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Zentrale Maßnahmen zum Schutz der Verbraucher/innen gegen Betrug und unlautere Praktiken im Zusammenhang mit COVID-19

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Ratschläge für Verbraucher/innen und Händler*

Verbraucher sollten bei Online-Einkäufen besonders wachsam sein. Die Händler sollten die Vorschriften genau kennen. Jüngste Kontrollen der Verbraucherschutzbehörden haben gezeigt, dass unseriöse Händler verschiedene Methoden anwenden, um Verbraucher hinters Licht zu führen. So werden verschiedene Produkte angepriesen, die angeblich vor einer COVID-19-Infektion schützen oder dagegen helfen. Gefälschte Konformitätsbescheinigungen und Versuche, über verlockende Angebote E-Mail-Adressen und Passwörter zu ergaunern, sind ebenfalls beliebte Tricks.

Verbraucher/innen sollten unseriöse oder zweifelhafte Angebote auf Online-Plattformen über die vom Betreiber angebotene Meldefunktion anzeigen oder den zuständigen nationalen Behörden bzw. Verbraucherorganisationen melden. Das Netz der Europäischen Verbraucherzentren (ECC) hat Corona-Informationen veröffentlicht und bietet Hilfe an. Über das „Safety Gate“ können in der EU gesichtete gefährliche Produkte publik gemacht werden.

Viele Plattform- und Website-Betreiber verweisen auf ihren Seiten auf allgemeine Informationen aus verlässlichen Quellen, damit Verbraucher Corona-Falschinformationen oder ‑Betrügereien rechtzeitig erkennen.

Woran erkenne ich potenziellen Betrug im Internet?

In der EU müssen Händler ihre Identität und ihre Kontaktdaten angeben: Wenn diese Informationen fehlen, sollten Sie lieber Abstand nehmen.

Vorsicht bei „Tippfehlern“ wie „C?V?D?19“ oder „Cor/na?vir?s“: sie werden gerne eingesetzt, um der Erkennung durch Algorithmen der Website-Betreiber zu entgehen. Prüfen Sie Web-Adressen und Überschriften! Vorsicht bei systematischen Rechtschreibfehlern!

Es gibt derzeit keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass irgendein Lebens- oder Nahrungsergänzungsmittel vor einer COVID-19-Infektion schützt oder dagegen hilft.

Produkte müssen mit präzisen und verständlichen Textbeschreibungen eindeutig gekennzeichnet sein: Verbraucher/innen sollten aufhorchen, wenn reine Werbeelemente wie diese das Produkt anpreisen:

  • corona-typische Empfehlungen wie „Bleiben Sie gesund“, „Bleiben Sie daheim“ oder „Halten Sie Abstand“
  • Virus-Abbildung neben der Produktwerbung
  • Verweis unter Verwendung des jeweiligen Namens oder Logos auf
    • Ärzte, Gesundheitsexperten oder sonstige Fachleute
    • Künstler, Sportler, Blogger oder sonstige Prominente
    • Regierungsstellen, offizielle Fachleute oder internationale Einrichtungen
    • Zeitungsartikel, Fachzeitschriften und andere Inhalte, die angeblich alle verlässlich sind

Vorsicht bei aggressiven Verkaufsmethoden und Fallen wie diesen:

  • Produkt wird als „einmalige Gelegenheit“ angepriesen
  • Produkt wird als „einziges Produkt mit wirksamem Schutz“, als „das einzige Test-Set für daheim“ oder zum „günstigsten Preis weit und breit“ angeboten
  • Vortäuschung begrenzter Verfügbarkeit durch Zusätze wie „Angebot gilt nur heute“ oder „Schnell zugreifen“
  • außergewöhnlich hohe Preisnachlässe

Marktbedingungen im Auge halten

  • Vorsicht bei deutlich höheren oder niedrigeren Preisen für vergleichbare Produkte!
  • Vergleichen Sie verschiedene Websites, damit Sie eine Idee von den Durchschnittspreisen bekommen!
  • Achtung: In manchen Ländern wurden die Preise für stark nachgefragte Produkte wie Schutzmasken oder Desinfektionsgel staatlich reguliert.

