Digitale Technologien – mit innovativen Lösungen die Coronakrise meistern

Damit die Europäer/innen die Vorteile digitaler Technologie nutzen können, hat die Europäische Kommission am 19. Februar 2020 eine Digitalstrategie angenommen. Vor dem Hintergrund der Coronakrise gewinnt diese an Bedeutung: Die Kommission setzt digitale Technologie ein, um die Ausbreitung des Virus zu überwachen, um Impfstoffe und Behandlungen zu erforschen und zu entwickeln, und um sicherzustellen, dass die EU-Bürger/innen zumindest über das Internet sicher Kontakt zueinander halten und sich informieren können.

Solange die Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist und sich das soziale und wirtschaftliche Leben hauptsächlich digital abspielt, sind Bürger/innen und Unternehmen mehr denn je auf das Internet angewiesen. Dank der Breitbandnetze und digitalen Infrastruktur können wir trotz der Krise lernen, soziale Kontakte pflegen und arbeiten. Vertrauensdienste (elektronische Signaturen, elektronische Siegel und elektronische Authentifizierungsdienste für Unternehmen), elektronische Behördendienste und elektronische Gesundheitsdienste gewährleisten die Kontinuität und Verfügbarkeit öffentlicher Dienste, während vertrauenswürdige Sicherheitssysteme dafür sorgen, dass unsere Identität und unsere Privatsphäre im Netz geschützt sind.

Daten, Tracking-Apps und Supercomputer

Nutzung von mobilen Daten und Apps

Daten spielen eine Schlüsselrolle im Kampf gegen die COVID-19-Pandemie. Dank digitaler Technologie erfahren wir mehr über die Ausbreitung des Coronavirus und können besser darauf reagieren. Europäische Datenräume wie der gemeinsame Raum für Gesundheitsdaten können dringend benötigte datenbasierte Lösungen auch über Grenzen hinweg ermöglichen.

Am 8. April gab die Kommission eine Empfehlung zur Unterstützung der schrittweisen Aufhebung der Corona-Maßnahmen durch Daten von mobilen Geräten und Apps ab. Die Empfehlung sieht Schritte und Maßnahmen für ein gemeinsames EU-Konzept für die Nutzung von Apps und Daten von Mobilgeräten zur Bekämpfung der Corona-Pandemie vor. In der Empfehlung werden die wichtigsten Grundsätze für die Verwendung dieser Apps zur sozialen Distanzierung, Warnung, Prävention und Nachverfolgung von Kontakten dargelegt. Die Datensicherheit und die Achtung der EU-Grundrechte wie Privatsphäre und Datenschutz müssen dabei stets gewährleistet sein.

Tracking-Apps

Sie entscheiden selbst, ob Sie eine Kontaktnachverfolgungs- oder Warn-App installieren und sich warnen lassen möchten, wenn Sie sich in der Nähe einer Person aufgehalten haben, für die ein positives Testergebnis für COVID-19 gemeldet wurde. In diesem Fall informiert Sie Ihre Gesundheitsbehörde über die App, empfiehlt Ihnen, sich testen zu lassen oder zu isolieren, und sagt Ihnen, an wen Sie sich wenden können.

Um einen sicheren Informationsaustausch zwischen Tracking-Apps zu gewährleisten, haben sich die EU-Länder im Zuge der schrittweisen Aufhebung ihrer Reisebeschränkungen und Grenzkontrollen am 16. Juni mit Unterstützung der Kommission auf eine Reihe technischer Spezifikationen und Leitlinien geeinigt. Die Apps sollten in enger Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden eingeführt werden. Ihre Installation muss freiwillig sein, und die Nutzer sollten die Kontrolle über ihre persönlichen Daten behalten. Die Apps müssen mit den EU-Datenschutzbestimmungen, insbesondere mit der Datenschutz-Grundverordnung und der e-Datenschutzrichtlinie, im Einklang stehen.

