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“GeLA” Gemeinsam Leben und Arbeiten im Landkreis Darmstadt- Dieburg

Geographic Area

Germany

City

Groß-Umstadt

Language

Multilingual

Type of Information

Project or programme

Organisation

Zentrum Information Beratung Bildung -Frauen für Frauen e.V.

Contact Person

Andrea Balmerth (Login to send email)

Contact Person Function

Geschäftsleitung

Project Start

01/05/2016

Ongoing Project

Yes

Project End

30/04/2020

Summary

Mit dem Projekt “GeLA” verfolgen das Land Hessen, der Landkreis Darmstadt-Dieburg und der Frauenbildungsträger ZIBB - Frauen für Frauen e.V. das Ziel, geflüchtete und zugewanderte Frauen früh für den Arbeitsmarkt zu aktivieren.

Neben dem Spracherwerb auf den Niveaustufen A und B mit Zertifikatserwerb nach dem europäischen Referenzrahmen werden parallel digitale Lernformate angeboten und digitale Grundkenntnisse vermittelt. Der dritte Baustein bildet die berufliche Orientierung. Nach der Feststellung formal erworbener Kompetenzen sowie von Kenntnissen und Erfahrungen, die auf nicht formalem Wege erhoben werden, beginnt unmittelbar die Suche nach geeigneten Praktikumsplätzen. Die Vorstellung von Berufsbildern begleitet den Prozess.

Die Teilnehmerinnen erhalten umfängliche Bewerbungstrainings und Bewerbungsunterstützung. Am Ende der Maßnahme steht die weitere Berufswegeplanung unter Ermittlung des Weiterbildungsbedarfes zur Zielerreichung. Flankierend finden Einzelcoachings, individuelle Lernunterstützung und bei Bedarf traumasensible Beratung Anwendung.

 

 

Issue/Challenge and Goal/Assumption

  • Ziel:

Die Deckung des Arbeitskräftebedarfs in der Region durch Hebung bisher brachliegender Potenziale aus der Gruppe der Migrantinnen ist Teil der Arbeitsmarktstrategie des Landkreises. Ziel ist die Vermittlung in sozialversicherungspflichtige Arbeit oder qualifizierende Weiterbildung bei Nutzung der Instrumente des SGBII und SGBII. Häufig sind (geflüchtete) Frauen verantwortlich für Familie und den sozialen Zusammenhalt. Der Vorrang wird meist dem Spracherwerb und der beruflichen Integration der männlichen Familienmitglieder gegeben. Dies führt zu einer Verfestigung der bestehenden Strukturen, von tradierten Rollenbildern und zu einer Unterrepräsentation geflüchteter Frauen am Arbeitsmarkt, bei arbeitsmarktfördernden Maßnahmen und Sprachkursen.

  • Ausgangssituation und Kontext:

Der Landkreis wächst durch Zuwanderung. Im ländlichen Raum des Kreises sind die Chancen auf Teilhabe am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt geringer, während der Bedarf an Fachkräften steigt. Qualifizierungsmaßnahmen aus dem SGBII und SGBIII sind notwendig, um brachliegende zu heben. Frauen sind insgesamt in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen unterrepräsentiert und die Kommune hat eine hohe Zuweisung aus Ländern, in denen Frauen wenig von Bildungsangebote partizipieren konnten.

  • Ziele in quantitativer und qualitativer Hinsicht:

Quantitativ: 2016 - 2022 100 Teilnehmerinnen

Qualitativ: Teilnehmerinnen sind in der Lage, im Anschluss die Instrumente des SGBII und III zu nutzen und/ oder sind in Beschäftigung oder Aus- und Weiterbildung.

  • Grundlegenden Annahmen:

Für den Landkreis wird im mittleren und unteren Qualifikationsniveau ein Arbeits- und Fachkräftedefizit prognostiziert. Handlungsansätze sind u.a. Anwerbe- und Integrationsprozesse von Flüchtlingen und Zugewanderten zu verbessern und die Potenziale brachliegender Potenziale von Frauen zu heben. Durch die Einbindung ehrenamtlicher Helferkreise und örtlicher Akteure können Teilnehmerinnen gezielt angesprochen werden.

How does it work

Akquise und Auswahl der Teilnehmerinnen:

  • Ansprache potenzieller Teilnehmerinnen über ehrenamtliche Helferkreise und das Fallmanagement des kommunalen Jobcenters;
  • Zentrale Informationsveranstaltung mit ehrenamtlichen Helfer*innen und Übersetzer*innen (idealerweise aus vorherigem Durchgang);
  • Deutschtest mit folgendem Einzelgespräch zur Klärung der Motivation, Zielsetzung, Kinderbetreuungsmöglichkeit u.s.w.

Durchführung der Durchgänge 1 - 3:

  • Niveaustufe A1 bei Start, angestrebtes Zertifikat B1;
  • Gruppenunterricht 4 Tage/Woche, vormittags von 09.00 - 13.00 Uhr (Spracherwerb und berufl. Orientierung, Bewerbungstraining und Praktikumsplatzssuche);
  • 2 - 3 Wochen EDV-Grundkurs (Word);
  • 3 - 4 Wochen Praktikum in einem selbstgewählten Betrieb;
  • Anschließend Vorbereitung auf die Deutschprüfung, weitere Berufswegeplanung, evtl. Organisation von Anschlussmaßnahmen;
  • Erwerb des Sprachzertifikates nach dem europ. Referenzrahmen.

