Antwort

Vor dem Erwerb einer Kontaktliste oder Datenbank mit Kontaktangaben von Personen von einer anderen Organisation, muss diese Organisation nachweisen können, dass diese Daten im Einklang mit der Datenschutz-Grundverordnung erhoben wurden und dass diese zu Werbezwecken verwendet werden dürfen. Wenn diese Organisation die Daten beispielsweise auf der Grundlage einer Einwilligung erworben hat, muss die Einwilligung die Möglichkeit umfasst haben, die Daten anderen Empfängern zu eigenen Werbezwecken übermitteln zu dürfen.

Ihr Unternehmen/Ihre Organisation muss außerdem sicherstellen, dass die Liste oder Datenbank auf dem neuesten Stand ist und Sie keine Werbung an Personen versenden, die Widerspruch gegen die Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten zu Zwecken der Direktwerbung eingelegt haben. Ihr Unternehmen/Ihre Organisation muss außerdem sicherstellen, dass es/sie beim Versand von Nachrichten wie E-Mails für Zwecke der Direktwerbung auch die in der Datenschutzrichtlinie für elektronische Kommunikation (Richtlinie 2002/58/EG1) vorgesehenen Vorschriften einhält.

Solche Listen werden auf der Grundlage berechtigter Interessen verarbeitet, und Personen haben ein Widerspruchsrecht gegen diese Art der Verarbeitung. Ihr Unternehmen/Ihre Organisation muss die betroffene Person spätestens zum Zeitpunkt der ersten Kommunikation mit dieser Person darauf hinweisen, dass es/sie deren personenbezogenen Daten erhoben hat und zum Versenden von Werbung verarbeiten wird.

Beispiel

Die befreundeten Frau A und Herr B führen ein Fitnessstudio bzw. einen Buchhandel. Beide erheben Daten ihrer jeweiligen Kunden. Der Buchhandel von Herrn B läuft nicht so gut. Seine Kundendatenbank weist nur wenige Einträge auf, und nur wenige Menschen besuchen seinen Laden. Er erzählt Frau A, dass er die neue Biografie eines berühmten Sportlers im Angebot hat, und fragt, ob die Kunden von Frau A daran interessiert wären, Werbung zu diesem Buch zu erhalten. In den Bestimmungen der Datenschutzerklärung von Frau A ist angegeben, dass sie gegebenenfalls die Daten ihrer Kunden gegenüber Partnern in den Bereichen Gesundheit und Fitness offenlegt. Sofern die besondere Einwilligung zur Möglichkeit der Übermittlung von Daten an anderweitige Empfänger zu deren eigenen Zwecken der Direktwerbung erteilt wurde, darf Frau A die Kundenliste an Herrn B verschicken. Die Daten einer betroffenen Person, die Widerspruch gegen die Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten eingelegt hat, dürfen nicht übermittelt werden.

Referenzen