Die Kontaktnachverfolgung kann sich auf Bluetooth-basierte Näherungstechnik stützen. Die Apps lassen keine Bestimmung des Standorts der Nutzer zu, können jedoch Menschen, die sich für eine bestimmte Zeit in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten haben, warnen und ihnen helfen, sich selbst zu isolieren oder testen zu lassen. Die sicher gespeicherten Daten dürfen nicht länger als notwendig aufbewahrt werden.

Der Austausch der Näherungsdaten zwischen den Apps erfolgt verschlüsselt, sodass eine Identifizierung von Einzelpersonen nicht möglich ist. Dies steht im Einklang mit den strengen EU-Datenschutzleitlinien für Apps. Geolokalisierungsdaten werden dabei nicht verwendet.

Eine App für alle Länder

Um das Potenzial der Tracking- und Warn-Apps voll auszuschöpfen, Infektionsketten zu unterbrechen und Leben zu retten, will die Kommission die Apps der einzelnen Länder EU-weit verknüpfen und miteinander kompatibel machen. Die entsprechende Infrastruktur wird derzeit aufgebaut. Seit dem 14. September werden erste Tests in einigen Mitgliedstaaten durchgeführt – ein wichtiges Etappenziel. Die Kommission hat Tests zwischen den Back-End-Servern der offiziellen Apps Tschechiens, Dänemarks, Deutschlands, Irlands, Italiens und Lettlands und einem neu eingerichteten Gateway-Server in Angriff genommen. Fast alle Apps zur Kontaktnachverfolgung in der EU sind abgedeckt.

Über den Gateway – eine digitale Infrastruktur zur Gewährleistung des Informationsaustauschs zwischen den Back-End-Servern der nationalen Apps – können Apps auch über Grenzen hinweg reibungslos funktionieren. Die Nutzer brauchen also nur eine App zu installieren und können dennoch auch bei Reisen ins Ausland einen positiven Test melden oder eine Warnmeldung empfangen.

Auf der Grundlage der Empfehlung haben die Mitgliedstaaten mit Unterstützung der Kommission ein EU-Instrumentarium für die Nutzung mobiler Anwendungen entwickelt. Es definiert die grundlegenden Anforderungen an diese Apps und reflektiert bewährte Verfahren der Nutzung mobiler Tracking- und Warn-Apps bei der Krisenbewältigung.

EU-Instrumentarium für die Nutzung von Mobil-Apps zur Kontaktnachverfolgung und Warnung

Interoperabilitätsleitlinien für Kontaktnachverfolgungs-Apps

Schutz Ihrer personenbezogenen Daten und Privatsphäre

Gesundheitsdaten gelten als sensible Daten im Sinne der Datenschutz-Grundverordnung (Artikel 9); ihre Verarbeitung unterliegt daher strengen Auflagen. Die Verordnung schafft eine Rechtsgrundlage für die Verarbeitung personenbezogener Daten aus Gründen des öffentlichen Interesses im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Die Datenverarbeitung kann für humanitäre Zwecke, beispielsweise die Überwachung von Epidemien erforderlich sein, wobei das Unionsrecht oder das nationale Recht der Mitgliedstaaten geeignete und spezifische Maßnahmen zum Schutz der Rechte und Freiheiten des Einzelnen vorsehen muss.

Aggregierte statistische Daten, die keine Identifizierung der betreffenden natürlichen Personen ermöglichen (z. B. aggregierte Standortdaten), gelten nicht als personenbezogene Daten; hierfür gilt die Datenschutz-Grundverordnung daher nicht.

Die EU-Vorschriften zum Schutz von Daten und der Privatsphäre gehören zu den strengsten weltweit. Hieran ändert auch das Coronavirus nichts. Corona-Faktencheck

Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz und Supercomputer sind leistungsstarke Waffen im Kampf gegen Corona. Mit ihren Rechenkapazitäten lässt sich die Entwicklung von Impfstoffen und Behandlungen beschleunigen.

Sie sind auch bestens geeignet, um Corona-Ausbreitungsmuster zu erkennen. Mit ihrer Hilfe können die Gesundheitsbehörden die Ausbreitung des Virus überwachen und rasch tätig werden.

