Europäische Solidarität

In diesen Krisenzeiten greifen Länder, Regionen und Städte einander EU-weit unter die Arme. Hilfe wird Bedürftigen folgendermaßen geleistet:

  • Spenden von Schutzausrüstung wie Masken, Handschuhen, Schutzanzügen und Schutzbrillen;
  • Ärzteteams und medizinische Ausrüstung;
  • grenzüberschreitende Behandlung von Patienten;
  • Rückholung gestrandeter EU-Bürger/innen.

Die Europäische Kommission leistet über ihr Zentrum für die Koordination von Notfallmaßnahmen auf Anfrage Unterstützung, z. B.:

  • Koordinierung und Kofinanzierung der Bereitstellung persönlicher Schutzausrüstung und sonstiger Unterstützung;
  • Rückholflüge für außerhalb Europas festsitzende Bürger/innen;
  • internationale Transporte von Ärzteteams.

Katastrophenschutzverfahren der Union

Über das EU-Katastrophenschutzverfahren hilft die EU koordinierend bei der Finanzierung und Lieferung von medizinischer Ausrüstung und anderen Bedarfsartikeln (Gesichtsmasken, Kittel, Handschuhe, Brillen, Anzüge, Desinfektionsmittel etc.) europa- und weltweit in Länder, die um Hilfe ersucht haben.

Die EU-Kommission hat im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens Lieferungen von über 190 Millionen medizinischer Hilfsgüter und persönlicher Schutzausrüstung koordiniert und kofinanziert, den Bestand an medizinischem Personal in Krankenhäusern aufgestockt und über 10,5 Millionen Impfdosen in mehr als 55 Ländern bereitgestellt. Neben der Koordinierung übernimmt die EU auch 75 % der Transportkosten für die Hilfssendungen.

Zeitleiste

  • Januar 2022

    Auf Ersuchen Irans stellte Spanien Teheran mehr als 2,2 Millionen Corona-Impfstoffdosen zur Verfügung, um den Schutz von afghanischen Flüchtlingen vor Ort zu gewährleisten. Weitere Impfdosen aus Polen und Schweden sind vorgesehen. Insgesamt erhält Iran somit über 6,2 Millionen Impfstoffdosen.

  • Oktober 2021

    Im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens stellte die EU 200 Sauerstoffkonzentratoren aus der rescEU-Reserve in den Niederlanden, 50 Sauerstoffkonzentratoren aus Polen und 5 200 Flaschen monoklonaler Antikörper aus Italien zur Verfügung. Zusätzlich werden 15 Beatmungsgeräte und acht Sauerstoffkonzentratoren von Dänemark nach Rumänien geliefert.

  • August 2021

    Die EU unterstützte Österreich, Belgien, Kroatien, Tschechien, Frankreich, Deutschland, Lettland, Luxemburg, Malta, Norwegen, Portugal, Rumänien und Spanien bei der Lieferung von rund 1,3 Millionen Impfdosen und fast 8 Millionen Gesichtsmasken sowie Antigen-Tests, Beatmungsgeräten, Sauerstoffkonzentratoren, Krankenpflegebetten und anderen medizinischen Geräten nach Tunesien. Ein medizinisches Team aus Rumänien leistete zusätzlich Unterstützung vor Ort. Darüber hinaus hat die EU 700 000 EUR aus ihrem „Epidemics Tool“ für die Pandemiereaktion bereitgestellt, um kritischen Bedarf zu decken und die Koordinierung der Impfkampagne zu unterstützen.

  • Juli 2021

    Die EU unterstützte Griechenland bei der Lieferung von 200 000 Corona-Impfdosen nach Albanien und Nordmazedonien.

  • Juni 2021

    Die EU unterstützte Norwegen bei der Lieferung von über 180 000 Impfdosen an das Kosovo. Seit Beginn der Pandemie wurde über das EU-Katastrophenschutzverfahren die Lieferung von 140 000 Masken und sonstiger persönlicher Schutzausrüstung sowie von Desinfektionsmitteln, Sauerstoffgeräten und Antigen-Tests aus Slowenien, der Tschechischen Republik und Frankreich Richtung Kosovo koordiniert und kofinanziert.

  • März 2021

    Als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie unterstützte die EU Rumänien bei der Lieferung von 50 400 Impfstoffdosen an Moldau.

