Die Gesundheit der Menschen steht für uns an oberster Stelle. Gleichwohl ist die Corona-Krise ein großer Schock für die europäische und die globale Wirtschaft. Haushaltspolitisch haben die Mitgliedstaaten bereits in Form von Liquiditätshilfen gegengesteuert, um die Kapazitäten ihrer Gesundheitssysteme auszubauen und die am stärksten von der Krise betroffenen Bevölkerungsgruppen und Wirtschaftszweige zu unterstützen.

infographics on the EU economic response to COVID-19

Unternehmen schützen und Arbeitsplätze erhalten

Die Corona-Krise ist eine Herausforderung für die europäische Wirtschaft und den Alltag der Menschen. In dieser Gesundheitskrise müssen wir nicht nur die neuralgischen Bereiche unserer Wirtschaft, sondern auch unsere Einrichtungen, Technologien und Infrastrukturen sowie vor allem Arbeitsplätze und Arbeitnehmer/innen schützen.

 

  • SURE

    SURE

    Europäisches Instrument zur vorübergehenden Unterstützung bei der Minderung von Arbeitslosigkeitsrisiken in einer Notlage

  • Förderung der Jugendbeschäftigung

    Förderung der Jugendbeschäftigung

    EU-Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit 2020

 

Schutz des Mittelstandes

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise hängen je nach Wirtschaftszweig und Unternehmen von verschiedenen Faktoren ab – beispielsweise davon, ob sich ein Unternehmen auf Unterbrechungen der Lieferkette einstellen kann, über Lagerbestände verfügt oder die Möglichkeit hat, auf eine bedarfssynchrone Produktion umzustellen.

Die EU-Kommission steht in engem Kontakt mit nationalen Behörden, Vertretern der Industrie und anderen Interessenträgern, um die Auswirkungen auf EU-Industrie und -Handel verfolgen und einschätzen zu können. 

 

 

Initiativen zur Unterstützung der Wirtschaft

 

Wiederbelebung des Tourismus in der EU

Der Tourismus wurde im Zuge der coronabedingten Einschränkungen der Bewegungs- und Reisefreiheit stark beeinträchtigt. Um ihn wieder auf Schiene zu bringen, hat die Kommission am 13. Mai 2020 Maßnahmen für eine schrittweise und koordinierte Rückkehr zu touristischen Dienstleistungen und Angeboten sowie zur Unterstützung von Tourismus-Unternehmen vorgeschlagen. Hierzu gehören:

Liquidität für Tourismus-Unternehmen, insbesondere kleine Unternehmen

  • Dank flexibler Beihilfevorschriften können die Mitgliedstaaten Unternehmen in Form von Gutschein-Absicherungen und anderen Liquiditätsregelungen unterstützen und sicherstellen, dass coronabedingten Anträgen auf Kostenerstattung entsprochen wird.
  • EU-Gelder: Im Rahmen der Investitionsinitiative zur Bewältigung der Corona-Krise stehen EU und Mitgliedstaaten den krisengebeutelten Unternehmen weiterhin mit Sofortliquiditätshilfen zur Seite. Darüber hinaus haben Kommission und Europäischer Investitionsfonds 100 000 von der Krise betroffenen kleinen Unternehmen bis zu 8 Milliarden EUR zugesichert.

Info-Blatt: EU hilft Tourismus in Europa wieder auf die Beine

Fragen und Antworten: Maßnahmenpaket „Tourismus und Reisen“

Sicherung der Lebensmittelversorgung

 

Schutz unserer neuralgischen Einrichtungen und Technologien

Am 26. März 2020 hat die Kommission Leitlinien für die Mitgliedstaaten zu ausländischen Direktinvestitionen veröffentlicht. Hierin werden die Mitgliedstaaten angehalten, ihre Möglichkeiten zur Überprüfung von Investitionen voll auszuschöpfen, um zu verhindern, dass es beim Erwerb von europäischen Unternehmen durch ausländische Investoren zu Risiken kommt.

In diesem Sinne wird die Prüfung von Direktinvestitionen aus Nicht-EU-Ländern insbesondere in Bereichen wie medizinische Forschung, Biotechnologie und Infrastrukturen nahegelegt.

Wirtschaftsprognosen

Am 11. Februar 2021 veröffentlichte die Kommission ihre Winterprognose 2021. Hierin geht sie davon aus, dass die Wirtschaft im Euroraum 2021 und 2022 um jeweils 3,8 % wachsen wird. Für die EU-Wirtschaft wird 2021 ein Wachstum von 3,7 % und 2022 ein Wachstum von 3,9 % prognostiziert.

Sowohl im Euroraum als auch in der EU dürfte die gesamtwirtschaftliche Produktion ihr Vorkrisenniveau früher erreichen, als in der Herbstprognose 2020 erwartet wurde, vor allem, weil für die zweite Jahreshälfte 2021 und für 2022 nun eine stärkere Wachstumsdynamik prognostiziert wird. 

