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Anhang III – Glossar wichtiger Begriffe

Begleitperson

Generelle Definition für alle Bereiche der allgemeinen und beruflichen Bildung und Jugend: Eine Begleitperson ist eine Person, die Teilnehmer – Lernende, Personal oder ehren- oder hauptamtliche Fachkräfte der Jugendarbeit – mit besonderem Unterstützungsbedarf (d. h. mit Behinderungen) bei einer Mobilitätsaktivität begleitet sowie Unterstützung und zusätzliche Hilfestellung gewährleistet. Darüber hinaus kann eine Begleitperson bei

  • Lernenden in der beruflichen Aus- und Weiterbildung sowie Freiwilligenaktivitäten im Rahmen der Leitaktion 1,
  • kurz- oder langzeitigen Mobilitätsaktivitäten von Schülern und gemischten Mobilitätsaktivitäten junger Menschen im Rahmen von Leitaktion 2
  • und Treffen junger Menschen mit Entscheidungsträgern im Bereich Jugend im Rahmen der Leitaktion 3

auch ein Erwachsener sein, der einen oder mehrere Lernende im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung, Freiwillige mit geringeren Chancen oder Schüler bzw. Jugendliche im Ausland (insbesondere Minderjährige oder junge Menschen mit wenig Erfahrung außerhalb ihres Landes) begleitet, um ihren Schutz und ihre Sicherheit sowie ein wirksames Lernen im Rahmen der Mobilitätserfahrung zu gewährleisten.

Akkreditierung Prozess, der gewährleistet, dass die Organisationen, die eine Förderung im Rahmen einer Erasmus+-Aktion wünschen, bestimmte Qualitätsanforderungen oder bestimmte Voraussetzungen erfüllen, die die Europäische Kommission für diese Aktion festgelegt hat. Je nach Aktionstyp und Land, in dem die antragstellende Organisation ansässig ist, wird die Akkreditierung von der Exekutivagentur, einer Nationalen Agentur oder einem SALTO-Ressourcenzentrum vorgenommen. Der Akkreditierungsprozess wurde für Organisationen eingerichtet, die sich an Projekten im Hochschulbereich (einschließlich Mobilitätsprojekten) oder an Mobilitätsaktivitäten im Jugendbereich beteiligen möchten.
Aktion Ein Bereich oder eine Maßnahme im Rahmen des Programms Erasmus+; Beispiele: strategische Partnerschaften in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung und Jugend, gemeinsame Erasmus-Mundus-Masterabschlüsse, Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten usw.
Aktivität Im Rahmen eines Projekts durchgeführte Aufgaben. Es werden verschiedene Arten von Aktivitäten unterschieden (Mobilitätsaktivitäten, Kooperationsaktivitäten usw.). Im Rahmen von „Jean Monnet“ wird der Begriff Aktivität im Sinne von „Aktion“ verwendet (siehe vorstehende Definition).
Erwachsenenbildung Alle Formen nichtberuflicher Erwachsenenbildung formalen, nichtformalen oder informellen Charakters (berufliche Weiterbildung, siehe „Berufliche Bildung“).
Organisation der Erwachsenenbildung Eine öffentliche oder private Organisation im Bereich der Erwachsenenbildung.
Erwachsener Lernender Eine Person, die ihre allgemeine oder berufliche Erstausbildung abgeschlossen hat oder zumindest nicht mehr daran teilnimmt, sich aber später an einer Fort- oder Weiterbildungsmaßnahme beteiligt (durch formales, nichtformales oder informelles Lernen), mit Ausnahme von Lehrkräften/Ausbildern im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung.
Vorbereitender Planungsbesuch (APV = Advanced Planning Visit) Planungsbesuch im Land der aufnehmenden Organisation(en) vor Jugendbegegnungen oder Freiwilligenaktivitäten im Rahmen von Projekten zur Förderung der Mobilität junger Menschen sowie ErasmusPro-Aktivitäten im Rahmen von Mobilitätsprojekten für Lernende in der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Der Zweck vorbereitender Planungsbesuche besteht darin, administrative Vorkehrungen vorzubereiten und zu unterstützen, Vertrauen und gegenseitigem Verständnis aufzubauen und eine solide Partnerschaft zwischen den beteiligten Organisationen zu begründen, um so eine hohe Qualität der geplanten Aktivitäten zu gewährleisten. Bei Projekten zur Förderung der Mobilität junger Menschen können sich auch junge Teilnehmer an dem Planungsbesuch beteiligen, damit sie vollständig in die Projektgestaltung einbezogen werden.
Verbundene Einrichtung

Folgende Einrichtungen können (im Einklang mit Artikel 122 der Haushaltsordnung) als verbundene Einrichtungen betrachtet werden:

  • Rechtsträger mit einer rechtlichen oder finanziellen Verbindung zu Begünstigten; die Verbindung ist weder auf die Maßnahme beschränkt noch wurde sie die für den ausschließlichen Zweck ihrer Durchführung eingerichtet;
  • mehrere Einrichtungen, die die Kriterien für die Gewährung einer Finanzhilfe erfüllen und gemeinsam eine Einrichtung bilden, die als alleiniger Begünstigter behandelt werden könnte, einschließlich solcher Fälle, in denen die Einrichtung speziell zum Zweck der Durchführung der Maßnahme gegründet wurde.

Verbundene Einrichtungen müssen die Förderfähigkeitskriterien und gegebenenfalls auch die für Antragsteller geltenden Auswahlkriterien erfüllen, und die Ausschlusskriterien dürfen nicht auf sie zutreffen.

Antragsteller Teilnehmende Organisation oder informelle Gruppe, die einen Finanzhilfeantrag stellt. die Antragsteller können ihren Antrag einzeln oder im Namen einer anderen am Projekt beteiligten Organisation stellen. Im letztgenannten Fall stellt der Koordinator den Antrag.
(Antrags)frist Datum, zu dem das Antragsformular bei der Nationalen Agentur oder der Exekutivagentur einzureichen ist, damit ein Antrag überhaupt als förderfähig bewertet werden kann.
