Garantiefazilität für die Kultur- und Kreativbranche

Was ist das?

Im Kontext der beschränkten Verfügbarkeit von Finanzierung für die Kultur- und Kreativbranche hat das Programm Kreatives Europa (2014–2020) der Europäischen Kommission 121 Millionen Euro für einen Finanzierungsmechanismus abgestellt, der als Garantie für Finanzmittler (z. B. Banken) fungiert, die Finanzierung für Initiativen der Kultur- und Kreativbranche anbieten. Mit dem Programm sollen weitere 600 Millionen Euro an Krediten und anderen Finanzprodukten mobilisiert werden. Zusätzlich werden Schulungen für Finanzmittler angeboten, damit diese ein besseres Verständnis für den Bedarf von Projekten der Kultur- und Kreativbranche entwickeln und sich in dieser Branche engagieren.

Das Garantiesystem wird vom Europäischen Investitionsfonds (Teil der Europäischen Investitionsbank-Gruppe) im Namen der Europäischen Kommission verwaltet und zielt darauf ab, die finanzielle Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen der Kultur- und Kreativbranche zu steigern.

Welche Unternehmen können die Garantiefazilität für die Kultur- und Kreativbranche in Anspruch nehmen?

Die Garantiefazilität wird kleinen und mittleren Unternehmen zugutekommen, die in der EU, Island und Norwegen in der Kultur- und Kreativbranche tätig sind. Die Aktivitäten dieser Branche basieren auf kulturellen Werten und/oder künstlerischem und kreativem Ausdruck, unabhängig davon, ob sie marktorientiert sind oder nicht und welche Art von Rechtsform sie ausführt. Solche Aktivitäten sind beispielsweise die Schaffung, Produktion, Verbreitung und Bewahrung von Gütern und Dienstleistungen mit kulturellem, künstlerischem oder kreativem Ausdruck. Zur Branche zählen Architektur, Archive und Bibliotheken, Kunsthandwerk, Audiovisuelles (einschließlich Film, Fernsehen, Videospiele und Multimedia), kulturelles Erbe, Design, Festivals, Musik, darstellende Künste, Verlagswesen, Radio und bildende Künste.

Wie kann man sich für die Garantiefazilität für die Kultur- und Kreativbranche bewerben?

Um sich zu bewerben, müssen sich Unternehmen der Kultur- und Kreativbranche an die für jedes Land ausgewählten Finanzmittler wenden.

Die Fazilität wurde 2016 eingeführt, und Finanzmittler werden schrittweise anfangen, damit zu arbeiten.

Im Januar 2017 schloss die Compañía Española de Reafianzamiento, eine staatliche spanische Investitionsgesellschaft, als erster Finanzmittler eine Garantievereinbarung mit dem Europäischen Investitionsfonds (EIF). Auf Grundlage dieser Vereinbarung werden in Spanien voraussichtlich Darlehen im Wert von bis zu 150 Millionen Euro an kleine und mittlere Unternehmen in der Kultur- und Kreativbranche vergeben werden.

Im Februar unterzeichnete die französische öffentliche Investitionsbank Bpifrance mit dem EIF eine Vereinbarung über Darlehensgarantien für die Kultur- und Kreativbranche im Umfang von 30 Millionen Euro. Die Vergabe der Darlehen durch Bpifrance soll ab Juni 2017 anlaufen.

Im März 2017 schlossen die rumänische Libra Internet Bank und der EIF eine Garantievereinbarung. Diese wird voraussichtlich die Vergabe von Darlehen im Wert von 10 Millionen Euro (rund 45 Millionen rumänische Leu (RON)) an kleine und mittlere Unternehmen in Rumänien ermöglichen.

Eine erste Aufforderung zur Interessenbekundung läuft bis zum 30. September 2020. Finanzmittler, die sich für die Garantiefazilität für die Kultur- und Kreativbranche bewerben möchten, finden auf der Website des EIF weitere Informationen.

Garantiefazilität des Programms Kreatives Europa für die Kultur- und Kreativbranche: Verbesserung des Zugangs zu Finanzierung für kulturelle und kreative Initiativen

Pressemitteilung – KMU-Förderung der KMU in der Kultur- und Kreativwirtschaft: Europäische Kommission und Europäischer Investitionsfonds legen neues Bürgschaftsprogramm auf

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