Sichere und wirksame Impfung

Jedes Jahr werden weltweit Hunderte Millionen Menschen geimpft, um sie und ihre Familien und Freunde vor Krankheiten zu schützen, die einen schweren Verlauf nehmen können.

Impfstoffe zeigen dem Immunsystem (der natürlichen Abwehrfunktion des Körpers), wie es sich gegen eine bestimmte Krankheit schützen kann. Wenn genügend Menschen in der Bevölkerung immun gegen eine Infektionskrankheit sind, ist es unwahrscheinlich, dass sie sich von Mensch zu Mensch ausbreitet. Dies ist besonders im Fall hochinfektiöser Krankheiten wie COVID-19 wichtig.

Der erste Impfstoff wurde im 18. Jahrhundert im Vereinigten Königreich entwickelt, und zwar gegen Pocken – eine tödliche Krankheit. Dank der Impfungen sind Pocken heute weltweit ausgerottet. Die letzte bekannte natürliche Pockeninfektion wurde 1977 in Somalia nachgewiesen.

Impfung ist das sicherste Mittel zur Beendigung der Pandemie. Bevor ein Impfstoff in der EU zugelassen werden kann, muss er von seinem Entwickler gründlich getestet und dann einer wissenschaftlichen Bewertung unterzogen werden, um seine Qualität, Verträglichkeit und Wirksamkeit zu gewährleisten. Sicherheit geht bei der Entwicklung von Impfstoffen vor.

Mehr über Impfungen in der EU

EU-Impfstoffstrategie

Am 17. Juni stellte die EU-Kommission eine europäische Impfstoffstrategie zur raschen Entwicklung, Herstellung und Verbreitung eines Corona-Impfstoffs vor. Wirksame und sichere Impfstoffe gegen das Virus sind unsere beste Chance, die Pandemie zu überwinden.

Darum hat die Kommission einen erheblichen Teil der über das Soforthilfeinstrument zur Verfügung stehenden Mittel zur Sicherstellung einer ausreichenden Impfstoffversorgung der Mitgliedstaaten eingesetzt und vorab Kaufvereinbarungen mit Herstellern für verschiedene Impfstoffe getroffen.

Bislang wurden nach positiver wissenschaftlicher Stellungnahme auf Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur zwei sichere und wirksame Impfstoffe gegen COVID-19 zur Verwendung in der EU zugelassen:

  • BioNTech-Pfizer: bis zu 600 Millionen Dosen: Am 11. November 2020 genehmigte die Kommission einen Vertrag über den Erwerb von bis zu 300 Millionen Dosen (am 15. Dezember 2020 beschloss die Kommission, weitere 100 Millionen zu erwerben). Am 8. Januar 2021 schlug die Kommission den EU-Mitgliedstaaten vor, zusätzliche 200 Millionen Dosen zu erwerben – mit der Option auf weitere 100 Millionen.
  • Moderna: bis zu 160 Millionen Dosen (am 15. Dezember beschloss die Kommission, weitere 80 Millionen zu erwerben).

Die Europäische Kommission hat mit 4 Pharmaunternehmen Vereinbarungen über den Ankauf potenzieller Impfstoffe gegen COVID-19 getroffen, sobald diese die klinischen Prüfungen bestanden und sich als sicher und wirksam erwiesen haben, und zwar mit

Daneben führte die Kommission erfolgreiche Sondierungsgespräche über weitere Bestellungen mit

  • Novavax: bis zu 200 Millionen Dosen
  • Valneva: bis zu 60 Millionen Dosen

Die Sondierungsgespräche werden fortgesetzt und sollen zu einer Abnahmegarantie führen. Diese wird aus dem Soforthilfeinstrument finanziert, in dessen Rahmen Mittel für die Schaffung eines Portfolios potenzieller Impfstoffe von verschiedenen Herstellern vorgesehen sind. Unternehmen, die über einen entsprechenden Impfstoff verfügen und bereits klinische Tests durchführen bzw. kurz davor stehen, wenden sich bitte an die Kommission unter EC-VACCINES@ec.europa.eu.

