Überblick

Die Europäische Union ist der weltweit größte Weinerzeuger. Zwischen 2014 und 2018 belief sich die durchschnittliche jährliche Erzeugung auf 167 Millionen Hektoliter. Auf die EU entfallen 45 % der weltweiten Rebflächen, 65 % der Erzeugung, 60 % des weltweiten Verbrauchs und 70 % der Ausfuhren.

Seit der ersten gemeinsamen Marktorganisation (GMO) im Jahr 1962 hat sich der Weinmarkt beträchtlich weiterentwickelt. Die im Jahr 2008 verabschiedete Weinreform, die überarbeitet und in die einheitliche GMO 2013 aufgenommen wurde, sah folgende drei Ziele vor:

  • weitere Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der EU-Weinerzeuger – Verbesserung des Ansehens europäischer Weine und Wiedergewinnung von Marktanteilen in der EU und darüber hinaus,
  • einfachere, klarere und wirksamere Marktverwaltungsregeln für ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage,
  • Wahrung der besten Traditionen im europäischen Weinbau und Stärkung seiner Rolle für das soziale Gefüge und den Umweltschutz in ländlichen Gebieten.

Zusätzlich zu den allgemeinen Zielen, die Rechtsvorschriften zu harmonisieren, zu straffen und zu vereinfachen, wurde 2015 durch eine EU-Verordnung die Regelung für Pflanzungsrechte durch ein Genehmigungssystem für Rebpflanzungen für den Zeitraum 2016–2030 ersetzt, sodass wettbewerbsfähige Erzeuger ihre Erzeugung innerhalb bestimmter Grenzen steigern können.

EU wine market reforms

The EU wine market organisation started out very open, with no curbs on plantings and very few market regulation instruments, the aim being to confront the annual variations in production. It later restrained freedom on plantings, coupling it with the virtually guaranteed sales, thus generating serious structural surplus.

  • 2013

    The reform adopted by the EU aimed at harmonising, streamlining and simplifying the provisions of the CAP adopted in the course of the previous reforms

  • 2008

    The reform adopted by the EU included goals of improving competitiveness and enhancing EU wine reputation, the simplification of market management rules, and preserving the best tradition of EU wine growing, boosting its social and environmental role in rural areas

  • 1999

    Reform strengthened the goal of achieving a better balance between supply and demand, allowing producers to bring production into line with a market demanding higher quality, and improved competitiveness in the long term – especially in the face of increased global competition following international trade agreement negotiations – by financing the restructuring of a large part of present vineyards

  • 1980's

    Towards the end of the 1980's financial incentives for giving up vineyards were reinforced with the objective of reducing production

  • 1976-78

    The market organisation became very interventionist with the ban on planting and the obligation to distil the surplus

  • 1962

    The first common market organisation (CMO)

Stützungsprogramme für den Weinsektor

Die Stützungsprogramme für den Weinsektor, die im Zuge der GMO-Reform für Wein im Jahr 2008 eingeführt wurden, umfassten ursprünglich 13 Maßnahmen. Ab Inkrafttreten der GMO-Reform von 2013 gab es keine Unterstützung mehr für die Destillation von Trinkalkohol, die Dringlichkeitsdestillation und die Anreicherung durch die Verwendung von konzentriertem Traubenmost.

Dafür wurde eine neue Maßnahme aufgenommen: Innovationen im Weinsektor zur Entwicklung neuer Produkte, Verfahren und Technologien für Weinbauerzeugnisse. Zudem wurden Absatzförderungsmaßnahmen auf Informationskampagnen in den EU-Ländern ausgeweitet. Dadurch sollen die Verbraucher über einen verantwortungsvollen Weinkonsum und über die EU-Systeme für Ursprungsbezeichnungen und geografische Angaben informiert werden.

Darüber hinaus wurde die Maßnahme zur Umstrukturierung und Umstellung auf die Wiederbepflanzung von Rebflächen ausgeweitet, wenn dies aufgrund der obligatorischen Rodung von Flächen aus gesundheitlichen oder pflanzengesundheitlichen Gründen erforderlich ist.

