Europäische Solidarität

In diesen Krisenzeiten greifen Länder, Regionen und Städte einander EU-weit unter die Arme. Hilfe wird Bedürftigen folgendermaßen geleistet: 

  • Spenden von Schutzausrüstung wie Masken
  • Entsendung medizinischer Teams
  • grenzüberschreitende Behandlung von Patienten
  • Rückholung gestrandeter EU-Bürger/innen

Das ist gelebte europäische Solidarität.

Die Europäische Kommission leistet über ihr Zentrum für die Koordination von Notfallmaßnahmen auf Anfrage Unterstützung, z. B.

  • Koordinierung und Kofinanzierung der Bereitstellung persönlicher Schutzausrüstung und sonstiger Unterstützung
  • Rückholflüge für außerhalb Europas festsitzende Bürger/innen
  • internationale Transporte von Ärzteteams

Katastrophenschutzverfahren der Union

Über das EU-Katastrophenschutzverfahren hilft die EU koordinierend bei der Finanzierung und Lieferung von medizinischer Ausrüstung und anderen Bedarfsartikeln (Gesichtsmasken, Kittel, Handschuhe, Brillen, Anzüge, Desinfektionsmittel etc.) europa- und weltweit in Länder, die um Hilfe ersucht haben.

Die EU-Kommission hat im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens Lieferungen von über 15 Millionen medizinischer Hilfsgüter in fast 30 Länder koordiniert und kofinanziert. Neben der Koordinierung übernimmt die EU auch 75 % der Transportkosten für die Hilfssendungen. 
Einige Beispiele:

August 2021
  • Auf Ersuchen Tunesiens unterstützte die EU Österreich, Belgien, Kroatien, Tschechien, Frankreich, Deutschland, Lettland, Luxemburg, Malta, Norwegen, Portugal, Rumänien und Spanien bei der Lieferung von rund 1,3 Millionen Impfdosen und fast 8 Millionen Gesichtsmasken sowie Antigen-Tests, Beatmungsgeräten, Sauerstoffkonzentratoren, Krankenpflegebetten und anderen medizinischen Geräten. Ein medizinisches Team aus Rumänien leistete zusätzlich Unterstützung vor Ort. Darüber hinaus hat die EU 700 000 EUR aus ihrem „Epidemics Tool“ für die Pandemiereaktion bereitgestellt, um kritischen Bedarf zu decken und die Koordinierung der Impfkampagne zu unterstützen.
Juli 2021
  • Auf Ersuchen Albaniens und Nordmazedoniens lieferte Griechenland den beiden Ländern mit Unterstützung der EU 200 000 Corona-Impfdosen.
Juni 2021 
  • Auf Ersuchen Kosovos unterstützte die EU Norwegen bei der Lieferung von über 180 000 Impfdosen nach Pristina.  Seit Beginn der Pandemie wurde über das EU-Katastrophenschutzverfahren die Lieferung von 140 000 Masken und sonstiger persönlicher Schutzausrüstung sowie von Desinfektionsmitteln, Sauerstoffgeräten und Antigen-Tests aus Slowenien, der Tschechischen Republik und Frankreich Richtung Kosovo koordiniert und kofinanziert.
März 2021
  • Auf Ersuchen Moldaus unterstützte die EU Rumänien bei der Lieferung von 50 400 Impfstoffdosen an Moldau als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie.
Februar 2021
  • Nach einem Hilfeersuchen Moldaus schickte Rumänien 1,5 Millionen OP-Masken, 100 000 FFP3-Masken, 100 000 Schutzanzüge und 100 000 Handschuhe. Nach einem Hilfeersuchen der Slowakei entsandte Rumänien ein auf Intensivpflege spezialisiertes medizinisches Team nach Bratislava.
  • 21 600 Corona-Impfstoffdosen wurden von Rumänien an die Republik Moldau geliefert, um das Land in der Pandemie zu unterstützen.
Januar 2021
  • Die Tschechische Republik und Frankreich lieferten nach einem Hilfeersuchen Nordmazedoniens und der Mongolei persönliche Schutzausrüstung zur Unterstützung der Bemühungen um die Eindämmung des Coronavirus. 126 000 Masken und 5 000 Overalls wurden von der Tschechischen Republik nach Nordmazedonien transportiert, und Frankreich stellte der Mongolei 400 Sauerstoffmasken, 200 Sauerstoffbrillen, Generatoren und andere Geräte zur Verfügung.
Dezember 2020
  • Nach Ersuchen um weitere Unterstützung lieferte Dänemark der Ukraine 50 Beatmungsgeräte. Im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens wurde die Lieferung von Desinfektionsmitteln und persönlichen Schutzausrüstungen aus Estland und Dänemark nach Georgien koordiniert und kofinanziert. Moldau erhielt Handschuhe, Decken und Desinfektionsmittel aus Österreich und Polen — ebenfalls im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens. Auch Albanien erhielt Handschuhe und Desinfektionsmittel aus Österreich.
Oktober und November 2020
August 2020
  • Anfang August 2020 wurde ein medizinisches Notfallteam aus Italien nach Aserbaidschan entsandt, während zwischen Juni und Juli medizinische Notfallteams aus Italien, Deutschland und Litauen nach Armenien entsandt wurden.
April 2020
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Weltweite Impfung – COVAX