Lehre (Auszubildender) Als Lehre werden die Formen der „dualen“ beruflichen Erstausbildung bezeichnet, bei denen eine betriebliche Ausbildung (Phasen praktischer Tätigkeit am Arbeitsplatz) im zeitlichen Wechsel mit einer schulischen Ausbildung (Phasen theoretischer/praktischer Ausbildung in einer Bildungseinrichtung) kombiniert wird und bei denen nach erfolgreicher Teilnahme ein national anerkannter Erstausbildungsabschluss verliehen wird.
Grundfertigkeiten, Lese- und Schreibfähigkeit, Mathematik, Naturwissenschaften und Technologie: diese Fertigkeiten sind Bestandteil der Schlüsselkompetenzen.
Begünstigter Nach der Auswahl eines Projekts wird der Antragsteller zum Begünstigten einer im Rahmen von Erasmus+ gewährten Finanzhilfe. Der Begünstigte unterzeichnet eine Finanzhilfevereinbarung mit der Nationalen Agentur oder der Exekutivagentur, die sein Projekt ausgewählt hat, bzw. dem Begünstigten wird ein Finanzhilfebeschluss zugestellt. Wenn der Antrag im Namen einer anderen teilnehmenden Organisation gestellt wurde, können die Partner des Konsortiums Mitbegünstigte der Finanzhilfe werden.
Gemischtes Lernen Auch als „Blended Learning“ bezeichnet – Studientyp, der das Lernen in einer Kombination verschiedener Modi umfasst. Oft verwendet im Zusammenhang mit Kursen, in deren Rahmen eine Kombination aus traditionellem, persönlichem Unterricht in Workshops und Seminaren und Online-Fernunterricht (per Internet, Fernsehen, Telefonkonferenzen) verwendet wird.
Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen Von oder im Namen der Kommission veröffentlichte Aufforderung, innerhalb eines bestimmten Zeitraums einen Vorschlag für eine Aktion vorzulegen, der den verfolgten Zielen entspricht und die erforderlichen Bedingungen erfüllt. Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen werden im Amtsblatt der Europäischen Union (Reihe C) und/oder auf den entsprechenden Websites der Kommission, der nationalen oder der Exekutivagentur veröffentlicht.
Zertifikat Im Zusammenhang mit Erasmus+ ein Dokument, das nach Abschluss einer Lernaktivität in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung und Jugend ausgestellt wird. Das Zertifikat bestätigt die Teilnahme an der betreffenden Aktivität und gegebenenfalls die Lernergebnisse, die der Teilnehmer bei dieser Aktivität erzielt hat.
Schreibfehler Ein kleiner Fehler oder Unachtsamkeit, welche unabsichtlich die Bedeutung eines Dokumentes verändern, sowie beispielsweise ein Schreibfehler, das unabsichtliche Auslassen oder Hinzufügen von Wörtern, Sätzen oder Zahlen.
Kofinanzierung Bei einer Kofinanzierung müssen die Kosten eines von der EU geförderten Projekts teilweise vom Begünstigten getragen oder zusätzlich zur Unterstützung durch die EU mit externen Mitteln gefördert werden.
Unternehmen Eine nach Zivil- oder Handelsrecht gegründete juristische Person oder eine Genossenschaft einschließlich anderer juristischer Personen des öffentlichen Rechts und des Zivilrechts; gemeinnützige Organisationen werden nicht als Betriebe bezeichnet.
Konsortium Zwei oder mehr beteiligte Organisationen, die sich zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung eines Projekts oder einer Projektaktivität zusammenschließen. Es ist zwischen nationalen Konsortien (d. h. Konsortien, an denen Organisationen ausschließlich aus einem einzigen Land beteiligt sind) und internationalen Konsortien (an denen Organisationen aus verschiedenen Ländern beteiligt sind) zu unterscheiden.
Koordinator/Koordinierende Organisation Eine teilnehmende Organisation, die eine Finanzhilfe im Rahmen von Erasmus+ im Namen eines Konsortiums mehrerer Partnerorganisationen beantragt.
Mobilität zum Erwerb von Leistungspunkten Ein im Rahmen eines Studiums an einer Einrichtung im Herkunftsland durchgeführtes zeitlich begrenztes Auslandsstudium oder -praktikum zum Erwerb von Leistungspunkten. Nach der Mobilitätsphase schließen die Studierenden ihr Studium in ihrer Herkunftseinrichtung ab.
Leistungspunkt Auch als „Credit“ bezeichnet – eine Reihe von Lernergebnissen einer Einzelperson, die bewertet wurden und die für eine Qualifikation angesammelt oder auf andere Lernprogramme oder Qualifikationen übertragen werden können.
Mobilität zum Erwerb eines Abschlusses Ein Studienaufenthalt im Ausland zum Erwerb eines Hochschulabschlusses oder eines Zertifikats im Zielland/in den Zielländern.
Diplomzusatz (Diploma Supplement) Ein Anhang zur offiziellen Qualifikationsdokumentation, aus dem detaillierte Informationen zum abgeschlossenen Studium entnommen werden können, gemäß einem vereinbarten Format, international anerkannten Format. Ein Dokument, das einem Hochschuldiplom beiliegt und eine standardisierte Beschreibung des Charakters, der Stufe, des Kontexts, des Inhalts und Status der Studien bereitstellt, die von seinem Inhaber abgeschlossen wurden. Diploma Supplements werden von Hochschuleinrichtungen nach Standards ausgestellt, die von der Europäischen Kommission, dem Europarat und der UNESCO vereinbart wurden. Der Diplomzusatz ist Bestandteil des Europasses (siehe weiter unten). Im Rahmen eines internationalen gemeinsamen Studienprogramms sollte für das gesamte Programm ein „gemeinsamer Diplomzusatz“ ausgestellt werden, der von allen Universitäten unterzeichnet wird, die an der Verleihung des Abschlusses beteiligt waren.
Doppelabschluss/Mehrfachabschluss Ergebnis eines Studiengangs, der von mindestens zwei (bei einem Doppelabschluss) oder mehr (bei Mehrfachabschlüssen) Hochschuleinrichtungen angeboten wird und bei dem jede der beteiligen Einrichtungen den Absolventen einen separaten Abschluss verleiht.
