Ökologische Nachhaltigkeit in der Agrarpolitik

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) hat drei klare Umweltziele, die sich alle im europäischen Grünen Deal und in der Strategie „Vom Hof auf den Tisch“ widerspiegeln:

  • Bewältigung des Klimawandels;
  • Schutz der natürlichen Ressourcen;
  • Verbesserung der biologischen Vielfalt.

Jedes dieser Ziele wird dadurch unterstützt, dass im Rahmen der GAP der ökologischer Landbau und ein verantwortungsvoller Umgang mit Betriebsmitteln wie Pestiziden und Düngemitteln gefördert werden.

Ziel der GAP ist es, die Umweltziele in einer Weise zu erreichen, die für Landwirte, ländliche Gemeinschaften und die EU insgesamt sozial und wirtschaftlich nachhaltig ist.

Umweltmaßnahmen im Rahmen der GAP

Maßnahmen zur Förderung einer ökologischen Landwirtschaft und zur Durchsetzung von Umweltvorschriften sind ein zentraler Bestandteil der GAP:

  • Durch die Cross-Compliance-Standards ist die finanzielle Unterstützung daran geknüpft, dass EU-Vorschriften in den Bereichen Umwelt, menschliche Gesundheit sowie Tier- und Pflanzengesundheit eingehalten werden.
  • Im Rahmen der Ökologisierungszahlungen gibt es verpflichtende Maßnahmen (Erhalt von Dauergrünland, Vielfalt der Kulturpflanzen und ökologische Vorrangflächen), die gezielt darauf ausgerichtet sind, die Umwelt zu schützen und den Klimawandel einzudämmen.
  • Durch die Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums werden Investitionen und landwirtschaftliche Tätigkeiten gefördert, die zum Klimaschutz und zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen beitragen.

Die neue : 2023–2027

Mit der neuen GAP werden weitere Schritte auf dem Weg hin zu einem ökologischen und nachhaltigen Landwirtschaftssystem in der EU unternommen. Hierunter fällt Folgendes:

  • einen vereinfachten, flexibleren und zielgerichteteren Ansatz;
  • strengere Umweltbedingungen und -standards für die Landwirte;
  • umfangreichere freiwillige Umweltmaßnahmen, die Landwirte im Rahmen von Öko-Regelungen und Maßnahmen zur Entwicklung des ländlichen Raums umsetzen können.

Weiterführende Informationen

HerunterladenPDF - 2.9 MB

Bewältigung des Klimawandels

Die GAP ist ein wichtiges Instrument, um das Potenzial der Landwirtschaft bei der Bekämpfung des Klimawandels zu erschließen. Im Zeitraum 2014–2020 flossen insgesamt schätzungsweise 104 Mrd. EUR (das entspricht 25 %) der GAP-Mittel in klimarelevante Maßnahmen wie

  • die Verringerung der Treibhausgasemissionen durch Förderung einer besseren Tierhaltung und Zucht sowie durch Investitionen in die Lagerung und Aufbereitung von Dung;
  • die Erhöhung der Kohlenstoffbindung und -speicherung durch Maßnahmen und Investitionen in den Bereichen Bodenschutz und Wiederherstellung von Wäldern;
  • die Unterstützung der Landwirte bei der Anpassung an die Herausforderungen des Klimawandels durch Investitionen in neue Methoden und Technologien und entsprechende Beratung.

Durch diese Maßnahmen konnten die Emissionen in der Landwirtschaft zwischen 1990 und 2017 um 21 % verringert werden, ohne dass dabei das Produktionsniveau zurückging. Die neuen GAP-Vorschriften umfassen mehr Unterstützung für die Eindämmung des Klimawandels und tragen so dazu bei, dass das im Rahmen des Grünen Deals ausgegebene Klimaschutzziel erreicht werden kann, bis 2050 EU-weit die Nettotreibhausgasemissionen auf null zu senken.

Weitere Informationen

Bewältigung des Klimawandels

Schutz der natürlichen Ressourcen

Um die für die Landwirtschaft wesentlichen natürlichen Ressourcen zu schützen,

  • sorgt die GAP für eine ausreichende Menge und Qualität des in der Landwirtschaft genutzten Wassers; hierzu dienen Pufferstreifen entlang von Wasserläufen, effizientere Bewässerungssysteme und eine bessere Durchsetzung der Vorschriften in durch Nitrat gefährdeten Gebieten;
  • gibt die GAP verbindliche Standards für die Mindestbedeckung von Böden vor und fördert weitere Praktiken zur Verhinderung von Bodenerosion und zum Erhalt organischer Substanz;
  • schützt die GAP die Luftqualität; hierbei geht es darum, die Verringerung von Ammoniakemissionen zu fördern, die Verbrennung von Rückständen zu beschränken und das Ausbringen von Pestiziden bei starkem Wind zu verhindern.

