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Mobilitätsprojekte für Lernende und Personal im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung

Für Organisationen bestehen zwei Möglichkeiten, Mobilitätsprojekte für Lernende und Personal im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu beantragen:

  • Jede förderfähige Organisation kann Mittel für Mobilitätsprojekte für Lernende und Personal im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung beantragen, ohne über die Erasmus+ Mobilitätscharta für die Berufsbildung zu verfügen.
  • Organisationen mit nachgewiesener Erfolgsbilanz, die im Besitz einer gültigen Erasmus+ Mobilitätscharta für die Berufsbildung sind, können für die Beantragung von Mitteln für Mobilitätsprojekte für Lernende und Personal im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung mit der Erasmus+ Mobilitätscharta für die Berufsbildung ein beschleunigtes Verfahren nutzen. Jede förderfähige Organisation kann Mittel für Mobilitätsprojekte für Lernende und Personal im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung beantragen, ohne über die Erasmus+ Mobilitätscharta für die Berufsbildung zu verfügen.

Die Förderfähigkeitskriterien und die Kriterien für die Gewährung von Mitteln, die bei diesen beiden Antragsarten zum Tragen kommen, werden in den maßgeblichen Abschnitten des Leitfadens für die Maßnahme beschrieben.

ErasmusPro: Unterstützung der Langzeitmobilität von Lernenden im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung oder von Absolventen, die ihren Abschluss erst vor kurzem erworben haben

Im Dezember 2016 fiel mit der Mitteilung „Investieren in Europas Jugend“ der Startschuss für „ErasmusPro“, einer politischen Initiative zur Steigerung langzeitiger Mobilitätsprojekte im Ausland für Lernende im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung, u. a. auch Auszubildende und junge Absolventen. ErasmusPro ist die Antwort auf Forderungen des Europäischen Parlaments sowie von Unternehmen und anderen Interessenträgern im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung, die Qualität und Attraktivität der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu steigern und die Vermittelbarkeit der Lernenden in diesem Bereich durch Langzeitpraktika im Ausland zu verbessern.

Mobilität in der beruflichen Aus- und Weiterbildung ist zweifelsohne eine wertvolle Hilfe für junge Menschen, sich geistig zu öffnen, ihre sozialen und beruflichen Fertigkeiten sowie ihre Querschnittskompetenzen zu erweitern, Geschmack an Innovation und Initiative zu finden und einen Sinn für bürgerschaftliches Verhalten in Europa zu entwickeln. Mobilität ist ein Mittel zur Steigerung der allgemeinen Leistung der beteiligten Organisationen (sowohl Trägern der beruflichen Aus- und Weiterbildung als auch Unternehmen), denn durch Mobilität werden Strategien für eine nachhaltige Internationalisierung entwickelt, dabei aber auch Unternehmen bei der Suche nach den richtigen Kompetenzen für die Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit unterstützt. Langzeitpraktika im Ausland bringen Lernenden im Hinblick auf die Entwicklung arbeitsplatzbezogener Kompetenzen und den Erwerb einer noch größeren Vertrautheit mit der fremden Sprache, Kultur und Arbeitsumgebung erheblichen Mehrwert und steigern somit ihre Vermittelbarkeit.

Die Mobilitätsprojekte im Bereich der Berufsbildung können jeweils eine oder mehrere der folgenden Aktivitäten beinhalten:

Mobilität Lernender:

  • Mobilität zu Trägern beruflicher Aus- und Weiterbildung bzw. Unternehmen im Ausland für die Dauer von zwei Wochen bis höchstens drei Monaten,
  • Langzeitmobilität zu Trägern beruflicher Aus- und Weiterbildung bzw. Unternehmen im Ausland (ErasmusPro) für die Dauer von drei bis zwölf Monaten.

Diese Aktivitäten stehen Lernenden in der beruflichen Aus- und Weiterbildung (einschließlich Auszubildenden) in Berufsbildungsorganisationen (Trägern beruflicher Aus- und Weiterbildung) offen. Um die Vermittelbarkeit von Lernenden in der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu verbessern und ihnen den Übergang in den Arbeitsmarkt zu erleichtern, können auch Absolventen, die ihren Abschluss erst kürzlich (vor weniger als zwölf Monaten) erworben haben, an diesen Aktivitäten teilnehmen.1. Die Aktivität kann in Form eines umfassenden Praktikums in einem Unternehmen oder einer anderen relevanten Organisation oder bei einem Träger beruflicher Aus- und Weiterbildung (einer Schule, Einrichtung oder anderen Organisation, die berufliche Aus- und Weiterbildung leistet) erfolgen, wobei neben einer stark arbeitsbezogenen Komponente (Praktikum) auch schulische Bildung angeboten wird. Bei Langzeitmobilität (ErasmusPro) sollte klar die arbeitsbezogene Komponente – üblicherweise in Form eines Betriebspraktikums – überwiegen, auch wenn die aufnehmende Organisation ein Träger beruflicher Aus- und Weiterbildung sein kann.

Für jede Mobilitätsaktivität gelten Qualitätsanforderungen, die zuvor von der entsendenden und der aufnehmenden Organisation vereinbart worden sind, um sicherzustellen, dass hochwertige Aktivitäten angeboten werden. In diesem Zusammenhang wird u. a. eine „Lernvereinbarung“ getroffen.

Die Lernergebnisse werden auf institutioneller Ebene förmlich anerkannt und validiert und die Kursinhalte gegebenenfalls angepasst, um sicherzustellen, dass die Mobilitätsphase im Ausland auf den Ausbildungsgang der Auszubildenden bzw. der Lernenden in der beruflichen Aus- und Weiterbildung abgestimmt ist.

Im Rahmen von ErasmusPro-Aktivitäten können zur Förderung der interinstitutionellen Zusammenarbeit, besseren Vorbereitung der Mobilitätsprojekte und Sicherstellung ihrer hohen Qualität kurze „vorbereitende Planungsbesuche“ (APV) zwischen dem Personal der entsendenden und der aufnehmenden Organisation (Träger beruflicher Aus- und Weiterbildung bzw. Unternehmen) finanziert werden.

