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Deutschland: Studie zeigt Jeder zehnte Deutsche engagiert sich für Flüchtlinge. (Inoffizielle Übersetzung)

Das freiwillige Engagement für Flüchtlinge in Deutschland ist derzeit außergewöhnlich hoch, so ergab eine Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland, für die etwa 2000 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger befragt wurden.

Die Studie zeigt zunächst, dass 52 Prozent der Bürger "bisher noch keine Erfahrungen" mit Flüchtlingen gemacht haben. In Ostdeutschland sind es mehr als 54 Prozent. Bei denjenigen, die bereits Kontakt zu Flüchtlingen hatten, überwiegen die guten Eindrücke. Rund 26 Prozent aus dieser Gruppe gaben an, "eher positive" oder "sehr positive" Erfahrungen gemacht zu haben. Gemischt, negativ oder sehr negativ war der Eindruck hingegen bei 21 Prozent.

Ein bemerkensertes Ergebnis brachten die Fragen zum Engagement in der Flüchtlingshilfe. Demnach waren 10,9
Prozent der Befragten im Befragungszeitraum ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe aktiv. Das sind sogar mehr als beim bisherigen Spitzenreiter "Sport", bei dem der Anteil von Engagierten in der Gesamtbevölkerung bei 10,1 Prozent liegt.

37 Prozent der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer erklärten, Sachspenden entweder bereits vor der Umfrage oder im aktuellen Befragungszeitraum geleistet zu haben. Geld spendeten 17 Prozent. Konkrete Hilfstätigkeiten gaben 16 Prozent bei der Kleider- oder Essensausgabe an.

Verhältnismäßig gering fällt das Engagement bei der Vermittlung von Sprachkenntnissen (7 Prozent), der Kinderbetreuung (3 Prozent) sowie der Aufnahme von Flüchtlingen in den eigenen Wohnräumen aus. In fast allen bereichen aber können sich mehr als 30 Prozent grundsätzlich vorstellen, sich zu engagieren. Bei der Essens- und Kleiderausgabe sowie der Vermittlung von Sprachkenntnissen sind es sogar mehr als 40 Prozent der Befragten.

Auch zu ihren Ängsten im Bereich "Flüchtlinge" wurden die Bürger befragt. Dabei geben etwa 85 Prozent an, dass ihre größte Befürchtung im wachsenden Rechtsextremismus in Deutschland liegt. Auch über soziale Auswirkungen, wie etwa in Bezug auf eine weitere Verknappung des Wohnraunmes, machen sich die Interviewten sorgen, ebenso wie über die Sicherheit in Deutschland, die manche durch den Zuzug von Flüchtlingen gefährdet sehen.

Ein „Kippen der Stimmung“, wie es teilweise vorausgesagt wurde, lässt sich in der Studie, die auch von der Diakonie Deutschland mitgetragen wurde, nicht erkennen. „Skepsis und Zuversicht halten sich die Waage“, stellt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie fest. „Die Chancen für eine gelingende Integration stehen gut, wir müssen diese Herausforderung nun mit umsichtigen und gut abgestimmten professionellen Handeln gestalten.“

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