Aktenzeichen des Vorschlags
S180647
Eingereicht von
Christoph Brellinger
Nutzertyp
Company/business organisation
Organisation
VERE e. V. (Verband zur Rücknahme und Verwertung von Elektro- und Elektronik-Altgeräten e. V.)
Organisationsgröße
Micro (1 to 9 employees)
Transparenzregisternummer
Herkunftsland
Germany

WEEE (2012/19/EU): EU-Bürokratie verhindert den von ihr gewünschten freien europaweiten Onlinehandel

Viele gut gemeinte Ansätze innerhalb der EU werden durch überbordende Regelungen konterkariert. Dies gilt insbesondere bei der Umsetzung der WEEE-Richtlinie durch kleine und mittelständische Onlinehändler, die sich dadurch im harten Wettbewerb gegen konkurrierende Konzerne stark benachteiligt fühlen.

Die diesbezüglich nachstehend aufgeführten Zitate von Mitgliedern des VERE e.V. zeigen einen kleinen Teil der enormen Probleme für viele unserer Mitgliedsunternehmen auf:

„Wir haben heute bereits einen Zustand erreicht, wo ein Export in ein Nicht-EU-Land (inkl. Zollabfertigung) für den in der EU ansässigen Verkäufer einfacher zu handhaben ist, als ein Verkauf in ein anderes EU-Land.“

„Ich verkaufte in der Vergangenheit Halogen- und LED-Trafos weltweit. Je Land ein paar hundert Euro Umsatz. Ich müsste nun für jedes Land der EU einen Vertrag abschließen der teurer ist als der zu erwartende Umsatz. Ich habe daher den kompletten Verkauf innerhalb der EU eingestellt.“ (Markus Philipp, Licht-Light).

„Für kleinere Firmen wird irgendwann ein Punkt überschritten, an welchem der bürokratische Aufwand den Gewinn übersteigt und somit das Geschäft nicht mehr lohnend macht.“

„Nun gibt es die Verordnung gegen Geoblocking und andere Formen der Diskriminierung. Danach müssen wir in alle EU Länder verkaufen. Das würde aber bedeuten, dass, selbst bei der Bestellung nur eines Geräts in einem EU-Land, wir die WEEE einhalten müssen. Dies bedeute für uns das Aus für den Vertrieb innerhalb der EU.“

Die betroffenen Mitglieder des VERE-Verbandes schlagen zur Vereinfachung folgende Maßnahmen vor:

1) Kleinmengen-/Mindermengenregelung: Die Anmeldung in einem Land muss für die EU reichen. Ein eigenes System im jedem Land macht bei Kleinmengen keinen Sinn.

2) Verursachungsgerechte Kosten: Begleichen der Entsorgungskosten direkt beim Inverkehrbringen oder:

3) Beim Export kleinerer Mengen (z. B. 100 Kg/Jahr) in das EU-Ausland werden diese über die Registrierung im Land des Inverkehrbringers erfasst. Die Kosten für die Entsorgung dieser Mengen werden gesammelt zwischen den EU-Ländern ausgeglichen (Bernd Heißwolf, Heißwolf Modellbahnzubehör).

4) Für kleine Händler sollte es eine zentrale Stelle für WEEE geben (Markus Philipp, Licht-Light).

5) Dringend muss eine Lösung gefunden werden, damit der illegale Direktverkauf von Nicht-EU-Händlern über hochfrequentierte Online-Handelsplattformen unterbunden wird.

6) Europaweite Zentralstelle für den Onlinehandel, welche alle Fragen zum Thema Onlinehandel bearbeitet und die Spielregeln vorgibt (Herbert Thieking, Herbert Thieking electronic).

Die hier geäußerten Ansichten und Meinungen sind allein jene der Verfasser und spiegeln nicht den offiziellen Standpunkt der Europäischen Kommission wider. Die Kommission kann keine Gewähr für die Richtigkeit der darin enthaltenen Angaben übernehmen. Weder die Kommission noch in ihrem Namen handelnde Personen können für hier veröffentlichte Inhalte oder Informationen verantwortlich gemacht werden. Ansichten und Meinungen, die gegen die Regeln der Kommission für Rückmeldungen verstoßen, werden von der Website entfernt.