 

Personalmobilität:

  • Entsendungen zu Unterrichts-/Ausbildungszwecken: Im Rahmen dieser Aktivität kann Personal von Trägern beruflicher Aus- und Weiterbildung bei einer entsprechenden Partnereinrichtung im Ausland unterrichten. Ebenso können Beschäftigte von Unternehmen Schulungen bei Trägern beruflicher Aus- und Weiterbildung im Ausland durchführen.
  • Fort- und Weiterbildung von Personal: Diese Aktivität unterstützt die berufliche Weiterbildung von Berufsbildungspersonal in Form eines Praktikums oder von Job Shadowing/Hospitationen in einem Unternehmen oder bei einem sonstigen Träger beruflicher Aus- und Weiterbildung im Ausland.

Zur Förderung der Lernmobilität von Personal unterstützt Erasmus+ Aktivitäten, die

  • von den teilnehmenden Organisationen strategisch geplant wurden (zur Modernisierung und Internationalisierung ihrer Aufgaben),
  • auf genau festgelegte Anforderungen an die Weiterbildung des betreffenden Personals abgestimmt wurden und mit angemessenen Auswahl-, Vor- und Nachbereitungsmaßnahmen einhergehen,
  • gewährleisten, dass die Lernergebnisse des teilnehmenden Personals ordnungsgemäß anerkannt und verbreitetet und in der betreffenden Organisation allgemein genutzt werden.

Diese Aktivitäten sind auch eine Gelegenheit für Berufsbildungspersonal, Kompetenzen in Bezug auf die Bedürfnisse von Lernenden aus benachteiligten Verhältnissen zu erwerben. Angesichts der gegenwärtigen Lage für jugendliche Migranten, Flüchtlinge und Asylsuchende wird besondere Aufmerksamkeit Projekten gewidmet, die Berufsbildungspersonal im Unterrichten von Flüchtlingskindern, interkulturellen Klassen, Schülerinnen und Schülern in ihrer zweiten Sprache, Toleranz und Vielfalt schulen.

Welche Funktion kommt den an diesem Projekt teilnehmenden Organisationen zu?

An dem Mobilitätsprojekt teilnehmende Organisationen haben folgende Aufgaben:

  • Antragstellende Organisation: zuständig für die Beantragung des jeweiligen Mobilitätsprojekts sowie Unterzeichnung und Verwaltung der Finanzhilfevereinbarung und die Berichtlegung. Der Antrag kann vom Koordinator eines nationalen Mobilitätskonsortiums gestellt werden, der ein Konsortium von Partnerorganisationen des betreffenden Landes leitet, das Lernende und Personal aus berufsbildenden Einrichtungen zu Aktivitäten ins Ausland entsendet. Der Koordinator des nationalen Mobilitätskonsortiums kann auch – muss aber nicht – als entsendende Organisation fungieren.
  • Entsendende Organisation: zuständig für die Auswahl von Lernenden und Personal im Bereich der beruflichen Bildung und deren Entsendung ins Ausland.
  • Aufnehmende Organisation: zuständig für die Aufnahme von Lernenden/Personal im Bereich der beruflichen Bildung aus dem Ausland; sie bietet Lernenden und Mitarbeitern verschiedene Aktivitäten an oder nutzt die Fort- oder Weiterbildungsmaßnahmen, die vom Personal berufsbildender Einrichtungen angeboten werden.
  • Vermittlungsorganisation: Eine auf dem Arbeitsmarkt bzw. in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung und Jugend tätige Organisation, die keine entsendende Organisation ist, deren Fachkenntnisse ihr aber erlauben, entsendende Träger beruflicher Aus- und Weiterbildung bei Verwaltungsverfahren und praktischen Regelungen zu unterstützen, bei Praktika die Profile der Auszubildenden/Lernenden mit den Bedürfnissen der Unternehmen abzustimmen und die Teilnehmer vorzubereiten. Ist die Vermittlungsorganisation Partnerin in einem nationalen Mobilitätskonsortium, muss ihr Beitrag im Rahmen des Projektantrags eindeutig beschrieben werden. Falls die Vermittlungsorganisation keinem nationalen Mobilitätskonsortium angehört, wird den antragstellenden Organisation dringend geraten, bei der Zusammenarbeit mit solchen Vermittlungsorganisationen die Rechte und Pflichten formell festzulegen.

Die entsendenden und die aufnehmenden Organisationen müssen vor Beginn der Mobilitätsphase mit den Lernenden bzw. dem Personal eine „Lernvereinbarung“ und mit Personal eine „Mobilitätsvereinbarung“ über die jeweils durchzuführenden Aktivitäten treffen. In diesen Vereinbarungen werden die angestrebten Lernergebnisse für den Lernaufenthalt im Ausland beschrieben, die förmlichen Regelungen für die Anerkennung von Lernleistungen getroffen und die Rechte und Pflichten der einzelnen Parteien festgelegt.

Lernende in der Berufsbildung, die mindestens 19 Tage oder länger an einer Mobilitätsaktivität teilnehmen werden, können Unterstützung zur sprachlichen Vorbereitung erhalten. Während des Programmzeitraums wird schrittweise ein Online-Dienst zur sprachlichen Unterstützung eingeführt. Bei Bedarf gewährt die Europäische Kommission förderfähigen Teilnehmern Zugang zu diesem Dienst, damit sie ihre Fremdsprachenkenntnisse überprüfen können und damit ihnen bei Bedarf vor und/oder während der Mobilitätsphase ein geeigneter Sprachkurs angeboten werden kann (siehe auch Anhang I dieses Leitfadens).

Mobilitätsprojekte für Lernende und Personal im Bereich der beruflichen Bildung ohne die Erasmus+ Mobilitätscharta für die Berufsbildung

Nach welchen Kriterien wird dieses Projekt bewertet?

Im Folgenden werden die formalen Anforderungen erläutert, die Mobilitätsprojekte im Bereich der Berufsbildung erfüllen müssen, damit sie für eine Förderung im Rahmen von Erasmus+ in Betracht kommen:

 

Allgemeine Förderkriterien

Förderfähige Aktivitäten

Mobilitätsprojekte im Bereich der beruflichen Bildung müssen eine oder mehrere der folgenden Aktivitäten beinhalten:

  • Mobilität zu Trägern beruflicher Aus- und Weiterbildung bzw. Unternehmen im Ausland für die Dauer von zwei Wochen bis höchstens drei Monaten.
  • Langzeitmobilität zu Trägern beruflicher Aus- und Weiterbildung bzw. Unternehmen im Ausland (ErasmusPro) für die Dauer von drei bis zwölf Monaten.
  • Maßnahmen zu Unterrichts-/Ausbildungszwecken im Ausland (Bildungspersonal).
  • Aktivitäten zu Fort- und Weiterbildungszwecken im Ausland (Bildungspersonal).

