Erasmus+-Darlehen für Masterstudierende

Überblick

Erasmus+-Darlehen für Masterstudierende sind EU-verbürgte Darlehen mit günstigen Rückzahlungsbedingungen, mit deren Hilfe Sie einen Masterstudiengang in einem Erasmus+-Programmland finanzieren können.

Mit der Regelung soll Postgraduierten die Finanzierung ihres Studiums erleichtert und sozialer Schutz gewährt werden:

  • Es werden keine Sicherheiten von Studierenden oder ihren Eltern verlangt, wodurch ein gleichberechtigter Zugang sichergestellt wird.
  • Die Zinssätze liegen unter den marktüblichen Sätzen.
  • Die Rückzahlung kann nach Abschluss des Studiums bis zu zwei Jahre aufgeschoben werden, bis der/die Absolvent/-in eine Arbeit gefunden hat.

Derzeit bieten Banken und Hochschulen die Darlehen an:

  • Banken in Spanien und der Türkei für Studierende aus diesen Ländern, die im Ausland ein Postgraduiertenstudium absolvieren, und Banken in Spanien für Studierende aus anderen Programmländern, die dort einen Masterstudiengang absolvieren;
  • Hochschulen in Luxemburg und Zypern für Studierende aus anderen Programmländern, die einen Masterstudiengang an diesen Hochschulen absolvieren.

Sobald europaweit mehr Einrichtungen hinzustoßen, werden die Darlehen auch für andere Studienorte verfügbar sein.

Wann ein bestimmtes Land abgedeckt sein wird, lässt sich jedoch kaum vorhersagen, da die Vereinbarungen mit Banken, Einrichtungen, die Studiendarlehen vergeben, und Hochschulen schrittweise und von Land zu Land getroffen werden.

Laufzeit

Sie können ein Darlehen von bis zu 12 000 Euro für einen einjährigen oder bis zu 18 000 Euro für einen zweijährigen Masterstudiengang erhalten (oder vergleichbare Beträge in ausländischer Währung für Banken in Nicht-EU-Ländern, jeweils abhängig von Wechselkursschwankungen).

Bedingungen

Mit einem Bachelor oder einem vergleichbaren Abschluss und einer Zulassung zu einem Masterstudiengang in einem anderen Programmland kommen Sie für ein Darlehen in Frage.

Voraussetzung ist, dass Sie in einem Programmland leben und Ihr neuer Studienort nicht in Ihrem Wohnsitzland oder in dem Land liegt, in dem Sie Ihren ersten Abschluss gemacht haben.

Außerdem muss die aufnehmende Hochschule über die Erasmus+-Charta für die Hochschulbildung verfügen.

Wenn Sie nur einen Teil Ihres Masterstudiengangs im Ausland absolvieren, können Sie kein Darlehen erhalten, kommen aber für eine Erasmus+-Finanzhilfe in Betracht.

Welchen Zinssatz die Bank oder Einrichtung für das Darlehen verlangt, hängt davon ab, in welchem Land sie ihren Sitz hat. Allerdings ist der Zinssatz auf jeden Fall niedriger als die marktüblichen Sätze.

Bewerbung

Bei Interesse wenden Sie sich an die teilnehmenden Banken, Hochschulen oder Einrichtungen im jeweiligen Land, die Studiendarlehen vergeben.

Die MicroBank (Sozialbank der Caixa) in Spanien bot 2015 als erste Bank Erasmus+-Darlehen für aus Spanien entsandte und in Spanien aufgenommene Masterstudierende an.

Seit Dezember 2016 können sich Studierende aus der Türkei, die im Ausland studieren möchten, bei der Finansbank ebenfalls um ein Darlehen bewerben.

Im Januar 2017 zeigte auch die Universität Luxemburg Bereitschaft zur Teilnahme. Im Februar 2018 stieß die Universität Zypern hinzu. Diese Hochschulen bieten Masterstudierenden ab dem Studienjahr 2018–2019 die Möglichkeit, die Zahlung ihrer Studiengebühren und Unterbringungskosten für zwei Jahre aufzuschieben.

Bei Ihrer Bewerbung (in einer Zweigstelle der Banken, bei den Hochschulen oder online) müssen Sie folgende Unterlagen vorlegen:

  • Bescheinigung über den Abschluss des vor dem betreffenden Masterstudiengang absolvierten Studiengangs
  • Quittung über die Einschreibegebühr ODER Nachweis der Zulassung und der Kosten für den Masterstudiengang

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu den Geschäftsbedingungen für die Vergabe von Erasmus+-Darlehen für Masterstudierende:

Häufig gestellte Fragen zu den Erasmus+-Darlehen für Masterstudierende

Hintergrundinformationen des Europäischen Investitionsfonds zum Erasmus+-Darlehen für Masterstudierende

Erfahrungsberichte: Xavier Casas (ES) / Blair Clark (UK) / Boris Kuzmanov (BG)

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