EU-Impfstoffstrategie

Weltweite Zusammenarbeit

Die Europäische Kommission beteiligt sich wie angekündigt mit einem Beitrag von 400 Mio. EUR an der COVAX-Fazilität für einen fairen Zugang zu erschwinglichen COVID-19-Impfstoffen. Mit einem Beitrag von 230 Mio. EUR sichert sie zunächst eine Option auf den Ankauf von 88 Millionen Impfdosen. Weitere 170 Mio. EUR stellt sie als Finanzgarantien aus dem EU-Haushalt bereit. Diese Impfdosen würde die EU an andere förderfähige Länder weitergeben.

Am 12. November hat die Europäische Union angekündigt, weitere Finanzhilfen in Höhe von 100 Mio. EUR für die COVAX-Fazilität bereitzustellen, um Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen den Zugang zum künftigen COVID-19-Impfstoff zu sichern. Damit wird der Gesamtbetrag auf 500 Mio. EUR aufgestockt.

Behandlung von COVID-19

So bleiben Sie gesund – praktische Tipps

Zugelassenes Arzneimittel

Am 8. Oktober hat die EU-Kommission mit dem Pharmaunternehmen Gilead einen Rahmenvertrag für die gemeinsame Beschaffung von bis zu 500 000 Behandlungseinheiten von Veklury (Markenname von Remdesivir) unterzeichnet. Alle teilnehmenden Länder können Direktbestellungen für Remdesivir aufgeben. Remdesivir ist das einzige zur Behandlung von COVID-19-Patienten mit Sauerstoffbedarf bedingt zugelassene Arzneimittel in der EU.

Im Rahmen des Soforthilfeinstruments hat die Kommission außerdem für insgesamt 70 Mio. EUR Remdesivir-Dosen gekauft und diese unter den Mitgliedstaaten und dem Vereinigten Königreich verteilt.

Darüber hinaus gewährte die Kommission im Rahmen des Soforthilfeinstruments eine Finanzhilfe von 1 Mio. EUR zur Durchführung einer von der italienischen Arzneimittel-Regulierungsbehörde AIFA genehmigten klinischen Prüfung von Raloxifen. Das Medikament wird ursprünglich zur Vorbeugung und Behandlung von Osteoporose verwendet. Im Rahmen von Horizont 2020 wurde es nun von der Hochleistungsrechenplattform Exscalate4CoV als vielversprechend für die Behandlung von COVID-19-Patienten ermittelt. Die klinische Studie sollte die Sicherheit und Wirksamkeit von Raloxifen bei der Blockierung der Virusreplikation in Zellen validieren, womit das Fortschreiten der Krankheit gestoppt werden könnte. In der Anfangsphase erhalten bis zu 450 Teilnehmer/innen in drei getrennten Behandlungsgruppen eine 7-tägige Behandlung mit Raloxifen-Kapseln in einer randomisierten Probe.

Verwendung von Blutplasmaspenden genesener Patient(inn)en

Die Transfusion von Konvaleszenzplasma von COVID-19-Genesenen kann helfen, Erkrankte widerstandsfähiger gegen die Krankheit zu machen. Bei der Plasmatransfusion werden außerdem Antikörper gereinigt, um daraus ein COVID-19-spezifisches Arzneimittel (Immunglobin) als kurzfristig verfügbare Alternative zu Impfstoffen herzustellen. Dieses Mittel kann Patienten, gefährdeten Personen und Gesundheitsfachkräften injiziert werden. Die Wirksamkeit dieser beiden Ansätze wird derzeit weltweit, unter anderem im Rahmen von Horizont 2020 finanzierten EU-Forschungsprojekten, untersucht (einsehbar hier und hier). 

