Kulturhauptstädte Europas

Kultur im Mittelpunkt europäischer Städte: Mit ihrer Initiative „Kulturhauptstädte Europas“ unterstützt die EU ein Jahr lang Kunst- und Kulturveranstaltungen.

2015 feierte das Programm der Kulturhauptstädte Europas sein 30jähriges Bestehen

Die Broschüre präsentiert erfolgreiche Projekte in den europäischen Kulturhauptstädten der letzten Jahre, das Informationsblatt die Geschichte und die Höhepunkte der Initiative im Lauf der Jahre.

Worum geht es bei der Initiative?

Die Initiative „Kulturhauptstädte Europas“ soll:

  • den Reichtum und die Vielfalt der Kulturen in Europa hervorheben
  • die kulturellen Eigenschaften würdigen, die den Europäern gemein sind
  • bei den Bürgerinnen und Bürgern Europas das Gefühl stärken, einem gemeinsamen Kulturkreis anzugehören
  • den Beitrag der Kultur zur Entwicklung von Städten unterstützen

Zusätzlich hat die Initiative gezeigt, dass sie eine hervorragende Gelegenheit bietet für:

  • Stadterneuerung
  • Stärkung des internationalen Profils von Städten
  • Imageverbesserung von Städten in den Augen ihrer eigenen Bewohnerinnen und Bewohner
  • kulturelle Neubelebung einer Stadt
  • Belebung des Tourismus

Wie werden die Kulturhauptstädte ausgewählt?

Ernennung europäischer Kulturhauptstädte in den EU-Ländern

Sechs Jahre vor dem jeweiligen Kulturhauptstadtjahr veröffentlichen die ausrichtenden Länder eine Aufforderung zur Einreichung von Bewerbungen, normalerweise über ihr Kulturministerium. Städte, die an der Ausschreibung teilnehmen möchten, müssen einen Vorschlag zur Prüfung einreichen.

In einem Vorauswahlverfahren prüft ein Kulturausschuss aus unabhängigen Sachverständigen die eingereichten Vorschläge anhand eines vorab festgelegten Kriterienkatalogs. Der Ausschuss einigt sich auf eine Auswahlliste von Städten, die dann aufgefordert werden, detailliertere Bewerbungen einzureichen.

Anschließend tritt der Ausschuss erneut zusammen, um die endgültigen Bewerbungen zu bewerten, und schlägt eine Stadt pro ausrichtendem Land für die Ernennung vor. Die vorgeschlagene Stadt wird dann formell zur Kulturhauptstadt Europas ernannt.

Die Rolle der Europäischen Kommission besteht darin, sicherzustellen, dass die auf EU-Ebene vereinbarten Regeln in jeder Phase eingehalten werden.

Ernennung und Umsetzung

Kulturhauptstädte Europas werden vier Jahre vor dem tatsächlichen Kulturhauptstadtjahr formell ernannt. Diese lange Vorlaufzeit ist für die Planung und Vorbereitung eines so komplexen Ereignisses notwendig. Der von der Europäischen Kommission unterstützte Ausschuss ist während dieser vier Jahre fortlaufend involviert, um den Kulturhauptstädten Europas mit Ratschlägen und Empfehlungen zur Seite zu stehen und den Stand ihrer Vorbereitungen zu prüfen.

Am Ende dieser Überprüfungsphase entscheidet der Ausschuss darüber, ob er der Europäischen Kommission empfiehlt, den Melina-Mercouri-Preis (aktuell 1,5 Millionen Euro finanziert aus dem EU-Programm Kreatives Europa) auszuzahlen oder nicht.

Bewertung der Ergebnisse

Jedes Jahr veröffentlicht die Europäische Kommission einen Bewertungsbericht zu den Ergebnissen der Kulturhauptstädte Europas des vorangegangenen Jahres. Die Hauptstädte nach 2019 werden ihre Bewertung selbst durchführen und sie der Kommission bis zum Ende des auf das Kulturhauptstadtjahr folgenden Jahres vorlegen.

Bisherige Kulturhauptstädte

Die Initiative wurde 1985 entwickelt, und bis heute wurden über 50 Städte in der gesamten Europäischen Union zu Kulturhauptstädten ernannt. Die Kulturhauptstädte Europas 2017 sind:

Nächste Schritte

Die Kulturhauptstädte Europas wurden bereits bis 2021 benannt:

  • 2018 – Leeuwarden (Niederlande) und Valetta (Malta)
  • 2019 – Plovdiv (Bulgarien) und Matera (Italien)
  • 2020 – Rijeka (Kroatien) und Galway (Irland)
  • 2021 - Timișoara (Rumänien), Elefsina (Griechenland) und Novi Sad (Serbien, Kandidatenland/potenzieller Beitrittskandidat)

In Litauen und Luxemburg läuft der Wettbewerb für 2022. Die Entscheidung wird im März bzw. September 2017 getroffen.

Parlament und Rat verabschiedeten im April 2014 einen neuen Rahmen für die Initiative nach 2019. Dieser beinhaltet eine chronologische Liste von Mitgliedstaaten, die von 2020 bis 2033 Ausrichterstaaten sein können.

Dieser neue Rahmen eröffnet Städten in Kandidatenländern und potenziellen Kandidatenländern ab 2021 die Möglichkeit, sich alle drei Jahre für den Titel zu bewerben. Die Auswahl wird im Rahmen einer offenen Ausschreibung erfolgen, was bedeutet, dass eventuell Städte aus verschiedenen Ländern gegeneinander antreten werden. Im Juni 2016 legte die Kommission einen Vorschlag zur Ausweitung des offenen Wettbewerbs auf Städte aus EFTA-/EWR-Ländern (Länder der Europäischen Freihandelsassoziation, die Vertragsparteien des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum sind) vor. Der Vorschlag wird gegenwärtig vom Europäischen Parlament und vom Rat geprüft.

Städte, die sich künftig beteiligen möchten, sollten die Ankündigung einer Ausschreibung in ihrem eigenen Land abwarten und dann auf die Aufforderung zur Einreichung von Bewerbungen reagieren, die von der für die Ausschreibung zuständigen Behörde (üblicherweise dem Kulturministerium) veröffentlicht wird.

Europäische Kulturhauptstädte seit 2011

Kaunas (empfohlen) NN
LITAUEN LUXEMBURG
Elefsina Timișoara Novi Sad
GRIECHENLAND RUMÄNIEN Kandidatenland/potenzielles Kandidatenland

Foto: Shutterstock