Antwort

Ja, Sie können um die Löschung Ihrer personenbezogenen Daten ersuchen, z. B. wenn die Daten, die das Unternehmen von Ihnen besitzt, nicht mehr benötigt werden oder Ihre Daten unrechtmäßig verwendet wurden. Personenbezogene Daten, die Sie als Kind zur Verfügung gestellt hatten, können jederzeit gelöscht werden.

Dieses Recht gilt auch online und wird häufig als „Recht auf Vergessenwerden“ bezeichnet. Unter bestimmten Umstände können Sie Unternehmen, die Ihre personenbezogenen Daten online verfügbar gemacht haben, ersuchen, sie zu löschen. Diese Unternehmen sind außerdem verpflichtet, angemessene Maßnahmen zu treffen, andere Unternehmen (Verantwortliche), die diese personenbezogenen Daten verarbeiten, zu informieren, dass die betroffene Person die Löschung aller Links zu diesen Daten oder von Kopien dieser Daten beantragt hat.

Es ist wichtig zu berücksichtigen, dass dieses Recht kein uneingeschränktes Recht ist. Das heißt, dass andere Rechte, wie das Recht auf freie Meinungsäußerung und wissenschaftliche Forschung, ebenfalls geschützt sind.

Beispiele

Daten sind zu löschen

Sie haben sich auf der Website eines sozialen Netzwerks registriert. Nach einer gewissen Zeit entscheiden Sie, sich wieder von dem Netzwerk abzumelden. Sie haben das Recht, das Unternehmen zu ersuchen, Ihre personenbezogenen Daten zu löschen.

Daten können nicht unmittelbar gelöscht werden

Eine neue Bank bietet gute Bedingungen für Immobiliendarlehen an. Sie kaufen sich ein neues Haus und entscheiden, zu dieser neuen Bank zu wechseln. Sie ersuchen Ihre „alte“ Bank, alle Konten abzuwickeln und alle Ihre personenbezogenen Informationen zu löschen. Die alte Bank unterliegt jedoch einem Gesetz, das sie dazu verpflichtet, alle Kundendaten zehn Jahre lang aufzubewahren. Die alte Bank kann somit nicht einfach Ihre personenbezogenen Informationen löschen. In diesem Fall können Sie jedoch eine Einschränkung der Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten verlangen. Die Bank darf dann Ihre Daten nur gemäß den gesetzlichen Zeitvorgaben aufbewahren und darf diese nicht anderweitig verarbeiten.

Daten sind zu löschen

Bei der Online-Suche nach Ihrem Vor- und Nachnamen ist unter den Ergebnissen ein Link zu einem Zeitungsartikel. Die Informationen in der Zeitung sind einige Jahre alt und beziehen sich auf eine Angelegenheit – eine Immobilienversteigerung im Zusammenhang mit der Einziehung von Schuldforderungen –, die vor langer Zeit beigelegt wurde und nun hinfällig ist. Wenn Sie keine Person des öffentlichen Lebens sind und Ihr Interesse, den Artikel entfernen zu lassen, das allgemeine öffentliche Interesse am Zugriff auf diese Informationen überwiegt, ist die Suchmaschine verpflichtet, Links zu Webseiten, in denen Ihr Vor- und Nachname auftaucht, aus den Ergebnissen zu entfernen.

Referenzen

  • Artikel 12, 17 und 23 und Erwägungsgründe 65 und 66 der Datenschutz-Grundverordnung
  • Leitlinien der Artikel-29-Datenschutzgruppe für die Umsetzung des Urteils des Gerichtshofs vom 13. Mai 2014, Google Spain SL und Google Inc./Agencia Española de Protección de Datos (AEPD) und Mario Costeja González, C-131/12, ECLI:EU:C:2014:3171(WP 225)

1Für eine Zusamenfassung des Urteils, siehe ABl. C 212 vom 7.7.2014, S. 4.