschuleinrichtungen sind entscheidend für den Erfolg von Wissensallianzen. Die Aufgaben und Beiträge der teilnehmenden Organisationen und der assoziierten Partner müssen spezifisch sein und einander ergänzen.
  • Wirkung über die Dauer eines Projekts und über die an der Allianz teilnehmenden Organisationen hinaus. Es wird erwartet, dass die Partnerschaften und die Aktivitäten fortgesetzt werden. Ergebnisse bzw. erwartete Leistungen stehen hier nicht für sich allein, sondern könnten mit bestehenden Unternehmungen, strategischen Plänen, Projekten, Plattformen, Unternehmungen usw. verknüpft bzw. in diese integriert werden. Veränderungen in Hochschuleinrichtungen und Unternehmen müssen messbar sein. Ergebnisse und Lösungen müssen übertragbar sein und einer breiteren Zielgruppe zugänglich gemacht werden können.

Wissensallianzen sind ein besonders wettbewerbsorientierter Bestandteil von Erasmus+. Erfolgreiche Vorschläge zeichnen sich gewöhnlich durch die folgenden Merkmale aus:

  • stabile Beziehungen zwischen Hochschuleinrichtungen und Unternehmen: Wissensallianzen müssen das Engagement aller Partner und den jeweils erzielten Mehrwert nachweisen; dabei sind die ausgeprägte und ausgewogene Einbeziehung sowohl der Wirtschaft als auch des Hochschulbereichs von entscheidender Bedeutung. Gut konzipierte Vorschläge beruhen auf der engen Zusammenarbeit der künftigen Partner und basieren auf einer soliden Bedarfsanalyse;
  • der innovative und länderübergreifende Charakter der Vorschläge zeigt sich in allen Kriterien.

Eine angemessene Bedarfsanalyse enthält eine Begründung, wirkt sich auf die Auswahl der Partner aus und unterstützt eine konkretere Gestaltung des Vorschlags; sie trägt zur Steigerung des Wirkungspotenzials bei und gewährleistet, dass Endnutzer und Zielgruppen angemessen in die Projektaktivitäten einbezogen werden.

Worin besteht die Rolle der an Wissensallianzen teilnehmenden Organisationen?

Antragsteller/Koordinator: eine teilnehmende Organisation, die den Projektvorschlag im Namen aller Partnerorganisationen einreicht. Der Koordinator ist dafür verantwortlich, dass das Projekt nach Maßgabe der getroffenen Vereinbarung durchgeführt wird. Der Koordinator

  • vertritt die Allianz gegenüber der Europäischen Kommission und handelt im Namen der Allianz;
  • trägt die finanzielle und rechtliche Verantwortung für die ordnungsgemäße operative, administrative und finanzielle Durchführung des gesamten Projekts und
  • koordiniert die Allianz in Zusammenarbeit mit allen Projektpartnern.

Vollwertige Partner: teilnehmende Organisationen, die aktiv zur Erreichung der Ziele der Wissensallianz beitragen; jeder vollwertige Partner muss ein Mandat unterzeichnen, mit dem er der koordinierenden Organisation die Verantwortung überträgt, als Hauptbegünstigte und während der Durchführung des Projekts in seinem Namen zu handeln. Gegebenenfalls gilt Entsprechendes für Partner aus Partnerländern.

Assoziierte Partner (optional): Wissensallianzen können assoziierte Partner umfassen, die zur Durchführung bestimmter Projektaufgaben/-aktivitäten beitragen oder die Verbreitung und die Nachhaltigkeit der Allianz unterstützen. Vertraglich gesehen sind „assoziierte Partner“ keine Mitglieder der Projektpartner und erhalten keine Finanzmittel. Die Beteiligung und die Funktionen assoziierter Partner im Zusammenhang mit den verschiedenen Tätigkeiten im Rahmen eines Projekts müssen jedoch klar beschrieben werden.