Nach einem kräftigem Zuwachs im dritten Quartal 2020 war die Konjunktur im vierten Quartal abermals rückläufig, da die zweite Welle der Pandemie neue Einschränkungen mit sich brachte. Da diese noch fortbestehen, dürfte die Wirtschaft in der EU und im Euroraum im ersten Quartal 2021 schrumpfen. Im Frühjahr dürfte dann wieder ein Wachstum einsetzen, das im Sommer in dem Maße Fahrt aufnehmen wird, wie die Impfkampagnen voranschreiten, und die Einschränkungen allmählich gelockert werden.

Auch ein positiverer Ausblick auf die Weltwirtschaft dürfte der Konjunktur Auftrieb geben. Die Pandemie wirkt sich nach wie vor unterschiedlich auf die einzelnen Volkswirtschaften aus. Daher wird auch der Aufschwung unterschiedlich schnell erfolgen.

Infographic of projected economic growth across the EU for 2021 and 2022

Herbstprognose 2020

Sommerprognose 2020

Flexibilität im Rahmen der EU-Haushaltsvorschriften

Im Rahmen ihrer Strategie zur raschen, energischen und koordinierten Eindämmung des Coronavirus hat die EU-Kommission erstmals die allgemeine Ausweichklausel des Stabilitäts- und Wachstumspakts aktiviert. Aufgrund dieser deutlichen Lockerung der Haushaltsvorschriften können die Regierungen der Mitgliedstaaten ihre Volkswirtschaften nun besser unterstützen.  

Nach Billigung durch den Rat erlaubt die allgemeine Ausweichklausel den Mitgliedstaaten, bei ihren Maßnahmen zur Krisenreaktion vorübergehend von den haushaltspolitischen Anforderungen im europäischen fiskalpolitischen Rahmen abzuweichen. 

Die Maßnahme stellt einen wichtigen nächsten Schritt dar, damit die Kommission ihrer Verpflichtung nachkommen kann, alle ihr zur Verfügung stehenden wirtschaftspolitischen Instrumente einzusetzen, um die Mitgliedstaaten dabei zu unterstützen, ihre Bürgerinnen und Bürger zu schützen und die schwerwiegenden sozioökonomischen Folgen der Pandemie abzufedern.

Am 3. März 2021 richtete die Kommission eine Mitteilung mit allgemeinen Leitlinien zur künftigen Haushaltspolitik an die Mitgliedstaaten. Konkret geht es um eine Koordinierung der Haushaltspolitik in den Mitgliedstaaten, die für eine wirtschaftliche Erholung besonders förderlich wäre. Neben Grundsätzen für die ordnungsgemäße Gestaltung und Qualität der haushaltspolitischen Maßnahmen sind es auch allgemeine finanzpolitische Hinweise für 2022 und darüber hinaus, nicht zuletzt mit Blick auf Mittel aus der Aufbau- und Resilienzfazilität. Eine Anwendung der allgemeinen Ausweichklausel in den Jahren 2022/23 wird ebenfalls vorgeschlagen.

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Die wichtigsten Maßnahmen der Europäischen Zentralbank und der Europäischen Investitionsbank

Am 18. März kündigte der Rat der Europäischen Zentralbank ein neues Pandemie-Notkaufprogramm in Höhe von 750 Mrd. EUR bis zum Jahresende zusätzlich zu den am 12. März beschlossenen 120 Mrd. EUR an. Insgesamt entsprechen diese Beträge 7,3 % des BIP im Euroraum. Das Programm ist befristet und soll unserer Währungsunion in dieser beispiellosen Situation helfen. Es läuft, bis die Krise vorüber ist.

Am 16. März hat die Europäische Investitionsbank ein Hilfspaket in Höhe von 40 Milliarden Euro vorgeschlagen, um Unterstützungsmaßnahmen für die europäische Wirtschaft zu mobilisieren. Vorgesehen sind Überbrückungskredite, Zahlungsaufschübe sowie weitere Maßnahmen, um Liquiditätsengpässen und der Einschränkung von Betriebsmitteln bei kleinen, mittleren und mittelgroßen Unternehmen entgegenzuwirken. Die EIB-Gruppe, insbesondere der Europäische Investitionsfonds, der auf die Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen spezialisiert ist, arbeitet mit Finanzintermediären in den Mitgliedstaaten und in Partnerschaft mit nationalen Förderbanken zusammen. Das vorgeschlagene Hilfspaket besteht aus:

  • maßgeschneiderten Garantieregelungen für Banken auf der Grundlage bereits bestehender Programme, die unmittelbar zum Einsatz kommen und bis zu 20 Milliarden Euro an Mitteln mobilisieren sollen;
  • speziellen Liquiditätslinien für Banken, um kleine, mittlere und mittelgroße Unternehmen mit zusätzlichen Betriebsmitteln in Höhe von 10 Milliarden Euro zu versorgen;
  • eigenen Programmen zum Ankauf forderungsbesicherter Wertpapiere, damit Banken das mit Kreditportfolios kleiner und mittlerer Unternehmen verbundene Risiko weitergeben können, wodurch weitere 10 Milliarden Euro mobilisiert werden.

Dokumente

COVID-19 - Economic package, 2 April 2020