Duale Karriere Kombination des Trainings für den Leistungssport mit der allgemeinen Bildung oder der Berufstätigkeit.
ECHE (Erasmus Charter for Higher Education) Eine von der Europäischen Kommission verliehene Akkreditierung, die Hochschuleinrichtungen aus Programmländern ermöglicht, einen Antrag auf Teilnahme an Lern- und Kooperationsaktivitäten im Rahmen von Erasmus+ zu stellen und an den Aktivitäten teilzunehmen. Die Charta beschreibt die Grundsätze, die eine Hochschuleinrichtung bei der Organisation und Durchführung hochwertiger Mobilitätsaktivitäten einzuhalten hat, und legt die Erfordernisse fest, zu deren Einhaltung sich die Einrichtung verpflichtet, um hochwertige Dienstleistungen und Verfahren zu gewährleisten und zuverlässige und transparente Informationen zu bieten.
ECTS (European Credit Transfer and Accumulation System = Europäisches System zur Übertragung und Akkumulierung von Studienleistungen) Ein auf die Lernenden ausgerichtetes System zur Akkumulierung und Übertragung, auf der Grundlage der Transparenz der Lern-, Unterrichts- und Bewertungsverfahren. Sein Ziel besteht in der Planung, Bereitstellung und Evaluierung von Studienprogrammen und der Mobilität von Lernenden in Form der Anerkennung von Qualifikationen und Lernzeiträumen. Das System fördert die Konzeption, Beschreibung und Bereitstellung von Studienprogrammen und die Verleihung von Hochschulqualifikationen. Die Nutzung des ECTS in Verbindung mit ergebnisorientierten Qualifizierungsrahmen erhöht die Transparenz von Studienprogrammen und Qualifikationen und vereinfacht die Anerkennung der Qualifikationen.
ECVET (European Credit System for Vocational Education and Training = Europäisches Leistungspunktesystem für die Berufsbildung) Ein System, das die Validierung, Anerkennung und Sammlung beruflicher Qualifikationen und Kompetenzen erleichtern soll, die im Ausland oder unter anderen Gegebenheiten erworben wurden. Das ECVET soll die Kompatibilität verschiedener Berufsbildungssysteme in Europa und der entsprechenden Qualifikationen erhöhen. Mit diesem System soll ein technischer Rahmen zur Beschreibung von Qualifikationen anhand von Leistungseinheiten einschließlich der erforderlichen Verfahren zur Bewertung, Übertragung, Sammlung und Anerkennung der erzielten Lernergebnisse geschaffen werden.
Unternehmen Jedes Unternehmen, das einer wirtschaftlichen Aktivität nachgeht, unabhängig von der Größe, der Rechtsform und der jeweiligen Branche.
EQAVET (European Quality Assurance Reference Framework for Vocational Education and Training = Europäischer Bezugsrahmen für die Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung) Ein Referenzinstrument für politische Entscheidungsträger auf der Grundlage eines vierstufigen Qualitätszyklus, das Zielvorgaben und Planungen sowie Maßnahmen zur Durchführung, Evaluierung und Prüfung beinhaltet. Es respektiert die Autonomie der einzelnen Staaten und ist ein freiwilliges System, das von Behörden und sonstigen mit Maßnahmen zur Qualitätssicherung befassten Stellen verwendet werden kann.
EQR (Europäischer Qualifikationsrahmen) Ein gemeinsames europäisches Referenzinstrument zur „Übersetzung“ von Informationen verschiedener Systeme und Abschlüsse der allgemeinen und beruflichen Bildung. Der EQR soll die Transparenz, die Vergleichbarkeit und die Übertragbarkeit von Qualifikationen in ganz Europa verbessern, die Mobilität zu Erwerbs- und Lernzwecken fördern und den Prozess des lebenslangen Lernens vereinfachen wie in der Empfehlung 2008/C 111/01 des Europäischen Parlaments und des Rates vorgesehen.
ESCO (European Skills, Competences, Qualifications and Occupations = (mehrsprachige Europäische Klassifizierung für Fähigkeiten/Kompetenzen, Qualifikationen und Berufe) Die ESCO beschreibt und kategorisiert Fähigkeiten und Kompetenzen, Qualifikationen und Berufe, die für den Arbeitsmarkt sowie für die allgemeine und die berufliche Bildung in der EU von Bedeutung sind, in 25 europäischen Sprachen. Das System enthält Berufsprofile und macht die Beziehungen zwischen Berufen, Fähigkeiten, Kompetenzen und Qualifikationen deutlich. Die ESCO wurde in einem offenen IT-Format erstellt und ist allgemein kostenlos zugänglich.
Ansässig Als „ansässig“ wird eine Organisation oder Einrichtung bezeichnet, die bestimmte Anforderungen eines Landes erfüllt (Registrierung, Rechnungslegung, Vorlage von Veröffentlichungen usw.); wenn diese Anforderungen erfüllt sind, kann die zuständige nationale Behörde die betreffende Organisation oder Einrichtung formal anerkennen. Bei einer informellen Gruppe junger Menschen wird der Wohnsitz des rechtlichen Vertreters der Gruppe als maßgeblich für die Bewertung der Förderfähigkeit im Rahmen von Erasmus+ angenommen.
Europass Der Europass besteht aus einem Portfolio von fünf Dokumenten und einem elektronischen Portfolio zur Beschreibung der Lernleistungen, der offiziellen Qualifikationen, der Arbeitserfahrung, der Fertigkeiten und Kompetenzen, die der Inhaber im Laufe der Zeit erworben hat. Diese Dokumente sind der Europass-Lebenslauf, der Diplomzusatz, das Europass-Mobilitätszertifikat und der Europass-Sprachenpass. Außerdem enthält der Europass den Europäischen Skills-Pass, ein benutzerfreundliches elektronisches Portfolio, mit dem der Inhaber eine persönliche, modulare Übersicht über seine Kompetenzen und Qualifikationen erstellen kann. Der Europass soll die Mobilität fördern und die Beschäftigungschancen sowie die Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen in Europa verbessern.
