Taskforce „Ländliches Afrika“

Die EU setzt sich dafür ein, Partnerländer durch außenpolitische Maßnahmen und Instrumente zu unterstützen. Wie in der im November 2017 veröffentlichten Mitteilung „Ernährung und Landwirtschaft der Zukunft“ betont, wird die künftige Gemeinsame Agrarpolitik eine größere Rolle bei der Verbesserung der Politikkohärenz für die nachhaltige Entwicklung spielen. Im Sinne der von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im September 2018 geforderten „Allianz Afrika-Europa für nachhaltige Investitionen und Arbeitsplätze“ soll durch Wissenstransfer, Austausch bewährter Verfahren und die Stärkung der strategischen politischen Zusammenarbeit und des Dialogs zwischen der Europäischen Union (EU) und der Afrikanischen Union (AU) ein Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen in Afrika und zur Weiterentwicklung der afrikanischen Landwirtschaft und der ländlichen Gebiete geleistet werden.

In diesem Zusammenhang wurde 2018 die Taskforce „Ländliches Afrika“ (TFRA) eingerichtet, die die Europäische Kommission darüber beraten soll, wie am besten zur nachhaltigen Entwicklung und zur Schaffung von Arbeitsplätzen im Agrar- und Nahrungsmittelsektor und in der ländlichen Wirtschaft Afrikas beigetragen werden kann. Die Taskforce setzt sich aus elf ad personam ernannten Mitgliedern zusammen, die über Fachwissen und Erfahrung in der Landwirtschaft, in landwirtschaftlichen Unternehmen oder der Agrarindustrie, in Handel, Entwicklungspolitik oder Migrationsthemen verfügen und sich im afrikanischen Agrar- und Nahrungsmittelsektor auskennen.

Die Arbeitsgruppe soll insbesondere

  • ermitteln, wie die gewünschte Wirkung durch bessere Koordinierung mit bestehenden Initiativen schneller erreicht werden kann, um öffentliche und private Investitionen in die Entwicklung der afrikanischen Landwirtschaft und der Agrarindustrie zu fördern,
  • Wege für den Austausch von Wissen und Know-how aus den europäischen Strategien für Landwirtschaft und Entwicklung des ländlichen Raums finden, um Beschäftigungsmöglichkeiten und Einkommen im ländlichen Afrika zu schaffen,
  • prüfen, welche Strategien geeignet sind, um Landwirtschaftspolitik und regulatorische Reformen in afrikanischen Ländern im Sinne des CAADP und der Malabo-Erklärung sowie verantwortungsbewusste private Investitionen aus der EU in die afrikanische Landwirtschaft und in Agrarunternehmen zu fördern, um sowohl den innerafrikanischen Handel als auch Exporte aus afrikanischen Ländern anzuregen,
  • untersuchen, wie in der Landwirtschaft und der Agrarindustrie beschäftigte junge Afrikaner/innen unterstützt werden können.

Die Gruppe hat im März 2019 einen Abschlussbericht mit Empfehlungen und möglichen Initiativen zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Afrika und Europa im Rahmen der Gemeinsamen Strategie Afrika-EU, der Agenda 2030 und der Ziele für nachhaltige Entwicklung vorgelegt. Darin schlägt sie vier strategische Aktionsbereiche zur mittel- bis langfristigen Umsetzung vor, die als Grundlage für den notwendigen Wandel dienen sollen:

  1. territorialer Ansatz für die Schaffung von Arbeitsplätzen und Einkommenswachstum,
  2. nachhaltige Landnutzung und Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen sowie Klimapolitik,
  3. Unterstützung der nachhaltigen Umgestaltung der afrikanischen Landwirtschaft,
  4. Entwicklung der afrikanischen Lebensmittelindustrie und der afrikanischen Lebensmittelmärkte.

Für die kurz- bis mittelfristige Strategie formulierte die Gruppe sechs Initiativen im Einklang mit den vier längerfristigen Aktionsbereichen, damit Afrika und die EU ihre verstärkte Zusammenarbeit im Agrar- und Nahrungsmittelsektor und in der ländlichen Wirtschaft schnell ankurbeln können.

Im Bericht der Taskforce „Ländliches Afrika“ wird die Umsetzung einer innovativen Partnerschaft für die Entwicklung des afrikanischen Agrar- und Nahrungsmittelsektors und der ländlichen Wirtschaft auf drei Ebenen gefordert: zwischen Menschen, zwischen Unternehmen und zwischen Regierungen.

Im Mai 2019 wurde eine öffentliche Konsultation eingeleitet, um die Ansichten der Interessenträger zum Bericht der Taskforce „Ländliches Afrika“ und ihren Empfehlungen einzuholen.

Die Ergebnisse der Konsultation flossen in eine politische Erklärung ein, die von den EU- und AU-Ländern zusammen mit einem auf der dritten AU-EU-Agrarministerkonferenz erstellten Aktionsplan verabschiedet wurde, die im Juni 2019 in Rom stattfand.

Im Dezember 2019 wurde ein Bericht über die Ergebnisse der Konsultation veröffentlicht.

Hintergrund

In seiner Rede zur Lage der Union 2018 kündigte der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, eine ehrgeizige neue Allianz Afrika-Europa an, mit der Investitionen in Afrika angekurbelt, der Handel gestärkt, Arbeitsplätze geschaffen und Bildung und Kompetenzen gefördert werden sollen. Diese Initiative baut auf den im Jahr 2017 eingegangenen Verpflichtungen auf, einem wichtigen Jahr für die Beziehungen zwischen der EU und Afrika.

Auf der zweiten AU-EU-Agrarministerkonferenz im Juli 2017 in Rom wurde der Agrar- und Nahrungsmittelsektor als Schlüsselbereich für die nachhaltige Entwicklung und die Schaffung von Arbeitsplätzen in Afrika hervorgehoben. Die konkreten und realistischen Ergebnisse dieser Agrarministerkonferenz flossen auch in die Arbeiten des fünften AU-EU-Gipfeltreffens im November 2017 in Abidjan ein. Dazu gehören:

  • Förderung innovativer Finanzierungsmethoden zur Unterstützung von Agrarunternehmen aus der EU, die in afrikanische Partnerunternehmen investieren wollen
  • Förderung von Partnerschaften zwischen Hochschulen und Forschungsinstituten mit landwirtschaftlicher Fachrichtung durch Austauschprogramme im Bildungsbereich
  • Partnerschaften mit afrikanischen Ländern bei Entwicklung und Schutz ihrer geografischen Angaben

Auch bei Forschung und Innovation, Wassernutzung und –management sowie Maßnahmen in den Bereichen Klimawandel, Lebensmittelverlust und Lebensmittelverschwendung wurden Ergebnisse erzielt. Zu den Prioritäten für den Zeitraum 2018-2020 gehören die Mobilisierung von Investitionen für einen strukturellen und nachhaltigen Wandel in Afrika, Investitionen in Menschen, Bildung, Wissenschaft und Technologie sowie die Entwicklung von Kompetenzen.

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