Verbundene Einrichtungen (optional): Organisationen, die einen Beitrag zur Realisierung der Zielsetzungen und Aktivtäten des Projekts leisten. Verbundene Einrichtungen müssen im Finanzhilfeantrag genannt werden und die in Anhang III (Glossar wichtiger Begriffe) dieses Programmleitfadens beschriebenen Anforderungen erfüllen.

Nach welchen Kriterien werden Wissensallianzen bewertet?

Im Folgenden werden die formalen Anforderungen erläutert, die Wissensallianzen erfüllen müssen, damit sie für eine Förderung im Rahmen von Erasmus+ in Betracht kommen:

Förderkriterien

Förderfähige teilnehmende Organisationen

Teilnehmende Organisationen können beliebige öffentliche oder private Organisationen sowie deren verbundene Einrichtungen (sofern zutreffend) sein, die ihren Sitz in einem Programmland oder einem beliebigen Partnerland auf der ganzen Welt haben (siehe Abschnitt „Förderfähige Länder“ in Teil A dieses Leitfadens).

Beispiele:

  • Hochschuleinrichtungen,
  • öffentliche oder private kleine, mittlere oder große Unternehmen (einschließlich gemeinwirtschaftlicher Unternehmen);
  • Forschungseinrichtungen;
  • lokale, regionale oder nationale öffentliche Stellen;
  • in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung und Jugend tätige Organisationen,
  • zwischengeschaltete Stellen oder Verbände, die Organisationen in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung und Jugend vertreten,
  • zwischengeschaltete Stellen oder Verbände, die Unternehmen vertreten,
  • Akkreditierungs-, Zertifizierungs- oder Qualifizierungsstellen.

Hochschuleinrichtungen in einem Programmland müssen über eine gültige Erasmus-Charta für die Hochschulbildung (ECHE) verfügen. Beteiligte Hochschuleinrichtungen aus Partnerländern benötigen keine Erasmus-Charta für die Hochschulbildung.

Wer ist antragsberechtigt?

Jede teilnehmende Organisation, die ihren Sitz in einem Programmland hat, kann Antragsteller sein; Die betreffende Organisation führt die Antragstellung im Namen aller an einem Projekt beteiligten Organisationen durch.

Anzahl der teilnehmenden Organisationen

Wissensallianzen sind länderübergreifende Allianzen, an denen mindestens sechs unabhängige Organisationen aus mindestens drei Programmländern beteiligt sind, darunter mindestens zwei Hochschuleinrichtungen und mindestens zwei Unternehmen.

Projektdauer

2 oder 3 Jahre. Die Dauer muss bei der Antragstellung je nach Projektziel und Art der im betreffenden Zeitraum geplanten Aktivitäten gewählt werden.

In Ausnahmefällen kann die Laufzeit von Wissensallianzen auf Antrag des Begünstigten und mit Zustimmung der Exekutivagentur um bis zu sechs Monate verlängert werden. Die Verlängerung hat jedoch keine Auswirkungen auf die Gesamthöhe der Finanzmittel.

Wo ist der Antrag zu stellen?

Bei der Exekutivagentur „Bildung, Audiovisuelles und Kultur“ in Brüssel.

Wann wird der Antrag gestellt?

Für Projekte, die zum 1. November des gleichen Jahres oder zum 1. Januar des folgenden Jahres beginnen, müssen Antragsteller ihren Finanzhilfeantrag bis zum 26. Februar um 17.00 Uhr (Brüsseler Zeit) des betreffenden Jahres einreichen.

Wie ist der Antrag zu stellen?

Nähere Informationen zur Antragstellung finden Sie in Teil C dieses Leitfadens.

Antragstellende Einrichtungen werden anhand der relevanten Ausschluss- und Auswahlkriterien bewertet. Weitere Informationen sind Teil C dieses Leitfadens zu entnehmen.

Gewährungskriterien

Die Projekte werden anhand folgender Kriterien bewertet:

Relevanz des Vorschlags

(maximal 25 Punkte)

  • Zweck: der Vorschlag ist für die Ziele der Aktion von Bedeutung (siehe Abschnitt „Welche Ziele und Prioritäten werden mit Wissensallianzen verfolgt?“).
  • Kohärenz: der Vorschlag beruht auf einer fundierten Bedarfsanalyse. Die Ziele und Ergebnisse sind klar definiert, realistisch und betreffen Aspekte, die für die beteiligten Organisationen und die Aktion von Bedeutung sind.
  • Innovation: der Vorschlag betrifft moderne Methoden und Verfahren und führt zu projektspezifischen innovativen Ergebnissen und Lösungen.
  • Europäischer Mehrwert: aus dem Vorschlag ist eindeutig ein durch den länderübergreifenden Charakter und die potenzielle Übertragbarkeit bedingter Mehrwert ersichtlich.

Qualität der Projektkonzeption und ‑durchführung
(maximal 25 Punkte)

  • Kohärenz: Der Vorschlag ist zusammenhängend und verständlich aufgebaut und beschreibt geeignete Aktivitäten, die den ermittelten Bedürfnissen entsprechen und die zu den erwarteten Ergebnissen führen.
  • Aufbau: das Arbeitsprogramm ist klar und verständlich und erstreckt sich auf alle Phasen.
  • Management: Zeitvorgaben, Organisation, Aufgabenstellungen und Zuständigkeiten sind klar beschrieben und realistisch. Im Vorschlag sind für jede Aktivität geeignete Ressourcen vorgesehen.
  • Qualitäts- und Finanzkontrolle: spezifische Maßnahmen zur Bewertung von Prozessen und Ergebnissen gewährleisten eine hervorragende und kostenwirksame Durchführung des Projekts.

Qualität der Zusammensetzung des Projektteams und der Kooperationsvereinbarungen

(maximal 30 Punkte)

  • Konfiguration: der vorgeschlagenen Wissensallianz gehören geeignete Partner aus dem Hochschulbereich und aus der Wirtschaft mit den erforderlichen Profilen, Kompetenzen, Kenntnissen und Erfahrungen an, und die für eine erfolgreiche Arbeit erforderliche Unterstützung des Managements ist gewährleistet.
  • Verpflichtungen: alle teilnehmenden Organisationen engagieren sich entsprechend ihren jeweiligen Fähigkeiten und spezifischen fachlichen Kompetenzen für die Allianz.
  • Partnerschaft: die Beiträge der Partner aus dem Hochschulbereich und aus der Wirtschaft sind erheblich und ergänzen einander.
  • Zusammenarbeit/Teamgeist: der Vorschlag enthält klare Regelungen und klar definierte Zuständigkeiten für transparente und effiziente Entscheidungsprozesse, die Beilegung von Konflikten und die Berichtlegung und die Kommunikation zwischen den teilnehmenden Organisationen.
  • Leistung: das Projekt bietet einen eindeutigen Mehrwert und Nutzen für jede Partnerorganisation.
  • Beteiligung von Partnerländern: gegebenenfalls schafft eine beteiligte Organisation aus einem Partnerland einen wesentlichen Mehrwert für das Projekt.

Wirkung und Verbreitung

(maximal 20 Punkte)

  • Nutzung: aus dem Vorschlag geht hervor, wie die Ergebnisse von den Partnern und sonstigen Akteuren verwendet werden und wie die erwarteten Resultate erreicht werden. Entsprechende Maßnahmen zur Evaluierung des Projekts bestehen. Im Vorschlag wird zudem erläutert, wie die Nutzung während der Durchführung des Projekts und darüber hinaus gemessen wird.
  • Verbreitung: der Vorschlag beinhaltet einen klaren Plan für die Verbreitung der Ergebnisse und sieht geeignete Aktivitäten, Instrumente und Kanäle vor, damit die Ergebnisse während der Durchführung des Projekts und darüber hinaus unter Akteuren und nicht beteiligten Zielgruppen wirksam verbreitet werden.
  • Wirkung: aus dem Vorschlag ist eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Relevanz und Wirkung ersichtlich. Der Vorschlag sieht geeignete Maßnahmen zur Überwachung der erzielten Fortschritte und zur Bewertung der erwarteten (kurz- und langfristigen) Wirkung vor.
  • Freier Zugang: Gegebenenfalls wird im Vorschlag erläutert, wie die erstellten Materialien, Dokumente und Medien durch freie Lizenzen ohne unverhältnismäßige Einschränkungen kostenlos zugänglich gemacht werden.
  • Nachhaltigkeit: der Vorschlag enthält geeignete Maßnahmen und Ressourcen, um sicherzustellen, dass die Partnerschaft, die Projektergebnisse und die mit dem Programm erzielten Vorteile auch über den Lebenszyklus des Projekts hinaus aufrechterhalten werden.

