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Triple Disadvantage? A First Overview of the Integration of Refugee Women

Dreifach benachteiligt? Die Integration weiblicher Flüchtlinge (Original language title)

Insgesamt machen Frauen 40 bis 45 Prozent aller Flüchtlinge aus. Ihre Integration verläuft allerdings meist mühsamer als bei geflüchteten Männern. In Deutschland brauchen sie etwa deutlich länger, um einen Job zu finden, wie eine aktuelle OECD-Studie zeigt.

Die Integration von geflüchteten Frauen in Deutschland verläuft nach Ansicht des Migrationsforschers Thomas Liebig alles andere als reibungslos. Wie aus seiner  Studie für die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervorgeht, benötigen weibliche Flüchtlinge in Deutschland im Vergleich zu den skandinavischen Ländern deutlich länger, um sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Demnach finden in den ersten fünf Jahren nur etwa 15 Prozent von ihnen Arbeit. In Schweden liege der Wert mit 30 Prozent etwa doppelt so hoch.

Ein großes Problem ist laut der Untersuchung, dass Frauen seltener an Integrationsmaßnahmen teilnehmen als Männer. Viele brechen ihre Sprachkurse ab: Während zu Beginn der Sprachkurse der Frauenanteil noch bei einem Drittel liegt, liegt ihr Anteil unter den Absolventen dieser Kurse bei nur noch 20 Prozent.

Niedrige Beschäftigungsquoten der Frauen mit Fluchtgeschichte sind der Studie zufolge eindeutig nicht kulturell bedingt, sondern entstehen durch spezifische Probleme: Entscheidend für die besondere Situation der Frauen sind insbesondere die Faktoren Schwangerschaft, Bildung und Gesundheit. So bekommen viele geflüchtete Frauen kurz nach der Ankunft in Deutschland ein Kind. Meist haben sie zudem einen geringeren Bildungsstand als die Männer und leiden zudem häufiger unter gesundheitlichen Problemen. Auch die Kontakte zur deutschen Bevölkerung gestalten sich schwieriger als bei männlichen Geflüchteten.

Die Studie empfiehlt, stärker auf diese Zielgruppe zuzugehen, um ihnen einen Weg aus ihrer Isolation aufzuzeigen. Mentorenprogramme sind demzufolge besonders vielversprechend, um Netzwerke für die Frauen aufzubauen. Auch die Gründe für den Abbruch von Sprachkursen soll gründlich analysiert werden, um die Probleme dahinter zu beheben. Liebig sieht es als sinnvoll an, die Übernahme skandinavischer Modelle für Deutschland zu diskutieren.

Read the study in English

Source: Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD)