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Das pragmatische Einwanderungsland. Was die Deutschen über Migration denken

Die Mehrheit der Deutschen sieht Migration eher pragmatisch und sogar als Chance: Insgesamt 53 Prozent stehen Einwanderung sehr oder eher positiv gegenüber, wie aus der Studie „Das pragmatische Einwanderungsland - Was die Deutschen über Migration denken“ hervorgeht. Lediglich 15 Prozent der Befragten lehnen Migration demnach kategorisch ab.

Besonders zeigen sich die Befragten bei der Einwanderung qualifizierter Arbeitnehmer: Rund zwei Drittel stimmten der Aussage zu, dass Deutschland ausländische Arbeitskräfte benötigt, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Auch ausreisepflichtige Ausländer, die gut integriert sind und einen Job oder Ausbildungsplatz haben, sollen nach Ansicht von 78 Prozent der Befragten in Deutschland bleiben dürfen.

Die Akzeptanz von Flüchtlingen hängt der Studie zufolge stark von der Fluchtursache ab. So gaben 73 Prozent der Befragten an, Deutschland solle künftig mindestens genau so viele Menschen aufnehmen, die vor Krieg oder Bürgerkrieg geflohen sind. Wurden Flüchtlinge in ihrer Heimat aufgrund ihrer religiösen, politischen oder sexuellen Orientierung verfolgt, würden 67 Prozent mindestens so viele von ihnen aufnehmen wie jetzt. Bei Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen oder vor Armut fliehen, waren die Befragten weniger offen: 57 Prozent sagte, Deutschland solle künftiger weniger von ihnen aufnehmen.

Eine Mehrheit der befragten Personen fürchtet sich der Erhebung zufolge vor einer Zunahme von Rechtsextremismus und rassistischer Gewalt (86 Prozent), einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft (81 Prozent) sowie mehr Kriminalität und einer höheren Zahl an Terroranschlägen (73 Prozent). Der Einfluss des Islams auf die Gesellschaft ängstigt 64 Prozent der Befragten. Eine erhöhte Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt befürchten derweil nur 30 Prozent.

Die Politik solle die grundsätzlich positive Einstellung zu Migration nicht unterschätzen, erklärten die Verfasser der Studie. Sie forderten, die Stimmung nicht durch spalterische Politik und Rhetorik zu untergraben: „Die Politik kann die Offenheit der Bevölkerung gegenüber Einwanderung nur dann erhalten, wenn sie Vertrauen gewinnt.“ Die Bürger wollten einen klaren rechtsstaatlichen Rahmen für die Einwanderung. Dazu gehörten geordnete und faire Verfahren für die Aufnahme von Flüchtlingen und Migranten.

Für die Erhebung befragte die Stiftung 3.000 wahlberechtigte Frauen und Männer in Deutschland.

Authors:
Rainer Faus, Simon Storks
Posted by:
Country Coordinator Germany