Europäischer Entwicklungsplan Ein Dokument für Schulen und Organisationen im Bereich der Erwachsenenbildung, in dem die Qualitäts- oder Internationalisierungsanforderungen der jeweiligen Einrichtung oder Organisation beschrieben werden und in dem erläutert wird, wie diese Anforderungen mit den geplanten europäischen Aktivitäten erfüllt werden. Der Europäische Entwicklungsplan ist Bestandteil des Antragsformulars für Schulen und Organisationen im Bereich der Erwachsenenbildung, die Finanzhilfen für Aktivitäten zur Förderung der Lernmobilität im Rahmen von Leitaktion 1 beantragen möchten.
Europäische Jugend-NRO Eine Nichtregierungsorganisation (NRO), die im Rahmen einer formal anerkannten Struktur tätig ist und sich zusammensetzt aus a) einer europäischen Stelle/einem europäischen Sekretariat (Antragsteller), die bzw. der zum Zeitpunkt der Antragstellung seit mindestens einem Jahr rechtmäßig in einem Programmland ansässig ist, und b) nationalen Organisationen/Zweigstellen in mindestens zwölf Programmländern, die nach Maßgabe ihrer Satzung mit der europäischen Stelle bzw. dem europäischen Sekretariat verbunden sind, 2) im Bereich Jugend tätig ist und Aktivitäten zur Durchführung von Maßnahmen im Rahmen der Aktionsfelder der EU-Jugendstrategie unterstützt und 3) junge Menschen in das Management und die Leitung der Organisation einbezieht.
Höhere Gewalt Eine nicht vorhersehbare Ausnahmesituation bzw. ein entsprechendes Ereignis, die/das sich außerhalb der Kontrolle des Teilnehmers befindet und nicht auf Fehler oder Fahrlässigkeit des Teilnehmers zurückzuführen ist.
Breitensport Organisierter Sport, der auf lokaler Ebene durch Amateursportler ausgeübt wird, und Sport für alle.
Gruppenleiter Der Gruppenleiter von Projekten zur Förderung der Mobilität junger Menschen ist ein Erwachsener, der die jungen Menschen begleitet, die an einer Jugendbegegnung teilnehmen. Er soll dafür sorgen, dass die jungen Menschen effizient lernen (Youthpass), und dass für ihren Schutz und für ihre Sicherheit gesorgt ist.
Gruppe junger Menschen, die Jugendarbeit leisten, aber nicht unbedingt in einer Jugendorganisation tätig sind (auch informelle Gruppe junger Menschen) Eine Gruppe von mindestens vier jungen Menschen, die nach geltendem nationalem Recht keine eigene Rechtspersönlichkeit hat und deren Vertreter rechtliche Verpflichtungen im Namen der Gruppe eingehen können. Diese Gruppen junger Menschen können Antragsteller und Partner bestimmter Aktionen im Rahmen von Erasmus+ sein. Aus praktischen Gründen werden diese Gruppen in diesem Leitfaden Rechtspersonen (Organisationen, Einrichtungen usw.) gleichgestellt und im Zusammenhang mit den Aktionen, an denen sie sich beteiligen können, als an Erasmus+ teilnehmende Organisationen behandelt. Die Gruppe muss sich aus mindestens vier jungen Menschen zusammensetzen, deren Alter dem Gesamtalter der jungen Menschen im Programm entspricht (13-30). In Ausnahmefällen, wenn alle Teilnehmer einer Gruppe minderjährig sind, können diese von einem Erwachsenen vertreten werden. Dieses erlaubt es Gruppen junger Menschen (in denen alle minderjährig sind) mit der Hilfe eines Jugendarbeiters oder Coaches einen Antrag zu stellen.
Hochschuleinrichtung (Higher education institution) Alle Arten von gemäß den einzelstaatlichen Rechtsvorschriften oder Gepflogenheiten bestehenden Einrichtungen der Hochschulbildung, an denen anerkannte akademische Grade oder andere anerkannte Qualifikationen der Tertiärstufe erworben werden können, ungeachtet ihrer jeweiligen Bezeichnung, und alle Einrichtungen, die gemäß den einzelstaatlichen Rechtsvorschriften oder Gepflogenheiten berufliche Aus- oder Weiterbildung der Tertiärstufe anbieten.
Agenda für die Modernisierung der Hochschulsysteme Strategie der Europäischen Kommission zur Unterstützung von Reformen der Mitgliedstaaten und zur Förderung der Ziele der Strategie „Europa 2020“ im Bereich des Hochschulwesens. In der neuen Agenda sind hauptsächlich die folgenden Reformen vorgesehen: Steigerung der Anzahl der Hochschulabsolventen; Verbesserung der Qualität und der Relevanz der Lehre und Forscherausbildung, um die Absolventinnen und Absolventen mit dem Wissen und den zentralen übertragbaren Kompetenzen ausstatten, die sie benötigen, um erfolgreich einen hoch qualifizierten Beruf ausüben zu können; Angebot umfangreicherer Möglichkeiten für Studierende, durch Studium oder Ausbildung im Ausland zusätzliche Fähigkeiten und Kenntnisse zu erwerben; Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit für bessere Leistungen der Hochschuleinrichtungen; Stärkung des „Wissensdreiecks“ zwischen Bildung, Forschung und Wirtschaft zur Schaffung wirksamer Lenkungs- und Finanzierungsmechanismen für die Exzellenzförderung im Interesse einer effizienten Governance und wirksamer Finanzierungsmechanismen zur Exzellenzförderung.
Informelle Gruppe junger Menschen Siehe Definition unter „Gruppe junger Menschen, die Jugendarbeit leisten, aber nicht unbedingt in einer Jugendorganisation tätig sind“.
Informelles Lernen Lernen aus täglichen Aktivitäten am Arbeitsplatz, in der Familie oder in der Freizeit; diese Form des Lernens ist im Hinblick auf Lernziele und -zeiten sowie in Bezug auf unterstützende Maßnahmen nicht organisiert oder strukturiert. Informelles Lernen kann aus Sicht des Lernenden unbeabsichtigt sein.
International Bei Erasmus+ im Zusammenhang mit Aktionen verwendet, an denen mindestens ein Programmland und mindestens ein Partnerland beteiligt sind.