Projekte können nur dann gefördert werden, wenn sie mindestens 70 Punkte erzielen. Zudem müssen sie mindestens 13 Punkte für die Kategorien „Relevanz des Projekts“ und „Qualität der Konzeption und der Durchführung des Projekts“, 16 Punkte für die Kategorie „Qualität der Zusammensetzung des Projektteams und der Kooperationsvereinbarungen“ und 11 Punkte für die Kategorie „Wirkung und Verbreitung“ erzielen.

Was Sie sonst noch über diese Aktion wissen sollten

Die Qualitätssicherung muss Bestandteil des Projekts sein, um gewährleisten zu können, dass Wissensallianzen tatsächlich zu den vorgesehenen Ergebnissen führen und eine Wirkung weit über die beteiligten Partnerorganisationen hinaus erzielt wird. Wissensallianzen müssen zielorientierte Verbreitungsmaßnahmen durchführen, mit denen Akteure, politische Entscheidungsträger, Fachleute und Unternehmen erreicht werden. Im Laufe ihres Bestehens sollten Wissensallianzen Veröffentlichungen hervorbringen (Berichte, Handbücher, Leitfäden usw.). Generell sind die Ergebnisse als freie Lehr- und Lernmaterialien (OER) zugänglich zu machen und auf einschlägigen Plattformen der jeweiligen Berufs- oder Branchenverbände oder der zuständigen Behörden zur Verfügung zu stellen. Wissensallianzen sollten neue Wege und Instrumente entwickeln, um die Zusammenarbeit innerhalb der Allianzen zu erleichtern und um die Nachhaltigkeit der Partnerschaften zwischen dem Hochschulbereich und der Wirtschaft sicherzustellen.

Wissensallianzen sind eine neue und ambitionierte Aktion. Sie unterliegen einer besonderen Überwachung, die die aktive Mitwirkung aller Teilnehmer und Interessenträger voraussetzt. In Wissensallianzen sollte die Mitwirkung in thematischen Clustern vorgesehen werden, um eine wechselseitige Ergänzung sowie einen angemessenen Austausch bewährter Verfahren und gegenseitiges Lernen zu unterstützen. Außerdem sollten Wissensallianzen Mittel für die Präsentation ihres Projekts und der Projektergebnisse auf dem Forum Wirtschaft/Hochschule und/oder sonstigen einschlägigen Veranstaltungen (bis zu fünf Veranstaltungen während der Dauer eines Projekts) bereitstellen.

Welche Regeln bestehen für die Finanzierung?

Der Projekthaushalt muss auf Einheitskostenbasis entworfen werden. Beim „Einheitskostensystem“ handelt es sich um eine vereinfachte Form der Berechnung der Höhe der Finanzhilfe. Solche vereinfachten Formen der Finanzhilfe sind ihrem Wesen nach Beiträge zu den Hauptkosten eines Projekts und keine Erstattung der tatsächlichen, mit besonderen Projektaktivitäten verbundenen Ausgaben. Bei Projekten im Rahmen der Wissensallianz werden die errechneten Einheitskosten auf die Personalkomponente eines Projekts angewendet. Diese sind vorab festgelegte, pro Arbeitstag und Arbeitnehmerkategorie errechnete Beiträge.

