Energielabel

Neue Fernsehgeräte müssen, wenn sie auf den Markt gebracht werden, mit einem Energielabel versehen und in Energieeffizienzklassen von derzeit A+++ (höchste Effizienz) bis D (geringste Effizienz) eingeordnet werden.

Bei der Einordnung in die Skala wird die Bildschirmgröße berücksichtigt, sodass ein kleines ineffizientes Fernsehgerät der Klasse B den gleichen Energieverbrauch haben kann wie ein größeres, aber effizienteres Fernsehgerät der Klasse A+++. Das Label enthält weder Angaben zur Auflösung wie HD, Full HD oder 4K noch zur Fähigkeit des Geräts, Bilder mit hohem Dynamikumfang (HDR) anzuzeigen. Der auf dem Label angegebene Wert für den jährlichen Energieverbrauch beruht auf der Annahme, dass das Fernsehgerät an jedem Tag des Jahres vier Stunden lang eingeschaltet ist. Die derzeitige Verordnung gilt weder für Computerbildschirme noch für Signage-Displays. Diese Displays ähneln Fernsehgeräten und werden als digitale Anzeigetafeln in Bahnhöfen, Geschäften und anderen hellen öffentlichen Bereichen verwendet.

Die derzeit geltende Verordnung (EU) Nr. 1062/2010 wird mit Wirkung vom 1. März 2021 durch die Verordnung (EU) 2019/2013 in Bezug auf die Energieverbrauchskennzeichnung elektronischer Displays aufgehoben. Fernsehgeräte und andere elektronische Displays wie Computermonitore und Signage-Displays erhalten dann ein Energielabel mit Energieeffizienzklassen von A (höchste Effizienz) bis G (geringste Effizienz). Die neuen und die alten Energieeffizienzklassen sind nicht vergleichbar, da die neuen Klassen Teil einer verbesserten Skala sind, bei der die Bildschirmfläche stärker berücksichtigt wird. Die neuen Labels enthalten auch Angaben zur Effizienz des Produkts bei der Wiedergabe von Inhalten im HDR-Betrieb, da bei diesem unter Umständen doppelt so viel Energie verbraucht wird wie bei anderen Betriebsarten. Darüber hinaus werden auf dem Label die Bildschirmdiagonale und die Auflösung angegeben, damit die Verbraucher einander ähnliche Displays besser vergleichen können.

Ökodesign-Anforderungen

Die Ökodesign-Vorschriften enthalten die Mindestanforderungen, die ein Fernsehgerät erfüllen muss, um in einem EU-Land verkauft werden zu können, z. B.

  • Mindestenergieeffizienz
  • maximaler Energieverbrauch im Bereitschaftszustand (Standby-Modus) oder im vernetzten Bereitschaftsbetrieb

Im ausgeschalteten Zustand muss der Energieverbrauch eines Fernsehgeräts unter 0,3 W und im Standby-Modus unter 1 W liegen. Der Energieverbrauch von Fernsehgeräten im vernetzten Bereitschaftsbetrieb, d. h. einem Zustand, in dem sie über das Internet aktiviert werden können, darf seit 2017 nicht mehr als 3 W betragen. Bis 2016 lag dieser Wert bei 6 W. Vor Inkrafttreten der Ökodesign-Verordnung wurden noch Fernsehgeräte verkauft, die im Standby-Modus 10 W verbrauchten. 

Fernsehgeräte müssen innerhalb von vier Stunden nach der letzten Nutzeraktion von selbst in den Standby-Modus oder den vernetzten Bereitschaftsbetrieb schalten, beispielsweise wenn der Nutzer vor dem Fernsehgerät eingeschlafen ist oder vergessen hat, es abzuschalten.

Die derzeit geltende Verordnung (EG) Nr. 642/2009 wird mit Wirkung vom 1. März 2021 durch die Verordnung (EU) 2019/2021 zur Festlegung von Ökodesign-Anforderungen an elektronische Displays aufgehoben. 

Die Verordnung enthält an die modernen Technologien angepasste Mindestanforderungen und Elemente zur Verbesserung der Reparierbarkeit. Verschleißanfällige Teile von Fernsehgeräten müssen den Verbrauchern innerhalb von drei Wochen zur Verfügung gestellt werden, und zwar mindestens in einem Zeitraum von sieben Jahren, nachdem die Produktion des Modells eingestellt wurde. Dies gilt auch für Reparaturanleitungen und Software-Updates.

Mit der neuen Verordnung wird der höchste zulässige Energieverbrauch von Fernsehgeräten im Aus-Zustand und im Standby-Modus noch weiter verringert. Darüber hinaus muss bei Smart-TV-Geräten der vernetzte Bereitschaftsbetrieb standardmäßig deaktiviert sein, damit leichter Energie gespart werden kann, wenn das Fernsehgerät nicht genutzt wird.

Hinweis: Die Verordnungen (EU) 2019/2021 und 2019/2013 sind Gegenstand eines Änderungsverfahrens. Die EU-Mitgliedstaaten haben die Änderungsentwürfe in Bezug auf Ökodesign-Anforderungen und die Energieverbrauchskennzeichnung erörtert und befürwortet.

Energieeinsparungen

Die Anforderungen an die Energieverbrauchskennzeichnung und die Ökodesign-Anforderungen der EU werden bis 2020 zu Einsparungen von 45 TWh pro Jahr führen, was dem Stromverbrauch Tschechiens entspricht. Damit werden jährlich bis zu 15 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermieden.

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