Am 30. März 2022 nahm die Kommission ein Maßnahmenpaket an, um nachhaltige Produkte in der EU zur Norm zu machen. Diese Vorschläge tragen wesentlich dazu bei, die Ziele des europäischen Grünen Deals – Europas Wachstumsstrategie für eine gerechtere und wohlhabendere Gesellschaft – zu verwirklichen und die Kernbereiche des Aktionsplans für die Kreislaufwirtschaft 2020 umzusetzen. Mithilfe der Maßnahmen möchte die EU ihre Umwelt- und Klimaziele erreichen, unter anderem durch eine Verdoppelung der Nutzungsrate wiederverwendbarer Materialien und die Verwirklichung der Energieeffizienzziele bis 2030.

Unser derzeitiges Wirtschaftsmodell funktioniert noch immer in Form einer Wegwerfgesellschaft. Es erschöpft unsere Ressourcen, verschmutzt unsere Umwelt und schadet der biologischen Vielfalt und dem Klima. Außerdem macht es Europa von Ressourcen aus anderen Ländern abhängig. Daher strebt die EU eine Kreislaufwirtschaft an, deren Grundlage nachhaltigere Produkte sind.

Die Berücksichtigung der Umweltauswirkungen von Produkten während ihres gesamten Lebenszyklus und eine längere Lebensdauer führen zu nachhaltigeren, stärker kreislauforientierten und ressourcenschonenderen Produkten in der EU. Nachhaltigere Produkte – z. B. Elektrogeräte, Möbel und Textilien – machen die EU-Wirtschaft widerstandsfähiger.

Ziele

Die Kommission will mit ihren Initiativen für nachhaltige Produkte sicherstellen, dass bis 2030

  • die Produkte am EU-Markt großteils nachhaltig, energie- und ressourceneffizienter, reparierbar, wiederverwendbar und vorzugsweise aus Recyclingstoffen sind,
  • alle Unternehmen weltweit die gleichen Wettbewerbsbedingungen vorfinden, ohne von anderen Unternehmen unterboten zu werden, die den Klimaschutz nicht ernst nehmen,
  • alle Verbraucher/innen jene Informationen erhalten, die sie für informierte Entscheidungen benötigen, besser vor umweltschädlichen Praktiken geschützt sind und Zugang zu langlebigen Produkten haben,
  • alle Unternehmen auf die Daten zugreifen können, die sie für die Gewährleistung von nachhaltigen und kreislauforientierten Produkten und Geschäftsmodellen benötigen.

Maßnahmen

Leitmaßnahmen für kreislauforientierte und nachhaltige Produkte:

  • Geringere Umweltauswirkungen von Produkten durch bessere Designs
  • Bessere Informationen zur Nachhaltigkeit von Produkten für Verbraucher/innen und Akteure der Lieferkette
  • Verhinderung der Vernichtung unverkaufter Produkte
  • Förderung nachhaltiger Geschäftsmodelle
  • Verstärkte umweltorientierte öffentliche Beschaffung

Die vorgeschlagene Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte ist zentraler Bestandteil des Kommissionsansatzes für umweltfreundlichere und kreislauforientierte Produkte. Sie soll die geltende Ökodesign-Richtlinie 2009/125/EG ersetzen, die seit über zehn Jahren Energieeffizienz und Kreislauffähigkeit energieverbrauchsrelevanter Produkte verbessert hat. Bis dahin gilt die aktuelle Richtlinie weiterhin, unter anderem durch die Umsetzung des am 30. März 2022 angenommenen neuen Arbeitsplans für Ökodesign und Energieverbrauchskennzeichnung 2022-2024.