Job Shadowing (praktische Lernerfahrung) Ein Kurzzeitaufenthalt in einer Partnerorganisation im Ausland, bei der die Teilnehmer dadurch lernen, dass sie Praktiker bei ihrer täglichen Arbeit in der aufnehmenden Organisation begleiten, sich über bewährte Verfahren austauschen, Kompetenzen und Fertigkeiten erwerben und/oder langfristige Partnerschaften durch partizipative Beobachtung aufbauen.
Gemeinsamer Abschluss Ein Einzelabschluss, der einem Studierenden nach Abschluss eines gemeinsamen Programms verliehen wird. Der gemeinsame Abschluss muss von den zuständigen Behörden mindestens zweier teilnehmender Einrichtungen gemeinsam unterzeichnet und in den Ländern, in denen diese teilnehmenden Organisationen ansässig sind, offiziell anerkannt werden.
Gemeinsame Programme Hochschulprogramme (Studien- oder Forschungsprogramme), die von mindestens zwei Hochschuleinrichtungen gemeinsam konzipiert, durchgeführt und vollständig anerkannt werden. Gemeinsame Programme können auf beliebigen Ebenen im Hochschulbereich durchgeführt werden (Bachelor, Master oder Promotion). Gemeinsame Programme können als nationale Programme (teilnehmende Universitäten aus einem einzigen Land) und als internationale Programme (teilnehmende Hochschuleinrichtungen aus mindestens zwei verschiedenen Ländern) durchgeführt werden.
Schlüsselkompetenzen Der Grundstock an Kenntnissen, Fertigkeiten und Einstellungen, die alle Menschen gemäß der Empfehlung 2006/962/EG des Europäischen Parlaments und des Rates für ihre persönliche Entfaltung und Entwicklung, aktive Beteiligung an der Gesellschaft, soziale Integration und Beschäftigung benötigen.
Mobilität zu Lernzwecken Physischer Wechsel einer Person in ein anderes Land als das Land des Wohnsitzes, um dort zu studieren, einer beruflichen Aus- oder Weiterbildung oder einer informellen Lernaktivität nachzugehen; diese kann in Form eines Praktikums, einer Lehre, einer Jugendbegegnung, einer Freiwilligentätigkeit, einer Unterrichtstätigkeit oder einer Aktivität zur beruflichen Weiterentwicklung stattfinden; sie kann auch vorbereitende Maßnahmen, wie etwa Unterricht in der Sprache des Aufnahmelandes, sowie Entsende-, Aufnahme- und Folgemaßnahmen beinhalten.
Lernergebnisse Angaben dazu, was ein Lernender nach Abschluss eines Lernprozesses weiß, kennt und tun kann (Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen).
Lebenslanges Lernen Alle Formen der allgemeinen und der beruflichen Bildung und Ausbildung sowie des nichtformalen und informellen Lernens während des gesamten Lebens, aus denen sich eine Verbesserung von Wissen, Fertigkeiten und Kompetenzen oder der Teilhabe an der Gesellschaft im Hinblick auf persönliche, staatsbürgerliche, kulturelle, soziale und/oder beschäftigungsbezogene Ziele ergibt, einschließlich der Bereitstellung von Beratungs- und Orientierungsdiensten.
Mentoring Maßnahmen zur persönlichen Unterstützung, die Freiwilligen neben den aufgabenbezogenen flankierenden Maßnahmen angeboten werden. Hauptverantwortlich für das Mentoring ist ein von der aufnehmenden oder koordinierenden Organisation beauftragter Mentor. Mentoring findet durch regelmäßige Treffen statt, in denen das Wohlbefinden der Freiwilligen sowohl innerhalb als auch außerhalb der aufnehmenden Organisation beobachtet und verfolgt wird. Mentoring richtet sich an die einzelnen Freiwilligen und folglich variieren Inhalt und Häufigkeit der Treffen den individuellen Bedürfnissen der Teilnehmer entsprechend. Mögliche Themen für Mentoring-Treffen: persönliches Wohlbefinden, Wohlbefinden im Team, Zufriedenheit mit den Aufgaben, praktische Erfordernisse usw.
Mobilitätsvereinbarung/Lernvereinbarung Eine Vereinbarung zwischen der entsendenden und der aufnehmenden Organisation und den beteiligten Einzelpersonen, in der die Ziele und der Gegenstand der Mobilitätsphase beschrieben werden, um die Relevanz und die Qualität der betreffenden Mobilitätsaktivität sicherzustellen. Die Vereinbarungen können auch Grundlage für die Anerkennung des Auslandsaufenthalts durch die aufnehmende Organisation sein.
Monat Im Zusammenhang mit dem Programm Erasmus+ und bei der Berechnung des Umfangs von Finanzhilfen wird als „Monat“ ein Zeitraum von 30 Tagen bezeichnet.
MOOC Dies ist die Abkürzung für „Massive Open Online Course“ (offene Online-Lehrveranstaltung), einer Art von Lehrveranstaltung, die vollständig online erbracht wird, jedem ohne Kosten, Zugangsqualifikationen oder sonstige Einschränkungen offen steht und häufig hohe Teilnehmerzahlen verzeichnet. Diese Lehrveranstaltungen können persönliche Komponenten haben, indem beispielsweise örtliche Teilnehmertreffen und formelle Bewertungen gefördert werden; tendenziell werden jedoch Bewertungen unter Teilnehmern, Selbstbewertungen und automatische Notenvergaben genutzt. Es gibt unterschiedliche Arten von MOOC, die sich beispielsweise an bestimmte Branchen oder Zielgruppen (z. B. berufsbezogener Schwerpunkt, Lehrkräfte, usw.) richten oder bestimmte Lehrmethoden in den Mittelpunkt stellen. Im Rahmen von Erasmus+ finanzierte MOOC müssen allen Menschen offen stehen, und sowohl die Teilnahme als auch die Abschlussbescheinigung oder der Abschlussausweis sind für die Teilnehmer kostenlos. Hier ist zu beachten, dass das Erfordernis des freien Zugangs zu Lehr- und Lernmaterialien auch für MOOC und andere vollständige Kurse gilt.
