Die EU-Bio-Auszeichnungen

Der Ausbau des ökologischen/biologischen Landbaus und der Bio-Aquakultur und Lebensmittelproduktion tragen beträchtlich zur Verringerung des Einsatzes von chemischen Düngemitteln, Pestiziden und antimikrobiellen Mitteln bei und wirken sich positiv auf unser Klima, unsere Umwelt, die biologische Vielfalt und das Tierwohl aus. Deshalb wurde der ökologischen/biologischen Produktion eine Schlüsselrolle bei der Verwirklichung der Ziele des europäischen Grünen Deals, der Strategie „Vom Hof auf den Tisch“ und der Biodiversitätsstrategie zugesprochen. Aus diesem Grund hat die Kommission als Ziel festgelegt, 25 % der landwirtschaftlichen Fläche der Union bis 2030 ökologisch zu bewirtschaften und die ökologische/biologische Aquakultur erheblich auszubauen.

Zur Unterstützung dieses Ziels hat die Kommission im März 2021 den Aktionsplan zur Förderung der ökologischen/biologischen Produktion angenommen. Nach diesem Aktionsplan soll die ökologische/biologische Produktion vor allem durch höhere Nachfrage angeregt werden. Dazu muss unter anderem die Öffentlichkeit noch besser über die Eigenschaften und Vorteile ökologischer/biologischer Erzeugnisse aufgeklärt werden.

Zu diesem Zweck sieht der Aktionsplan die Einführung jährlicher Auszeichnungen zur Anerkennung von Exzellenz in der Bio-Wertschöpfungskette vor. Mit diesen Auszeichnungen sollen die besten und innovativsten Bio-Akteure ausgezeichnet werden, die zur Verringerung der schädlichen Auswirkungen der Landwirtschaft auf Umwelt und Klima sowie zur Umsetzung der EU-Biodiversitätsstrategie und der Strategie „Vom Hof auf den Tisch“ beitragen. Die Auszeichnungen werden zum ersten Mal im Jahr 2022 verliehen.

Kategorien von Auszeichnungen und Auszeichnungen

Der Wettbewerb um die EU‑Bio-Auszeichnungen umfasst sieben Kategorien und acht Auszeichnungen für verschieden Akteure der ökologischen/biologischen Wertschöpfungskette, die herausragende, innovative, nachhaltige und inspirierende Projekte mit konkretem Mehrwert für die Bio-Produktion und für den Verbrauch geschaffen haben. Die Links zu den Online-Bewerbungsformularen sind vom 25. März 2022 bis zum 8. Juni 2022 verfügbar.

A farmer holding a crate of potatoes and a farmer feeding chickens

Kategorie 1: Beste Bio-Landwirtin und bester Bio-Landwirt

Mit diesem Preis wird je ein Landwirt und eine Landwirtin ausgezeichnet. Der Wettbewerb wird von COPA-COGECA und IFOAM Organics organisiert.

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Hilltop village in Italy

Kategorie 2: Beste Bio-Anbauregion

Diese Auszeichnung wird einer Anbauregion verliehen. Der Wettbewerb wird vom Europäischen Ausschuss der Regionen organisiert.

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A city organic farm

Kategorie 3: Beste Bio-Stadt

Diese Auszeichnung wird einer Stadt verliehen. Der Wettbewerb wird vom Europäischen Ausschuss der Regionen organisiert.

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Farmers sitting in a field

Kategorie 4: Beste Bio-Region

Diese Auszeichnung wird einer Bio-Region verliehen. Der Wettbewerb wird vom Europäischen Ausschuss der Regionen organisiert.

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Two bakers in their bakery

Kategorie 5: Bestes Bio-KMU

Ziel dieser Kategorie ist es, ein in der EU ansässiges kleines und mittleres Unternehmen (KMU) auszuzeichnen, das ökologische/biologische Erzeugnisse herstellt. Der Wettbewerb wird vom Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss organisiert.

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Oganic food retailer

Kategorie 6: Bester Bio-Lebensmitteleinzelhändler

Ziel dieser Kategorie ist es, einen in der EU ansässigen Lebensmitteleinzelhändler auszuzeichnen, der ökologische/biologische Erzeugnisse verkauft. Der Wettbewerb wird vom Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss organisiert.

