Music Moves Europe

Music Moves Europe (MME) ist der übergeordnete Rahmen für die Initiativen und Maßnahmen der EU-Kommission zur Unterstützung der europäischen Musikbranche. Der Begründung von Music Moves Europe als strategischer Initiative der Kommission gingen seit 2015 regelmäßige Treffen mit Vertretern der Musikbranche voraus. Seitdem hat sie sich zu einem Diskussionsforum weiterentwickelt und steht heute für die EU-Musikförderung.

Was ist „Music Moves Europe“?

Music Moves Europe (MME) ist der übergeordnete Rahmen für die Initiativen und Maßnahmen der EU-Kommission zur Unterstützung der europäischen Musikbranche. Der Begründung von Music Moves Europe als strategischer Initiative der Kommission gingen seit 2015 regelmäßige Treffen mit Vertretern der Musikbranche voraus. Sie hat sich seither weiterentwickelt und steht heute für die EU-Musikförderung.

Warum brauchen wir Music Moves Europe?

Musik ist eine tragende Säule der europäischen Kultur und vermutlich der Kultur- und Kreativsektor mit der größten Reichweite. Sie ist wesentlicher Bestandteil unserer kulturellen Vielfalt und kann die Gesellschaft zum Positiven verändern. Die Musik ist aber auch von großer wirtschaftlicher Bedeutung: Sie beschäftigt in ihren mittelständischen Betrieben mehr Menschen als die Filmindustrie und erwirtschaftet jährlich über 25 Mrd. EUR.

Im letzten Jahrzehnt wurde die europäische Musikbranche stark von der Digitalisierung und einem zunehmenden internationalen Wettbewerb, insbesondere aus den USA und Großbritannien, getroffen. Diese schwere Krise hat die Art und Weise, wie Musik geschaffen, produziert, vertrieben, konsumiert und vermarktet wird, grundlegend verändert. Dadurch, dass die Musikindustrie sich in einem ständigen Wandel befindet (neue Geschäftsmodelle, neue Formen der Interaktion, Vergrößerung der Hörerschaft), entstehen neue Möglichkeiten für andere Inhaltsindustrien. Allerdings sind Fragen wie die Aufteilung der Einnahmen und die gerechte Entlohnung von Künstlern in der digitalen Welt nach wie vor ungeklärt.

Was will MME erreichen?

Mit MME will die EU-Kommission gerade die Stärken des Sektors weiter ausbauen: Kreativität, Vielfalt und Wettbewerbsfähigkeit. Letztlich geht es darum, eine echte europäische Musikpolitik zu entwickeln.

Die konkreten Ziele von Music Moves Europe sind:

  • Kreativität und Innovation zu fördern;
  • die Vielfalt der europäischen Musik zu bewahren und auszuweiten;
  • die Digitalisierung für die Branche zum Erfolg zu machen.

Was wurde bisher getan?

Music Moves Europe unterstützt die europäische Musikbranche vierfach:

Finanzierung

Bislang wurden über 90 Musikprojekte (Kooperationsprojekte, Plattformen, Netze) aus dem derzeitigen Programm „Kreatives Europa“ (Aktionsbereich Kultur) mit insgesamt rund 57 Mio. EUR gefördert.

Interessante Beispiele für solche Musikprojekte finden sich auf Kreatives Europa – Plattform für Projektergebnisse.

In ihrem Vorschlag für das neue Programm „Kreatives Europa“ nach 2020 verfolgt die Kommission einen branchenspezifischen Ansatz für die Musik. Somit würden durch eine Unterstützung der Musikbranche Vielfalt, Kreativität und Innovation im Musikbereich gefördert, insbesondere die Verbreitung musikalischer Repertoires in Europa und anderen Teilen der Welt. Gefördert würden auch Schulungsmaßnahmen und die Publikumsentwicklung für europäische Musik. Ferner würden die Datenerhebung und -analyse für diese Branche unterstützt. Neben der Unterstützung durch „Kreatives Europa“ konnte der Sektor 2018 auf zusätzliche 1,5 Mio. EUR und 2019 auf weitere 3 Mio. EUR aus der Vorbereitenden Maßnahme „Music Moves Europe: Förderung der musikalischen Vielfalt und musikalischer Talente in Europa“ zurückgreifen.

Strategie

Die EU-Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW) erfolgt bereichsübergreifend und erstreckt sich auch auf den Musiksektor. Dieser sektorübergreifende Ansatz bleibt ein Merkmal der von der Kommission im Mai 2018 beschlossenen neuen europäischen Kulturagenda. Gleichwohl ist es unmöglich, die gesamte KKW über einen Kamm zu scheren. Deshalb hat die Kommission gerade in puncto Musik auch sektorspezifische Maßnahmen angekündigt.

