Wirtschaftsagentur Wien

Sie brauchen Rat, um Ihre Geschäftsidee erfolgreich umzusetzen, oder Sie benötigen Hilfe bei der Finanzplanung? Sie sind neu in der Stadt und suchen nach dem richtigen Standort für Ihr Büro? Die Wirtschaftsagentur Wien kann Ihnen helfen. Sie berät lokale und internationale Unternehmen, die sich in der österreichischen Hauptstadt niederlassen möchten.

Ein Projekt der Wirtschaftsagentur Wien ist das Founders Lab: Creative Industries. Das kostenlose berufsbegleitende Programm für aufstrebende Unternehmer/innen der Kreativwirtschaft und alle, die es werden wollen, wird aus EU-Mitteln kofinanziert. Zwei Monate lang erhalten die Teilnehmenden Coaching durch Experten, Einladungen zu Intensiv-Workshops in Geschäftsentwicklung, Vertrieb und Marketing sowie Gelegenheit zur Vernetzung mit anderen Unternehmer/innen.

Das Programm ist sehr erfolgreich und hat schon vielen kreativen Unternehmen geholfen, Fuß zu fassen.

OCG Immersive Studio ist ein Startup-Unternehmen, das VR/AR-Technologien für neuartige Bildungsprojekte, den Wandel in der Gesellschaft und ein besseres Storytelling entwickelt. Reka Fesus, Daniel Benyi und Fanni Fazakas von OCG gelang es nach der Teilnahme an diesem Programm, ihr Unternehmen auf eine neue Stufe zu heben.

Die OCG-Vorzeigeprojekte in virtueller Realität wie z. B. „Jamie & Jamie“, eine interaktive VR-Komödie zur Geschlechtergleichstellung, oder „Missing 10 Hours“, eine immersive Erfahrung, die Partygänger/innen ermutigen will, GHB-Opfern Hilfe anzubieten, wurden bei Festivals in ganz Europa gezeigt.

„Was wir über Marketing-Strategien, Kundenkommunikation und Preisgestaltung gelernt haben, wenden wir immer noch erfolgreich an. Die Begegnung mit den vielen unterschiedlichen Experten und Mentoren hat uns neue Perspektiven eröffnet, wie wir als frisch gegründetes Unternehmen wachsen können.“

Jamie & Jamie virtual reality project © OCG, 2020

Das VR-Projekt „Jamie & Jamie“ © OCG, 2020

Die Zukunft der Kreativität

Die COVID-19-Krise hat viele ehemalige Founders-Lab-Teilnehmer veranlasst, einen Schritt zurückzutreten und ihre Geschäftstätigkeit zu überdenken – nicht nur, um ihr Unternehmen am Leben zu erhalten, sondern auch um Lösungen für die aktuellen und künftigen Herausforderungen zu finden und die Zeit nach der Pandemie zu gestalten.

Die EU unterstützt diese Unternehmen, die mit Slow-Fashion den Klimawandel bekämpfen, die unsere Arbeits- und Outdoor-Umgebungen neu gestalten und unser Geschäftsverständnis revolutionieren. Und dank ihrer Kreativität und Flexibilität in Krisenzeiten haben sie beim Wettbewerb „Creatives for Vienna“ der Wirtschaftsagentur sogar Preise gewonnen.

One Dress A Day

Elizaveta Fateeva © Tatyana Vlasova, 2020

Elizaveta Fateeva © Tatyana Vlasova, 2020

Elizaveta Fateeva ist die Gründerin des nachhaltigen Wiener Mode-Labels FATEEVA. Anders als andere Designer präsentiert sie keine Kollektionen im saisonalen Rhythmus, sondern kreiert Kleidung aus Restposten hochwertiger Materialien, solange diese Restposten verfügbar sind.

Die Modebranche hat einen Schock erlebt, als die internationalen Produktionsketten durch die Pandemie zum Stillstand kamen. Aber Elizaveta meint, dass das langfristig hilfreich sein kann, da die Branche sonst nie darüber nachgedacht hätte, was funktioniert und was nicht.