Damit die EU die COVID-19-Pandemie dauerhaft überwinden kann, sind Fortschritte auf globaler Ebene notwendig. Kein Land und keine Region der Welt wird vor COVID-19 sicher sein, bevor das Virus nicht weltweit unter Kontrolle gebracht ist.

Die EU und ihre Mitgliedstaaten sind die größten Geber der COVAX-Fazilität und erarbeiten derzeit ein koordiniertes Konzept, um die Partnerländer mit einem EU-Mechanismus für eine gemeinsame Nutzung des Impfstoffbestands bei der Überwindung der Pandemie zu unterstützen.

Das europäische Konzept für die gemeinsame Nutzung von Impfstoffen wird Nachbar- und Partnerländern bei der Überwindung der Pandemie unterstützen. Es ergänzt die EU-Investitionen in Höhe von 2,2 Mrd. EUR von Team Europe (Kommission, Mitgliedstaaten und Europäische Investitionsbank) in COVAX.

Wie viel Impfstoff in welche Länder geliefert wurde, sehen Sie auf dieser Karte.

Am 19. Februar 2021 startete die Europäische Union in Partnerschaft mit der Weltgesundheitsorganisation ein neues regionales Projekt im Umfang von über 7 Mio. EUR zur Unterstützung der sicheren und wirksamen Impfung in den westlichen Balkanstaaten. 

rescEU – gemeinsame Vorratshaltung für Medizinprodukte

Map of medical stockpile for COVID-19 related items in the EU.

Am 19. März 2020 hat die Europäische Kommission eine strategische rescEU-Reserve – einen europäischen Vorrat an medizinischer Notfallausrüstung wie Beatmungsgeräte, Schutzmasken, Handschuhe und Labormaterial – angelegt, um EU-Länder in der Corona-Krise zu unterstützen.

Die Kommission finanziert 100 % des Bestands (einschließlich der Kosten für Beschaffung, Wartung und Lieferung), der in mehreren Mitgliedstaaten lagert und ständig aufgefüllt wird.

Deutschland und Rumänien haben als erste Mitgliedstaaten die Vorhaltung einer rescEU-Reserve übernommen. Im September folgten Dänemark, Griechenland, Schweden und Ungarn. Im Januar 2021 haben Belgien, die Niederlande und Slowenien die Lagerung medizinischer rescEU-Vorräte übernommen, während Deutschland eine zweite Reserve übernehmen wird.

Die rescEU-Reserve umfasst:

  • über 65 Millionen OP-Masken und 15 Millionen FFP2- und FFP3-Masken
  • über 280 Millionen Paar OP-Handschuhe
  • knapp 20 Millionen medizinische Schutzkittel und Schürzen
  • mehrere Tausend Sauerstoffkonzentratoren und Beatmungsgeräte.

Die Staaten, in denen die Vorräte lagern, sind für die Beschaffung der Ausrüstung zuständig. Die Kommission unterstützt sie hierbei. Das Zentrum für die Koordination von Notfallmaßnahmen verwaltet die Verteilung der Ausrüstung, um sicherzustellen, dass sie dort zum Einsatz kommt, wo sie am dringendsten benötigt wird.

Insgesamt wurden mehr als 1,3 Mio. FFP2- und FFP3-Schutzmasken aus rescEU-Beständen nach Italien (142 000), Spanien (173 000), Kroatien (65 000), Litauen (20 000), Montenegro (140 000), Nordmazedonien (255 000) und Serbien (510 000) geliefert.

Serbien erhielt außerdem 270 000 Paar Handschuhe, 48 000 Schutzanzüge mit Überschuhen sowie 5 500 Brillen. Im Februar 2021 wurden Serbien 600 000 FFP2-Masken und 650 000 Paar Handschuhe aus den von Griechenland verwalteten rescEU-Beständen bereitgestellt.