Am 8. Januar 2021 hat die Kommission 24 Projekte ausgewählt, mit denen neue oder bestehende Programme zur Sammlung von Plasma coronagenesener Spender/innen entwickelt oder ausgebaut werden. Die Projekte sind in 14 Mitgliedstaaten und im Vereinigten Königreich auf nationaler oder regionaler Ebene angesiedelt. Sie umfassen hauptsächlich eine Verteilung der Mittel an zahlreiche örtliche Blut- oder Plasmasammelstellen (insgesamt über 150). Diese Maßnahme wird mit insgesamt 36 Mio. EUR aus dem Soforthilfeinstrument finanziert.

Leistungsfähige Coronavirus-Tests

Teststrategien

Um das Fortschreiten der Corona-Pandemie zu überwachen und Neuinfektionen zu vermeiden, sind groß angelegte Tests erforderlich. Die Empfehlung der Kommission für ein gemeinsames Konzept für COVID-19-Tests in Europa ist eine Folgemaßnahme zu ihrer Mitteilung über kurzfristige COVID-19-Vorsorgemaßnahmen.
Laut der Mitteilung der Kommission über weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie vom 28. Oktober 2020 sollen die EU-Länder ihre nationalen Teststrategien bis Mitte November 2020 vorlegen.

Leistungsfähige Coronavirus-Tests

Die Kommission hat eine Empfehlung zu COVID-19-Teststrategien angenommen, unter anderem zu Antigen-Schnelltests. Sie geht darin auf Schüsselaspekte ein, die in nationalen, regionalen oder lokalen Teststrategien zu berücksichtigen sind, etwa der Geltungsbereich der Teststrategien, vorrangig zu testende Gruppen und zentrale Punkte im Zusammenhang mit Testkapazitäten und -ressourcen. Ferner wird erörtert, wann Antigen-Schnelltests angebracht sein können.

Antigen-Schnelltests

Am 28. Oktober hat die Kommission eine Empfehlung über COVID-19-Teststrategien angenommen, die auch den Einsatz von Antigen-Schnelltests vorsieht. Sie geht darin auf Schüsselaspekte ein, die in nationalen, regionalen oder lokalen Teststrategien zu berücksichtigen sind, etwa der Geltungsbereich der Teststrategien, vorrangig zu testende Gruppen und zentrale Punkte im Zusammenhang mit Testkapazitäten und -ressourcen. Ferner wird erörtert, wann Antigen-Schnelltests angebracht sein können.

Am 18. November hat die Europäische Kommission eine Empfehlung zum Einsatz von Antigen-Schnelltests für die Diagnose von COVID-19 verabschiedet. Sie enthält Leitlinien zu Auswahl und Anwendungsbereich dieser Tests. Angesichts der Vielfalt der verfügbaren Tests nennt sie darin auf der Grundlage von WHO-Empfehlungen Kriterien für die Auswahl von Antigen-Schnelltests, die mindestens eine Sensitivität von 80 % und eine Spezifizität von 97 % erreichen sollten.

Am 18. Dezember legte die Kommission einen Vorschlag für eine Empfehlung des Rates über einen einheitlichen Rahmen für den Einsatz, die Validierung und die gegenseitige Anerkennung von Antigen-Schnelltests vor. Damit verfügen die Mitgliedstaaten über Orientierungshilfen zum Einsatz von Schnelltests in bestimmten Umfeldern und für Bevölkerungsscreenings sowie Empfehlungen für die Validierung und gegenseitige Anerkennung von Antigen-Schnelltests.

Validierung von Tests

Die Kommission hat Leitlinien für Coronavirus-Tests veröffentlicht, um die Mitgliedstaaten bei ihren nationalen Eindämmungsstrategien zu unterstützen. In ihrer Empfehlung zum Einsatz von Antigen-Schnelltests für die Diagnose von COVID-19 fordert sie die Validierung und gegenseitige Anerkennung der Tests und Testergebnisse.

