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Unterbringung von Flüchtlingen in deutschen Kommunen: Konfliktmediation und lokale Beteiligung

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Welche Konflikte entstehen bei der Aufnahme und Unterbringung von Geflüchteten? Wie gehen Kommunen mit den Problemen um? Zu diesen Fragen haben das Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien der Universität Osnabrück (IMIS) und das Internationale Konversionszentrum Bonn (BICC) geforschtund die Ergebnisse nun veröffentlicht.

Für den Forschungsbericht wurden wissenschaftliche Publikationen aus diversen Disziplinen, in denen verschiedene Konfliktkonstellationen untersucht werden, ausgewertet und zusammengefasst. „Aktuelle Studien zeigen, dass zahlreiche Akteure an Konflikten um die Unterbringung von Flüchtlingen beteiligt sind, neben den Geflüchteten selbst auch Anwohner, Betreiber von Unterkünften, Lokalpolitiker oder auch Verwaltungsmitarbeiter, und dass eine nicht ausreichende Kommunikation konfliktfördernd wirkt“, erläutert Isabella, Autorin des Forschungsberichtes.

Dass Kommunen frühzeitig Methoden der Bürgerbeteiligung, Gewaltprävention und Konfliktmediation einsetzen, damit Konflikten vor Ort vorgebeugt und begegnet werdenkann. Bauer rät Kommunen dringend zu Schulungenin den Bereichen der Gewaltprävention und konfliktsensitiven Flüchtlingsarbeit, die durch Konfliktberater durchgeführt werden. Zudem spricht empfiehlt sie, dass im Umfeld von Flüchtlingsunterkünften nachhaltige Konfliktmediationsstrukturen (z.B. Beschwerdestellen und Konfliktlotsen) sowie Begegnungsmöglichkeiten eingerichtet werden.

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass die Forschung zum Thema in Deutschland nur rudimentär vorhanden ist, so dass weitere Studien benötigt werden. „Umfassende und langfristig angelegte Forschungsvorhaben sind notwendig, um vertiefte Erkenntnisse über Konfliktkonstellationen, lokale Dynamiken und die Wirkung von Gewaltprävention und Konfliktbearbeitung zu erzielen. Erst auf dieser Grundlage können kommunale Politik und Praxis der Flüchtlingsarbeit angemessen beraten werden“, erläutert der Mitherausgeber der Studie, Conrad Schetter, der Direktor des BICC ist.

Source: Migsrzin / Bundesministerium für Bildung und Forschung