Förderfähige teilnehmende Organisationen

Als teilnehmende Organisationen kommen in Betracht:

  • öffentliche oder private Organisationen (oder ihre Niederlassungen), die im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung tätig sind („Träger beruflicher Aus- und Weiterbildung“) oder
  • öffentliche oder private Organisationen, die auf dem Arbeitsmarkt tätig sind („Unternehmen“)

Beispiele:

  • berufsbildende Schulen oder Einrichtungen oder Berufsbildungszentren,
  • öffentliche oder private kleine, mittlere oder große Unternehmen (einschließlich gemeinwirtschaftlicher Unternehmen),
  • ein Sozialpartner oder ein sonstiger Vertreter des Arbeitsmarkts (u. a. Handelskammern, Handwerks- oder Berufsverbände und Gewerkschaften),
  • lokale, regionale oder nationale öffentliche Stellen,
  • Forschungseinrichtungen,
  • Stiftungen,
  • Schulen/Institute/Bildungszentren (auf beliebigen Ebenen vom Vorschulbereich bis zur Sekundarstufe II einschließlich Einrichtungen im Bereich der Erwachsenenbildung),
  • gemeinnützige Organisationen, Verbände, NROs,
  • Laufbahnberatungs-, Berufsberatungs- und Informationsstellen,
  • für Aktivitäten im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung zuständige Stellen.

Alle teilnehmenden Organisationen müssen in einem Programmland ansässig sein.

Wer ist antragsberechtigt?

  • Träger beruflicher Aus- und Weiterbildung (oder ihre Niederlassungen), die Lernende und Personal ins Ausland entsenden,
  • der Koordinator eines nationalen Mobilitätskonsortiums.

Einzelpersonen können keinen Finanzhilfeantrag stellen.

Anzahl der teilnehmenden Organisationen

Mobilitätsaktivitäten sind länderübergreifende Aktivitäten, an denen immer mindestens zwei Organisationen (mindestens eine entsendende und eine aufnehmende Organisation) aus verschiedenen Programmländern beteiligt sind.

Wenn Projekte jedoch von einem nationalen Mobilitätskonsortium beantragt werden, müssen alle Mitglieder des Konsortiums aus demselben Programmland stammen und zum Zeitpunkt der Beantragung der Finanzhilfe benannt werden. Ein Konsortium muss aus mindestens drei Trägern beruflicher Aus- und Weiterbildung bestehen.

Projektdauer

1 bis 2 Jahre. Der Antragsteller wählt die Projektdauer entsprechend dem Projektziel und der Art der geplanten Aktivitäten bei der Antragstellung aus.

Wo ist der Antrag zu stellen?

Bei der Nationalen Agentur des Landes, in dem die antragstellende Organisation ansässig ist.

Wann wird der Antrag gestellt?

Für Projekte, die zwischen dem 1. Juni und dem 31. Dezember desselben Jahres beginnen, müssen Antragsteller ihren Finanzhilfeantrag bis zum 5. Februar 12.00 Uhr (Mittag Brüsseler Zeit) des betreffenden Jahres einreichen.

Möglichkeit einer weiteren Antragsrunde:

Die Nationalen Agenturen können im Falle ungenutzter Fördermittel eine zweite Antragsrunde durchführen, für die die Bestimmungen dieses Leitfadens ebenfalls gelten. Die Nationalen Agenturen informieren dann auf ihren Webseiten über diese Möglichkeit.

Falls eine zweite Antragsrunde durchgeführt wird, müssen Antragsteller für Projekte, die zwischen dem 1. Januar und dem 31. Mai des folgenden Jahres beginnen, ihren Finanzhilfeantrag bis zum 1. Oktober 12.00 Uhr (Mittag Brüsseler Zeit) einreichen.

Wie ist der Antrag zu stellen?

Nähere Informationen zur Antragstellung finden Sie in Teil C dieses Leitfadens.

Sonstige Kriterien

Ein Träger beruflicher Aus- und Weiterbildung (bzw. seine Niederlassung) oder ein nationales Mobilitätskonsortium kann nur einen Antrag pro Auswahlrunde stellen. Er kann aber Mitglied oder Koordinator mehrerer nationaler Mobilitätskonsortien sein, die alle gleichzeitig einen Antrag einreichen.

 

Weitere Kriterien für die Förderfähigkeit von Mobilitäten für Lernende

Dauer der Aktivität

  • Mobilität bei Berufsbildungsanbietern und/oder Betrieben im Ausland, von 2 Wochen (d. h. 10 Arbeitstage) bis weniger als 3 Monate, ohne Reisezeit
  • Langzeitmobilität zu Trägern beruflicher Aus- und Weiterbildung bzw. Unternehmen im Ausland (ErasmusPro) für die Dauer von drei bis zwölf Monaten ohne Reisezeit.

Ort(e) der Aktivität

Die Teilnehmer müssen ihre Mobilitätsaktivitäten im Ausland (d. h. in einem anderen Programmland) absolvieren.

Förderfähige Teilnehmer

Lernende in beruflicher Aus- und Weiterbildung (einschließlich Auszubildenden), zu deren Ausbildung in der Regel auch das Lernen in Betrieben gehört, mit Wohnsitz im Land der entsendenden Organisation. Personen, die Lernende in beruflicher Aus- und Weiterbildung ins Ausland begleiten.

Absolventen, die ihren Abschluss erst kürzlich bei einem Träger beruflicher Aus- und Weiterbildung erworben haben (einschließlich ehemaliger Auszubildender), können ebenfalls an dieser Aktivität teilnehmen. Personen, die ihren Abschluss erst vor kurzem erworben haben, müssen ihr Auslandspraktikum innerhalb von zwölf Monaten nach Erwerb ihres Abschlusses absolvieren. In Ländern, in denen junge Absolventen nach dem Erwerb ihres Abschlusses zur Ableistung eines Militär- oder Zivildienstes verpflichtet sind, wird der Zeitraum der Förderfähigkeit junger Absolventen um die Dauer des betreffenden Dienstes verlängert.