In der Datenbank für In-vitro-Diagnostika und Testmethoden sammelt die Kommission zentral alle öffentlich zugänglichen Informationen zur Leistung von In-vitro-Diagnostika mit CE-Kennzeichnung sowie von laborintern entwickelten Geräten und zum Stand der damit verbundenen COVID-19-Testmethoden.

Stand der COVID-19-Testmethoden 

Ankauf von Antigen-Schnelltests

Die Kommission mobilisiert 100 Mio. EUR im Rahmen des Soforthilfeinstruments, um Antigen-Schnelltests direkt zu beschaffen und an die EU-Länder auszuliefern. Am 18. Dezember unterzeichnete sie einen Rahmenvertrag mit Abbott und Roche über den Kauf von über 20 Millionen Antigen-Schnelltests. Der Vertrag ermöglicht die Versorgung aller Mitgliedstaaten mit Tests unter Koordinierung und Unterstützung durch die Kommission. 

Nationale Kontaktnachverfolgungs- und Warn-Apps

Sie entscheiden selbst, ob Sie die Kontaktnachverfolgungs- oder Warn-App Ihres Landes installieren und sich – auch über Landesgrenzen hinweg – warnen lassen möchten, wenn Sie sich in der Nähe einer Person aufgehalten haben, für die ein positives Testergebnis für COVID-19 gemeldet wurde. In diesem Fall informiert Sie Ihre Gesundheitsbehörde über die App, empfiehlt Ihnen, sich testen zu lassen oder zu isolieren, und sagt Ihnen, an wen Sie sich wenden können.

Mehr über Kontaktnachverfolgungs- und Warn-Apps

Europäische Gesundheitsunion

Am 11. November unternahm die Europäische Kommission die ersten Schritte zum Aufbau der europäischen Gesundheitsunion. Die Kommission hat Vorschläge zur Stärkung des EU-Rahmens für die Gesundheitssicherheit, zur wirkungsvolleren Vorsorge auf europäischer und nationaler Ebene, zur besseren Datenbereitstellung für die sanitäre Krisenkoordination und zur Intensivierung der Gesundheitsüberwachung mithilfe künstlicher Intelligenz und anderen Spitzentechnologien vorgelegt. Die Vorschläge greifen die in der Pandemie gewonnenen Erkenntnisse auf und fördern die Vorsorge- und Reaktionsfähigkeit in der aktuellen Lage und bei künftigen Gesundheitskrisen.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und die Europäische Arzneimittel-Agentur stehen an vorderster Front bei den Anstrengungen der EU zur Bekämpfung von COVID-19. Ihre Mandate werden gestärkt, damit sie die EU-Länder und die Kommission besser unterstützen können. Die Kommission hat auch die Kernelemente der künftigen Behörde für die Krisenvorsorge und -reaktion bei gesundheitlichen Notlagen (Health Emergency Response Authority – HERA) umrissen, die bis Ende 2021 vorgeschlagen werden soll. Mit dieser Struktur könnte die EU künftig besser auf grenzüberschreitende Gesundheitsgefahren reagieren.

Europäische Gesundheitsunion

Arzneimittelstrategie der EU

Die Kommission hat am 24. November eine Arzneimittelstrategie für Europa angenommen. Patientinnen und Patienten sollen einen garantierten Zugang zu innovativen und erschwinglichen Arzneimitteln haben. Außerdem soll die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit sowie die Nachhaltigkeit der EU-Arzneimittelindustrie unterstützt werden. Die Strategie wird es Europa ermöglichen, seinen Arzneimittelbedarf – auch in Krisenzeiten – durch solide Lieferketten zu decken. Die Strategie wird als Schlüsselelement der europäischen Gesundheitsunion dazu beitragen, ein zukunftssicheres und krisenfestes EU-Arzneimittelsystem einzurichten – aufbauend auf den Lehren aus der COVID-19-Pandemie.

