Überblick

Der kurzfristige Ausblick basiert auf Analysen von Marktexperten der Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung der Europäischen Kommission, die sich dazu auf die neuesten verfügbaren Daten stützen. Er wird dreimal jährlich veröffentlicht (im Frühjahr, Frühsommer und Frühherbst).

Neueste Ausgabe

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Weiterführende Informationen

Für die EU-27 werden Marktprognosen erstellt; für die EU-28 stehen weiterhin historische Daten zur Verfügung und werden gegebenenfalls aktualisiert.

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Highlights

Herbst 2020

In der dritten Ausgabe dieses Jahres besteht die Herausforderung beim kurzfristigen Ausblick darin, die Folgen der COVID-19-Krise zu berücksichtigen, obwohl vieles noch ungewiss ist. Im Vergleich zu anderen Sektoren dürften die Auswirkungen der Krise auf den Agrar- und Lebensmittelsektor allerdings eher gering sein. Was sich abzeichnet, ist vor allem eine Verstärkung bereits bestehender Trends, wie z. B. eine steigende Nachfrage nach lokal erzeugten Lebensmitteln, mehr Augenmerk auf kurze Versorgungsketten und zunehmende Online-Lebensmittelverkäufe.

Landwirtschaftliche Kulturpflanzen

Für das Wirtschaftsjahr 2020/21 ist davon auszugehen, dass sich die Gesamtgetreideerzeugung in der EU aufgrund der großen Trockenheit im Sommer und der damit einhergehenden schlechteren Entwicklung der Pflanzen auf 274,3 Mio. Tonnen und damit 7 % weniger als 2019/20 belaufen wird.

Im Bereich der Ölsaaten und Eiweißpflanzen wird die Gesamterzeugung von Ölsaaten in der EU voraussichtlich 28,4 Mio. Tonnen erreichen, was einem leichten Anstieg um 1 % im Vergleich zu 2019/20 entspricht. Der Eiweißpflanzenanbau dürfte mit 4,5 Mio. Tonnen im Zeitraum 2020/21 einen erheblichen Anstieg von 10 % gegenüber 2019/20 verzeichnen. Auch der Verbrauch von Eiweißpflanzen dürfte steigen, da diese vermehrt in Futtermitteln verwendet werden und auch im Lebensmittelbereich stärker nachgefragt werden.

Die Zuckererzeugung der EU und des Vereinigten Königreichs wird für 2019/20 auf 17,4 Mio. Tonnen geschätzt und dürfte damit geringfügig unter dem Vorjahreswert liegen. Aufgrund einer geringeren Produktion, einer geringeren weltweiten Nachfrage und eines Rückgangs der Weltmarktpreise blieben die Ausfuhren auf niedrigem Niveau. Für 2020/21 wird für die EU-Erzeugung ein weiterer Rückgang von 16,2 auf 15,9 Mio. Tonnen prognostiziert. Es wird jedoch erwartet, dass sich der Verbrauch nach einem Rückgang während der Ausgangsbeschränkungen aufgrund der COVID-19-Krise wieder erholt.

Sonderkulturen

Die Olivenölausfuhren der EU dürften mit rund 820 000 Tonnen im Wirtschaftsjahr 2019/20 einen neuen Höchststand erreichen. Die hohen Umsätze im Einzelhandel während des Lockdowns werden wohl zu einem Anstieg des Verbrauchs um insgesamt 3 % beitragen. Damit sollten die Lagerbestände um 17 % verringert werden können. Die Gesamtproduktion von Olivenöl in der EU wird für 2020/21 mit über 2 Mio. Tonnen veranschlagt, was einem Anstieg um 17 % gegenüber 2019/20 entspricht.

Die Apfelerzeugung in der EU wird für 2020/21 auf 11,5 Mio. Tonnen geschätzt und läge damit 2 % unter dem Fünfjahresschnitt. Der Markt für Äpfel scheint sehr ausgeglichen zu sein, und die Lagerbestände aus dem Wirtschaftsjahr 2019/20 sind praktisch aufgebraucht.

Die Orangenerzeugung in der EU dürfte sich für 2019/20 auf etwas mehr als 6,2 Mio. Tonnen belaufen und damit 5 % unter dem Vorjahreswert liegen. Der Verbrauch geht insgesamt zurück und liegt 2 % niedriger als im Vorjahr. Allerdings nimmt der Verbrauch frischer Orangen zu, während weniger verarbeitete Orangen konsumiert werden. Für 2020/21 wird ein Anstieg der Produktion auf 6,6 Mio. Tonnen prognostiziert.