In der Pflege bietet künstliche Intelligenz in Form von Robotik einen großen Nutzen, denn letztendlich geht es bei der Behandlung von Corona-Patienten darum, die menschliche Interaktion auf ein Minimum zu beschränken.

Erfahren Sie mehr darüber, wie Daten, künstliche Intelligenz und Supercomputer zur Bewältigung der Coronakrise genutzt werden.

 

Europäische Supercomputer gegen Corona

Drei europäische Hochleistungsrechenzentren in Bologna, Barcelona und Jülich werden derzeit für die Erforschung und Entwicklung von Impfstoffen, Behandlungen und Coronatests genutzt. Durch den Vergleich digitaler Modelle des Coronavirus-Proteins und ihren Abgleich mit einer riesigen Arzneimitteldatenbank soll ermittelt werden, welche Kombinationen aktiver Moleküle auf das Virus ansprechen. Die Supercomputer ergänzen klassische klinische Testreihen und mögliche Experimente. Ein Pharmaunternehmen und mehrere große biologische und biochemische Institute geben Zugang zu ihren Arzneimitteldatenbanken und unterstützen auf diese Weise den Prozess. Die Europäische Kommission unterstützt die Forschung und Innovationen zur Entwicklung von Impfstoffen, neuen Behandlungsmethoden, Diagnosetests und medizinischen Systemen im Kampf gegen Corona. Das Projekt Exscalate4CoV läuft seit dem 31. Januar 2020 und wird von der EU mit 3 Millionen Euro unterstützt.

Am 19. Juni gab Exscalate4CoV bekannt, dass Raloxifen, ein bereits registriertes Generikum zur Behandlung von Osteoporose, ein wirksames Medikament für Corona-Patienten mit leichten Symptomen sein könnte. Mittels einer EU-geförderten Hochleistungsrechenplattform erforscht das Konsortium die potenziellen Auswirkungen bekannter Moleküle auf die Struktur des Coronavirus. Danach prüft es mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur die Erhöhung klinischer Tests, um die potenzielle Verwendung von Raloxifen einschätzen zu können. Im Erfolgsfall könnte das Medikament schnell in großen Mengen und kostengünstig eingesetzt werden.

Weltraumdaten zur Bewältigung der Krise

Daten aus dem Weltraumprogramm der EU sind eine umfassende, effiziente und kostengünstige Lösung zur Darstellung der industriellen und ökologischen Auswirkungen des Coronavirus. Seit Beginn der Krise haben die EU-Satelliten Verkehrsengpässe an den Grenzübergängen sowie medizinische Einrichtungen, Krankenhäuser und andere wichtige Infrastruktur erfasst und kartiert. Von Satelliten erfasste Daten und mithilfe künstlicher Intelligenz generierte Modelle liefern den Behörden auf EU- und nationaler Ebene Erkenntnisgewinne und helfen ihnen dabei, Notsituationen effizienter anzugehen.

Das Weltraumprogramm der EU bietet Lösungen für zahlreiche Probleme: Schutz der öffentlichen Gesundheit mit Galileo, dem weltweit präzisesten Ortungssystem, Überwachung unserer Fortschritte beim Grünen Deal mit Copernicus, einem Erdbeobachtungssystem der Extraklasse, und Gewährleistung sicherer Kommunikationskanäle für die Mitgliedstaaten.

Schon beim Einsetzen der Krise wurde das Programm Copernicus in vollem Umfang mobilisiert, um die Bürgerinnen und Bürger sowie die nationalen Behörden in diesen schwierigen Zeiten zu unterstützen. Am 5. Juni nahm die Europäische Kommission in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumorganisation die Plattform RACE (Rapid Action Coronavirus Earth observation) in Betrieb, eine Erdbeobachtungsanwendung, die rasche Reaktionen auf COVID-19 ermöglicht. Dieses Sofortmaßnahmen-Instrument nutzt von Erdbeobachtungssatelliten generierte Daten, um die Auswirkungen von Ausgangssperren und die Rückkehr zur Normalität nach deren Aufhebung auf lokaler, regionaler und globaler Ebene zu erfassen. Anschließend werden die Daten mit neuen digitalen Instrumenten wie künstlicher Intelligenz analysiert.