Mit der Arzneimittelstrategie verfolgt die EU vier Hauptziele:

  • Gewährleistung des Zugangs der Patientinnen und Patienten zu erschwinglichen Arzneimitteln und Deckung des unerfüllten medizinischen Bedarfs (z. B. in den Bereichen antimikrobielle Resistenz, Krebs, seltene Krankheiten)
  • Förderung von Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Nachhaltigkeit der Arzneimittelindustrie in der EU und der Entwicklung hochwertiger, sicherer, wirksamer und umweltfreundlicherer Arzneimittel
  • Stärkung der Krisenvorsorge- und Krisenreaktionsmechanismen
  • Gewährleistung einer starken Stimme der EU auf der Weltbühne durch Förderung hoher Qualitäts-, Wirksamkeits- und Sicherheitsstandards

Arzneimittelstrategie der EU

Soforthilfe

Das Soforthilfeinstrument unterstützt die Mitgliedstaaten im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Es bietet Handlungsmöglichkeiten in Problemlagen, die am wirkungsvollsten strategisch und koordiniert auf europäischer Ebene angegangen werden können.

Das Soforthilfeinstrument beruht auf dem Grundsatz der Solidarität und bündelt in diesem Geist Anstrengungen und Ressourcen zur raschen strategischen Bedarfsdeckung.

Soforthilfeinstrument

Sicherstellung der Materialversorgung

Verfügbarkeit medizinischer Ausrüstung

Das Europäische Parlament und der Rat haben der Verschiebung des Geltungsbeginns der Verordnung über Medizinprodukte um ein Jahr zugestimmt. Dadurch können Gesundheitseinrichtungen und Wirtschaftsakteure in den EU-Ländern der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie Vorrang geben und dabei die Gesundheit und Sicherheit der Patienten bis zum Inkrafttreten des neuen Rechtsakts weiterhin sicherstellen.

Verfügbarkeit von Arzneimitteln

Die Kommission hat die EU-Länder aufgefordert, in der Corona-Krise die Versorgung der Bevölkerung mit notwendigen und erschwinglichen Arzneimitteln sicherzustellen und dabei zugleich die Integrität des Binnenmarkts zu wahren. Diese Leitlinien stellen eine rationalisierte Versorgung mit lebenswichtigen Arzneimitteln sicher, erleichtern ihren Transport, optimieren Zuteilung und Verwendung und helfen, Engpässe zu vermeiden.

Medizinische Ausrüstung – Abstimmung von Angebot und Nachfrage

Die Kommission hat eine Clearingstelle für medizinisches Gerät (COVID-19) eingerichtet, um vorhandene Bestände zu erfassen und diese dem Bedarf zuzuleiten. Diese Stelle diente als Plattform für Dialog und Informationsaustausch mit Vertretern der Mitgliedstaaten über Bedarf und Angebot an medizinischer Ausrüstung auf EU-Ebene und als Möglichkeit zur Überwindung von Engpässen und zum Aufbau von Kapazitäten.

Gemeinsame öffentliche Beschaffung

Die freiwillige Vereinbarung über die gemeinsame Beschaffung medizinischer Ausrüstung ermöglicht den gemeinsamen Ankauf lebenswichtiger medizinischer Ausstattung und Ausrüstung. Bei der Durchführung gemeinsamer Beschaffungsverfahren übernimmt die Europäische Kommission eine koordinierende Rolle. Käufer der Waren sind die EU-Länder.