Nichtformales Lernen Lernen, das durch planmäßiges Handeln (in Bezug auf Lernziele und -zeiten) stattfindet und in gewisser Weise unterstützt wird, das aber nicht Teil des formalen Systems der allgemeinen und beruflichen Bildung ist.
Berufsprofil Die verschiedenen Fähigkeiten, Kompetenzen, Wissen und Qualifikationen, die in der Regel für eine bestimmte Beschäftigung relevant sind.
Einstufige Studiengänge Integrierte/lange Programme, die entweder zu einem Abschluss der ersten oder der zweiten Stufe führen und die in bestimmten Ländern besser durch die Dauer in Jahren als durch Leistungspunkte beschrieben werden können. In den meisten dieser Länder befinden sich die Programme außerhalb des einstufigen Bologna-Modells in den Bereichen Medizin, Zahnheilkunde, Tierheilkunde, Krankenpflege und Geburtshilfe und umfassen in den meisten Fällen 1-8 % der Studierendenpopulation. Die typische Länge integrierter Programme, die zu reglementierten Berufen führen, beträgt in der Regel 300-360 Leistungspunkte/fünf bis sechs Jahre in Abhängigkeit vom entsprechenden Beruf.
Offener Zugang (Open Access) Ein allgemeines Konzept, nach dem Materialien einer bestimmten Art frei veröffentlicht werden, d. h. für die größtmögliche Nutzergruppe zugänglich und für die größtmögliche Zahl an Anwendungsfällen nutzbar. Bei Erasmus+ gilt die Anforderung, dass Lehr- und Lernmaterialien frei zugänglich sein müssen, zudem wird der freie Zugang zu Forschungsergebnissen und Daten gefördert.
Freie Lehr- und Lernmaterialien (Open Educational Resources, OER) Lehr- und Lernmaterialien jeglicher Art (z. B. Lehrbücher, Arbeitsblätter, Unterrichtspläne, Lehrvideos, ganze Online-Kurse, pädagogische Spiele), die frei genutzt, angepasst und weitergegeben werden können. OER werden entweder im Rahmen einer freien Lizenz veröffentlicht oder sie sind gemeinfrei (d. h. der Urheberschutz ist abgelaufen). Kostenlose Materialien, die nicht angepasst und in der Öffentlichkeit weitergegeben werden können, sind keine OER.
Freie Lizenz Eine Möglichkeit für Urheberrechtsinhaber (Autoren oder andere Rechtsinhaber) der allgemeinen Öffentlichkeit die rechtlicher Erlaubnis zur kostenlosen Nutzung ihres Werkes zu erteilen; im Kontext der im Rahmen von Erasmus+ geltenden Anforderung des freien Zugangs zu Bildungsmaterialien muss die freie Lizenz zumindest die Nutzung, Anpassung und Verteilung erlauben. Die freie Lizenz ist auf dem jeweiligen Werk oder an jedem Ort, an dem das Werk verteilt wird, anzugeben. Bildungsmaterialien mit freier Lizenz werden als freie Lehr- und Lernmaterialien (OER) bezeichnet.
Offene Methode der Koordinierung Eine zwischenstaatliche Methode, die einen Rahmen für die Zusammenarbeit zwischen Mitgliedstaaten bietet, deren nationale Politiken damit auf bestimmte gemeinsame Ziele ausgerichtet werden können. Innerhalb dieses Programms wird die OMK in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung sowie Jugend angewandt.
Teilnehmer Im Zusammenhang mit Erasmus+ werden als „Teilnehmer“ die Einzelpersonen betrachtet, die vollständig in ein Projekt einbezogen sind und die einen Teil der EU-Finanzhilfe zur Deckung der Teilnahmekosten (insbesondere der Reise- und Aufenthaltskosten) erhalten. Bei manchen Aktionen des Programms (z. B. bei strategischen Partnerschaften) ist zwischen dieser Teilnehmerkategorie (direkten Teilnehmern) und anderen an einem Projekt beteiligten Einzelpersonen (z. B. Zielgruppen) zu unterscheiden.
Teilnehmende (beteiligte) Organisation Jede an der Durchführung eines Erasmus+-Projekts beteiligte Organisation oder informelle Gruppe junger Menschen. Je nach Funktion im betreffenden Projekt können die teilnehmenden Organisationen Antragsteller oder Partner sein (bzw. „Mitantragsteller“, wenn sie zum Zeitpunkt der Einreichung des Finanzhilfeantrags bereits benannt wurden). Wenn für ein Projekt eine Finanzhilfe bewilligt wird, werden Antragsteller Begünstigte; Partner können Mitbegünstigte werden, wenn für das betreffende Projekt eine Mehrempfänger-Finanzhilfe bewilligt wurde.
Partner(organisation) Teilnehmende Organisationen, die an einem Projekt beteiligt sind, aber nicht als Antragsteller auftreten.
Partnerländer Länder, die nicht vollständig am Programm Erasmus+ beteiligt sind, aber (als Partner oder Antragsteller) an bestimmten Aktionen im Rahmen des Programms teilnehmen können. Teil A dieses Leitfadens enthält im Abschnitt „Wer kann am Programm Erasmus+ teilnehmen?“ die Liste der Erasmus+-Partnerländer.
Partnerschaft Vereinbarung einer Gruppe von Einrichtungen und/oder Organisationen aus unterschiedlichen Programmländern, um gemeinsam europäische Aktivitäten in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport durchzuführen oder ein formales oder informelles Netz in einem relevanten Bereich aufzubauen, z. B. gemeinsame Lernprojekte für Schüler und ihre Lehrkräfte in Form von Austauschprogrammen für Schulklassen und von individueller langfristiger Mobilität, Intensivprogramme im Hochschulbereich sowie die Zusammenarbeit zwischen regionalen und lokalen Gebietskörperschaften, um die interregionale Zusammenarbeit, einschließlich der Zusammenarbeit zwischen Grenzregionen, zu fördern; sie kann auf Einrichtungen und/oder Organisationen aus Partnerländern ausgedehnt werden, um die Qualität der Partnerschaft zu verbessern.