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Plated food in a restaurant

Kategorie 7: Bestes Bio-Restaurant

Ziel dieser Kategorie ist es, ein eigenständiges oder einem Hotel- oder Gastgewerbebetrieb angeschlossenes Restaurant auszuzeichnen, das zertifizierte ökologische/biologische Erzeugnisse auf der Speisekarte hat. Der Wettbewerb wird vom Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss organisiert.

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Diese Preise umfassen kein Preisgeld und werden am 23. September, dem EU-Bio-Tag, verliehen.

Veranstalter

Die EU-Bio-Auszeichnungen werden gemeinsam von der Europäischen Kommission, dem Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss, dem Europäischen Ausschuss der Regionen, COPA-COGECA und IFOAM Organics Europe organisiert.

Die über die endgültigen Preisträger entscheidende Jury besteht aus Vertreterinnen und Vertretern von:

  • der Europäischen Kommission,
  • dem Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss,
  • dem Europäischen Ausschuss der Regionen,
  • COPA-COGECA),
  • IFOAM Organics Europe,
  • dem Europäischen Parlament und
  • dem Rat der Europäischen Union.

Darum sollten Sie sich bewerben

Möchten Sie dazu beitragen, die Öffentlichkeit für die ökologische/biologische Produktion in der EU zu sensibilisieren? Möchten Sie dazu beitragen, ökologische/biologische Erzeugnisse in der EU besser zugänglicher und preiswerter zu machen? Haben Sie zu diesem Zweck ein herausragendes, innovatives, nachhaltiges und übertragbares Projekt entwickelt und durchgeführt, oder führen Sie es derzeit durch? Möchten Sie dieses Projekt der Öffentlichkeit vorstellen?

Wenn Sie mindestens eine dieser Fragen mit „ja“ beantworten können, sollten Sie sich für eine der EU-Bio-Auszeichnungen bewerben. Wenn Sie gewinnen, erhalten Sie eine nicht-finanzielle Anerkennung und können Ihr Projekt für eine breitere Öffentlichkeit sichtbar machen. Bewerben können sich beispielsweise Bio-Landwirtinnen und -Landwirte, eine Stadt oder Region, die Bio-Mahlzeiten in Krankenhäusern oder Schulen bereitstellt oder auf andere Weise die ökologische/biologische Produktion fördert, oder ein Unternehmen in der ökologischen/biologischen Lebensmittelkette mit innovativem Geschäftsansatz.

Projekte einreichen

  • In den verschiedenen Abschnitten dieser Website finden Sie Informationen zu den Eignungs- und Auswahlkriterien und weitere Informationen.
  • Entscheiden Sie sich für eine Kategorie, die Ihrem Projekt am besten entspricht.
  • Bewerben können Sie sich ab dem 25. März 2022 (online).
  • Die Bewerber/innen müssen geschlossene Leitfragen beantworten; einige davon mit Bezug auf die vier Grundsätze der ökologischen/biologischen Produktion und die Säulen der Nachhaltigkeit. Diese Fragen werden den Antragstellern helfen, ihre Antworten besser zu strukturieren, während die Jury mehr Daten über die Antragsteller erhält. Die Länge der Antworten auf die frei beantwortbaren Fragen ist begrenzt.

Eignungskriterien

Wer kann sich bewerben?

Personen oder Institutionen in der ökologischen/biologischen Wertschöpfungskette mit einem außergewöhnlichen Projekt, das ökologische/biologische Erzeugnisse in der EU zugänglicher bzw. preiswerter macht. Die Projektträger müssen in der EU ansässig sein. Projekte müssen in einer der EU-Amtssprachen eingereicht werden, und die Projekte selbst müssen in der EU stattfinden.

Auswahlkriterien

Bewerbungen für die EU‑Bio-Auszeichnungen müssen folgende Kriterien erfüllen:

a) Die Bewerbungen müssen in der Zeit vom 25. März 2022 bis 8. Juni 2022 23.59:59 MESZ über die im Abschnitt Kategorien von Auszeichnungen und Auszeichnungen veröffentlichten Links eingereicht werden.

b) Die Bewerbungen sollten in einer der Amtssprachen der EU abgefasst sein.

c) Bei den Bewerberinnen und Bewerbern muss es sich um juristische oder natürliche Personen mit Wohn- oder Geschäftssitz in einem der 27 EU-Mitgliedstaaten handeln.