ARTIKEL

VERFÜGBAR SEIT

AUFTRAGSVOLUMEN

(ÜBER 12 MONATE)

FINANZIELLE OBERGRENZE

gloves icon

Handschuhe und Schutzanzüge

April (Handschuhe)

Mai (Schutzanzüge)

Mehrere Millionen

97 Mio. Euro

eye respiratory protection icon

Augen- und Atemschutz

 April

20 Mio. Schutzbrillen

12 Mio. Gesichtsschilde

37 Mio. FFP2-Masken

26 Mio. FFP3-Masken

301 Mio. OP-Masken

1,4 Mrd. EUR

ventilator icon

Beatmungsgeräte

 April

110 000 Geräte

1,4 Mrd. EUR

lab equipment

Laborausrüstung

 Mai

30 Lose

192 Mio. Euro

medicines icon

Arzneimittel für Intensivstationen

Oktober (Verträge werden unterzeichnet)

21 Arzneimittel in
45 Darreichungsformen,
über 103 Mio. Ampullen

543 Mio. Euro

veklury icon

Remdesivir (Veklury)

 Oktober

Über 500 000 Behandlungseinheiten

3,4 Mrd. EUR

 

Die Initiativen hatten Erfolg: Im Zuge der ersten vier gemeinsamen Beschaffungsverfahren wurden Rahmenverträge unterzeichnet, und die EU-Länder können Aufträge erteilen für:

  • persönliche Schutzausrüstung (Schutzkleidung, Handschuhe, Schutzbrillen, Gesichtsschutzschilde und Masken)
  • Beatmungsgeräte
  • Laborausrüstung (Testkits, Reagenzien, Material für Abstriche und Laborverbrauchsmaterialien)
  • das Medikament Remdesivir (Veklury)
  • Arzneimittel für die Intensivpflege (Analgetika, Antibiotika, Muskelrelaxantien, Anästhetika, Reanimation und andere)*

*Mehrere Rahmenverträge für die Beschaffung von Arzneimitteln für die Intensivpflege müssen noch unterzeichnet werden.

Leitlinien für die gemeinsame Beschaffung

Am 1. April 2020 hat die Europäische Kommission Leitlinien zur Nutzung des EU-Rahmens für die Vergabe öffentlicher Aufträge veröffentlicht. Diese Leitlinien bieten

  • einen Überblick über bestehende Ausschreibungsverfahren
  • einen Überblick über geltende Fristen
  • Beispiele dafür, wie öffentliche Auftraggeber alternative Lösungen finden
  • Beispiele für Möglichkeiten, auf dem Markt zu agieren

Leitlinien zur Nutzung des Rahmens für die Vergabe öffentlicher Aufträge 

Vorratshaltung und Verteilung

Die Bestände der gemeinsamen rescEU-Reserve umfassen medizinische Ausrüstung wie

  • Beatmungsgeräte
  • persönliche Schutzausrüstungen
  • wiederverwendbare Masken
  • Impfstoffe und Therapeutika
  • Labormaterial

Die Kommission finanziert die Kosten der Bevorratung zu 100 %; sie wird auch die Verteilung der Ausrüstung organisieren und dabei sicherstellen, dass sie dort verfügbar ist, wo sie am dringendsten benötigt wird.

Steigerung der Produktionskapazitäten

Am 20. März 2020 haben die Europäische Kommission und die europäischen Normungsorganisationen vereinbart, ausnahmsweise allen interessierten Unternehmen sämtliche einschlägigen harmonisierten europäischen Normen uneingeschränkt und kostenlos zur Verfügung zu stellen. Diese Maßnahme wird es Unternehmen sowohl aus der EU als auch aus Drittländern erleichtern, die benötigten Güter rasch und ohne Beeinträchtigung der Gesundheits- und Sicherheitsstandards herzustellen.