Milch und Milcherzeugnisse

Die Gesamtmilchmenge in der EU dürfte dank höherer Milcherträge im Jahr 2020 um 1,4 % zunehmen. Der Milchviehbestand wird vor allem wegen vermehrter Schlachtungen in der zweiten Jahreshälfte voraussichtlich abnehmen. 2021 könnte die Milcherzeugung in der EU um 0,8 % steigen. Infolge des COVID-19-Ausbruchs dürften die Direktverkäufe weiter zunehmen, da lokal erzeugte Lebensmittel verstärkt nachgefragt werden und mehr Augenmerk auf kurze Versorgungsketten gelegt wird.

Aufgrund der wettbewerbsfähigen EU-Preise für Magermilchpulver, Vollmilchpulver und Butter liegen die Ausfuhren der EU weiterhin auf hohem Niveau. Alle drei dieser Kategorien von Milcherzeugnissen verzeichnen 2020 eine steigende Exportnachfrage mit besonders hohen Werten bei Magermilchpulver (850 000 Tonnen) und Butter (320 000 Tonnen), wodurch auch die Produktion angekurbelt wird.

Die Schließungen in der Gastronomie wirken sich auch weiterhin negativ auf den Käseverbrauch innerhalb der EU aus und könnten 2020 zu einem leichten Rückgang von 0,2 % führen. Dennoch wird davon ausgegangen, dass aufgrund einer hohen weltweiten Nachfrage die EU-Ausfuhren um 5 % zunehmen und dies zu einem Produktionszuwachs von 0,7 % führt. Weitere Anpassungen in der Gastronomie und im Einzelhandel dürften dazu beitragen, dass der Verbrauch im Jahr 2021 um 0,5 % steigt.

Fleisch

Die Nachfrage nach Rindfleisch hat sich in der EU mit der Wiedereröffnung der Restaurants und dem Wiederaufleben des Tourismus erholt, sodass die Rindfleischerzeugung insgesamt einen Rückgang um 1,4 % verzeichnen dürfte. Für 2021 wird mit einem weiteren Rückgang um 1,5 % gerechnet, da der Viehbestand in einigen EU-Ländern verringert werden dürfte. Auch beim Rindfleischverbrauch wird für 2020 ein Rückgang prognostiziert, und zwar um 2,1 % auf 10,4 kg pro Kopf.

Bei Schweinefleisch haben günstige Preise, das Wiederanziehen der Verbrauchernachfrage und die jüngsten Investitionen in den letzten Monaten zu einem Produktionsanstieg geführt. Allerdings wird sich das kürzlich festgestellte Auftreten der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland, das zu Ausfuhrverboten geführt hat, auf den deutschen und damit auch den EU-Schweinefleischmarkt auswirken. Die Schweinefleischerzeugung wird 2020 und 2021 voraussichtlich um 0,5 % bzw. 1 % zurückgehen. Beim Pro-Kopf-Verbrauch wird für 2020 ein Rückgang um 1,1 % auf 32,8 kg prognostiziert.

Bei der Geflügelproduktion in der EU wird für 2020 mit einem Anstieg um 1 % gerechnet, nachdem sich während des Lockdowns die Nachfrage von anderem Fleisch auf Geflügel verlagert hat. Die Wiedereröffnung von Gastronomiebetrieben und die starke Nachfrage im Einzelhandel haben ebenfalls zu diesem Anstieg beigetragen. Für 2021 wird ein ähnliches moderates Wachstum von 1 % prognostiziert. Auch der Pro-Kopf-Verbrauch dürfte 2020 steigen, und zwar um 1,5 % auf 23,7 kg.

Bei Schaf- und Ziegenfleisch ging die EU-Produktion in der ersten Jahreshälfte 2020 deutlich zurück, was auf eine geringere Nachfrage von Restaurants und Verbrauchern an Feiertagen und auf große Versorgungsengpässe zurückzuführen war. Insgesamt wird die Erzeugung in den Jahren 2020 und 2021 um 3 % bzw. 2 % zurückgehen, da mit kleineren Viehbeständen, weniger Mutterschafen und einer stagnierenden Binnennachfrage gerechnet wird. Der Pro-Kopf-Verbrauch dürfte 2020 um 4 % auf 1,3 kg zurückgehen.

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