Studium im Ausland

Erasmus+ hilft bei der Organisation des Austauschs von Studierenden und Doktoranden innerhalb von Erasmus+-Programmländern sowie von und nach Partnerländern.

Durch einen Studienaufenthalt im Ausland können Sie Ihre Kommunikationsfähigkeit, Ihre Sprachkenntnisse und Ihre interkulturellen Kompetenzen verbessern und soziale Kompetenzen erwerben, die zukünftige Arbeitgeber sehr zu schätzen wissen. Mehr zu den Vorteilen eines Auslandsaufenthalts.

Sie können Ihren Studienaufenthalt im Ausland auch mit einem Praktikum verbinden und so Berufserfahrung sammeln, die für den Einstieg in den Arbeitsmarkt wichtiger denn je ist.

Die Möglichkeit eines Studienaufenthaltes im Ausland steht Bachelor- oder Master-Studierenden und Doktoranden offen. Masterstudierende, die einen vollständigen Studiengang (bis zu zwei Jahre) im Ausland absolvieren, kommen für ein EU-verbürgtes Erasmus+-Darlehen für Masterstudierende in Frage.

Bei Mobilität zwischen Programmländern kann Ihnen die Online-Sprachhilfe von Erasmus+ dabei helfen, die in Ihrem Studiengang verwendete Sprache zu erlernen.

Studierende mit körperlichen, geistigen oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen können zusätzliche Finanzmittel beantragen, nachdem sie für das Auslandsstudium ausgewählt wurden.

Dauer

Ihr Studienaufenthalt im Ausland dauert mindestens 3 Monate (bzw. ein akademisches Trimester) und höchstens 12 Monate.

Sie können mit Erasmus+ mehrmals einen Auslandsaufenthalt absolvieren, entweder als Studierende/-r oder als Praktikant/-in, jedoch dürfen Sie insgesamt innerhalb ein und desselben Studienzyklus nicht länger als 12 Monate im Ausland verbringen.

Mit „Zyklus“ ist das im Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) festgelegte Studienniveau gemeint:

  • Erster Zyklus (Bachelor oder gleichwertig) EQR – 5/6
  • Zweiter Zyklus (Master oder gleichwertig) EQR 7
  • Dritter Zyklus (Doktor oder gleichwertig) EQR 8

In „einstufigen“ Studiengängen wie Medizin oder Architektur können Sie bis zu 24 Monate mit Erasmus+ ins Ausland gehen.

Bedingungen

Um im Rahmen von Erasmus+ im Ausland studieren zu können, müssen Sie an einer Hochschuleinrichtung eingeschrieben sein und ein Fach studieren, das mit einem anerkannten akademischen Grad abgeschlossen wird. Studierende im ersten Zyklus müssen sich mindestens im zweiten Studienjahr befinden.

Ihr Studienaufenthalt im Ausland muss im Hinblick auf Ihr Studienziel und Ihre persönliche Entwicklung relevant und Bestandteil Ihres Studiengangs sein.

Ihre Heimathochschule und die aufnehmende Hochschuleinrichtung müssen miteinander eine interinstitutionelle Vereinbarung abgeschlossen haben, damit ein Studienaufenthalt im Rahmen von Erasmus+ möglich ist.

In Programmländern müssen beide Einrichtungen außerdem über die Erasmus-Charta für die Hochschulbildung verfügen. Einrichtungen in Partnerländern verpflichten sich mit der Unterzeichnung der interinstitutionellen Vereinbarung zur Einhaltung der darin festgelegten Grundsätze.

Akademische Anerkennung

Vor Ihrem Studienaufenthalt im Ausland:

  1. Sie, die entsendende und die aufnehmende Hochschuleinrichtung unterzeichnen eine Lernvereinbarung für das Studium, um eine transparente und effiziente Vorbereitung des Austauschs zu gewährleisten und die Modalitäten der Anerkennung der im Ausland erzielten Lernergebnisse zu vereinbaren. Mit diesem Dokument werden die Rechte und Pflichten der verschiedenen Parteien festgelegt.
  2. Sie erhalten die Erasmus+-Charta für Studierende, in der Ihre Rechte und Pflichten hinsichtlich Ihres Studienaufenthalts dargelegt sind.

Nach Ihrem Studienaufenthalt im Ausland:

  1. Die aufnehmende Einrichtung stellt Ihnen und der entsendenden Einrichtung einen Leistungsnachweis aus, in dem sie bestätigt, dass das vereinbarte Studienprogramm absolviert wurde, und dass sie die Lernergebnisse anerkennt.

  2. Ihre Hochschuleinrichtung muss – wie in der Lernvereinbarung vor Beginn der Mobilitätsphase festgelegt – Ihre Leistungspunkte (ECTS oder gleichwertiges System) anerkennen und sie ohne weitere Anforderungen für Ihren Abschluss anrechnen.