Überarbeitete harmonisierte Normen werden es den Herstellern ermöglichen, hochwertige Medizinprodukte zum Schutz der Patientinnen und Patienten, der Angehörigen der Gesundheitsberufe sowie der Bürgerinnen und Bürger zu produzieren. Die überarbeiteten Normen gelten für kritische Ausrüstung wie:

  • medizinische Gesichtsmasken
  • Schutzkleidung
  • Textilien für den klinischen Bedarf
  • Reinigungs- und Desinfektionsgeräte oder Sterilisatoren
  • persönlichen Augenschutz
  • medizinische Handschuhe
  • Atemschutzgeräte

Die Kommission hat Leitlinien veröffentlicht, um den Herstellern Produktionssteigerungen in drei Bereichen von großer klinischer Bedeutung zu ermöglichen:

Leitlinien zu Medizinprodukten im Zusammenhang mit dem Coronavirus wurden am 3. April 2020 veröffentlicht. Diese Unterlagen werden es Herstellern und Marktüberwachungsbehörden erleichtern, die Wirksamkeit der Produkte und deren Übereinstimmung mit den einschlägigen Sicherheitsnormen zu gewährleisten.

Zeitweise Aufhebung der Einfuhrzölle und der Einfuhrumsatzsteuer

Die Kommission hat Anträge der Mitgliedstaaten und des Vereinigten Königreichs genehmigt und die Einfuhr von Medizinprodukten und Schutzausrüstung aus Drittländern vorübergehend von Zöllen und Mehrwertsteuer befreit

Dadurch wurde die Versorgung von Ärzten, Pflegepersonal und Patienten mit der dringend benötigten medizinischen Ausrüstung erleichtert. Ferner hat die Kommission die Arbeit der Zollbehörden der Mitgliedstaaten und anderer einschlägiger Akteure im Zollwesen in Form spezieller Leitlinien erleichtert. Hierzu zählen die Minimierung der Formalitäten bei der Einfuhr von menschlichen Organen und Knochenmark, die für Transplantationen in der EU bestimmt sind, Zahlungserleichterungen bei Zollschulden oder der Nachweis des Präferenzursprungs von Waren.

Im Interesse eines besseren und kostengünstigeren Zugriffs der EU-Länder auf die zur Vorbeugung, Diagnose und Behandlung von COVID-19-Infektionen notwendigen Instrumente hat die Kommission ferner die vorübergehende Zoll- und Mehrwertsteuerbefreiung für Einfuhren von medizinischer Ausrüstung aus Nicht-EU-Ländern verlängert.

Krankenhäuser und Ärzte sollten keine Mehrwertsteuer auf Impfstoffe und Testkits entrichten müssen, so ein weiterer Vorschlag der Kommission. Nach dem grünen Licht der Mitgliedstaaten gilt diese vorübergehende Mehrwertsteuerbefreiung bis zum 31. Dezember 2022.

Unterstützung der Gesundheitssysteme

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Gesundheitswesen

Das Zentrum für die Koordination von Notfallmaßnahmen der Europäischen Kommission spielt eine Schlüsselrolle bei den Hilfsmaßnahmen und bietet allen Ländern in Europa und darüber hinaus rund um die Uhr zielgerichtete Unterstützung, die etwa in Form einer Beteiligung an der Finanzierung von Hilfslieferungen (persönliche Schutzausrüstung usw.) oder der Bereitstellung von Fachwissen geleistet wird.

Die Leitlinien für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich der Gesundheitsversorgung zwischen nationalen, regionalen und lokalen Behörden sollen 

  • den Patiententransfer zwischen den Mitgliedstaaten erleichtern
  • die Entsendung qualifizierten medizinischen Personals in andere Länder ermöglichen
  • die nationalen Gesundheitssysteme, die durch die derzeitige Gesundheitskrise stark unter Druck stehen, entlasten
  • die grenzüberschreitende Mobilität von Patienten erlauben
  • Modalitäten für die Erstattung von Gesundheitskosten vorgeben
  • die zuständigen Behörden ermuntern, auf bestehende bilaterale und regionale Vereinbarungen zurückzugreifen

Anträge auf grenzüberschreitende Unterstützung bei der Gesundheitsversorgung werden durch den Gesundheitssicherheitsausschuss unter dem Vorsitz der Kommission und im Wege des EU-Frühwarn- und Reaktionssystems koordiniert.