Weitere Kriterien

Vorbereitender Planungsbesuch (Advanced Planning Visit, APV)

Im Hinblick auf Projekte, die Aktivitäten im Rahmen von ErasmusPro beinhalten, kann der Antragsteller vorbereitende Planungsbesuche (APV) von Personal beantragen, das an der Organisation der ErasmusPro-Aktivitäten beteiligt ist und in einer Arbeitsbeziehung mit der entsendenden Organisation oder dem entsendenden Konsortiummitglied steht (beispielsweise Lehrkräfte, Ausbilder, internationale Mobilitätsbeauftragte usw.).

Im Rahmen eines vorbereitenden Planungsbesuchs müssen die folgenden Förderkriterien beachtet werden:

  • Dauer: höchstens drei Arbeitstage ohne Reisezeit.
  • Jeder vorbereitende Planungsbesuch ist auf einen Teilnehmer begrenzt.
  • Für jede aufnehmende Organisation kann nur jeweils ein vorbereitender Planungsbesuch durchgeführt werden.

 

Weitere Kriterien für die Förderfähigkeit von Mobilitäten für Bildungspersonal

Dauer der Aktivität

2 Tage bis 2 Monate, ohne Reisezeit.

Die 2 Tage Mindestaufenthalt müssen aufeinander folgen.

Ort(e) der Aktivität

Die Teilnehmer müssen ihre Mobilitätsaktivitäten im Ausland (d. h. in einem anderen Programmland) absolvieren.

Förderfähige Teilnehmer

Für die berufliche Bildung zuständiges Personal (z. B. Lehrkräfte, Ausbilder, Mobilitätsbeauftragte, Verwaltungs- und Führungspersonal usw.), das in einer Arbeits- oder Kooperationsbeziehung mit der/den entsendenden Einrichtung(en) steht sowie Personal, das in die strategische Entwicklung der Einrichtung eingebunden ist.

Die Aktivitäten zu Unterrichts-/Ausbildungszwecken stehen auch Personen aus Unternehmen, aus dem öffentlichen Sektor und/oder aus Organisationen der Zivilgesellschaft offen.

Darüber hinaus stehen Aktivitäten zu Unterrichts-/Ausbildungszwecken auch Fachleuten aus Unternehmen offen, die eingeladen werden, um in den antragstellenden Einrichtungen der beruflichen Aus- und Weiterbildung (falls zutreffend den Einrichtungen des Konsortiums) zu unterrichten/auszubilden.

 

Antragstellende Einrichtungen werden anhand der relevanten Ausschluss- und Auswahlkriterien bewertet. Weitere Informationen sind Teil C dieses Leitfadens zu entnehmen.

 

Gewährungskriterien

Die Projekte werden nach den folgenden Kriterien bewertet:

Relevanz des Projekts

(maximal 30 Punkte)

 

  • Relevanz des Vorschlags im Hinblick auf:
    • Ziele der Aktion (siehe Abschnitt „Welche Ziele werden mit Mobilitätsprojekten verfolgt?“) und
    • Erfordernisse und Zielsetzungen der teilnehmenden Organisationen und Personen, auch unter Berücksichtigung des Europäischen Entwicklungsplans,
  • Umfang, in dem der Vorschlag Langzeitmobilität einbindet (ErasmusPro).
  • Eignung des Vorschlags, um
    • die Teilnehmer zu hochwertigen Lernergebnissen zu führen,
    • die Kapazitäten und den internationalen Rahmen der teilnehmenden Organisationen zu stärken.
  • Inwieweit eignet sich der Vorschlag:
    • um Zielgruppen mit geringeren Chancen zu erreichen2;
    • um Organisationen einzubeziehen, die neu in die Aktion einsteigen.

Qualität der Projektkonzeption und ‑durchführung

(maximal 40 Punkte)

 

 

  • Klarheit, Vollständigkeit und Qualität sämtlicher Phasen des vorgeschlagenen Projekts (Vorbereitung, Durchführung und weitere Verfolgung der Mobilitätsaktivitäten),
  • klare Planung und Machbarkeit der Durchführung von Langzeitmobilitäten (ErasmusPro), sofern zutreffend,
  • Übereinstimmung der Projektziele mit den vorgeschlagenen Aktivitäten,
  • Qualität des Europäischen Entwicklungsplans der antragstellenden Organisation,
  • Qualität der praktischen Regelungen, des Managements und der Unterstützungsangebote,
  • Qualität der Teilnehmervorbereitung,
  • Qualität der Regelungen zur Anerkennung und Validierung der Lernergebnisse der Teilnehmer sowie konsistenter Einsatz der europäischen Transparenz- und Anerkennungsinstrumente,
  • Eignung der Maßnahmen zur Auswahl und/oder Einbeziehung von Teilnehmern in die Mobilitätsaktivitäten,
  • gegebenenfalls die Qualität der Zusammenarbeit und der Kommunikation zwischen den teilnehmenden Organisationen und mit anderen maßgeblichen Akteuren.

Wirkung und Verbreitung

(maximal 30 Punkte)

 

  • Qualität der Maßnahmen zur Bewertung der Projektergebnisse;
  • mögliche Wirkung des Projekts:
    • auf Teilnehmer und teilnehmende Organisationen während der Dauer eines Projekts und nach dem Projekt,
    • über die unmittelbar an einem Projekt teilnehmenden Organisationen und Personen hinaus auf lokaler, regionaler, nationaler und/oder europäischer Ebene,
  • Eignung und Qualität von Maßnahmen zur Verbreitung der Projektergebnisse innerhalb der teilnehmenden Organisationen und darüber hinaus.
  • Der Umfang, in dem das Projekt die Langzeitmobilität (ErasmusPro) gegebenenfalls durch die Entwicklung nachhaltiger, grenzübergreifender Zusammenarbeits- und Anerkennungsstrukturen fördert.