*aktualisiert am 26. Mai 2020 im Lichte der Ergebnisse der seit dem 30. April 2020 vorgenommenen Durchforstung von Online-Plattformen und ‑Werbung

Gemeinsamer Standpunkt

Während sich das neue Virus in der EU ausbreitet, bewerben und verkaufen unseriöse Händler Produkte wie Schutzmasken, Hauben und Handdesinfektionsmittel, die angeblich eine Ansteckung verhindern oder Erkrankungen heilen. Im allgemeinen Interesse brauchen wir gerade jetzt ein sicheres Online-Umfeld, damit die Verbraucher/innen sich vor illegalen Praktiken geschützt fühlen, die ihre Gesundheit gefährden.

Am 20. März 2020 haben die Verbraucherschutzbehörden der Mitgliedstaaten (CPC) mit Unterstützung der Kommission einen Gemeinsamen COVID-19-Standpunkt zu einschlägigen unseriösen Geschäftspraktiken veröffentlicht. Hierdurch sollen Betreiber von Internetplattformen solche Praktiken leichter erkennen, unterbinden und künftig verhindern können.

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An die Online-Plattformen gerichtete Schreiben

Am 23. März 2020 hat Justiz- und Verbraucherkommissar Didier Reynders verschiedene Plattformen, soziale Medien, Suchmaschinen und Online-Marktplätze gebeten, gemäß dem gemeinsamen Standpunkt des CPC-Netzes gemeinsam gegen Betrug auf den jeweiligen Plattformen vorzugehen. Kommissar Reynders begrüßt, dass die Plattformen seiner Bitte um Zusammenarbeit nachgekommen sind. Auch in Zukunft wird sich die Kommission regelmäßig mit den Plattformen austauschen. Die einzelnen Antworten finden Sie nachstehend. 

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Antworten der Online-Plattformen, einschließlich ergriffener Maßnahmen

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03 April 2020Justice and Consumers

Detailed replies provided by the platforms (March 2020)

Complete list.
29 April 2020Justice and Consumers

Detailed replies provided by the platforms (April 2020)

Complete list.

Überprüfung (Durchforsten) der Online-Plattformen und der Online-Werbung

Am 30. April 2020 hat das CPC-Netz eine von der Kommission koordinierte umfassende Untersuchung („Durchforstung“) coronabezogener Produkte eingeleitet, für die auf Websites und Online-Plattformen geworben wird. Einzelheiten hierzu finden Sie in der untenstehenden Zusammenfassung. Die zentralen Ergebnisse zeigen, dass die Verbraucher nach wie vor mit unlauteren Praktiken in die Irre geführt werden. Inzwischen gehen die Online-Plattformen aber dagegen vor. Die Kommission wird die Entwicklung auch weiterhin verfolgen und Verbraucher/innen wie Händler entsprechend informieren.

Im Juni wiederholte das CPC-Netz die groß angelegte Durchforstung von Online-Plattformen, und die neuesten Ergebnisse zeigen, dass die Verbraucherschutzbehörden noch immer etliche potenziell irreführende Angebote und Aussagen im Zusammenhang mit COVID-19 auf Plattformen gefunden haben. Die Berichte großer Plattformbetreiber deuten zwar darauf hin, dass die Zahl dieser Angebote zurückgegangen ist, die Verbraucherschutzbehörden halten den engen Dialog mit diesen Online-Plattformen jedoch aufrecht und bleiben wachsam. 

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Hintergrund

Die Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken untersagt Geschäftspraktiken, die Verbraucher in Bezug auf die Vorteile oder die von der Verwendung eines Produkts zu erwartenden Ergebnisse täuschen. Als unlauter gelten falsche Behauptungen, ein Produkt könne Krankheiten heilen oder sei nur eine sehr begrenzte Zeit verfügbar. Behauptet ein Hersteller, sein Produkt könne Krankheiten heilen, so muss er einen entsprechenden Nachweis für die Richtigkeit dieser Behauptung vorlegen können. Gemäß der in der Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken und der Richtlinie 2000/31/EG geforderten Pflicht zur beruflichen Sorgfalt haben in der EU tätige Plattformbetreiber angemessene Gegenmaßnahmen zu ergreifen, wenn sie Kenntnis von illegalen Tätigkeiten auf ihren Websites erlangen. Das Netz für die Zusammenarbeit im Verbraucherschutz untersucht mit Unterstützung der Europäischen Kommission etwaige Verstöße gegen diese Vorschriften und ergreift die erforderlichen koordinierten Durchsetzungsmaßnahmen.

Aktuelles