Desinfektionsroboter für europäische Krankenhäuser

Die Kommission hat 200 Desinfektionsroboter für Krankenhäuser in ganz Europa angeschafft. Die erforderlichen Mittel in Höhe von 12 Mio. EUR werden über das Soforthilfeinstrument bereitgestellt. Mithilfe von UV-Licht desinfizieren diese Roboter Standard-Patientenzimmer in gerade einmal 15 Minuten. Somit können Krankenhäuser das Infektionsrisiko verringern und die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen. Der Roboter wird von einem Bediener außerhalb des zu desinfizierenden Raums gesteuert, um eine Exposition gegenüber UV-Licht zu vermeiden.

Unterstützung der Weiterbildung von Pflegefachkräften

Am 7. Mai hat die Kommission Leitlinien für die EU-Länder veröffentlicht, um den durch die Corona-Krise verursachten Mangel an Gesundheitspersonal zu beheben. Diese Leitlinien

  • zielen auf eine zügigere Anerkennung von Berufsqualifikationen ab
  • sollen klären, inwieweit Ärzte und Pflegepersonal in Ausbildung den angestrebten Beruf bereits ausüben dürfen
  • empfehlen den EU-Ländern eine Straffung ihrer Verfahren zur gegenseitigen Anerkennung von Qualifikationen (im Einklang mit der in der Richtlinie gebotenen Flexibilität)
  • stellen klar, dass die EU-Länder die Möglichkeit haben, Ausnahmen von den geltenden Mindestanforderungen zu beantragen, wenn medizinische Fachkräfte ihre Ausbildung aufgrund der Corona-Krise nicht abschließen können

Die Europäische Kommission hat 2,5 Mio. EUR für die Weiterbildung von Fachkräften des Gesundheitswesens im Bereich der Intensivpflege bereitgestellt. Die durch das Soforthilfeinstrument finanzierte Weiterbildung wird den Bestand an kompetentem Personal für Zeiten aufstocken, in denen ein rascher, punktueller und deutlicher Ausbau der Intensivbetreuung vonnöten ist. Das Weiterbildungsprogramm läuft EU-weit zwischen August und Dezember 2020 und spricht mindestens 1 000 Krankenhäuser sowie 10 000 Ärzte/Ärztinnen und Krankenpfleger/innen an.

Europäisches Coronavirus-Expertenteam

Das Corona-Beratungsgremium der Europäischen Kommission setzt sich aus sieben Epidemiologen und Virologen aus verschiedenen EU-Ländern zusammen. Ihre Aufgabe besteht darin, Leitlinien für eine wissenschaftlich fundierte Krisenreaktion auf EU-Ebene und koordinierte Risikomanagementmaßnahmen auszuarbeiten.

Den Vorsitz des auf der Grundlage eines Mandats der EU-Länder eingerichteten Gremiums führt Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gemeinsam mit der für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zuständigen Kommissarin Stella Kyriakides.

 

Corona-Beratungsgremium – Tagesordnungen und Protokolle der Sitzungen

Das Beratungsgremium wird durch eine EU-Plattform für wissenschaftliche Beratung zu COVID-19 ergänzt, die sich aus wissenschaftlichen Beratern der Regierungen der EU-Länder zusammensetzt. Die Plattform ermöglicht eine besser koordinierte wissenschaftliche Beratung zu den COVID-19-Maßnahmen der Mitgliedstaaten im Gesundheitswesen.

EU-Plattform für wissenschaftliche Beratung zu COVID-19 – Tagesordnungen und Protokolle der Sitzungen

Risikobewertung

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (European Centre for Disease Prevention and Control – ECDC) ist eine EU-Agentur, die den Schutz Europas vor Infektionskrankheiten stärken soll.

Das ECDC bietet

ECDC – Fragen und Antworten zu COVID-19 

ECDC-Leitlinien für nicht-pharmazeutische Maßnahmen

Dokumente

HerunterladenPDF - 569.1 KB
HerunterladenPDF - 302.8 KB