 

Projekte können nur dann gefördert werden, wenn sie mindestens 60 Punkte erzielen. Außerdem muss jeweils mindestens die Hälfte der Höchstpunktzahl für die oben genannten Gewährungskriterien erreicht werden (d. h. mindestens 15 Punkte in den Kategorien „Relevanz des Projekts“ und „Wirkung und Verbreitung“ und 20 Punkte für das Kriterium „Qualität der Projektkonzeption und -durchführung“).

 

Bewilligung einer Finanzhilfe

Die maximale Höhe der Finanzhilfe für die ausgewählten Projekte hängt von mehreren Faktoren ab:

  • der Anzahl und der Dauer der Mobilitätsphasen, für die der Antrag gestellt wird,
  • dem Umfang, in dem der Vorschlag Langzeitmobilität von einer Dauer zwischen drei und zwölf Monaten einbindet (ErasmusPro),
  • der früheren Leistung des Antragstellers in Bezug auf die Anzahl von Mobilitätsphasen, die Qualität der Durchführung von Aktivitäten und ein solides Finanzmanagement, sofern der Antragsteller in den vergangenen Jahren bereits eine ähnliche Förderung erhalten hat, und
  • dem gesamten nationalen Budget für die Mobilitätsaktion.

Was Sie sonst noch über diese Aktion wissen sollten

Sonderkosten für teure Reisen

Antragssteller bei Mobilitätsprojekten können unter dem Budgetposten „Sonderkosten“ finanzielle Unterstützung für hohe Reisekosten von Teilnehmern in Anspruch nehmen (bis in Höhe von 80 % der gesamten förderfähigen Kosten, siehe „Welche Regeln gibt es für die Finanzierung?“), einschließlich in Fällen, in denen sich die Teilnehmer für umweltfreundlichere Transportmittel mit geringeren Kohlenstoffemissionen entscheiden (z. B. Zug), was höhere Reisekosten nach sich zieht. Diese Kosten werden anerkannt, sofern der Antragsteller nachweisen kann, dass die Standard-Finanzierungsregeln (basierend auf dem Zuschuss pro Einheit für das betreffende Reiseentfernungsband) nicht mindestens 70 % der Reisekosten der Teilnehmer abdecken. Bei Vergabe ersetzen die Sonderkosten für teure Reisen die reguläre Reisekostenpauschale.

Weitere Hinweise

Weitere obligatorische Kriterien sowie ergänzende hilfreiche Informationen im Zusammenhang mit dieser Aktion sind dem Anhang I dieses Leitfadens zu entnehmen. Interessierten Organisationen wird empfohlen, die Erläuterungen zu den betreffenden Abschnitten in diesem Anhang sorgfältig zu lesen, bevor sie Finanzhilfen beantragen.

Mobilitätsprojekt für Lernende und Berufsbildungspersonal mit Erasmus+ Mobilitätscharta für die Berufsbildung

Nach welchen Kriterien wird dieses Projekt bewertet?

Im Folgenden werden die formalen Anforderungen erläutert, die Mobilitätsprojekte unter der Erasmus+ Mobilitätscharta für die Berufsbildung erfüllen müssen, damit sie im Rahmen von Erasmus+ gefördert werden können:

 

Allgemeine Förderkriterien

Wer ist antragsberechtigt?

Einzelne Einrichtungen der Berufsbildung oder nationale Konsortien, die die Erasmus+ Mobilitätscharta für die Berufsbildung verliehen bekommen haben3.

 

Förderfähige Aktivitäten

 

Mobilitätsprojekte im Bereich der beruflichen Bildung müssen eine oder mehrere der folgenden Aktivitäten beinhalten:

  • Mobilität zu Trägern beruflicher Aus- und Weiterbildung und Unternehmen im Ausland für die Dauer von zwei Wochen bis höchstens drei Monaten,
  • Langzeitmobilität zu Trägern beruflicher Aus- und Weiterbildung bzw. Unternehmen im Ausland für die Dauer von drei bis zwölf Monaten (ErasmusPro),
  • Maßnahmen zu Unterrichts-/Ausbildungszwecken im Ausland (Bildungspersonal),
  • Aktivitäten zu Fort- und Weiterbildungszwecken im Ausland (Bildungspersonal).

Anzahl der teilnehmenden Organisationen

Mobilitätsaktivitäten sind länderübergreifende Aktivitäten, an denen immer mindestens zwei Organisationen (mindestens eine entsendende und eine aufnehmende Organisation) aus verschiedenen Programmländern beteiligt sind.

Im Fall eines nationalen Mobilitätskonsortiums mit Erasmus+ Mobilitätscharta für die Berufsbildung müssen die entsendenden und die aufnehmenden Einrichtungen aus verschiedenen Programmländern sein.

Projektdauer

1 bis 2 Jahre. Der Antragsteller wählt die Projektdauer entsprechend dem Projektziel und der Art der geplanten Aktivitäten bei der Antragstellung aus.

Wo ist der Antrag zu stellen?

Bei der Nationalen Agentur des Landes, in dem die antragstellende Organisation ansässig ist.

Wann wird der Antrag gestellt?

Für Projekte, die zwischen dem 1. Juni und dem 31. Dezember desselben Jahres beginnen, müssen Antragsteller ihren Finanzhilfeantrag bis zum 5. Februar 12.00 Uhr (Mittag Brüsseler Zeit) des betreffenden Jahres einreichen.

 

Möglichkeit einer weiteren Antragsrunde:

Die Nationalen Agenturen können im Falle ungenutzter Fördermittel eine zweite Antragsrunde durchführen, für die die Bestimmungen dieses Leitfadens ebenfalls gelten. Die Nationalen Agenturen informieren dann auf ihren Webseiten über diese Möglichkeit.

Falls eine zweite Antragsrunde durchgeführt wird, müssen Antragsteller für Projekte, die zwischen dem 1. Januar und dem 31. Mai des folgenden Jahres beginnen, ihren Finanzhilfeantrag bis zum 1. Oktober 12.00 Uhr (Mittag Brüsseler Zeit) einreichen.

Wie ist der Antrag zu stellen?

Nähere Informationen zur Antragstellung finden Sie in Teil C dieses Leitfadens.

