GAP-Unterstützung für die Entwicklung des ländlichen Raums

Der GAP-Beitrag zu den Zielen der EU für die Entwicklung des ländlichen Raums wird über den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) geleistet. Der Haushalt für den ELER für 2021–2027 beläuft sich auf 95,5 Mrd. Euro, darunter ein Zuschuss von 8,1 Mrd. Euro aus dem Aufbauinstrument Next Generation EU, mit dem die Folgen der COVID-19-Pandemie ausgeglichen werden sollen.

Die Regeln für die Finanzhilfen für die Entwicklung des ländlichen Raums im Zeitraum 2021–2022 sind in der am 23. Dezember 2020 verabschiedeten Übergangsverordnung festgelegt. Mit dieser werden vor allem die bestehenden Vorschriften, die ursprünglich auf den Zeitraum 2014–2020 begrenzt waren, verlängert. Einige zusätzliche Elemente sollen einen reibungslosen Übergang zu den künftigen GAP-Vorschriften gewährleisten, die ab 2023 gelten sollten.

Weiterführende Informationen

Die Entwicklung des ländlichen Raums in Grafiken und Zahlen

Frühere Programmplanungszeiträume

Programme zur Entwicklung des ländlichen Raums

Die EU-Länder setzen die ELER-Finanzierung über die Programme zur Entwicklung des ländlichen Raums um. Diese Programme werden aus nationalen Haushalten kofinanziert und auf nationaler oder regionaler Ebene ausgearbeitet. Während die Europäische Kommission die Programme zur Entwicklung des ländlichen Raums genehmigt und überwacht, ist die Auswahl der Projekte und die Zuteilung von Finanzmitteln Aufgabe der nationalen und regionalen Verwaltungsebenen.

Die Programme müssen sich nach mindestens vier der sechs Prioritäten des ELER ausrichten.

  • Förderung von Wissenstransfer und Innovation in der Land- und Forstwirtschaft und den ländlichen Gebieten
  • Verbesserung der Lebens- und Wettbewerbsfähigkeit aller Arten von Landwirtschaft sowie Förderung innovativer Bewirtschaftungsmethoden und nachhaltiger Forstwirtschaft
  • Förderung einer Organisation der Nahrungsmittelkette, des Tierschutzes und des Risikomanagements in der Landwirtschaft
  • Förderung der Ressourceneffizienz und Unterstützung des Agrar-, Ernährungs- und Forstsektors beim Übergang zu einer kohlenstoffarmen und klimaresistenten Wirtschaft
  • Wiederherstellung, Erhaltung und Verbesserung der mit der Land- und Forstwirtschaft verbundenen Ökosysteme
  • Förderung der sozialen Eingliederung, der Armutsbekämpfung und der wirtschaftlichen Entwicklung in den ländlichen Gebieten

Die ELER-Prioritäten sind wiederum in achtzehn Schwerpunktbereiche unterteilt. In ihren Programmen legen die Länder Ziele im Hinblick auf ihre Prioritäten und Schwerpunktbereiche sowie eine Strategie fest, mit der sie diese Ziele erreichen wollen.

Bei der Planung ihrer Strategien wählen die Länder aus einem „Menu“ von zwanzig strategischen Maßnahmen aus, die zwecks Umsetzung einer ELER-Priorität an die nationalen und regionalen Gegebenheiten angepasst werden können. Mithilfe des gemeinsamen Überwachungs- und Bewertungsrahmens (CMEF) werden die Fortschritte bei der Verwirklichung der Ziele überwacht.

Besondere Merkmale der Programme zur Entwicklung des ländlichen Raums

  • Ausgaben für Klima und Umwelt

Mindestens 30 % der Mittel für jedes Programm zur Entwicklung des ländlichen Raums müssen für umwelt- und klimarelevante Maßnahmen aufgewendet werden. Ein Großteil davon wird über Finanzhilfen und jährliche Zahlungen an Landwirtinnen und Landwirte geleistet, die auf umweltfreundlichere Bewirtschaftungsmethoden umstellen.

  • Unterstützung lokaler Aktionen

Mindestens 5 % der Mittel für jedes Programm zur Entwicklung des ländlichen Raums müssen für Aktionen auf der Grundlage der Methode LEADER/von der örtlichen Bevölkerung betriebene lokale Entwicklung bereitgestellt werden.

  • Förderung intelligenter Dörfer

Programme zur Entwicklung des ländlichen Raums können auch die Initiative „intelligente Dörfer“ unterstützen, mit der Innovationen in ländlichen Gebieten in ganz Europa gefördert und ausgebaut werden sollen, damit die allen Bürgerinnen und Bürgern ländlicher Regionen gemeinsamen Herausforderungen bewältigt werden können.

  • Finanzinstrumente

Mit Hilfe seiner Finanzinstrumente kann der ELER für Empfänger in der Land- und Forstwirtschaft und im ländlichen Raum Darlehen, Mikrokredite, Garantien und Beteiligungen bereitstellen, wenn sie finanziell tragfähige Projekte durchführen, die den Prioritäten des ELER entsprechen. Genauere Informationen zu den ELER-Finanzinstrumenten sind im Fi-Compass aufgeführt.