Netze und Internetanbindung

Mit der Einführung der Corona-Maßnahmen ist die Nachfrage nach Internetkapazität drastisch gestiegen. Die Verlagerung von Arbeit, Lernen und Unterhaltung ins Internet setzt die Netze extrem unter Druck.

Um Netzengpässe zu vermeiden und allen die Möglichkeit zu geben, das Internet für ihre Zwecke zu nutzen, hat sich die Europäische Kommission mit Streaming-Plattformen, Telekommunikationsbetreibern und Nutzerverbänden zusammengesetzt und sie zum Handeln aufgefordert. Streaming-Plattformen sollen Inhalte möglichst in Standardauflösung statt HD bereitstellen, Telekommunikationsbetreiber sollen Risikominderungsmaßnahmen ergreifen, um einen kontinuierlichen Datenverkehr sicherzustellen, und Nutzer sollten ihren Datenverbrauch durch Änderung ihrer Einstellungen und vernünftige WLAN-Nutzung reduzieren.

Die Nachfrage nach Netzanbindung ist nach Aussage der Betreiber in der EU gestiegen. Obwohl bisher keine Netzengpässe aufgetreten sind, haben die Kommission und das Gremium Europäischer Regulierungsstellen für elektronische Kommunikation (GEREK) einen besonderen Berichterstattungsmechanismus für den Internetverkehr in den Mitgliedstaaten eingeführt, damit Kapazitätsprobleme schnell beseitigt werden können.

Erfahren Sie mehr darüber, welche Rolle Telekommunikation, Netze und das Internet bei der Bewältigung der Coronakrise spielen.

Online-Plattformen bekämpfen Desinformation

Fake News und Desinformation verbreiten sich wie ein Lauffeuer im Netz, besonders in den sozialen Medien. Zuweilen werden dabei Grenzen überschritten: Fake News über angebliche Heilungsmethoden können die Gesundheit ernsthaft schädigen.

Die Europäische Kommission steht im Dialog mit Google, Facebook, Twitter und Microsoft, den Unterzeichnern des EU-Verhaltenskodex zu Desinformation. Diese Online-Plattformen haben sich bereiterklärt, verlässliche Quellen aktiv zu fördern, erkanntermaßen falschen oder irreführenden Inhalten kein Forum zu bieten und die Nutzer/innen mit neuen Tools zu verlässlichen Quellen und Anbietern korrekter mehrsprachiger Informationen zum Thema weiterzuleiten.

Die Plattformen gehen resolut gegen Desinformationen über die Coronakrise vor. Sie entfernen illegale oder gesundheitsgefährdende Inhalte (z. B. über angebliche und schädliche Wunderheilmittel) sowie Inhalte, die die öffentliche Ordnung beeinträchtigen (z. B. Desinformationen über 5G als Ursache des Coronavirus).

Erfahren Sie mehr über die Rolle von Online-Plattformen und Desinformation in der Coronakrise.

Die Europäische Kommission entlarvt regelmäßig Falschmeldungen.

Bekämpfung von Desinformation

Sicher im Internet

Mit Beginn der Coronakrise ist die Nachfrage nach Online-Diensten schlagartig in die Höhe geschnellt. Wir verbringen immer mehr Zeit im Internet und sind stärker von digitaler Kommunikation abhängig. Diese erhöhte Online-Aktivität bringt auch Gefahren mit sich: Betrüger haben Hochkonjunktur, und das Risiko für Cyber-Attacken steigt.

Dies betrifft auch Kinder, die mehr Zeit als bisher im Internet verbringen, oftmals unbeaufsichtigt. Das Internet bietet ihnen die Möglichkeit, online zu lernen und mit ihren Freunden in Kontakt zu bleiben, macht sie aber auch anfälliger. EUROPOL hat daher mit seinen internationalen Partnern Sicherheitsempfehlungen für Eltern und Betreuer entwickelt, um Kinder während der Coronakrise aus der Schusslinie zu holen.

Vorsicht vor Online-Betrug!