  3. Befindet sich Ihre Hochschuleinrichtung in einem Programmland, sollte Ihre Mobilitätsperiode auch im Diplomzusatz eingetragen werden.

Mehr zu den Leitlinien zur Nutzung der Lernvereinbarung für das Studium

Finanzielle Unterstützung

Sie können einen Erasmus+-Zuschuss als Beitrag zu Ihren Reise- und Aufenthaltskosten erhalten. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach den Unterschieden bei den Lebenshaltungskosten zwischen Ihrem und dem Bestimmungsland, der Anzahl der Studierenden, die einen Zuschuss beantragen, der Entfernung zwischen den Ländern und der Verfügbarkeit anderer Zuschüsse.

Bei Mobilität zwischen Programmländern erkundigen Sie sich bei Ihrer nationalen Agentur und Ihrer entsendenden Hochschuleinrichtung nach den geltenden Sätzen. Bei Mobilität von Studierenden im Hochschulbereich zu Praktikumszwecken sowie bei Mobilität von Studierenden aus benachteiligten Verhältnissen oder aus Programmländern und Regionen in äußerster Randlage wird außerdem ein Zuschlag als zusätzliche Finanzhilfe ausgezahlt.

Die Höhe der Stipendien und Festsätze bei Mobilität zwischen Programm- und Partnerländern wird im  Erasmus+-Programmleitfaden veröffentlicht.

Ganz gleich, ob Sie ein Erasmus+-Stipendium erhalten oder nicht: Sie müssen eine Finanzhilfevereinbarung unterzeichnen, in der die Dauer Ihrer Mobilität, die Höhe des Zuschusses und andere Rechte und Pflichten aufgeführt sind.  

Wenn Sie innerhalb von Programmländern mobil sind, unterzeichnet Ihre entsendende Einrichtung Ihre Finanzhilfevereinbarung und nimmt alle Zahlungen vor.

Wenn Sie zwischen Programm- und Partnerländern mobil sind, unterzeichnet die Einrichtung des Programmlandes die Finanzhilfevereinbarung. Die entsendende und die aufnehmende Einrichtung entscheiden, wer die Zahlungen an Sie vornimmt.

Als Erasmus+-Studierende(r) sind Sie von den Gebühren für Unterricht, Anmeldung, Prüfungen und Zugang zu den Laboratorien und Bibliotheken der aufnehmenden Einrichtung befreit. Möglicherweise wird jedoch ein geringer Betrag für Versicherung und Mitgliedschaft bei der Studentenvereinigung verlangt.

Sie könnten überdies für zusätzliche finanzielle Unterstützung durch Ihre Einrichtung, Ihr Land oder andere Quellen in Frage kommen. Konsultieren Sie dazu den Europäischen Finanzierungsleitfaden oder die Studienportale.

Möglicherweise können Sie sich auch um ein Stipendium für einen gemeinsamen Masterabschluss oder ein EU-verbürgtes Darlehen für Masterstudierende für einen Masterstudiengang von bis zu zwei Jahren Dauer bewerben.

Bewerbung

Sie können über das Auslandsamt oder das Erasmus+-Büro Ihrer Hochschuleinrichtung einen Antrag stellen.

Ihre entsendende Hochschuleinrichtung wird die Auswahl nach fairen und transparenten Kriterien treffen.

Studierende mit körperlichen, geistigen oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen

Studierende mit körperlichen, geistigen oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen können zusätzliche Finanzmittel beantragen, nachdem sie für eine Mobilitätsperiode ausgewählt wurden.

Weitere Informationen

Informieren Sie sich über Ihre Rechte, wenn Sie im Ausland studieren oder ein Praktikum machen.

Bevor Sie sich mit weiterführenden Fragen an Ihre Einrichtung, Ihre nationalen Agenturen für Erasmus+-Programmländer oder (sofern vorhanden) Ihre nationalen Büros für Partnerländer wenden, schauen Sie bitte erst unter den häufig gestellten Fragen nach.

Die Vereinigung der Erasmus+-Studierenden und Alumni (ESAA) bietet Erasmus+-Studierenden und Alumni ein dynamisches Forum für Networking, berufliche Weiterentwicklung und interkulturellen Austausch.

Doktoranden können außerdem über die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen EU-Finanzmittel für Forschungsaufenthalte im Ausland erhalten.

Video

Erasmus+: „Opening doors to new careers“ – Brechje Schwachofer, Botschafterin der Niederlande in Zypern, erklärt, warum ihr Erasmus-Austausch auch für ihre jetzige Tätigkeit beim Auswärtigen Dienst der Niederlande wichtig war.

Teile diese Seite