Der Haushalt eines Projekts (in EUR) ist unter Beachtung der folgenden Finanzierungsvorschriften zu erstellen:

Maximale EU-Förderung für eine auf zwei Jahre angelegte Wissensallianz: 700 000 EUR
Maximale EU-Förderung für eine auf drei Jahre angelegte Wissensallianz: 1 000 000 EUR

Förderfähige Kosten

Finanzierungsmechanismus

Betrag

Zuweisungsregel

Unterstützung der Projektdurchführung

Zuschuss zu den Kosten von Aktivitäten, die mit der Durchführung des Projekts unmittelbar in Zusammenhang stehen (außer integrierten Mobilitätsaktivitäten), Projektmanagement, Projekttreffen, geistige Leistungen (Lehrpläne, Lehrmaterialien, freie Lehr- und Lernmaterialien (OER), IT-Tools, Analysen, Studien usw.), Verbreitung von Ergebnissen, Teilnahme an Veranstaltungen und Konferenzen, Reisen usw.

Grundlage für die Berechnung des Beitrags der EU sind die Anzahl der Tage und das Profil des Personals aus den einzelnen Ländern.

Zuschüsse je Einheit

B2.1 pro Manager und Arbeitstag für das Projekt

Voraussetzung: Antragsteller müssen Art und Umfang der Ressourcen, die für die Durchführung der vorgeschlagenen Aktivitäten bzw. für die Erzielung der vorgesehenen Ergebnisse nötig sind, begründen.

Nur Ergebnisse von erheblicher Qualität und von erheblichem Umfang können im Rahmen dieser Position gefördert werden.

B2.2 pro Wissenschaftler/Lehrkraft/Ausbilder und Arbeitstag für das Projekt

B2.3 pro Techniker und Arbeitstag für das Projekt

B2.4 pro Verwaltungskraft und Arbeitstag für das Projekt

* Siehe International Standard Classification of Occupations – ISCO (http://www.ilo.org/public/english/bureau/stat/isco/isco08/index.htm) (auf Englisch).

Weitere Finanzierungsvorschriften für Mobilitätsaktivitäten im Rahmen einer Wissensallianz (optionale Förderung)

Förderfähige Kosten

Finanzierungsmechanismus

Betrag

Zuweisungsregel

Reisekosten

Zuschuss zu den Kosten, die den Teilnehmern für die Reise von ihrem Herkunftsort zum Ort der jeweiligen Aktivität und zurück entstehen.

Zuschüsse je Einheit

Entfernungen zwischen 100 und 1999 km:

275 EUR/Teilnehmer

Voraussetzung: die Antragsteller müssen begründen, dass Mobilitätsaktivitäten erforderlich sind, um die Ziele und die vorgesehenen Ergebnisse des Projekts zu erreichen. Die Entfernungen werden mit dem Entfernungsrechner der Kommission ermittelt3. Der Antragsteller muss die Entfernung der einfachen Strecke angeben, um die Höhe des EU-Zuschusses wird für die Hin- und Rückreise zu berechnen.4

Entfernungen von 2000 km und mehr:

360 EUR/Teilnehmer

Aufenthaltskosten

Kosten, die unmittelbar mit dem Aufenthalt der Teilnehmer während der Aktivität in Zusammenhang stehen.

Zuschüsse je Einheit

Personalbezogene Aktivitäten:

bis zum 14. Tag der Aktivität: 100 EUR pro Teilnehmer und Tag

+

zwischen dem 15. und 60. Tag der Aktivität: 70 EUR pro Teilnehmer und Tag

Lernerzentrierte Aktivitäten:

bis zum 14. Tag der Aktivität: 55 EUR pro Teilnehmer und Tag

+

zwischen dem 15. und 60. Tag der Aktivität: 40 EUR pro Teilnehmer und Tag

TABELLE A - UNTERSTÜTZUNG BEI DER DURCHFÜHRUNG EINES PROJEKTS (EUR/TAG) NACH PROGRAMMLÄNDERN

Die Höhe der Beträge ist abhängig: a) vom Profil des am Projekt beteiligten Personals und b) vom Land der teilnehmenden Organisation, deren Mitarbeiter an dem Projekt beteiligt sind.