EU-Länder, in denen Wein erzeugt wird, können derzeit folgende Maßnahmen unterstützen:

  • Absatzförderung in Nicht-EU-Ländern,
  • Information der Verbraucher über verantwortungsvollen Weinkonsum und über die Qualitätsregelungen der EU,
  • Umstrukturierung und Umstellung von Rebflächen einschließlich Wiederbepflanzung aus gesundheitlichen oder pflanzengesundheitlichen Gründen,
  • grüne Weinlese,
  • Fonds auf Gegenseitigkeit,
  • Ernteversicherung,
  • Investitionen in Unternehmen,
  • Innovationen zur Entwicklung neuer Produkte, Verfahren und Technologien,
  • Destillation von Nebenerzeugnissen.

Die jährliche Haushaltsausstattung aus dem EU-Haushalt wird pro EU-Land unter Berücksichtigung des Übergangs einiger Mitgliedsländer zur Betriebsprämienregelung festgelegt.

Jährliche EU-Unterstützung für den Weinsektor (in Millionen EUR)
2009 2010 2011 2012 2013 2014–16 Ab 2017
Bulgarien 16 21 22 27 27 27 27
Tschechien 3 4 4 5 5 5 5
Deutschland 23 31 32 39 39 39 39
Griechenland 14 19 20 24 24 24 24
Spanien 214 284 279 358 353 210 210
Frankreich 172 227 224 284 280 281 281
Kroatien 12 11
Italien 238 298 294 341 337 337 337
Zypern 3 4 4 5 5 5 5
Litauen 0,03 0,04 0,05 0,05 0,05 0,05 0,05
Luxemburg 0,3 0,5 0,5 0,6 0,6
Ungarn 17 23 24 29 29 29 29
Malta 0,2 0,3 0,3 0,4 0,4
Österreich 8 11 11 14 14 14 14
Portugal 38 52 53 66 65 65 65
Rumänien 42 42 42 42 42 48 48
Slowenien 4 5 5 6 6 6 6
Slowakei 3 4 4 5 5 5 5
Vereinigtes Königreich 0,2 0,2 0,2 0,3 0,3

Handelsabkommen

Um den Handel zwischen der EU und Nicht-EU-Ländern zu erleichtern, führt die Europäische Kommission bilaterale und multilaterale Verhandlungen auf der Grundlage eines Verhandlungsmandats des Europäischen Rates, um bilaterale Abkommen und Freihandelsabkommen abzuschließen. 

Geschützte Weinbezeichnungen

In der eAmbrosia-Datenbank findet sich das Register der in der EU geschützten Ursprungsbezeichnungen und geografischen Angaben sowie Listen der geografischen Angaben und Ursprungsbezeichnungen von Drittländern, die in der EU gemäß den bilateralen Abkommen über den Handel mit Wein geschützt sind.

Weiterführende Informationen

Qualitätsregelungen

Rechtsgrundlagen

Im Weinsektor gelten eine Reihe von Rechtsvorschriften: eine Grundverordnung, delegierte Verordnungen und Durchführungsverordnungen, ergänzt durch Leitlinien und Rechtsauslegungen.

Weinlisten sind Tabellen, die Folgendes enthalten:

  • Kontaktinformationen der für den Weinsektor zuständigen amtlichen Stellen und Behörden;
  • Angaben zu Rebflächen und Weinregistern;
  • für die Erzeugung und Kennzeichnung zugelassene Rebsorten.

Die Veröffentlichung dieser Listen ist nach EU-Recht vorgeschrieben und richtet sich an Interessenträger innerhalb und außerhalb der EU.

Weiterführende Informationen

Rechtsvorschriften im Weinsektor

EU-Weinliste

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Marktbeobachtung

Die Marktbeobachtungsstelle für Wein erfasst die jeweils aktuellsten Daten zur Erzeugung, zu Lagerbeständen, zum Handel, zu Flächen und zum Konsum. Außerdem werden Informationen über EU-weite und nationale Stützungsprogramme für den Weinsektor zur Analyse und Bewertung bereitgestellt.

Ausschüsse

Die sektoralen Verwaltungsausschüsse wurden durch einen einzigen Ausschuss für die gemeinsame Organisation der Agrarmärkte ersetzt.

Gruppen für den zivilen Dialog unterstützen die Europäische Kommission und tragen dazu bei, mit den Interessenträgern einen regelmäßigen Dialog über alle Fragen der Gemeinsamen Agrarpolitik, einschließlich der Entwicklung des ländlichen Raums, und ihrer Umsetzung zu führen.

Aktuelles