Sonstige Kriterien

Ein Träger beruflicher Aus- und Weiterbildung oder ein nationales Mobilitätskonsortium kann nur einen Antrag pro Auswahlrunde stellen. Er kann aber Mitglied oder Koordinator mehrerer nationaler Mobilitätskonsortien sein, die alle gleichzeitig einen Antrag einreichen.

 

Weitere Kriterien für die Förderfähigkeit von Mobilitäten für Lernende

Dauer der Aktivität

  • Mobilität bei Berufsbildungsanbietern und/oder Betrieben im Ausland, von 2 Wochen (d. h. 10 Arbeitstage) bis weniger als 3 Monate, ohne Reisezeit,
  • Langzeitmobilität zu Trägern beruflicher Aus- und Weiterbildung bzw. Unternehmen im Ausland (ErasmusPro) für die Dauer von drei bis zwölf Monaten ohne Reisezeit.

Ort(e) der Aktivität

Die Teilnehmer müssen ihre Mobilitätsaktivitäten im Ausland (d. h. in einem anderen Programmland) absolvieren.

Förderfähige Teilnehmer

Lernende in beruflicher Aus- und Weiterbildung (einschließlich Auszubildenden), zu deren Ausbildung in der Regel auch das Lernen in Betrieben gehört, mit Wohnsitz im Land der entsendenden Organisation. Personen, die Lernende ins Ausland begleiten,

Absolventen, die ihren Abschluss erst kürzlich bei einem Träger beruflicher Aus- und Weiterbildung erworben haben (einschließlich ehemaliger Auszubildender), können ebenfalls an dieser Aktivität teilnehmen. Personen, die ihren Abschluss erst vor kurzem erworben haben, müssen ihr Auslandspraktikum innerhalb von zwölf Monaten nach Erwerb ihres Abschlusses absolvieren. In Ländern, in denen junge Absolventen nach dem Erwerb ihres Abschlusses zur Ableistung eines Militär- oder Zivildienstes verpflichtet sind, wird der Zeitraum der Förderfähigkeit junger Absolventen um die Dauer des betreffenden Dienstes verlängert.

Weitere Kriterien

Vorbereitender Planungsbesuch (Advanced Planning Visit, APV)

Im Hinblick auf Projekte, die Aktivitäten im Rahmen von ErasmusPro beinhalten, kann der Antragsteller vorbereitende Planungsbesuche (APV) von Personal beantragen, das an der Organisation der ErasmusPro-Aktivitäten beteiligt ist und in einer Arbeitsbeziehung mit der entsendenden Organisation oder dem entsendenden Konsortiumsmitglied steht (beispielsweise Lehrkräfte, Ausbilder, internationale Mobilitätsbeauftragte usw.).

Im Rahmen eines vorbereitenden Planungsbesuchs müssen die folgenden Förderkriterien beachtet werden:

  • Dauer: höchstens drei Arbeitstage ohne Reisezeit.
  • Jeder vorbereitende Planungsbesuch ist auf einen Teilnehmer begrenzt.
  • Für jede aufnehmende Organisation kann nur jeweils ein vorbereitender Planungsbesuch durchgeführt werden.

 

Weitere Kriterien für die Förderfähigkeit von Mobilitäten für Bildungspersonal

Dauer der Aktivität

2 Tage bis 2 Monate, ohne Reisezeit.

Die 2 Tage Mindestaufenthalt müssen aufeinander folgen.

Ort(e) der Aktivität

Die Teilnehmer müssen ihre Mobilitätsaktivitäten im Ausland (d. h. in einem anderen Programmland) absolvieren.

Förderfähige Teilnehmer

Für die berufliche Bildung zuständiges Personal (z. B. Lehrkräfte, Ausbilder, Mobilitätsbeauftragte, Verwaltungs- und Führungspersonal usw.), das in einer Arbeits- oder Kooperationsbeziehung mit der/den entsendenden Einrichtung(en) steht sowie Personal, das in die strategische Entwicklung der Einrichtung eingebunden ist. 

Die Aktivitäten zu Unterrichts-/Ausbildungszwecken stehen auch Personen aus Unternehmen, aus dem öffentlichen Sektor und/oder aus Organisationen der Zivilgesellschaft offen.

Darüber hinaus stehen Aktivitäten zu Unterrichts-/Ausbildungszwecken auch Fachleuten aus Unternehmen offen, die eingeladen werden, um in den antragstellenden Einrichtungen der beruflichen Aus- und Weiterbildung (falls zutreffend den Einrichtungen des Konsortiums) zu unterrichten/auszubilden.

 

Antragstellende Einrichtungen werden anhand der relevanten Ausschluss- und Auswahlkriterien bewertet. Weitere Informationen sind Teil C dieses Leitfadens zu entnehmen.

 

Gewährungskriterien für Anträge unter der Mobilitätscharta

Eine inhaltliche Bewertung der Anträge von Einrichtungen mit Erasmus+ Mobilitätscharta für die Berufsbildung findet nicht statt, daher gibt es keine Bewertungskriterien (eine Bewertung hat bereits im Rahmen der Beantragung der Mobilitätscharta selbst stattgefunden).

Jeder Finanzhilfeantrag für eine förderfähige Aktivität wird (nach Prüfung der Förderfähigkeit) auch tatsächlich gefördert.

Die maximale Höhe der Finanzhilfe hängt von mehreren Faktoren ab:

  • der Anzahl der Mobilitätsphasen und der Monate/Tage, für die der Antrag gestellt wird,
  • dem Umfang, in dem der Vorschlag Langzeitmobilität von einer Dauer zwischen drei und zwölf Monaten einbindet (ErasmusPro),
  • der früheren Leistung des Antragstellers in Bezug auf die Anzahl von Mobilitätsphasen, die Qualität der Durchführung von Aktivitäten und ein solides Finanzmanagement, sofern der Antragsteller in den vergangenen Jahren bereits eine ähnliche Förderung erhalten hat, und
  • dem gesamten nationalen Budget für die Mobilitätsaktion.

Welche Akkreditierung benötigen Antragsteller für dieses Mobilitätsprojekt?

Die Erasmus+ Mobilitätscharta für die Berufsbildung

Die Erasmus+ Mobilitätscharta in der Berufsbildung zielt darauf ab, den Prozess der Internationalisierung im Bereich der Berufsbildung auf europäischer Ebene zu befördern und nachhaltig zu prägen und dadurch auch die Qualität und Quantität der Mobilität im Bereich der Berufsbildung zu fördern. Aufrufe zur Einreichung von Anträgen auf die Mobilitätscharta werden jährlich auf den Webseiten der Nationalen Agenturen veröffentlicht.

