EU-Forstwirtschaft erklärt

Die EU verfügt über fast 182 Millionen Hektar Wald. Diese Waldgebiete machen 43 % der EU-Landmasse aus und stellen einen der wichtigsten nachwachsenden Rohstoffe dar. Die Wälder in der EU sind außergewöhnlich vielfältig hinsichtlich der Waldtypen, ihrer Eigenschaften und Eigentumsstrukturen. Sie sind nicht nur für den Erhalt der Artenvielfalt unerlässlich, sondern auch für Wirtschaft und Gesellschaft. Außerdem stellen sie eine wertvolle Ressource für die Verbesserung der Lebensqualität dar – und sie schaffen Arbeitsplätze!

Aus diesen Gründen fördert die EU die Forstwirtschaft vor allem im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Sie unterstützt ferner die EU-Länder bei der Koordinierung ihrer Herangehensweisen hinsichtlich der Probleme, mit denen die Wälder konfrontiert sind, zum Beispiel Klimawandel. Diese Koordinierung findet im Rahmen der EU-Forststrategie statt.

Finanzielle Unterstützung der Forstwirtschaft im Rahmen der GAP

Die GAP stellt finanzielle Unterstützung für ländliche Gebiete bereit, sodass die EU-Länder selbst entscheiden können, über welche Maßnahmen sie im Rahmen ihrer nationalen Programme zur Entwicklung des ländlichen Raums die Forstwirtschaft fördern. Die Wälder sollen mithilfe dieser Maßnahmen geschützt und widerstandsfähiger gegen den Klimawandel gemacht werden, damit uns ihre vielfältigen Funktionen erhalten bleiben, nicht zuletzt ihre ökologischen Leistungen. Außerdem sollen Investitionen, Innovation und Ausbildungsmöglichkeiten in der ländlichen Wirtschaft gefördert werden.

Im Einzelnen unterstützen diese Maßnahmen Folgendes:

  • Aufforstung und Anlage von Wäldern
  • neue Agrarforstsysteme, in denen Bäume und landwirtschaftliche Kulturen oder Weiden auf denselben Flächen zu finden sind
  • Vorbeugung gegen Waldschäden durch Brände, Naturkatastrophen oder Katastrophenereignisse und Wiederherstellung geschädigter Wälder
  • Klimaresistenz und Umweltnutzen von Waldökosystemen
  • Investitionen in Techniken der Forstwirtschaft sowie in die Mobilisierung, Verarbeitung und Vermarktung forstwirtschaftlicher Erzeugnisse
  • Verträge über Flächenverwaltung für Waldumwelt- und Klimamaßnahmen sowie den Erhalt der Wälder
  • Erhalt und Förderung forstgenetischer Ressourcen

Die EU-Kommission hat im Zuge ihres Einsatzes für die wirksame Verwendung öffentlicher Gelder die Auswirkungen der forstwirtschaftlichen Maßnahmen im Rahmen der Programme zur Entwicklung des ländlichen Raums bewertet. Die Ergebnisse dieser Bewertung können in künftige politische Maßnahmen einfließen.

Weiterführende Informationen

Ländliche Entwicklung

Die EU-Forststrategie

Die EU-Forststrategie 2014–2020 wurde entwickelt, um einen kohärenten Rahmen sowohl für die politischen Maßnahmen der EU für die Wälder als auch für die nationale Forstpolitik der einzelnen EU-Länder zu schaffen. Dabei arbeitete die EU-Kommission eng mit den EU-Ländern und mit Interessenträgern zusammen.

Die Strategie zielt darauf ab, das Konzept der nachhaltigen Waldbewirtschaftung zu fördern, um eine ausgewogene Entwicklung der vielfältigen Funktionen der Wälder und eine effiziente Nutzung ihrer Ressourcen zu gewährleisten. Dadurch soll die Rolle der Wälder bei der Unterstützung anderer EU-Prioritäten gestärkt werden, darunter

  • EU-Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums
  • Umwelt- und Klimapolitik (insbesondere biologische Vielfalt und Klimaschutz)
  • Ökosystemleistungen (z. B. sauberes Wasser, saubere Luft und Erosionsschutz)
  • nachhaltiges Wachstum und nachhaltige Arbeitsplätze im ländlichen Raum (z. B. Erzeugung sauberer Energie aus erneuerbaren Quellen und Bereitstellung von Biomaterialien im Rahmen der Bioökonomie)

Die EU-Forststrategie konzentriert sich auf acht prioritäre Bereiche:

  • Unterstützung ländlicher und städtischer Kommunen
  • Förderung der Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit der EU-Holz- und Forstwirtschaft, der Bioenergie und der ökologischen Wirtschaft im weiteren Sinne
  • Schutz der Wälder in Zeiten des Klimawandels und gleichzeitig Förderung nachhaltiger Waldbewirtschaftung zur Eindämmung des Klimawandels
  • Schutz der Wälder und Verbesserung von Ökosystemleistungen
  • Verbesserung unserer Kenntnisse über die Wälder der EU und über ihren Wandel
  • Entwicklung neuer und innovativer forstwirtschaftlicher Erzeugnisse mit hoher Wertschöpfung
  • Zusammenarbeit für eine kohärente Waldbewirtschaftung auf Wissensbasis
  • Betrachtung der Wälder aus globaler Sicht, auch hinsichtlich des Erhalts von Wäldern außerhalb der EU

Zudem macht die Strategie deutlich, wie wichtig es ist, dass die nationale Forstpolitik den politischen Maßnahmen auf EU-Ebene Rechnung trägt.

Weiterführende Informationen

Halbzeitüberprüfung der EU-Forststrategie

Schlussfolgerungen des Rates zu den Fortschritten bei der Umsetzung der EU-Forststrategie

Die Forststrategie

Mehrjähriger Durchführungsplan („Forest MAP“)

Der mehrjährige Durchführungsplan (Forest MAP) der EU-Forststrategie enthält eine konkrete Liste von Maßnahmen zur Gewährleistung einer kohärenten Herangehensweise hinsichtlich der Wälder und der Holz- und Forstwirtschaft. Er läuft von 2015 bis 2020.

Der Plan nennt die beteiligten Akteure und die für die verschiedenen Maßnahmen erforderlichen Zeitrahmen sowie die zu erwartenden Ergebnisse dieser Maßnahmen.

Seine Struktur folgt den acht vorrangigen Bereichen der EU-Forststrategie und legt spezifische Aktionen und Zieltermine für jeden dieser Bereiche fest.

Zusammenarbeit und Fachberatung

Ständiger Forstausschuss

Der Ständige Forstausschuss (SFC) hat eine dreifache Rolle als

  • Beratungs- und Verwaltungsausschuss für spezifische forstwirtschaftliche Maßnahmen
  • Ad-hoc-Konsultationsforum für Fachwissen im Zusammenhang mit forstbezogenen Initiativen im Rahmen verschiedener Politikbereiche der EU, zum Beispiel in der Entwicklung des ländlichen Raums und im Umweltschutz
  • Forum für den Informationsaustausch zwischen den EU-Ländern sowie zwischen den EU-Ländern und der EU-Kommission

Die von den Regierungen der EU-Länder ernannten Mitglieder des SFC vertreten die Länder; die EU-Kommission führt den Vorsitz.

Gruppe für den zivilen Dialog über Forstwirtschaft und Kork

Gruppen für den zivilen Dialog setzen sich aus Nichtregierungsorganisationen zusammen, die mindestens EU-weit operieren.

Die Diskussionsthemen der Gruppe für den zivilen Dialog über Forstwirtschaft und Kork sind:

  • EU-Forststrategie
  • Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums
  • Biodiversitätsstrategie und Natura 2000
  • Chancen und Herausforderungen der Bioökonomie für die Gesellschaft
  • Klima- und Energiepaket 2030
  • Anpassung an den Klimawandel und Schutz der Wälder
  • Umsetzung der EU-Holzverordnung
  • Folgemaßnahmen für Forest Europe und globale und regionale Verfahren des Waldforums der Vereinten Nationen (UNFF)
  • Kommunikation zu forstwirtschaftlichen Fragen und Erzeugnissen

Forest Europe

Die EU gehört zu den Unterzeichnern von Forest Europe, einem Forum auf Ministerebene, in dem 46 Länder Europas und die EU zusammenkommen, um die Zusammenarbeit in der Forstpolitik zu fördern und gemeinsame Ansätze für Schutz und Bewirtschaftung der Wälder zu entwickeln.

Forschung und Innovation

Die EU engagiert sich für Innovation in allen Wirtschaftszweigen und so auch in der Forstwirtschaft. Im Programm „Horizont 2020“ haben die Wälder betreffende Forschungsprojekte einen angemessenen Platz. Außerdem fördert die Europäische Innovationspartnerschaft (EIP-AGRI) eine wettbewerbsfähige und nachhaltige Forstwirtschaft sowie intelligente Lösungen für die Probleme der Wälder.

Fakten und Zahlen

EUROSTAT verwaltet einen umfangreichen Bestand an Daten über Europas Wälder und Europas Forstwirtschaft.

Aktuelles

Dokumente

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