Überblick

Marktmaßnahmen sollen die Agrarmärkte stabilisieren und verhindern, dass Krisen auf dem Markt eskalieren (Marktinterventionsmaßnahmen). Sie werden aber auch zur Anregung der Nachfrage eingesetzt oder zur Anpassung der EU-Agrarwirtschaft an Marktveränderungen. Marktmaßnahmen sind Teil der Verordnung über die gemeinsame Marktorganisation, auf der die Landwirtschaft der Europäischen Union im Binnenmarkt beruht. Marktinterventionsmaßnahmen werden aus dem Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft finanziert.

Öffentliche Intervention

Bei einer öffentlichen Intervention werden Erzeugnisse von Regierungen der EU-Länder oder ihren Agenturen aufgekauft und so lange gelagert, bis sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf den Markt gebracht und verkauft werden. Dadurch soll verhindert werden, dass die Preise auf ein unhaltbar niedriges Niveau sinken.

Derzeit sind öffentliche Interventionen in einigen Sektoren möglich, die für starke Preisschwankungen anfällig sind. Um Instabilitäten auszugleichen, hat die EU einen Mechanismus entwickelt, der die Auswirkungen von Jahren mit besonders niedrigen Preisen auf die Landwirte abschwächt. Folgende Sektoren können von der öffentlichen Intervention profitieren:

Für einzulagernde Erzeugnisse gelten strenge Qualitätsnormen.

Eine öffentliche Intervention kann über einen Ankauf zu einem festen Preis oder über ein Ausschreibungsverfahren erfolgen. Bei einem Ankauf zu einem festen Preis legt die EU einen Preis fest, zu dem eine bestimmte Menge eines bestimmten Erzeugnisses erworben wird. Dieser Preis bildet die Preisuntergrenze, die verhindert, dass der Preis unter ein nachhaltiges Niveau fällt. Bei einem Ausschreibungsverfahren im Rahmen einer öffentlichen Intervention bieten Marktteilnehmer einen bestimmten Preis an. Die Mengen, die unterhalb eines von der EU nach Abgabe der Angebote festgelegten Preises liegen, werden dann zu dem von den Marktteilnehmern angebotenen Preis gekauft. Diese Mengen werden zu einem späteren Zeitpunkt, wenn sich die Marktbedingungen verbessert haben, im Rahmen eines Ausschreibungsverfahren verkauft.

Rechtsgrundlage

Die Rechtsgrundlage für öffentliche Interventionen in Agrarmärkten ist die Verordnung (EU) Nr. 1308/2013.

Lagerhaltung der Erzeugnisse durch private Marktteilnehmer

In Phasen mit niedrigen Marktpreisen kann die EU außerdem privaten Marktteilnehmern zeitlich befristet eine Beihilfe für die Lagerhaltung ihrer Erzeugnisse gewähren. Dies verringert die Auswirkungen eines kurzfristigen Überangebots. Beihilfen für die private Lagerhaltung können derzeit in folgenden Sektoren gewährt werden:

Rechtsgrundlage

Die Rechtsgrundlage für öffentliche Interventionen in Agrarmärkten ist die Verordnung (EU) Nr. 1308/2013.

Außergewöhnliche Maßnahmen

In aktuellen oder absehbaren Krisensituationen, wenn besondere Interventionsmaßnahmen zur Verhinderung eines plötzlichen Preisverfalls erforderlich sind oder dessen Folgen abgemildert werden müssen, werden außergewöhnliche Maßnahmen eingesetzt. Die Europäische Kommission kann in folgenden Fällen unverzüglich entsprechend reagieren:

  • schwere Ungleichgewichte auf den Märkten
  • Vertrauensverlust der Verbraucher infolge von Risiken für die menschliche, tierische oder pflanzliche Gesundheit
  • spezifische Probleme

Rechtsgrundlage

Die Rechtsgrundlage für außergewöhnliche Maßnahmen in Agrarmärkten ist die Verordnung (EU) Nr. 1308/2013.

Sektorspezifische Beihilferegelungen

Für bestimmte Bereiche der EU-Agrarmärkte gibt es sektorspezifische Beihilferegelungen. Dadurch sollen sich die landwirtschaftlichen Sektoren der EU besser an die Marktbedingungen anpassen können und ihre Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit gestärkt werden. Der Obst- und Gemüsesektor stützt sich dabei vor allem auf Erzeugerorganisationen. In anderen Sektoren gibt es Maßnahmen zur Krisenvorsorge und zum Risikomanagement, die die Funktion von Marktinterventionen übernehmen. Spezifische Beihilferegelungen gibt es für

Rechtsgrundlage

Die Rechtsgrundlage für öffentliche Interventionen in Agrarmärkten ist die Verordnung (EU) Nr. 1308/2013.

Marktüberwachung

Die EU-Kommission erfasst Informationen aus EU-Ländern und von Interessenträgern, um zu gewährleisten, dass die Agrarmärkte reibungslos funktionieren, und um ihre Entwicklung zu verfolgen. Solche Informationen ergänzen die EU-Marktmaßnahmen, tragen zur Transparenz auf den Märkten bei und werden über Marktbeobachtungsstellen und das Agrar- und Lebensmitteldatenportal erfasst und verbreitet.

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