Gestützt auf ihre im Founders Lab erworbenen Kenntnisse und unternehmerischen Fähigkeiten entwickelt Elizaveta ihre eigene Vision von der Zukunft nachhaltiger Mode.

„Man muss sich einfach nur trauen, neue Wege zu gehen. Angefangen hat es mit zwei Kleidern, die ich im Lockdown für eine Freundin genäht habe. Als sie fertig waren, hatte ich die Idee, aus allen meinen Resten jeden Tag ein Kleid zu kreieren. So entstand das Projekt ‚One Dress A Day‘. Diese Idee ist ein Gegenentwurf zu Fast Fashion, die ich weiterentwickeln möchte.“

A dress a day © Elizaveta Fateeva, 2020

A Dress A Day © Elizaveta Fateeva, 2020

Ein Upgrade für das Arbeitsumfeld

Die Pandemie hat viele von uns gezwungen, von Zuhause aus zu arbeiten. Einige fanden das anstrengend, aber andere hoffen, dass wir nicht mehr in das Hamsterrad aus der Zeit vor der Pandemie zurückkehren müssen, und entwickeln neue Ideen für unseren Arbeits- und Lebensstil.

Sylvia Kostenzer © Kati Bruder, 2021

Sylvia Kostenzer © Kati Bruder, 2021

Neu gestaltete Arbeitsräume könnten ein Anfang sein. Sylvia Kostenzer, eine ehemalige Founders-Lab-Teilnehmerin, leitet STUDIO D*LUXE, ein Unternehmen mit dem Ziel, die Gestaltung öffentlicher Räume zu verbessern.

Sie gehört zum Leitungsteam des PARXS-Projekts, das offene Büros auf Parkplätzen und anderen öffentlichen Plätzen einrichtet, um graue Straßen in Erholungsbereiche zu verwandeln. Es gibt Sitzgruppen für Besprechungen, mit Solarenergie betriebene Ladestationen und einen öffentlichen WLAN-Zugang. Außerdem verfügen die offenen Büros, anders als traditionelle Bürogebäude, über Sonnendächer und Saisonpflanzen für eine gesündere und angenehmere Arbeitsumgebung.

„Durch die COVID-19-Pandemie haben wir gelernt, die zahlreichen Möglichkeiten des öffentlichen Raums, der bisher sehr monolithisch genutzt wurde, zu erkunden.“

Parxs in Vienna © Karo Pernegger, 2020

Parxs in Wien © Karo Pernegger, 2020

Neue Geschäftsideen

Lena Glaser © Vilma Pflaum, 2020

Lena Glaser © Vilma Pflaum, 2020

Lena Glaser ist Arbeitsexpertin und erforscht die Zukunft der Arbeit. Mit dem unternehmerischem Know-how und Coaching, das sie im Founders Lab erhalten hatte, gründete sie ihre eigene Unternehmensberatung. Jetzt bietet sie Vorträge, Lernreisen und Eins-zu-Eins-Coaching für Unternehmen an und ist an Forschungskooperationen mit internationalen Organisationen beteiligt. Und sie hat eine neue Online-Plattform für den Austausch kreativer Ideen ins Leben gerufen.

Das solide Fundament, das sie sich im Founders Lab erarbeitet hatte, half Lena, den durch das Coronavirus ausgelösten Sturm zu überstehen – und anderen zu helfen. Die Krise hat sie veranlasst, intensiver über das Arbeitsumfeld nach der Pandemie nachzudenken, und sie startete den Newsletter NEW WORK LOVE. Er bietet Unternehmen und angehenden Unternehmer/innen Tipps und Tricks für die Zukunft.

„In Krisenzeiten ist es meiner Ansicht nach wichtiger denn je, neue Arbeitsformen auszuprobieren, über Möglichkeiten zu informieren und eine Arbeitskultur der Inklusion, Offenheit und Beteiligung zu schaffen.“

New ways of working from Lena Glaser’s Basically Innovative © Apollonia Bitzan, 2020

Neue Arbeitsweisen bei Lena Glasers Basically Innovative © Apollonia Bitzan, 2020