Vorsicht, Online-Falle: Im Netz werden Produkte angeboten, die angeblich vor Coronavirus-Infektionen schützen oder dagegen helfen. Bislang gibt es keinen Impfstoff und keine Therapie für COVID-19. Überlegen Sie daher zweimal, bevor Sie im Internet Medikamente, Heilmittel oder Tests bestellen. Sobald sie verfügbar sind, erhalten Sie Tests und Impfstoffe von Ihrem Hausarzt. Durch den Kauf dubioser Substanzen schaden Sie nicht nur Ihrer Gesundheit, sondern finanzieren auch Kriminelle. Zur wirksamen Bekämpfung krimineller Aktivitäten ist es wichtig, dass Opfer von Straftaten bei den Polizeibehörden Anzeige erstatten, und Sie sollten die vom Plattformbetreiber angebotenen Kontaktmöglichkeiten nutzen, um unangemessene Inhalte zu melden. Lesen Sie die Hinweise zur Erkennung von Betrugsmaschen und zum Schutz davor.

Die Europäische Kommission arbeitet eng mit nationalen Behörden, anderen EU-Organen, der Agentur der Europäischen Union für Cybersicherheit, EUROPOL, dem IT-Notfallteam für die Organe, Einrichtungen und sonstigen Stellen der EU sowie anderen Einrichtungen und Agenturen zusammen, um Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und während der gesamten Krise ein sicheres Online-Umfeld zu gewährleisten. Sie verfolgen die Situation und veröffentlichen Berichte zur Bedrohungslage und Leitlinien sowie regelmäßige Cybersicherheitsberichte.

EUROPOL trug zur Verhaftung eines Betrügers bei, der versucht hatte, ein französisches Pharma-Unternehmen mit angeblichen Masken-Lieferungen hereinzulegen, und ermöglichte die Verhinderung einer anderen Straftat, wobei die Gesundheitsbehörden mehrerer Mitgliedstaaten beim Kauf von Schutzausrüstung um mehrere Millionen Euro erleichtert werden sollten. Die Europäische Kommission hat gemeinsam mit Europol darauf hingewirkt, dass Anbieter von Website-Domänennamen diese nicht an mutmaßliche Betrüger vergeben und außerdem mit den Behörden zusammenarbeiten, um betrügerische Websites rasch aufzuspüren und abzuschalten. Die Anbieter haben bereits entsprechende Leitlinien veröffentlicht.

Überprüfung von Online-Plattformen und Werbung

Die Europäische Kommission und das Netz nationaler Behörden für die Zusammenarbeit im Verbraucherschutz koordinieren ein Screening von Online-Plattformen, Internetshops und Werbung, um die europäischen Verbraucher/innen im Internet vor Inhalten zu schützen, die gegen die Verbraucherschutzvorschriften verstoßen. Die Überprüfung umfasste neben einem eingehenden Screening von Online-Plattformen auch eine gründliche Analyse einzelner Werbeanzeigen und Websites im Zusammenhang mit Produkten, die aufgrund der Coronavirus-Krise stark nachgefragt werden.

Die Kommission unterhält auch einen Informationsaustausch mit den wichtigsten Online-Plattformen (Allegro, Amazon, AliExpress, Microsoft/Bing, CDiscount, Ebay, Facebook, Google, Rakuten, Wish und Yahoo/Verizon Media). Die Reaktion all dieser Plattformen bestand in starkem Verbraucherschutzengagement: Sie haben zugesagt, irreführende Werbung – etwa für Wundermittel zur Nahrungsergänzung, die unzulässigerweise mit Aussagen in Bezug auf das Coronavirus beworben werden – weiterhin proaktiv zu bekämpfen.

Am eingehenden Screening von Plattformen haben die Verbraucherschutzbehörden von 27 Ländern teilgenommen und 126 Antworten sowohl zu Unternehmen, mit denen die Kommission in regelmäßigem Kontakt steht, als auch zu anderen nationalen Akteuren übermittelt. Besonderes Augenmerk galt dabei Angeboten von Schutzmasken und -hauben, Desinfektionsmitteln und Diagnose-Sets sowie Lebensmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln und Non-Food-Produkten mit angeblich therapeutischer Wirkung gegen das Coronavirus.