  • Februar 2021
    • Rumänien schickte 1,5 Millionen OP-Masken, 100 000 FFP3-Masken, 100 000 Schutzanzüge und 100 000 Handschuhe nach Moldau und entsandte ein auf Intensivpflege spezialisiertes medizinisches Team in die Slowakei.
    • 21 600 Corona-Impfstoffdosen wurden von Rumänien an die Republik Moldau geliefert, um das Land in der Pandemie zu unterstützen.
  • Januar 2021

    Die Tschechische Republik und Frankreich haben Nordmazedonien und die Mongolei mit persönlicher Schutzausrüstung zur Unterstützung der Bemühungen um die Eindämmung des Coronavirus ausgestattet. 126 000 Masken und 5 000 Overalls wurden von der Tschechischen Republik nach Nordmazedonien transportiert, und Frankreich stellte der Mongolei 400 Sauerstoffmasken, 200 Sauerstoffbrillen, Generatoren und andere Geräte zur Verfügung.

  • Dezember 2020

    Nach Ersuchen um weitere Unterstützung lieferte Dänemark der Ukraine 50 Beatmungsgeräte. Im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens wurde die Lieferung von Desinfektionsmitteln und persönlichen Schutzausrüstungen aus Estland und Dänemark nach Georgien koordiniert und kofinanziert. Moldau erhielt Handschuhe, Decken und Desinfektionsmittel aus Österreich und Polen – ebenfalls im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens. Auch Albanien erhielt Handschuhe und Desinfektionsmittel aus Österreich.

  • Oktober und November 2020

    Norwegen lieferte im Oktober und November 2020 insgesamt 4 Millionen OP-Handschuhe. Die Niederlande schickten persönliche Schutzausrüstungen auf die Inseln Sint Maarten, Curaçao und Aruba.

  • August 2020

    Anfang August 2020 wurde ein medizinisches Notfallteam aus Italien nach Aserbaidschan entsandt, während zwischen Juni und Juli medizinische Notfallteams aus Italien, Deutschland und Litauen nach Armenien entsandt wurden.

  • April 2020

    Europäische medizinische Teams mit Ärzten und Pflegern aus Rumänien und Norwegen wurden nach Italien entsandt. Der Einsatz wurde über das EU-Katastrophenschutzverfahren abgewickelt und vom EU-Zentrum für die Koordination von Notfallmaßnahmen koordiniert.

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Weltweite Impfung – COVAX

Damit die EU die COVID-19-Pandemie dauerhaft überwinden kann, sind Fortschritte auf globaler Ebene notwendig. Kein Land und keine Region der Welt ist vor Corona sicher, bevor das Virus nicht weltweit unter Kontrolle gebracht ist.

Die EU und ihre Mitgliedstaaten sind die größten Geber der COVAX-Fazilität und erarbeiten derzeit ein koordiniertes Konzept, um die Partnerländer mit einem EU-Mechanismus für eine gemeinsame Nutzung des Impfstoffbestands bei der Überwindung der Pandemie zu unterstützen.

Das europäische Konzept für die gemeinsame Nutzung von Impfstoffen unterstützt Nachbar- und Partnerländer bei der Überwindung der Pandemie. Team Europa (Kommission, Mitgliedstaaten und Finanzinstitutionen, insbesondere Europäische Investitionsbank und Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung) investiert über 3 Mrd. EUR in COVAX, um 1,8 Mrd. Impfdosen für 92 Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu sichern. 

Wie viel Impfstoff in welche Länder geliefert wurde, sehen Sie auf dieser Karte.

Rund 47 Mio. EUR wurden für die Unterstützung der Impfstrategien in den östlichen EU-Nachbarländern und den westlichen Balkanstaaten in Partnerschaft mit der Weltgesundheitsorganisation bereitgestellt.

rescEU – gemeinsame Vorratshaltung für Medizinprodukte

Map of medical stockpile for COVID-19 related items in the EU.

Am 19. März 2020 hat die Europäische Kommission eine strategische rescEU-Reserve – einen europäischen Vorrat an medizinischer Notfallausrüstung wie Beatmungsgeräte, Schutzmasken, Handschuhe und Labormaterial – angelegt, um EU-Länder in der Corona-Krise zu unterstützen.

Die Kommission finanziert 100 % des Bestands (einschließlich der Kosten für Beschaffung, Wartung und Lieferung), der in mehreren Mitgliedstaaten lagert und ständig aufgefüllt wird. Deutschland und Rumänien haben als erste Mitgliedstaaten die Vorhaltung einer rescEU-Reserve übernommen. Im September folgten Dänemark, Griechenland, Schweden und Ungarn. Im Januar 2021 haben Belgien, die Niederlande und Slowenien die Lagerung medizinischer rescEU-Vorräte übernommen, während Deutschland eine zweite Reserve übernimmt.