Einrichtungen, denen die Mobilitätscharta für die Berufsbildung verliehen wurde, können in Erasmus+ Leitaktion 1 Mobilitäten für Lernende und Berufsbildungspersonal in einem vereinfachten Verfahren beantragen.

 

Was Sie sonst noch über diese Aktion wissen sollten

Sonderkosten für teure Reisen

Antragssteller bei Mobilitätsprojekten können unter dem Budgetposten „Sonderkosten“ finanzielle Unterstützung für hohe Reisekosten von Teilnehmern in Anspruch nehmen (bis in Höhe von 80 % der gesamten förderfähigen Kosten, siehe „Welche Regeln gibt es für die Finanzierung?“), einschließlich in Fällen, in denen sich die Teilnehmer für umweltfreundlichere Transportmittel mit geringeren Kohlenstoffemissionen entscheiden (z. B. Zug), was höhere Reisekosten nach sich zieht. Diese Kosten werden anerkannt, sofern der Antragsteller nachweisen kann, dass die Standard-Finanzierungsregeln (basierend auf dem Zuschuss pro Einheit für das betreffende Reiseentfernungsband) nicht mindestens 70 % der Reisekosten der Teilnehmer abdecken. Bei Vergabe ersetzen die Sonderkosten für teure Reisen die reguläre Reisekostenpauschale.

 

Sonstige Informationen

Weitere obligatorische Kriterien sowie ergänzende hilfreiche Informationen im Zusammenhang mit dieser Aktion sind dem Anhang I dieses Leitfadens zu entnehmen. Interessierten Organisationen wird empfohlen, die Erläuterungen zu den betreffenden Abschnitten in diesem Anhang sorgfältig zu lesen, bevor sie Finanzhilfen beantragen.

 

Welche Regeln bestehen für die Finanzierung von Aktivitäten?

Grundlage für die Aufstellung des Budgets (in EUR) sind die folgenden Regelungen:

A) Finanzierungsregeln für alle Mobilitätsaktivitäten

Förderfähige Kosten

Finanzierungsmechanismus

Betrag

Zuweisungsregel

Reisekosten

Zuschuss zu den Kosten, die den Teilnehmern einschließlich der Begleitpersonen für die Reise von ihrem Herkunftsort zum Ort der jeweiligen Aktivität und zurück entstehen

Im Rahmen von ErasmusPro-Aktivitäten gegebenenfalls die Reisekosten für einen vorbereitenden Planungsbesuch (APV).

Zuschüsse je Einheit

Entfernungen zwischen 10 und 99 km:

20 EUR/Teilnehmer

Je nach Entfernung und pro Teilnehmer. Die Entfernungen werden mit dem Entfernungsrechner der Kommission ermittelt4. Der Antragsteller muss die Entfernung der einfachen Strecke angeben, um die Höhe des EU-Zuschusses wird für die Hin- und Rückreise zu berechnen.5.

 

Entfernungen zwischen 100 und 499 km:

180 EUR/Teilnehmer

Entfernungen zwischen 500 und 1999 km:

275 EUR/Teilnehmer

Entfernungen zwischen 2000 und 2999 km:

360 EUR/Teilnehmer

Entfernungen zwischen 3000 und 3999 km:

530 EUR/Teilnehmer

Entfernungen zwischen 4000 und 7999 km:

820 EUR/Teilnehmer

Entfernungen von 8000 km und mehr:

1500 EUR/Teilnehmer

Organisatorische Unterstützung

Unmittelbar mit der Durchführung von Mobilitätsaktivitäten in Zusammenhang stehenden Kosten (außer den Aufenthaltskosten der Teilnehmer) einschließlich pädagogischer, interkultureller oder sprachlicher Vorbereitung, Begleitung und Unterstützung von Teilnehmern während der Mobilitätsphase, Validierung der Lernergebnisse, Verbreitungsaktivitäten.

Zuschüsse je Einheit

Bis zum 100. Teilnehmer: 350 EUR/Teilnehmer

+

Ab dem 101. Teilnehmer: 200 EUR für jeden weiteren Teilnehmer

Je nach Anzahl der Teilnehmer

Unterstützung bei besonderem Bedarf

Zusätzliche Kosten, die unmittelbar mit Aufwendungen für Teilnehmende mit Behinderung und Begleitpersonen im Zusammenhang stehen (einschließlich Aufenthalts- und Reisekosten sofern gerechtfertigt und sofern für diese Teilnehmer keine Finanzhilfe in den Kategorien „Reisekosten“ und „individuelle Unterstützung“ beantragt wird).

Tatsächliche Kosten

Bis zu 100 % der förderfähigen Kosten

Voraussetzung: der Antrag auf finanzielle Förderung aufgrund besonderer Bedürfnisse muss auf dem Antragsformular begründet werden.

Außergewöhnliche Kosten/Sonderkosten

Zusätzliche Kosten zur Unterstützung der Teilnahme von Lernenden mit geringeren Chancen (außer der Kosten für Reise und individuelle Unterstützung der Teilnehmer und Begleitpersonen).

Kosten für die Bereitstellung von Finanzsicherheiten, falls die Nationale Agentur solche anfordert.

 

Hohe Reisekosten von Teilnehmern, einschließlich bei Nutzung von umweltfreundlichen, emissionsärmeren Transportmitteln  (Einzelheiten sind dem Abschnitt „Was Sie sonst noch über diese Aktion wissen sollten“ zu entnehmen.).

Tatsächliche Kosten

Kosten für Finanzsicherheiten: 75 % der förderfähigen Kosten

Sonstige Aufwendungen: 100 % der förderfähigen Kosten

 

 

 

Hohe Reisekosten: höchstens 80 % der förderfähigen Kosten

Voraussetzung: der Antrag auf finanzielle Förderung zur Deckung von außergewöhnlichen Kosten/Sonderkosten muss auf dem Antragsformular begründet werden.