Weitere Schutzkittel und Schutzanzüge gingen nach Montenegro (30 000 Schutzkittel) und Nordmazedonien (70 000 Schutzkittel und 140 000 Schutzanzüge). Am 22. Oktober 2020 wurden zunächst 30 rescEU-Beatmungsgeräte nach Tschechien geliefert, gefolgt von weiteren 120 aus Österreich und den Niederlanden sowie 30 High-Flow-Sauerstoffgeräten, die am 24. Oktober 2020 geliefert wurden.

Am 10. Februar 2021 wurde weiteres medizinisches Material aus griechischen rescEU-Lagerbeständen versandt: Montenegro und Nordmazedonien erhielten Handschuhe, Masken, Schutzanzüge sowie jeweils 15 000 PCR-Testsets, Betten, Decken und Handtücher aus der Slowakei. Deutschland versandte Hand- und Oberflächendesinfektionsmittel nach Serbien, und Tschechien lieferte Masken, Handschuhe und Beatmungsgeräte nach Moldau.

Die rescEU-Bestände werden laufend aufgefüllt, und die Lieferungen erfolgen regelmäßig je nach Bedarf der teilnehmenden Länder.

Hilfe innerhalb der EU

  • Gelebte EU-Solidarität

    Gelebte EU-Solidarität

    In der gesamten EU bieten Länder, Regionen und Städte ihren Nachbarn ihre Hilfe an, und zwar dort, wo sie besonders dringend benötigt wird.

  • Soforthilfe

    Soforthilfe

    Das Soforthilfeinstrument unterstützt die Mitgliedstaaten im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie.

 

Hilfe über die EU-Grenzen hinaus

Team Europa unterstützt auch weiterhin Partnerländer bei der Bewältigung der Corona-Krise. Team Europa kombiniert Gelder der Europäischen Union, der Mitgliedstaaten und der europäischen Finanzinstitutionen.

Team Europa hat bereits Unterstützung für über 130 Länder mobilisiert. Von insgesamt 46 Mrd. EUR wurden bis April 2021 34 Mrd. EUR ausgezahlt: 1,8 Mrd. EUR für Soforthilfemaßnahmen zur Deckung des humanitären Bedarfs, 6,3 Mrd. EUR für die Stärkung der Gesundheits-, Wasser- und Sanitärversorgungssysteme und 25,8 Mrd. EUR für die Abfederung der sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie, auch in Bezug auf Beschäftigung und Bildung.

Der aktuelle Stand der Auszahlungen im Verhältnis zu den Mittelbindungen nach Regionen stellt sich im April 2021 wie folgt dar:

  • Nachbarschaftspolitik: 10,3 Mrd. EUR von 13,8 Mrd. EUR
  • Subsahara-Afrika: 6,7 Mrd. EUR von 8,1 Mrd. EUR
  • Westbalkan und Türkei: 4,9 Mrd. EUR von 5,8 Mrd. EUR
  • Asien und pazifischer Raum: 2,7 Mrd. EUR von 3,2 Mrd. EUR
  • Lateinamerika und Karibik: 1,5 Mrd. EUR von 3,0 Mrd. EUR
  • Afrika, Karibik und Pazifik, regional: 445 Mio. EUR von 658 Mio. EUR
  • Überseeische Gebiete und Grönland: 203 Mio. EUR von 627 Mio. EUR
  • Globale Programme: 5,1 Mrd. EUR von 7,5 Mrd. EUR
  • Darüber hinaus umfasst der Beitrag von Team Europa Garantien (2,1 Mrd. EUR von 3,3 Mrd. EUR).

Auf dem Welt-Gesundheitsgipfel in Rom am 21. Mai 2021 kündigte Präsidentin von der Leyen an, dass Team Europa bis Ende 2021 mindestens 100 Millionen Dosen an Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen spenden werde, vor allem über COVAX. Team Europa (die EU, ihre Institutionen und alle 27 Mitgliedstaaten) ist auf einem guten Weg, dieses ursprüngliche Ziel sogar zu übertreffen, denn bis Ende 2021 sind 200 Millionen Dosen COVID-19-Impfstoffe zur Spende an bedürftige Länder vorgesehen.

 

Repatriierung festsitzender EU-Bürger/innen

Die Kommission unterstützt die Mitgliedstaaten bei der Koordinierung von Hilfeleistungen und konsularischen Rückholmaßnahmen für EU-Bürger weltweit.

Rückholung gestrandeter Bürger/innen

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