Diese gemeinsame Maßnahme hat bereits gute Ergebnisse hervorgebracht. Im März hat AliExpress mehr als 250 000 suspekte Artikel entfernt, und eBay blockierte oder löschte mehr als 15 Millionen Angebote, die gegen die Coronavirus-Politik der Plattform verstießen. Im Mai wurden Millionen irreführender Aussagen und Angebote von Plattformen blockiert oder entfernt, darunter mehr als 80 Millionen Anzeigen mit Corona-Bezug auf Google und weltweit 17 Millionen Angebote auf eBay, während bei Amazon die wöchentliche Anzahl neuer Produktangebote mit Behauptungen in Bezug auf das Coronavirus im Vergleich zum März um 77 % zurückgegangen ist.

Die Kommission wird die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch mit Selbstregulierungsgremien der Werbebranche fortsetzen, um automatische Instrumente zur Aufdeckung irreführender Werbung zu entwickeln.

Weitere Informationen darüber, wie die Kommission die Verbraucher/innen schützt, finden Sie hier.

Factsheet zur Verordnung über den Verbraucherschutz.

 

Arbeitsleben nach der Pandemie: Leitlinien zu digitalen Kompetenzen

Digital Kontakte knüpfen, Informationen beschaffen, neue Ideen entwickeln – die soziale Distanzierung hat unser Arbeitsleben verändert. Auch nach der Coronakrise ist der Ausbau digitaler Kompetenzen wichtig. Zur Unterstützung der Arbeitgeber, Recruiter und Ausbilder hat die Kommission daher am 13. Juli neue Leitlinien zu digitalen Kompetenzen mit praktischen Schritten, Tipps und Online-Ressourcen veröffentlicht. So können die Bürgerinnen und Bürger ihre Beschäftigungsfähigkeit erhöhen, denn mit der passenden Bildung ergeben sich Chancen auf einen stabilen Arbeitsplatz oder eine unternehmerische Tätigkeit.

EU Science Hub
 

Online-Lernangebot

Der Ausbruch der Coronakrise stellt auch Lernende, Lehrkräfte und Ausbilder vor große Herausforderungen: Bildung, Ausbildung und Mobilität sind in der herkömmlichen Form nicht mehr möglich. Neue Lehr- und Lernmethoden erfordern innovative, kreative und allen zugängliche Lösungen.

Mobilisierung von Erasmus+: mit digitaler Bildung gegen die Pandemie

Das jährliche Arbeitsprogramm für Erasmus+ 2020 wurde überarbeitet, um mehr Geld für digitale Bildung und digitale Kompetenzen bereitzustellen und coronabedingte Unterbrechungen des Lehrplans aufzufangen. Europa will den digitalen Wandel vorantreiben – in diesem Sinne hat die Kommission das überarbeitete Programm am 14. August genehmigt. Für Projekte zur Förderung digitaler Bildung und Berufsbildung, digitaler Jugendbetreuung, kreativer Kompetenzen und sozialer Inklusion werden zusätzliche 200 Millionen Euro bereitgestellt.

Schulen, Jugendorganisationen und Träger von Erwachsenenbildung sollen mit dem Geld außerdem die Möglichkeit erhalten, ihre Lerninhalte durch Kunst – also gemeinsam mit der Kultur- und Kreativwirtschaft – kreativer und inklusiver zu gestalten. Entsprechende Aufforderungen zur Einreichung von Projektvorschlägen werden im Frühherbst veröffentlicht. Interessierte Organisationen können sich mit den nationalen Erasmus+-Agenturen in Verbindung setzen.

Hier finden Sie unser Online-Lernangebot, damit Aus- und Weiterbildung in Zeiten von Corona nicht auf der Strecke bleiben:

Die Coronakrise erfordert neue Kompetenzen und neue Formen der Zusammenarbeit – kurzum: Kreativität! Hier erfahren Sie mehr darüber!