Ab 2019 GeLA 4.0

  • Gruppenunterrricht 5 Tage/Woche;
  • Ergänzung um 1 EDV-Tag zum Erwerb digitaler Basiskomptenzen.

Ab 2020 integriert in das Projekt NeW-Netzwerk Wiedereinstieg

  • 2 Niveaustufen A1-A2 und B1-B2, angestrebtes Zertifikat nach individuellen
     Voraussetzungen;
  • Modulare Form 5 Tage/ Woche von 09.00-13.00 Uhr;
  • Niveaustufe A1 - A2/ 3x/ Woche;
  • Niveaustufe B1 - B2/ 2x/ Woche;
  • Digitale Lernformate 2x/Woche;
  • Bewerbungstrainings monatlich 2Tage und permanente Bewerbungsunterstützung;
  • Einzelcoaching.

Results

  • Quantitative and qualitative Ergebnisse:

Von 49 Teilnehmerinnen in 4 Durchgängen konnten 71% (35 Teilnehmerinnen) entweder in den 1. Arbeitsmarkt oder in weiterführende Maßnahmen innerhalb des SGBII oder in weiterführende Sprachkurse vermittelt werden.

  • Meinung der Zielgruppe hinsichtlich des durchgeführten Projektes:

Hohe Zufriedenheitswerte der Teilnehmerinnen, regelmäßge Teilnahme, Maßnahmeabbruch lediglich wegen Umzug, Schwangerschaft, Krankeit.

Evaluation

  • Evaluationstyp/Art der Bewertung:

Teilnehmerinnenbefragung; Evaluation der Ergebnisse nach Maßnahmenende, Wiederholungsevaluation ½ und 1 Jahr nach Maßnahmenende.

  • Bewertungsindikatoren:

Aktivierung der Teilnehmerinnen (Vermittlung in Arbeit, Teilnahme an Folgemaßnahmen, Aus- oder Weiterbildung).

  • Verfügbare Mittel:

Fragebogen, Telefonabfrage.

  • Erfolg/Misserfolg/Nebeneffekte:

71% Aktivierung; 3 Frauen stehen zur Wahl für den Ausländerbeirat für die Kommunalwahl 2021; Gelungene Einbindung der Partner; Best Practice Beispiel; Erfolge gehen verschüttet, wenn nicht unmittelbar Anschlumaßnahmen erfolgen.

  • Empfehlungen:

Reine Frauenmaßnahme in einer Fraueneinrichtung mit Zielgruppenerfahrung, begleitende traumasensible Beratung, Einbindung ehrenamtlicher Helferkreise, Einbindung der Partner, Beteiligung der Patner an der Kinderbetreuung (Ehemänner haben sich organisiert, um die Kinderbetreuung zu übernehmen), akteursübergreifende Zusammenarbeit, rechtskreisübergreifende Maßnahmen.

Who will benefit?

  • Frauen mit Migrationshintergrund mit und ohne Kinder (asylsuchende Frauen im Asylverfahren, bleibeberechtigte Frauen, qualifizierte Geduldete, Migrantinnen aus dem Rechtskreis SGBII und SGBIII, Migrantinnen ohne Leistungsbezug).
  • Erwartete Anzahl der durch das Projekt erreichten Personen: Von 2016 - 2022 ca. 95.

Source of funding and Resources used

Mittel/Ressourcen:

  • Ergänzendes Angebot der traumasensiblen Beratung;
  • Bereits bestehende Vernetzung und Kontakte zu regionalen Arbeitgebern (vorhandene Praktikumsdatei);
  • Netzwerk ehrenamtlicher Herlfer*innen;
  • Enge Zusammenarbeit mit den Migrationsbeauftragten der Kommune;
  • Beteiligung an diversen kommunalen Arbeitskreisen und am Prozess der “Vielfaltsstrategie”;
  • Einbeziehung und Verzahnung mit externen Bildungs- und Beratungsstellen (z.B. Verbraucherzentrale, Diakonisches Werk u.s.w.);
  • Enge Verzahnung mit dem Büro für Chancengleichheit des Landkreises Darmstadt-Dieburg;
  • Nutzung weiterführender Maßnahmen aus dem SGBII in Zusammenarbeit mit dem kommunalen Jobcenter des Landkreises.

Budget:

  • Zu Beginn mit einem jährlichen Gesamtvolumen von 74.000,00 Euro, mit Aufstockung um den Baustein digitale Kompetenzen mit einem jährlichen Gesamtvolumen von 94.000,00 Euro, mit Umbau in modulare Form und Erhöhung der Teilnehmerinnenzahl 2020 auf 130.000,00 Euro.

Finanzierung:

  • ESF-Mittel – Kofinanzierung kommunale Mittel.

Anzahl und Qualifikation der Mitarbeiter:

  • Germanistin Magister “Deutsch als Fremdsprache”;
  • Sozialpädagogin mit systemischer Zusatzausbildung;
  • EDV-Trainerin;
  • Projektkoordination und Verwaltungskraft.