Menschen mit geringeren Chancen Personen, die mit gewissen Hindernissen konfrontiert sind, die einem tatsächlichen Zugang zu Angeboten in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung und Jugend entgegenstehen. Eine genauere Erläuterung des Begriffs „Menschen mit geringeren Chancen“ ist dem Abschnitt „Chancengleichheit und Inklusion“ in Teil A des Leitfadens zu entnehmen.
Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf Potenzielle Teilnehmer, die wegen ihrer individuellen physischen, psychischen oder gesundheitlichen Situation ohne zusätzliche finanzielle Förderung nicht in der Lage wären, an einem Projekt oder an einer Mobilitätsaktivität teilzunehmen.
Kommerzielle Einrichtungen, die sich dem Grundsatz der sozialen Verantwortung in Unternehmen verpflichtet haben Privatunternehmen, die a) ihre Geschäfts nach ethischen Standards ausübt und/oder b) zusätzlich zu ihren geschäftlichen Aktivitäten Maßnahmen von sozialem Wert durchführen.
Programmländer EU-Länder und Drittländer mit einer Nationalen Agentur, die vollständig in das Programm Erasmus+ eingebunden ist. Teil A dieses Leitfadens enthält im Abschnitt „Wer kann am Programm Erasmus+ teilnehmen?“ die Liste der Erasmus+-Programmländer.
Projekt Eine Reihe zusammenhängender Aktivitäten zur Erreichung definierter Ziele und Ergebnisse.
Qualifikation Das formale Ergebnis eines Bewertungs- und Validierungsprozesses, das Resultat des Beschlusses einer zuständigen Behörde darüber ist, dass eine Einzelperson die Lernergebnisse gemäß festgelegten Standards erreicht hat.
Aufnehmende Organisation Bei manchen Aktionen im Rahmen von Erasmus+ (insbesondere bei Mobilitätsaktionen) wird die teilnehmende Organisation, die einen oder mehrere Teilnehmer aufnimmt und eine oder mehrere Aktivitäten eines Erasmus+-Projekts organisiert, als aufnehmende Organisation bezeichnet.
Verstärktes Mentoring Verstärktes Mentoring ist ein intensivierter Mentoring-Prozess, der zur Unterstützung junger Menschen mit geringeren Chancen erforderlich ist, wenn diese nicht in der Lage sind, eine Aktivität im Rahmen eines Freiwilligendienstes unabhängig bzw. mit regulärer Unterstützung durch Mentoren oder Tutoren durchzuführen. Verstärktes Mentoring beinhaltet einen engeren Kontakt zu den Freiwilligen, mehr Treffen mit ihnen und mehr Zeit für die Durchführung der Aufgaben des regelmäßigen Mentoring. Auf diese Weise wird eine schrittweise Unterstützung der Freiwilligen sowohl während ihrer Tätigkeiten im Rahmen des Projekts als auch außerhalb der Arbeitszeiten gewährleistet. Das Ziel des verstärkten Mentoring ist die erfolgreiche Durchführung des Projekts und die Befähigung des Freiwilligen, möglichst viel Autonomie zu gewinnen.
Schule Eine Einrichtung zur allgemeinen und beruflichen Bildung auf beliebigem Niveau vom Vorschulbereich bis zur Sekundarstufe II. Beachten Sie in diesem Zusammenhang bitte die Liste der Einrichtungen, die in den einzelnen Ländern als Schulen bezeichnet werden. Weitere Informationen erhalten Sie von der Nationalen Agentur des jeweiligen Landes.
Entsendende Organisation Bei manchen Aktionen im Rahmen von Erasmus+ (insbesondere bei Mobilitätsaktionen) wird die teilnehmende Organisation, die einen oder mehrere Teilnehmer entsendet und eine oder mehrere Aktivitäten eines Erasmus+-Projekts organisiert, als entsendende Organisation bezeichnet.
Qualifikationen für einen Kurzstudiengang (SCHE = Short-Cycle Higher Education) In den meisten Ländern befindet sich ein Kurzstudiengang innerhalb der ersten Stufe des Qualifikationsrahmens für den europäischen Hochschulbereich (ISCED-Bereich 5). In diesen Studiengängen werden gewöhnlich etwa 120 ECTS-Leistungspunkte erworben; die Aufenthalte führen zu einer Qualifikation unterhalb des Niveaus, das mit dem Abschluss eines Grundstudiums erreicht wird. Einige Programme dauern länger als drei Jahre; in der Regel werden aber höchstens 180 ECTS-Leistungspunkte vergeben. In den meisten Ländern können die Studierenden die in einem Kurzstudiengang erworbenen Leistungspunkte im weiteren Studium anrechnen lassen. Der Deskriptor für das Kurzstudium entspricht den Lernergebnissen von EQR-Stufe 5.
KMU (kleine und mittlere Unternehmen) Unternehmen (siehe vorstehende Begriffsbestimmung), in denen weniger als 250 Personen beschäftigt sind, und deren Jahresumsatz 50 Mio. EUR nicht überschreitet und/oder deren jährliche Bilanzsumme höchstens 43 Mio. EUR beträgt.
Gemeinwirtschaftliches Unternehmen Ein Unternehmen, das unabhängig von seiner Rechtsform nicht auf einem geregelten Markt im Sinne von Artikel 4 Absatz 1 Nummer 14 der Richtlinie 2004/39/EG notiert ist und 1) gemäß seinem Gesellschaftsvertrag, seiner Satzung oder anderen Rechtsdokumenten, durch die es gegründet wird, vorrangig auf die Erzielung einer messbaren, positiven sozialen Wirkung abstellt, anstatt auf Gewinn für seine Eigentümer, Mitglieder und Anteilseigner, und das a) innovative Dienstleistungen oder Produkte mit hoher soziale Rendite zur Verfügung stellt und/oder b) bei der Produktion von Gütern oder Dienstleistungen eine innovative Methode anwendet, in die sein soziales Ziel integriert ist, 2) seine Gewinne in erster Linie zur Erreichung seines vorrangigen Ziels reinvestiert und im Voraus Verfahren und Regeln für eine etwaige Gewinnausschüttung an Anteilseigner und Eigentümer festgelegt hat, die sicherstellen, dass eine solche Ausschüttung das vorrangige Ziel nicht untergräbt, und 3) in einer von Unternehmergeist geprägten, verantwortlichen und transparenten Weise geführt wird, insbesondere durch Einbindung der Arbeitnehmer, Kunden und/oder Interessenträger, die von der Geschäftstätigkeit betroffen sind.