Wichtigste Ereignisse:

  • Insgesamt wurden mehr als 1,3 Millionen FFP2- und FFP3-Schutzmasken aus rescEU-Beständen nach Italien (142 000), Spanien (173 000), Kroatien (65 000), Litauen (20 000), Montenegro (140 000), Nordmazedonien (255 000) und Serbien (510 000) geliefert.
  • Serbien erhielt außerdem 270 000 Paar Handschuhe, 48 000 Schutzanzüge mit Überschuhen sowie 5 500 Brillen. Im Februar 2021 wurden Serbien zusätzlich 600 000 FFP2-Masken und 650 000 Paar Handschuhe aus den von Griechenland verwalteten rescEU-Beständen bereitgestellt.
  • Schutzkittel und Schutzanzüge gingen nach Montenegro (30 000 Schutzkittel) und Nordmazedonien (70 000 Schutzkittel und 140 000 Schutzanzüge).
  • Im Oktober 2020 wurden zunächst 30 rescEU-Beatmungsgeräte nach Tschechien geliefert, gefolgt von weiteren 120 Beatmungsgeräten und 30 High-Flow-Sauerstoffgeräten aus Österreich und den Niederlanden. Weiteres medizinisches Material wurde aus griechischen rescEU-Lagerbeständen versandt: Montenegro und Nordmazedonien erhielten Handschuhe, Masken, Schutzanzüge sowie jeweils 15 000 PCR-Testsets, Betten, Decken und Handtücher aus der Slowakei. Deutschland versandte Hand- und Oberflächendesinfektionsmittel nach Serbien, und Tschechien lieferte Masken, Handschuhe und Beatmungsgeräte nach Moldau.

Die rescEU-Reserve umfasst:

  • über 65 Millionen OP-Masken und 15 Millionen FFP2- und FFP3-Masken;
  • über 280 Millionen Paar OP-Handschuhe;
  • knapp 20 Millionen medizinische Schutzkittel und Schürzen;
  • mehrere Tausend Sauerstoffkonzentratoren und Beatmungsgeräte.

Die Staaten, in denen die Vorräte lagern, sind für die Beschaffung der Ausrüstung zuständig. Die Kommission unterstützt sie hierbei. Das Zentrum für die Koordination von Notfallmaßnahmen verwaltet die Verteilung der Ausrüstung, um sicherzustellen, dass sie dort zum Einsatz kommt, wo sie am dringendsten benötigt wird.

Die rescEU-Bestände werden laufend aufgefüllt, und die Lieferungen erfolgen regelmäßig je nach Bedarf der teilnehmenden Länder.

Hilfe innerhalb der EU

  • Gelebte EU-Solidarität

    Gelebte EU-Solidarität

    In der gesamten EU bieten Länder, Regionen und Städte ihren Nachbarn ihre Hilfe an, und zwar dort, wo sie besonders dringend benötigt wird.

  • Soforthilfe

    Soforthilfe

    Das Soforthilfeinstrument unterstützt die Mitgliedstaaten im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie.

 

Hilfe über die EU-Grenzen hinaus

Team Europa unterstützt auch weiterhin Partnerländer bei der Bewältigung der Corona-Krise. Team Europa kombiniert Gelder der Europäischen Union, der Mitgliedstaaten und der europäischen Finanzinstitutionen.

Team Europa hat bereits Unterstützung für über 130 Länder mobilisiert. Von insgesamt 46 Mrd. EUR wurden bis April 2021 34 Mrd. EUR ausgezahlt: 1,8 Mrd. EUR für Soforthilfemaßnahmen zur Deckung des humanitären Bedarfs, 6,3 Mrd. EUR für die Stärkung der Gesundheits-, Wasser- und Sanitärversorgungssysteme und 25,8 Mrd. EUR für die Abfederung der sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie, auch in Bezug auf Beschäftigung und Bildung.