 

B) Beantragung zusätzlicher Unterstützung für Mobilitätsaktivitäten von Lernenden im Bereich der beruflichen Bildung

Förderfähige Kosten

Finanzierungsmechanismus

Betrag

Zuweisungsregel

Individuelle Unterstützung

Kosten, die unmittelbar mit dem Aufenthalt der Teilnehmer, einschließlich Begleitpersonen6, während der Aktivität in Zusammenhang stehen.

Zuschüsse je Einheit

bis zum 14. Tag der Aktivität: A2.1 pro Tag und Teilnehmer

+

ab dem 15. Tag der Aktivität bis zur Dauer von 12 Monaten: 70 % von A2.1 pro Tag und Teilnehmer

Auf der Grundlage der Aufenthaltsdauer pro Teilnehmer (gegebenenfalls einschließlich eines Reisetags vor der Aktivität und eines Reisetags im Anschluss an die Aktivität).

Im Rahmen von ErasmusPro-Aktivitäten gegebenenfalls die Kosten im Zusammenhang mit der Unterbringung von Personal, das an einem vorbereitenden Planungsbesuch teilnimmt.

A2.2 pro Tag und Teilnehmer

Auf der Grundlage der Aufenthaltsdauer pro Teilnehmer (gegebenenfalls einschließlich eines Reisetags vor der Aktivität und eines Reisetags im Anschluss an die Aktivität).

Unterstützung zur sprachlichen Vorbereitung

Kosten der Angebote an die Teilnehmer (vor der Abreise bzw. während der Aktivität) zur Verbesserung der Kenntnisse in der Sprache, die sie während ihres Studienaufenthalts bzw. während der Ausbildung im Rahmen ihrer Aktivität verwenden.

Zuschüsse je Einheit

Nur für Aktivitäten mit einer Dauer zwischen 19 Tagen und 12 Monaten:

150 EUR pro Teilnehmer, der Unterstützung zur sprachlichen Vorbereitung benötigt

Voraussetzung: die Antragsteller müssen die Unterstützung für die Unterrichtssprache der jeweiligen Aktivität beantragen; maßgeblich sind dabei die Bedürfnisse der Teilnehmer im Hinblick auf Sprachen, die vom Erasmus+ Onlinetool zur Sprachunterstützung (OLS) nicht abgedeckt werden.

 

C) Zusätzliche Unterstützung für Mobilitätsaktivitäten von Personal im Bereich der beruflichen Bildung

Förderfähige Kosten

Finanzierungsmechanismus

Betrag

Zuweisungsregel

Individuelle Unterstützung

Kosten, die unmittelbar mit dem Aufenthalt der Teilnehmer, einschließlich Begleitpersonen, in Zusammenhang stehen.

Zuschüsse je Einheit

bis zum 14. Tag der Aktivität: A2.2 pro Tag und Teilnehmer

+

zwischen dem 15. und 60. Tag der Aktivität: 70 % von A2.2 pro Tag und Teilnehmer.

Auf der Grundlage der Aufenthaltsdauer pro Teilnehmer (gegebenenfalls einschließlich eines Reisetags vor der Aktivität und eines Reisetags im Anschluss an die Aktivität).

 

Tabelle 1 – Individuelle Unterstützung (Beträge in EUR/Tag)

Die Höhe der Beträge richtet sich nach dem Land der Mobilitätsaktivität. Jede Nationale Agentur legt anhand objektiver und transparenter Kriterien die Beträge für in ihrem Land eingereichte Projekte innerhalb der in der folgenden Tabelle genannten Spannen fest. Diese Beträge bewegen sich innerhalb der in der folgenden Tabelle genannten Spannen. Die genauen Beträge werden auf der Website der jeweiligen Nationalen Agentur veröffentlicht.

 

Zielland

Mobilität der Lernenden

Personalmobilität

 

Spanne (pro Tag)

Spanne (pro Tag)

 

A2.1

A2.2

Gruppe 1:

Norwegen, Dänemark, Luxemburg, Vereinigtes Königreich, Island, Schweden, Irland, Finnland, Liechtenstein

30-120

80-180

Gruppe 2:

Niederlande, Österreich, Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Zypern, Griechenland, Malta, Portugal

26-104

70-160

Gruppe 3:

Slowenien, Estland, Lettland, Kroatien, Slowakei, Tschechische Republik, Litauen, Türkei, Ungarn, Polen, Rumänien, Bulgarien, Republik Nordmazedonien, Serbien

22-88

60-140

 

  • 1. In Ländern, in denen junge Absolventen nach dem Erwerb ihres Abschlusses zur Ableistung eines Militär- oder Zivildienstes verpflichtet sind, wird der Zeitraum der Förderfähigkeit junger Absolventen um die Dauer des betreffenden Dienstes verlängert.
  • 2. Für eine genauere Definition von Menschen mit geringeren Chancen siehe Teil A dieses Leitfadens, Abschnitt „Chanchengleichheit und Integration“.
  • 3. Weitere Informationen zur Erasmus+ Mobilitätscharta für die Berufsbildung finden Sie im entsprechenden Kapitel in Anhang I dieses Leitfadens.
  • 4. (https://ec.europa.eu/programmes/erasmus-plus/resources/distance-calculator_de)
  • 5. Beispiel: Wenn jemand aus Madrid (Spanien) an einer Aktivität in Rom (Italien) teilnimmt, führt der Antragsteller folgende Schritte durch: a) Berechnung der Entfernung zwischen Madrid und Rom (1365,28 km); b) Auswahl der entsprechenden Entfernungsspanne (d. h. zwischen 500 und 1999 km) und c) Berechnung der EU-Finanzhilfe, die einen Beitrag zu den Reisekosten des Teilnehmers aus Madrid nach Rom und zurück darstellt (275 EUR).
  • 6. Für Begleitpersonen gelten die Sätze für Personal im Bereich der beruflichen Bildung. Siehe die Kostenart „Individuelle Unterstützung“ in Abschnitt C) Zusätzliche Unterstützung für Mobilitätsaktivitäten von Personal im Bereich der beruflichen Bildung. In Ausnahmefällen, wenn die Begleitperson über 60 Tage im Ausland bleiben muss, werden zusätzliche Unterbringungskosten nach dem 60. Tag unter der Finanzplanrubrik „Unterstützung bei besonderem Bedarf“ finanziert.