Personal Personen, die entweder beruflich oder freiwillig Aufgaben in der allgemeinen oder beruflichen Bildung oder in Angeboten des nichtformalen Lernens für junge Menschen erfüllen; diese Personen können beispielsweise Lehrkräfte (auch im Hochschulbereich), Ausbilder, Schulleiter, Fachkräfte der Jugendarbeit und nicht pädagogisch tätiges Personal sein.
Strukturierter Dialog Dialog mit jungen Menschen, Jugendorganisationen und Entscheidungsträgern, der als Plattform für den ständigen Gedankenaustausch über die Prioritäten und die Gestaltung der jugendpolitischen Zusammenarbeit in Europa und über das weitere Vorgehen dient.
Promotionsstudium Die dritte Stufe, die im Qualifikationsrahmen für den europäischen Hochschulbereich von den Ministern, die für die Hochschulbildung zuständig sind, auf ihrem Treffen im Mai 2005 in Bergen sowie im Rahmen des Bologna-Prozesses vereinbart wurde. Der Deskriptor für die dritte Stufe des Qualitätsrahmens des Europäischen Hochschulraums entspricht den Lernergebnissen von EQR-Stufe 8.
Praktikum (Praxis-Aufenthalt) Aufenthalt während eines bestimmten Zeitraums in einem Unternehmen oder einer Organisation im Ausland, um bestimmte auf dem Arbeitsmarkt benötigte Fähigkeiten zu erwerben, praktische Erfahrungen zu sammeln und die Kenntnisse der wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen des betreffenden Landes zu verbessern.
Länderübergreifend/transnational Sofern nicht anders angegeben, jede Maßnahme, an der mindestens zwei Programmländer beteiligt sind.
Querschnittskompetenzen (soziale Kompetenzen, Lebenskompetenzen) Hierzu zählen die Fähigkeit zu kritischem Denken, Neugier und Kreativität, die Fähigkeit, Initiative zu ergreifen, Probleme zu lösen und kooperativ zu arbeiten, in einem multikulturellen, interdisziplinären Umfeld effizient zu kommunizieren, sich an Umfelder anzupassen und Stress und Ungewissheit zu bewältigen; diese Fertigkeiten sind Teil der Schlüsselkompetenzen.
Transparenz- und Anerkennungsinstrumente der Union Instrumente, die es den Beteiligten unionsweit erleichtern, Lernergebnisse und Qualifikationen zu verstehen, einzuschätzen und gegebenenfalls anzuerkennen.
Validierung nichtformalen und informellen Lernens

Verfahren einer zuständigen Behörde zur Bestätigung, dass eine Einzelperson bestimmte Lernergebnisse erzielt hat, die dem entsprechenden Standard entsprechen. Das Verfahren besteht aus vier Phasen:

  1. Identifizierung einer bestimmten Erfahrung der Einzelperson im Rahmen eines Dialogs;
  2. Dokumentation zur Sichtbarmachung der Erfahrung der Einzelperson;
  3. Förmliche Bewertung dieser Erfahrung und
  4. Bescheinigung der Ergebnisse der Bewertung, die zu einer teilweisen oder vollständigen Qualifizierung führen können
Berufliche Aus- und Weiterbildung Aus- und Weiterbildung, die darauf abzielt, Menschen mit Wissen, Know-how, Fähigkeiten und/oder Kompetenzen auszustatten, die im Rahmen von bestimmten Beschäftigungen oder breiter gefasst auf dem Arbeitsmarkt erforderlich sind. Unter Erasmus+ sind Projekte im Rahmen von Aktionen im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung förderfähig, die sich auf berufliche Erstausbildung oder eine Weiterbildung konzentrieren.
Virtuelle Mobilität Eine Reihe IKT-gestützter Aktivitäten (u. a. e-Lernen), mit denen internationale Kooperationserfahrungen im Unterricht, in der Ausbildung oder beim Lernen erlangt oder erleichtert werden.
Lernen am Arbeitsplatz Studientyp, der den Erwerb von Wissen, Fähigkeiten und Kompetenzen über die Ausführung von Aufgaben – und die Reflexion hierüber – in einem beruflichen Umfeld vorsieht, entweder am Arbeitsplatz (z. B. duale Ausbildung) oder in einer beruflichen Aus- und Weiterbildungseinrichtung.
Junge Menschen Im Zusammenhang mit Erasmus+ Personen im Alter von 13 bis 30 Jahren.
Jugendaktivität Eine Aktivität außerhalb der Schule (z. B. Jugendbegegnung, Freiwilligendienst oder Ausbildungsprogramme für Jugendliche), die ein junger Mensch entweder einzeln oder in einer Gruppe ausführt, insbesondere organisiert durch Jugendorganisationen, und die auf einem Ansatz des nicht formalen Lernens beruht.
Fachkräfte der Jugendarbeit/Jugendbetreuer Personen, die ehren- oder hauptamtlich im Bereich des nicht formalen Lernens tätig sind und die junge Menschen in ihrer persönlichen sozialen und beruflichen Entwicklung unterstützen.
Youthpass Das europäische Instrument zur Verbesserung der Anerkennung der Lernergebnisse, die junge Menschen und Fachkräfte der Jugendarbeit durch ihre Teilnahme an im Rahmen von Erasmus+ geförderten Projekten erzielt haben. Der Youthpass umfasst: a) Zertifikate, die die Teilnehmer verschiedener Programmaktionen erwerben können, und b) einen definierten Prozess, in dem junge Menschen, Fachkräfte der Jugendarbeit und Jugendorganisationen bei Reflexionen über die Lernergebnisse eines Erasmus+-Projekts in den Bereichen Jugend und nichtformales Lernen unterstützt werden. Der Youthpass ist Bestandteil einer umfassenderen Strategie der Europäischen Kommission zur Erleichterung der Anerkennung nichtformalen und informellen Lebens und zur Verbesserung der Jugendarbeit in Europa und in Drittländern.