Allgemeines

Das Soforthilfeinstrument unterstützt die Mitgliedstaaten im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Es bietet der Union ein breites Spektrum von Handlungsmöglichkeiten zur Reaktion auf Problemlagen, die am wirkungsvollsten strategisch und koordiniert auf europäischer Ebene angegangen werden können. Als finanzielle Komponente des gemeinsamen europäischen Fahrplans für die Aufhebung der Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 trägt das Instrument dazu bei, die unmittelbaren Folgen der Pandemie abzufedern und den Erfordernissen in der Ausstiegs- und Erholungsphase vorausschauend zu begegnen.

Das Soforthilfeinstrument beruht auf dem Grundsatz der Solidarität und bündelt in diesem Geist Anstrengungen und Ressourcen zur raschen strategischen Bedarfsdeckung.

Über die aus dem Soforthilfeinstrument finanzierten Maßnahmen und ihre Durchführung wird auf dieser Seite fortlaufend berichtet.

Impfstoffe

Ein erheblicher Teil der über das Soforthilfeinstrument zur Verfügung stehenden Mittel wird zur Sicherstellung der Produktion von Impfstoffen in der EU und einer ausreichenden Versorgung der Mitgliedstaaten durch Abnahmegarantien für Impfstoffhersteller eingesetzt. Mit Sanofi wurden Sondierungsgespräche über einen vertraglichen Rahmen für den Kauf von 300 Millionen Dosen im Namen aller EU-Mitgliedstaaten mittlerweile abgeschlossen. Die Kommission führt weiterhin intensive Gespräche mit anderen Impfstoffherstellern. Weitere Informationen zur Coronavirus-Impfstoffstrategie der Kommission finden Sie auf der Website zur Strategie.

Therapie

Am 28. Juli hat die Europäische Kommission mit dem Pharmaunternehmen Gilead einen Vertrag unterzeichnet, der ihr die Lieferung von Behandlungsdosen von Veklury (Handelsname des Therapeutikums Remdesivir) sichert. Veklury war das erste Arzneimittel, das auf EU-Ebene für die Behandlung von COVID-19 zugelassen wurde. Mit Unterstützung der Kommission werden die EU-Mitgliedstaaten und das Vereinigte Königreich ab Anfang August mit Veklury beliefert. Der Vertrag mit einem Auftragswert von insgesamt 63 Millionen Euro wird über das Soforthilfeinstrument der Kommission finanziert. 30 000 Patienten mit schweren COVID-19-Symptomen können auf diese Weise behandelt werden. Die Kommission bereitet derzeit eine gemeinsame Beschaffung weiterer Lieferungen des Arzneimittels zur Deckung des zusätzlichen Bedarfs vor, mit dem ab Oktober zu rechnen ist. 

Am 31. Juli hat die Europäische Kommission mehr als 200 Blutspendedienste in der gesamten EU aufgefordert, Mittel für die Anschaffung von Plasmapheresegeräten zu beantragen, mit denen Plasma von genesenen COVID-19-Patient(inn)en gewonnen wird, die zur Blutspende bereit sind. Die zusätzliche Ausrüstung erhöht die Kapazitäten zur Sammlung von Konvaleszenzplasma, ermöglicht so rasche Produktionssteigerungen und verbessert damit die Vorbereitung auf ein etwaiges rasches Ansteigen der Fallzahlen oder eine zweite Pandemiewelle. Mit einem Budget von 40 Millionen Euro werden öffentliche und nichtstaatliche Blutspendedienste unterstützt, die für die Gewinnung von Plasmaspenden zugelassen sind. Mehr zur Therapie

Beförderung lebenswichtiger Güter — Verlegung von Ärzteteams und Patienten

ESI Über das Soforthilfeinstrument können die EU-Länder nun Mittel für die Beförderung lebenswichtiger Güter sowie zur Verlegung von Ärzteteams und Corona-Patienten bei der Kommission beantragen. Diese zusätzliche Hilfe erfolgt komplementär zur Unterstützung im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens und zur Lieferung von Schutzausrüstungen via rescEU.

Emergency kit die Übernahme der Transportkosten für Unterstützung und Hilfsgüter in und zwischen EU-Mitgliedstaaten, damit medizinische Güter dorthin gelangen, wo sie am dringendsten benötigt werden
Protective equipment die Verlegung von Patienten zwischen EU-Mitgliedstaaten oder von Mitgliedstaaten in Nachbarländer, damit bei Versorgungsengpässen anderweitig freie Kapazitäten im Sinne einer Behandlung möglichst vieler Patienten genutzt werden können
Advisory group die Beförderung von medizinischem Personal und mobilen medizinischen Teams zwischen EU-Mitgliedstaaten und aus anderen Nachbarländern in die EU, um Menschen dort zu helfen, wo medizinische Hilfe am dringendsten benötigt wird

Am 18. Juni wurden im Rahmen eines Pilotprojekts mehr als sieben Tonnen persönliche Schutzausrüstung nach Bulgarien geliefert. Die Ladung umfasste über 500 000 von Bulgarien gekaufte Schutzmasken, deren Transportkosten die EU übernommen hat.

Zentrale gesundheitsrelevante Produkte

Die Kommission hat knapp 100 Millionen Euro für die Beschaffung von grundlegenden gesundheitsrelevanten Produkten wie persönlichen Schutzausrüstungen (Masken, Handschuhen, Brillen, Kitteln), Beatmungsgeräten und Arzneimitteln zur Prävention und Behandlung von COVID-19 bereitgestellt. Auch Dienste zur Gewährleistung der Qualität und der korrekten Handhabung dieser Produkte werden mit diesen Mitteln gefördert.

icon of a mask Persönliche Schutzausrüstung: Die Kommission hat 10 Millionen Masken zum Schutz des Gesundheitspersonals erworben. Diese Masken werden in Chargen an die Mitgliedstaaten geliefert, die Interesse bekundet haben.
Syiringe Therapie: Die für grundlegende gesundheitsbezogenen Produkte bereitgestellten Finanzmittel wurden auch zum Kauf von Behandlungsdosen von Veklury (Handelsname des Therapeutikums Remdesivir, siehe oben) verwendet. Veklury war das erste Arzneimittel, das auf EU-Ebene für die Behandlung von COVID-19 zugelassen wurde.

Medizinische und gesundheitliche Unterstützung durch die EU