Der aktuelle Stand der Auszahlungen im Verhältnis zu den Mittelbindungen nach Regionen stellt sich im April 2021 wie folgt dar:

  • Nachbarschaftspolitik: 10,3 Mrd. EUR von 13,8 Mrd. EUR
  • Subsahara-Afrika: 6,7 Mrd. EUR von 8,1 Mrd. EUR
  • Westbalkan und Türkei: 4,9 Mrd. EUR von 5,8 Mrd. EUR
  • Asien und pazifischer Raum: 2,7 Mrd. EUR von 3,2 Mrd. EUR
  • Lateinamerika und Karibik: 1,5 Mrd. EUR von 3,0 Mrd. EUR
  • Afrika, Karibik und Pazifik, regional: 445 Mio. EUR von 658 Mio. EUR
  • Überseeische Gebiete und Grönland: 203 Mio. EUR von 627 Mio. EUR
  • Globale Programme: 5,1 Mrd. EUR von 7,5 Mrd. EUR
  • Darüber hinaus umfasst der Beitrag von Team Europa Garantien (2,1 Mrd. EUR von 3,3 Mrd. EUR).

Auf dem Welt-Gesundheitsgipfel in Rom am 21. Mai 2021 kündigte Präsidentin von der Leyen an, dass Team Europa bis Ende 2021 mindestens 100 Millionen Dosen an Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen spenden werde, vor allem über COVAX. Team Europa (die EU, ihre Institutionen und alle 27 Mitgliedstaaten) ist auf einem guten Weg, dieses ursprüngliche Ziel sogar zu übertreffen, denn es sind 200 Millionen Dosen COVID-19-Impfstoffe zur Spende an bedürftige Länder vorgesehen.

Am 22. November 2021 kündigten Team Europa und die Gavi Vaccine Alliance eine Spende von 99,6 Millionen Dosen des Impfstoffs Johnson & Johnson an, die vor Jahresende geliefert werden sollen. Die ersten Lieferungen erfolgten an Niger (496 800), Dschibuti (50 400), Nigeria (2 764 800), Togo (633 600), die Zentralafrikanische Republik (302 400), die Demokratische Republik Kongo (230 400), die Republik Guinea (496 800) und Mauretanien (144 000).

Am 6. Januar 2022 teilte Präsidentin von der Leyen mit, dass im Jahr 2021 380 Millionen Impfstoffdosen an Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen verteilt wurden, womit das Ziel von 250 Millionen Dosen überschritten wurde. Darüber hinaus sollen bis Mitte 2022 zusätzliche 700 Millionen Impfstoffdosen an Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen geliefert werden, insbesondere in Afrika. 

Am 15. Februar 2022 kündigten die EU, Belgien, Frankreich und Deutschland sowie die Bill & Melinda Gates Foundation im Vorfeld des 6. EU-AU-Gipfeltreffens an, in den nächsten fünf Jahren mehr als 100 Mio. EUR zur Unterstützung der Afrikanischen Arzneimittel-Agentur (AMA) und anderer afrikanischer Arzneimittel-Regulierungsbehörden auf regionaler und nationaler Ebene bereitzustellen.

Am 24. März 2022 bekräftigte die EU ihre Unterstützung für Afrika: Sie verstärkt ihre Partnerschaft mit der Weltgesundheitsorganisation, um den gleichberechtigten Zugang zu sicheren, wirksamen und qualitätskontrollierten Impfstoffen, Arzneimitteln und Gesundheitstechnologien in afrikanischen Ländern zu fördern. Mit 24,5 Mio. EUR unterstützt die EU folgende Maßnahmen: Stärkung der Regulierungsbehörden (11,5 Mio. EUR), Technologietransfer (12 Mio. EUR) und strategische Beschaffung (1 Mio. EUR). Durch die Partnerschaft zwischen der EU und der WHO wird die Afrikanische Union bei der Verwirklichung ihres Ziels unterstützt, die lokale Impfstoffproduktion in Afrika und für Afrika bis 2040 zu steigern.

Auf dem zweiten COVID-19-Gipfeltreffen am 12. Mai 2022 kündigte die Europäische Kommission an, dass sie die einschlägigen Mittel um 400 Mio. EUR aufstocken wird, um die Bereitstellung und die Nutzung von Impfstoffen und anderen Instrumenten zur Corona-Bekämpfung in Afrika zu beschleunigen. Die Kommission sieht ferner vor, 427 Mio. EUR für den Globalen Fonds für Pandemievorsorge zur Verfügung zu stellen und damit künftige Bemühungen zur Pandemieprävention und -reaktion zu unterstützen.

 

Repatriierung festsitzender EU-Bürger/innen

Die Kommission unterstützt die Mitgliedstaaten bei der Koordinierung von Hilfeleistungen und konsularischen Rückholmaßnahmen für EU-Bürger weltweit.

Rückholung gestrandeter Bürger/innen

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