Durch die Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums trägt die GAP auch zur EU-Forststrategie bei, denn sie unterstützt den Schutz, die Anlage, die Wiederherstellung und die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern in ganz Europa.

Durch den Schutz der natürlichen Ressourcen, die für die Land- und Forstwirtschaft unerlässlich sind, trägt die GAP zu dem im Rahmen des Grünen Deals verfolgten Ziel bei, die Umweltverschmutzung in der gesamten EU zu beseitigen.

Weitere Informationen

Schutz der natürlichen Ressourcen

Verbesserung der biologischen Vielfalt

Um das Ökosystem landwirtschaftlicher Flächen zu schützen, gibt es Verknüpfungen zwischen der GAP und den EU-Richtlinien über wildlebende Tierarten und wildwachsende Pflanzenarten und unterstützt die GAP die Ziele der aktualisierten Biodiversitätsstrategie verfolgt, die Teil des Grünen Deals ist.

Ziel der GAP ist es, die biologische Vielfalt auf unterschiedliche Weise zu schützen:

  • Die Cross-Compliance-Vorschriften umfassen neben der Vogelschutzrichtlinie und der Habitat-Richtlinie auch Maßnahmen zum Erhalt von Landschaftselementen und zur Verringerung des Einsatzes von Pestiziden.
  • Die Einrichtung ökologischer Vorrangflächen durch Ökologisierungszahlungen hat zum Erhalt von Landschaftselementen und mehr brachliegenden Flächen geführt. Dies erleichtert die Bestäubung und schützt Lebensräume, was wiederum der biologischen Vielfalt zugutekommt.
  • Die Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums fördert Maßnahmen zur Erhaltung und Verbesserung der biologischen Vielfalt, wie die Bereitstellung von Mitteln für die Einrichtung und den Erhalt von Landschaftselementen und „Wildtierkorridoren“ sowie die Förderung von Bewirtschaftungssystemen mit hohem Naturwert und von Naturschutzplänen für Gebiete mit wildlebenden Tierarten und wildwachsenden Pflanzenarten.

Weitere Informationen

Verbesserung der biologischen Vielfalt

Förderung einer Landwirtschaft mit geringem Betriebsmitteleinsatz

Pestizide, Düngemittel und Antibiotika kommen in der gesamten EU-Landwirtschaft häufig zum Einsatz, damit ausreichend Lebensmittel und andere wichtige Materialien für die Gesellschaft erzeugt werden können. Ein übermäßiger und unsachgemäßer Einsatz kann sich jedoch negativ auf die Umwelt sowie auf die Gesundheit von Pflanzen, Tieren und Menschen auswirken.

Durch die GAP soll ein geringerer und verantwortungsvoller Einsatz dieser Betriebsmittel unterstützt werden, und zwar durch

  • die Förderung des ökologischen Landbaus;
  • die Unterstützung der Landwirte beim verantwortungsvollen Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln und bei der Anwendung umweltfreundlicher Bewirtschaftungsmethoden, alternativer Methoden und neuer Technologien;
  • die Verringerung des Antibiotikabedarfs durch Investitionen in die Tiergesundheit und das Tierwohl und entsprechende Beratung.

Weitere Informationen

Landwirtschaft mit geringem Betriebsmitteleinsatz

Bewertung von Umweltmaßnahmen

Die Europäische Kommission bewertet laufend, inwieweit die GAP ihre Umweltziele erreicht:

Die von der Kommission erhobenen Daten liefern umfassende Informationen über

  • den Zustand des ländlichen Raums in der EU und seine Entwicklung im Laufe der Zeit;
  • die Auswirkungen der Landwirtschaft auf das Klima, die natürlichen Ressourcen und die biologische Vielfalt;
  • die EU-weite Umsetzung der Umweltmaßnahmen im Rahmen der GAP;
  • die Wirksamkeit von Umweltmaßnahmen im Hinblick auf die gesteckten Ziele und die über die erklärten Ziele hinausgehenden Auswirkungen.

Die Bewertung der Umweltmaßnahmen der GAP berücksichtigt die komplexen Zusammenhänge zwischen politischen Maßnahmen, Änderungen der landwirtschaftlichen Verfahren und Umweltverbesserungen sowie zahlreiche andere Faktoren wie Wetterereignisse, die Auswirkungen von Markttrends und unterschiedliche Umweltbedingungen in den einzelnen Ländern und Regionen der EU.

Die Rolle von Wissen und Innovation

Wissen, Forschung und Innovation fördern eine ökologisch nachhaltige Landwirtschaft in der EU:

Weitere Informationen

Modernisierung der Landwirtschaft

Aktuelles