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Flucht ins Autoritäre - Rechtsextreme Dynamiken in der Mitte der Gesellschaft

Laut der neuen Langzeitstudie der Universität Leipzig hat die sogenannte „Ausländerfeindlichkeit“, die sich gegen Migranten und Minderheiten richtet, erneut zugenommen. Demnach vertritt rund jeder dritte Deutsche ausländerfeindliche Positionen, was sich besonders deutlich in Ostdeutschland zeigt. Die Abwertung von Gruppen, die als „fremd“ oder „abweichend“ wahrgenommen werden wie Sinti und Roma, Asylbewerber und Muslime, steige besonders an, sagte Studienleiter Oliver Decker.

Im Vergleich zur Erhebung im Jahr 2016 ist die Ausländerfeindlichkeit bundesweit um knapp vier Prozentpunkte auf 24,1 Prozent angestiegen, in Ostdeutschland sogar um acht Prozentpunkte auf knapp 31 Prozent.

Insgesamt stimmten 36 Prozent der befragten Deutschen der Aussage zu, dass Migranten gezielt nach Deutschland kommen, um den Sozialstaat auszunutzen; in Ostdeutschland lag die Zustimmung sogar bei knappen 50 Prozent. Mehr als ein Viertel der Befragten würden Ausländer wieder in ihre Heimat zurückschicken, wenn in Deutschland die Arbeitsplätze knapp werden (Osten: 32 Prozent, Westen: 25 Prozent). Etwa 36 Prozent halten die Bundesrepublik durch Migranten in einem gefährlichen Maß überfremdet (Ost: 44,6 Prozent, West: 33,3 Prozent).

Die Abwertung von Muslimen zeigt in der Studie ein erschreckend hohes Ausmaß: 56 Prozent stimmen der Aussage zu, sie fühlten sich durch die vielen Muslime als Fremde im eigenen Land (2014: 43 Prozent). 44 Prozent würden Muslimen eine Zuwanderung nach Deutschland untersagen, wenn sie könnten (2014: 36,5 Prozent). Die Abneigung gegen Sinti und Roma ist den Ergebnissen zufolge ähnlich ausgeprägt.

Für die Studie wurden im Frühjahr 2018 knapp 2.000 Personen in Westdeutschland und 500 Menschen in Ostdeutschland persönlich befragt. Die Untersuchung wird seit 2002 alle zwei Jahre durchgeführt.

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Authors:
Oliver Decker, Elmar Brähler
Posted by:
Country Coordinator Germany