d) Das eingereichte Projekt muss in der EU stattfinden und sich eindeutig auf eine der sieben Kategorien von Auszeichnungen/acht Auszeichnungen für 2022 beziehen. Ein Projekt kann nicht für mehrere Kategorien eingereicht werden. Jede/r Bewerber/in kann sich nur für eine Auszeichnung bewerben. Pro Kategorie kann nur ein Projekt eingereicht werden.

e) Das Projekt sollte entweder bereits vollständig durchgeführt worden oder so weit fortgeschritten sein, dass die Jury es bewerten kann, d. h. die praktische Umsetzung lässt bereits auf die künftige Verwirklichung der Ziele schließen.

f) Besondere Auswahlkriterien für jede Kategorie:

  • Beste Bio-Landwirtin und bester Bio-Landwirt: Zertifizierung nach Verordnung (EU) 2018/848 über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen.
  • Beste Bio-Anbauregion: Keine besonderen Auswahlkriterien.
  • Beste Bio-Stadt: Keine besonderen Auswahlkriterien.
  • Beste Bio-Region: Eine „Bio-Region“ ist ein geografisches Gebiet, in dem Landwirtschaftsbetriebe, Bürgerinnen und Bürger, Fremdenverkehrsunternehmen, Verbände und Behörden eine Vereinbarung treffen, die lokalen Ressourcen nach ökologischen Grundsätzen und Verfahren nachhaltig zu bewirtschaften.
  • Bestes Bio-KMU: Ein nach Verordnung (EU) 2018/848 zertifiziertes Unternehmen, das der KMU-Definition entspricht (Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. Euro und/oder einer Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Mio. Euro) und zu 100 % ökologisch/biologisch (als ökologische/biologische Erzeugnisse oder Erzeugnisse in Umstellung zu verstehen) produziert.
  • Bester Bio-Lebensmitteleinzelhändler: Ein nach Verordnung (EU) 2018/848 zertifiziertes Unternehmen mit ausschließlich zertifizierten ökologischen/biologischen Erzeugnissen (als ökologische/biologische Erzeugnisse oder Erzeugnisse in Umstellung zu verstehen) im Angebot, ausgenommen Nichtlebensmittelerzeugnisse oder Lebensmittelprodukte, für die es keine ökologischen/biologischen Alternativen gibt.
  • Bestes Bio-Restaurant: Das Restaurant bietet auf seiner Speisekarte ausschließlich ökologische/biologische Erzeugnisse (als ökologische/biologische Erzeugnisse oder Erzeugnisse in Umstellung zu verstehen) im Einklang mit der Verordnung (EU) 2018/848) an.

Vergabekriterien

Alle zulässigen Bewerbungen werden von der Jury für die EU-Bio-Auszeichnungen anhand der folgenden horizontalen Vergabekriterien bewertet:

  • Exzellenz: Der Preisträger muss eine herausragende Initiative mit einem echten Mehrwert für die ökologische/biologische Produktion entwickelt haben. Das bedeutet gute Ergebnisse und positive Wirkung des Projekts verglichen mit seinen ursprünglichen Zielen. Das Projekt muss im Hinblick auf seine ursprünglichen Ziele tatsächliche Ergebnisse und Auswirkungen erzielen und sich positiv auf die Region oder das Gebiet auswirken.
  • Innovativer Charakter des Projekts in der ausgewählten Kategorie: Die Projekte dürfen nicht „Business as usual“ sein, sondern sollten neue Ansätze, neue Organisationsmethoden oder neue oder deutlich verbesserte Ergebnisse für die ökologische/biologische Produktion hervorbringen. Die Kriterien für die Beurteilung des innovativen Charakters in jeder Kategorie sind in den jeweiligen Abschnitten dazu genauer erläutert.
  • Säulen der Nachhaltigkeit (Umwelt, Soziales, Wirtschaft) des Projekts: Die Projekte müssen ihre Nachhaltigkeit und ihre Zukunft als eigenständige Initiativen oder Projekte nachweisen.
  • Übertragbarkeit und Reproduzierbarkeit des Projekts anderenorts in der EU: Das Projekt muss nachweisen, dass es auch in einem breiteren (EU-)Kontext eingesetzt werden kann und dass es eine Anregung für andere Orte ist oder sein könnte. Außerdem müssen die Ziele und Ergebnisse des Projekts gut vermittelt werden können.