Die im Rat der Europäischen Union vertretenen Mitgliedstaaten haben Music Moves Europe zu einem Teil ihrer Zusammenarbeit im Kulturbereich gemacht. Daher wurden auf die Musikbranche bezogene Maßnahmen in den neuen Arbeitsplan des Rates für Kultur 2019-22 aufgenommen. Die Arbeiten sind bereits mit einer Konferenz unter rumänischem Vorsitz im Juni 2019 angelaufen. Weitere Experten-Workshops unter Federführung der Kommission sind für 2020 geplant. Unter portugiesischem Ratsvorsitz soll 2021 eine weitere Konferenz stattfinden.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Bei der Verfolgung einer kohärenteren, stärker auf die Musikbranche ausgerichteten Politik spielt das rechtliche Umfeld ebenfalls eine Rolle. Die EU verfügt zwar über keine direkte Gesetzgebungskompetenz im Kulturbereich, aber ihre Rechtsvorschriften in verwandten Bereichen betreffen die Musikbranche dennoch unmittelbar in puncto Förderung, Arbeitsbedingungen, Entlohnung oder Mobilität. Die kürzlich beschlossene Urheberrechtsrichtlinie ist ein gutes Beispiel hierfür, da sie die Forderung der Musikbranche nach einem fairen und transparenten Urheberrecht aufgreift.

Mit Music Moves Europe will die Kommission erreichen, dass die Interessen der Branche auch in anderen Politikbereichen berücksichtigt werden, in denen die EU über Gesetzgebungsbefugnisse verfügt.

Dialog

Die zentralen Herausforderungen für die Musikbranche werden seit Ende 2015 von der Kommission und Branchenvertretern erörtert. Die Ergebnisse finden sich im Bericht der Arbeitsgruppe „AB Music“, der letztlich zur Gründung von Music Moves Europe führte. Seitdem nimmt die Kommission regelmäßig an europäischen Veranstaltungen, Musikmessen und Festivals teil, um sich mit der Musikbranche auszutauschen.

Seit Mai 2019 steht die Kommission im Dialog mit Music Moves Europe, um die aktuellen Themen im Zusammenhang mit der musikalischen Vielfalt in Europa und der Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu erörtern. Gegenstand der ersten Sitzung waren die folgenden vier Themen:

  • die Zukunft von Musikmedien;
  • die Herausforderungen für Live-Musik;
  • Zugriff auf Kapital für den Musiksektor und
  • die neue EU-Urheberrechtsrichtlinie.

Der Konferenzbericht findet sich hier. Beim nächsten Dialog mit Music Moves Europe, der für die zweite Jahreshälfte 2019 angesetzt ist, soll eines der bei der ersten Sitzung behandelten Themen vertieft werden.

Music Moves Europe Talent Award

Als besondere Maßnahme im Rahmen von Music Moves Europe möchte die EU die Vielfalt europäischer Repertoires mit einem neuen Preis für Pop- und zeitgenössische Musik besonders hervorheben und fördern: The Music Moves Europe Talent Awards. Der neue Preis wird jedes Jahr an aufstrebende Künstler verliehen, die den europäischen Sound von heute und morgen verkörpern. Organisatoren sind Eurosonic Noorderslag (ESNS) und das Reeperbahn-Festival. Die Förderung erfolgt aus dem Programm „Kreatives Europa“.

Auf der Awards-Website erfahren Sie mehr hierzu.

Vorbereitende Maßnahme im Musikbereich

Vorbereitende Maßnahme 2018

Im EU-Haushaltsverfahren 2018 erhielt das Europäische Parlament ein Budget von 1,5 Mio. EUR für eine Vorbereitende Maßnahme namens „Music Moves Europe: Förderung der Vielfalt und der Talente der europäischen Musik“. Ziel ist das Testen passender Mittel zur gezielteren EU-Musikförderung nach 2020. Zur Umsetzung dieser Vorbereitenden Maßnahme hat die Kommission im Mai 2018 zwei Ausschreibungen veröffentlicht. Ausgewählt wurden:

Im Rahmen dieser Vorbereitenden Maßnahme finanziert die Kommission auch verschiedene Studien (Musikexport, Musikbeobachtungsstelle, Trends auf dem Musikmarkt), um weitere Erkenntnisse über Herausforderungen und Chancen für die europäische Musikbranche zu gewinnen. Die Ergebnisse dieser Studien dürften Ende 2019 vorliegen.

Vorbereitende Maßnahme 2019

Das Europäische Parlament unterstützt die Vorbereitende Maßnahme MME auch weiterhin, und zwar mit 3 Mio. EUR für 2019. Die Kommission plant vier Ausschreibungen und zwei Studien.

Infos zu diesen Ausschreibungen finden Sie in dieser Broschüre.

Die erste Ausschreibung zu Professionalisierung und Ausbildung wurde bereits veröffentlicht. Die Bewerbungsfrist endete am 31. Oktober 2019. Mehr zur Ausschreibung.
Die Ausschreibung zur Zusammenarbeit kleinerer Musikveranstaltungen wurde ebenfalls bereits veröffentlicht. Die Bewerbungsfrist endete am 15. November 2019. Mehr zur Ausschreibung.

Weitere Informationen

Broschüre zu den Musikprojekten „Kreatives Europa – Kultur“ (2020)

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