Manager

Lehrkräfte/Ausbilder/ Forscher/

Fachkräfte der Jugendarbeit

Techniker

Verwaltungspersonal

B2.1

B2.2

B2.3

B2.4

Dänemark, Irland, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Schweden, Liechtenstein, Norwegen

353

289

228

189

Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Finnland, Vereinigtes Königreich, Island

336

257

194

157

Griechenland, Malta, Portugal, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Zypern

197

164

122

93

Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Slowakei, Serbien, Ungarn, Republik Nordmazedonien, Türkei

106

88

66

47

Tabelle B – Unterstützung bei der Durchführung eines Projekts (EUR/Tag) nach Partnerländern

Die Höhe der Beträge ist abhängig: a) vom Profil des am Projekt beteiligten Personals und b) vom Land der teilnehmenden Organisation, deren Mitarbeiter an dem Projekt beteiligt sind.

Manager

Lehrkräfte/ Ausbilder/Forscher

Techniker

Verwaltungspersonal

B2.1

B2.2

B2.3

B2.4

Australien, Kanada, Kuwait, Macao, Monaco, Katar, San Marino, Schweiz, Vereinigte Staaten von Amerika

353

289

228

189

Andorra, Brunei, Japan, Neuseeland, Singapur, Vereinigte Arabische Emirate, Vatikanstaat

336

257

194

157

Bahamas, Bahrain, Hongkong, Israel, Korea (Republik), Oman, Saudi-Arabien, Taiwan

197

164

122

93

Afghanistan, Ägypten, Äquatorialguinea, Albanien, Algerien, Angola, Antigua und Barbuda, Argentinien, , Armenien, Aserbaidschan, Äthiopien, Bangladesch, Barbados, Belarus, Belize, Benin, Bhutan, Bolivien, Bosnien und Herzegowina, Botswana, Brasilien, Burkina Faso, Burundi, Chile, China, Cookinseln, Costa Rica, Republik Côte d'Ivoire, Dominica, Dominikanische Republik, Dschibuti, Ecuador, El Salvador, Eritrea, Eswatini, Fidschi, Gabun, Gambia, Georgien, Ghana, Grenada, Guatemala, Guinea, Guinea-Bissau, Guyana, Haiti, Honduras, Indien, Indonesien, Iran, Irak, Jamaica, Jemen, Jordanien, Kambodscha, Kamerun, Kap Verde, Kasachstan, Kenia, Kirgisistan, Kiribati, Kolumbien, Komoren, Kongo, Korea (Demokratische Volksrepublik), Kosovo, Kuba, Laos, Lesotho, Libanon, Liberia, Libyen, Madagaskar, Malawi, Malaysia, Malediven, Mali, Marokko, Marshallinseln, Mauretanien, Mauritius, Mexiko, Mikronesien (vereinigte Staaten), Moldau, Mongolei, Montenegro, Mosambik, Myanmar, Namibia, Nauru, Nepal, Nicaragua, Niger, Nigeria, Niue, Osttimor (Demokratische Republik), Pakistan, Palästina, Palau, Panama, Papua-Neuguinea, Paraguay, Peru, Philippinen, Ruanda, Salomonen, Sambia, Samoa, São Tomé und Príncipe, Senegal, Seychellen, Sierra Leone, Simbabwe, Somalia, Sri Lanka, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, St. Kitts und Nevis, Südafrika, Südsudan, Sudan, Suriname, Syrien, Tadschikistan, Tansania, Thailand, Togo, Tonga, Trinidad und Tobago, Tschad, Tunesien, Turkmenistan, Tuvalu, Uganda, Uruguay, Usbekistan, Vanuatu, Venezuela, Vietnam, völkerrechtlich anerkanntes Hoheitsgebiet Russlands, völkerrechtlich anerkanntes Hoheitsgebiet der Ukraine, Zentralafrikanische Republik

106

88

66

47