Europäisches Netz für die Entwicklung des ländlichen Raums

Das Europäische Netz für die Entwicklung des ländlichen Raums (ENLR) fungiert als Informationsschnittstelle für die Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums. Es beschreibt, wie ihre Programme, Projekte und anderen Initiativen in der Praxis ablaufen und wie sie noch wirkungsvoller gestaltet werden können. Es ist dafür ausgelegt, alle diejenigen einzubinden, die sich für die Entwicklung des ländlichen Raums in Europa einsetzen.

Das ENLR trägt zur wirksamen Umsetzung der Entwicklungsprogramme der Mitgliedstaaten für den ländlichen Raum bei, indem es die Gewinnung und die Verbreitung von Kenntnissen unterstützt, den Austausch von Informationen erleichtert und die Zusammenarbeit in den ländlichen Gebieten Europas fördert. Es bietet eine Fülle von Informationen über die Umsetzung der Programme zur Entwicklung des ländlichen Raums in der gesamten EU, darunter:

Zwei Stellen erleichtern diese Aktivitäten: die ENLR-Kontaktstelle und der Europäische Evaluierungs-Helpdesk für ländliche Entwicklung

LEADER

LEADER ist ein Bottom-up-Ansatz, bei dem Landwirte, Unternehmen im ländlichen Raum, lokale Organisationen, Behörden und Einzelpersonen aus verschiedenen Sektoren in lokalen Aktionsgruppen (LAG) zusammenkommen. Die LAG erarbeiten ihre eigenen lokalen Entwicklungsstrategien und verwalten ihre eigenen Haushalte.

Der LEADER-Ansatz stärkt die Verbundenheit in lokalen Gemeinschaften, fördert sektorübergreifende Innovationen und macht den Wissensaustausch für LAGs auf nationaler und EU-weiter Ebene einfacher.

Dank seiner Erfolge in über 30 Jahren wurde der LEADER-Ansatz vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), den Europäischen Sozialfonds (ESF) und dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) in einer umfassenden, von der örtlichen Bevölkerung betriebenen lokalen Entwicklung (CLLD) angenommen. Heute verwalten LEADER/CLLD-Gruppen zehntausende Projekte zum Nutzen der wirtschaftlichen, kulturellen, sozialen und umweltbezogenen Entwicklung im ländlichen Europa.

Das ENLR bietet genaue Informationen zum LEADER-Ansatz, darunter Quellen, Toolkits und eine Datenbank für lokale Aktionsgruppen (LAG).

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Europäische Innovationspartnerschaft für die Landwirtschaft

Die Europäische Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ (EIP-Agri) unterstützt ebenfalls die Ziele der Entwicklung des ländlichen Raums durch Förderung von Innovationen in Landwirtschaft und ländlichen Gemeinden.

Die EIP-Agri wurde geschaffen, um die Lücke zwischen den in der Forschung entwickelten innovativen Lösungen und ihrer praktischen Umsetzung durch die in ländlichen Gebieten lebenden und arbeitenden Menschen zu schließen. Durch die Schaffung von Partnerschaften zwischen denjenigen, die neue Technologien letztlich einsetzen werden, und denen, die sie entwickeln, beschleunigt die EIP-Agri den technologischen Wandel.

Zukunft der Entwicklung des ländlichen Raums

Im Rahmen der Vorschläge der Kommission für die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik werden Maßnahmen für die Entwicklung des ländlichen Raums ab 2023 im Rahmen der nationalen GAP-Strategiepläne durchgeführt.

Innerhalb dieses Rahmens will die Kommission aktuelle und künftige Herausforderungen wie Klimawandel oder Generationswechsel besser meistern und gleichzeitig die europäischen Landwirte dabei unterstützen, ihren Wirtschaftszweig nachhaltig und wettbewerbsfähig zu gestalten. Die Entwicklung des ländlichen Raums wird außerdem einen wichtigen Beitrag zu den wichtigsten Prioritäten und Strategien der Kommission leisten, zum Beispiel für den Grünen Deal und die langfristige Vision für ländliche Gebiete.

Rechtsgrundlagen

Verordnung (EU) Nr. 1303/2013 – gemeinsame Vorschriften für die europäischen Struktur- und Investitionsfonds (ESIF)

Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 – Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)

Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 – Finanzierung, Verwaltung und Kontrollsystem der Gemeinsamen Agrarpolitik

Verordnung (EU) Nr. 1310/2013 – Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)

Verordnung (EU) Nr. 807/2014 – Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und Einführung von Übergangsvorschriften

Verordnung (EU) 640/2014 – Verwaltung, Rücknahme von Zahlungen, Bedingungen für Sanktionen im Rahmen von Direktzahlungen, Entwicklungsmaßnahmen für den ländlichen Raum und Cross-Compliance

Verordnung (EU) 809/2014 – Durchführung der Verordnung (EU) 1306/2013 zum Verwaltungs- und Kontrollsystem, zu Maßnahmen zur Entwicklung des ländlichen Raums und zur Cross-Compliance

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