Junge Menschen in der Landwirtschaft

Nur 11 % aller landwirtschaftlichen Betriebe in der Europäischen Union (EU) werden von Landwirten oder Landwirtinnen unter 40 Jahren betrieben: Junge Menschen für die Landwirtschaft zu mobilisieren ist eine große Herausforderung.

Angesichts der Überalterung der Beschäftigten und Betriebsinhaber in der Landwirtschaft intensiviert die EU ihre Anreize für junge Menschen, den Beruf des Landwirts zu ergreifen. Junglandwirte erhalten Beihilfen für die erste Niederlassung, Einkommensstützung und andere Leistungen, wie Fortbildungen.

Die Investitionen in die kommende Generation europäischer Landwirte verbessert nicht nur die künftige Wettbewerbsfähigkeit der EU-Landwirtschaft, sie gewährleistet auch die sichere Nahrungsmittelversorgung in Europa für die kommenden Jahre.

Unterstützung für Junglandwirte

Einkommensstützung

Junglandwirte erhalten eine zusätzliche EU-Beihilfe in Form der „Zahlung für Junglandwirte“. Grundsätzlich müssen die nationalen Behörden

  • 2 % ihrer gesamten Mittelzuweisungen für die Einkommensstützung für die Zahlung für Junglandwirte bereitstellen
  • die Anzahl Hektar pro Betrieb bestimmen, die im Rahmen der Zahlung für Junglandwirte gefördert werden soll (maximal 90 ha)
  • eine Berechnungsmethode für die Zahlung für Junglandwirte auswählen (maximal 50 % der Einkommensstützung für die betreffenden Landwirte)
  • entscheiden, ob die Empfänger der Zahlung für Junglandwirte die angemessenen Qualifikationen vorweisen können und/oder bestimmte Ausbildungsanforderungen erfüllen sollen
  • die Zahlungen für Junglandwirte für fünf Jahre nach Betriebsaufnahme gewährleisten
  • Junglandwirten Priorität bei den Basisprämienansprüchen aus den nationalen/regionalen Haushalten einräumen. (In EU-Ländern, in denen die Basisprämienregelung angewandt wird, ist diese Priorität besonders für diejenigen Junglandwirte wichtig, die keine Prämienansprüche, weniger Ansprüche als Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche oder nur geringe Prämienansprüche haben.)

Fonds für die Entwicklung des ländlichen Raums

Oft werden Junglandwirten auch über die Programme zur Entwicklung des ländlichen Raums Starthilfen angeboten. Dazu gehören Zuschüsse, Darlehen oder Garantien für die Weiterentwicklung eines bestehenden Betriebs oder die Erleichterung der Aufnahme einer Tätigkeit in der Landwirtschaft.

Diese Maßnahmen zur Entwicklung des ländlichen Raums werden auch durch die Initiative „Junglandwirte“ unterstützt. Sie verbindet die verfügbare Unterstützung des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) mit der Expertise der Europäischen Investitionsbank. Insgesamt belaufen sich die verfügbaren Mittel auf 1 Milliarde Euro. Die Darlehen werden von lokalen Banken und Leasinggesellschaften verwaltet, die in der gesamten EU tätig sind. Mindestens 10 % der an die teilnehmenden Banken vergebenen Mittel werden für Landwirte unter 41 Jahren zu wettbewerbsfähigen Finanzierungsbedingungen bereitgestellt.

Weiterführende Informationen

EU-finanzierte Projekte für Junglandwirte

Umfrage zu Bedürfnissen junger Landwirte

Im Jahr 2015 wurden im Rahmen einer EU-Umfrage 2 000 Landwirtinnen und Landwirte unter 40 Jahren befragt, damit die EU ihre Politik besser auf deren Bedürfnisse abstimmen kann. Aus der Umfrage ergab sich, dass der Zugang zu eigenem oder gepachtetem Land ein erhebliches Problem für Junglandwirte darstellt. Außerdem erwähnten die Landwirte den Bedarf an zusätzlicher finanzieller Unterstützung auch in Form von Darlehen sowie die Schwierigkeiten bei der Suche nach qualifizierten Arbeitskräften.

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