Zeitplan

  • 25. März 2022

    Start der Bewerbungsfrist für die Auszeichnungen

  • 8. Juni 2022

    Ende der Einreichungsfrist für Bewerbungen für die Auszeichnungen: 8. Juni 2022, 23:59:59 MESZ

  • September 2022

    Entscheidung über die Preisvergabe

  • 23.  September 2022

    Preisverleihung

Preisverleihung

Am 23. September 2022, dem EU-Bio-Tag, wird eine Preisverleihung stattfinden. Wenn die Umstände eine Präsenzveranstaltung erlauben, werden die Preisträgerinnen und Preisträger nach Brüssel eingeladen, wo ihnen ihre Preise überreicht werden. Auf dieser Veranstaltung werden Vertreterinnen und Vertreter der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments, des Rates der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses, des Europäischen Ausschusses der Regionen sowie von COPA-COGECA und IFOAM Organics Europe anwesend sein. Bei dieser Gelegenheit können die Projekte einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Ökologisch/biologische Landwirtschaft, Aquakultur und Lebensmittelproduktion in der EU

In der Verordnung (EU) 2018/848 heißt es im ersten Erwägungsgrund: „Die ökologische/biologische Produktion bildet ein Gesamtsystem der landwirtschaftlichen Betriebsführung und der Lebensmittelproduktion, das beste umweltschonende und klimaschützende Verfahren, ein hohes Maß an Artenvielfalt, den Schutz der natürlichen Ressourcen sowie die Anwendung hoher Tierschutz- und Produktionsstandards kombiniert, die der Tatsache Rechnung tragen, dass die Nachfrage der Verbraucher nach Erzeugnissen, die unter Verwendung natürlicher Stoffe und nach natürlichen Verfahren erzeugt worden sind, stetig steigt.“

In der EU steigt der Anteil der ökologischen/biologischen Produktion. 2019 wurden 8,5 % aller Agrarflächen in der EU ökologisch bewirtschaftet. Dies entspricht 13,8 Mio. Hektar, was gegenüber den 9,5 Mio. Hektar im Jahr 2012 einen Anstieg von 45,8 % ausmacht. Die Länder mit den größten ökologisch/biologisch bewirtschafteten Flächen waren laut Eurostat-Statistiken zum ökologischen/biologischen Landbau Spanien (2,4 Mio. Hektar; 17,4 % des gesamten EU-Anteils), Frankreich (2,2 Mio. Hektar; 16,2 % des Gesamtanteils), Italien (2,0 Mio. Hektar, 14,5 % des Gesamtanteils) und Deutschland (1,3 Mio. Hektar, 9,4 % des Gesamtanteils).

In der gesamte Wertschöpfungskette waren in der EU fast 344 000 ökologische/biologische Erzeuger und mehr als 78 000 Bio-Verarbeitungsbetriebe aktiv. Die Bio-Landwirte profitieren von den höheren Preisen ihrer Erzeugnisse auf dem Markt und von der rasch wachsenden Nachfrage der Endverbraucherinnen und -verbraucher nach ökologischen/biologischen Erzeugnissen. Im Jahr 2019 betrug der Anteil des EU-Marktes (für Bio-Erzeugnisse) 38,8 Mrd. Euro in einem globalen Markt von 106,4 Mrd. Euro, und steht somit an zweiter Stelle nach dem US-Markt mit 48,2 Mrd. Euro. Große Märkte in der EU sind laut FIBL-Statistiken Deutschland (12,0 Mrd. Euro) und Frankreich (11,3 Mrd. Euro).

Die Pro-Kopf-Ausgaben der Verbraucher für ökologische/biologische Erzeugnisse sind laut FIBL-Statistiken in Dänemark am höchsten (344 Euro; 12 % der Lebensmitteleinkäufe) und Luxemburg (264 Euro; 8 % der Lebensmitteleinkäufe).

Mehr und mehr Verbraucherinnen und Verbraucher kennen das EU-Bio-Logo. Im Jahr 2020 erkannten 56 % der Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Eurobarometer-Umfrage das Logo; im Jahr 2017 waren es erst 27 %. 80 % der Umfrageteilnehmer/innen sind der Ansicht, dass ökologische/biologische Erzeugnisse umweltfreundlicher sind und für sie höhere Tierwohlstandards gelten.

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